Dänemark

Dänemark wurde zeitgleich mit Norwegen vom Deutschen Reich am 9. April 1940 angegriffen. Das Land wurde ohne Gegenwehr der Dänen überrannt.
In Dänemark gab es verschiedene nationalsozialistische Parteien, oder welche, die mit ihnen symphatisierten.
Allerdings gab es in Dänemark kein Pendant zum norwegischen Vidkun Quisling und so überliesen die Deutschen keinen politischen Einfluss den dänischen Nationalsozialisten.

DNSDAP


DNSDAPDie größe dänische nationalsozialistische Partei war die DNSAP (Danmarks National-Socialistiske Arbejder Parti), welche im November 1930 gegründet wurde. ursprünglich von einem Komitee bestehend aus drei Mitglieder geführt, übernahm Frits Clausen (Doktor aus Nord-Schleswig) 1933 die Führung der Partei.
Bei den Wahlen 1935 erreichte die DNSAP 16.257 Stimmen, 1939 verdoppelte sich das Ergbnis bereits auf 31.032 Stimmen und hatte somit 3 Sitze im dänischen Parlament.

Die DNSAP war eine sehr gut organisierte Partei und das obwohl sie eigentlich sehr klein war. Um die Struktur innerhalb der Partei zu bewahren, besas die DNSAP über ein eigenes Korps von politischen Führern.
Die DNSAP hatte auch seine eigene SA (Storm Afdeliger). Im Dezember 1939 bestand die dänische SA allerdings erst aus 912 Männern, ab August 1942 jedoch schon aus 2.514 Mann. Manche dieser SA-Männer wurden öfters in das SS-Ausbildungslager nach Sennheim in Alsace gebracht.

Die Jugendabteilung der DNSAP nannte sich N.S.U. (National-Socialistiske Ungdom, zu Deutsch: Nationalsozialistische Jugend). Sie wurde im September 1934 gebildet und war in zwei Altersgruppen unterteilt:
- Skoldunge: für männliche Jugendliche zwischen 10 und 14 Jahren.
- Vaebnere: für Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren.
Später wurde der name "Vaebnere" in "Hird" (wie in Norwegen) umbenannt. Die Uniform der N.S.U. war komplett schwarz. das Abzeichen war ein weisses geschlossenes Sonnenrad.
Die Jugendabteilung für Mädchen wurde "Danske Piger" genannt.
Der erste nationale Jugendführer war Christian von Schalburg,

Innerhalb der DNSAP gab es auch mehrere Unterabteilungen für Lehrer, Autoren, Schauspieler, Musikanten, Sportler und auch Geistliche.
Universitätsstudenten waren innerhalb der N.S.A. ("National Studenter Aktion"), unter Erik Spleth, organisiert.

NSDAP-N


Dänemarks südlichste Provinz, Schleswig-Holstein, ging nach dem Krieg 1864 an Deutschland verloren. Nach dem Ersten Weltkrieg überliesen die Siegermächte den Bewohnern die Wahl, ob sie dem Deutschen Reich oder Dänemark angehören wollen.
Das Ergebnis war sozusagen ein Kompromis: Nordschleswig stimmte mit 3:1 fü einen Anschluss an Dänemark und Südschleswig stimmte mit 4:1 für einen Anschluss an das Deutsche Reich.
Dies bedeutete das es in Nordschleswig eine deutsche Minderheit gab. Als Hitler in Deutschland an die Macht kam, feierten die Volksdeutschen in Nordschleswig diesen Erfolg und die nationalsozialistische Bewegung gewann rasch an Boden. Bis Mitte der 30er Jahre gab es bereits vier rivalisierende nationalsozialistische Parteien in Nordschleswig.
Zwischen den Jahren 1933 und 1935 gab es einen erbitterten Machtkampf zwischen den nationalsozialistischen Parteien, welche dann von Jens Møller (einem Tierarzt aus Stenderzp) gewonnen wurde. Dieser bildete dann aus den in den Vergangenheit rivalisierenden Parteien die NSDAP-N (National-Sozialistisce Deutsche Arbeiterpartei Nordschleswigs).
Doch die Einheit hielt nicht lange an und so gründete Jep Nissen seine eigene Partei mit dem Namen N.S.A.N. (National-Sozialistische Arbeiterpartei Nordschleswigs).

Das Abbild er deutschen SA war die  S.K. (Schleswigische Kameradschaft), welche sogar motorisiert wurde. Im Jahre 1943 hatte die S.K. 1.761 Mitglieder.

Die Frauenabteilung der NSDAP-N nannte sich N.S.F.N. und die Jugendabteilung hatte den Namen "Deutsche Jugendschaft Nordschleswig (D.J.N.), welche der deutschen Hitlerjugend sehr ähnlich war.
Die "Deutsche Mädchenschaft Nordschleswig" (D.M.N.) war Jugendabteilung für Mädchen und hatte den B.D.M. ("Bund deutscher Mädel") zum Vorbild. Die Uniformen der Jugendabteilungen glichen exakt den Uniformen im Deutschen Reich.

Die Mitgliedsazeichen der NSDAP-N und auch der NSAN glichen der deutschen NSDAP.
Zwischen der DNSAP und den beiden Volksdeutschen Parteien NSDAP-N und NSAN gab es keinerlei Kooperation.

Sonstige Parteien:

- Dansk Samlings og Korporationsparti
Diese wurde 1926 gegründet und hielt sich eher an den italienischen Faschismus als an den deutschen Nationalsozialismus

- Dansk National-Socialistisk Parti
Diese wurde im November 1930 gegründet, also zur gleichen zeit, als auch die DNSAP gegründet wurde. 1934 wechselte die Partei ihren Namen in "Dänische Sozialsiten Partei". Ihr Führer war Wilfried Petersen.

- National-Socialistik Arbejder Parti
Diese wurde im Oktober 1935 gegründet und war äuserst Antisemitisch. Nach der besetzung Dänemarks bildete die Partei eine Dänische Anti-Juden-Liga.

- Dansk Front
Diese wurde im Sommer 1940 gegründet und war ein anderer Abkömmling der DSNAP. 18 Monate später fussionierte die partei mit der "Den Nationale Aktion".

- Dansk-Nordisk Front

Wurde im Sommer 1940 gegründet und war ebenfalls ein Abkömmling der DNSAP.

- Den Nationale Blok

Wurde im April 1940 gegründet.

- Den Nationale Aktion

Dies war die ehemalige "Den Nationale Blok", nach dem sie mit der "Dansk Front" fussionierte.

- Det nNationale Genrejsningsparti
Wurde im Juli 1940 mit dem Titel "Dansk Folkerejsning" (Dänisches Volkserwachen) gegründet.

- Dansk Folkeparti
Wurde im März 1941 gegründet, nach dem sich die Parteien "Dansk National-Socialistisk Parti", "Det Nationale Genrejsningsparti" und "Nationalt Samvirke" (eine Art nationale Bewegung) zusammenschlossen. Sie hatte ihre eigene S.A., welche als "Nordiske Legion" bekannt war.

Abgesehen von diesen neun kleineren und zwei größeren Parteien, gab es noch zahlreiche kleinere Bewegungen und Gruppierungen, welche jedoch eher bedeutungslos waren und meist nie den Status einer Partei erreichten.
Wie man sieht, war die nationalsozialistische und faschistische Bewegung in Dänemark sehr weit verbreitet. Bei Wahlen kamen die Nationalsozialisten allerdings nie über 8% hinaus.

Eine Übersicht aller dänischen Einheiten innerhalb der Wehrmacht finden sie unter Ausländische Freiwillige.
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Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 15. Januar 2012 um 06:05 Uhr
 

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