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Geschichte des NSKK
Die Geschichte des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps (NSKK) begann am 1. April 1930, als das Nationalsozialistische Automobilkorps (NSAK) im Auftrag von Martin Bormann gegründet wurde. Mit rund 10.000 Mitgliedern war das NSKK die kleinste Organisation innerhalb der NSDAP. Zur Aufnahme in das NSKK musste ein "arischer Nachweis" erbracht werden. Obwohl viele Mitglieder Kfz-Meister waren, war es keine Voraussetzung einen Führerschein zu besitzen oder sich mit Automobilen auskennen zu müssen.
Alle Kommandanten des NSAK waren SA-Offiziere, wobei die meisten Mitglieder das nicht waren. Als Adolf Hitler 1933 Reichskanzler wurde, wuchs die Anzahl der Mitglieder auf ca. 30.000. Als im September 1933 alle deutschen Automobilklubs vom NSKK übernommen wurden, stieg die Anzahl der Mitglieder auf 350.000. Nach dem Anschluss Österreichs im März 1938 betrug die Mitgliederanzahl 500.000. Zwischen 1943 und 1945 schulte das NSKK rund 50.000 Frauen als Kraftfahrerinnen.
Geführt wurde das NSKK von Adolf Hühnlein. Nach dessen Tod im Jahr 1942 übernahm Erwin Krauss die Führung bis Kriegsende. 1945, nach Kriegsende, wurde das NSKK aufgelöst.
Aufgaben des NSKK
Die Hauptaufgabe des NSKK war, ihre Mitglieder im Führen von Kraftfahrzeugen auszubilden, wobei das NSKK nicht die Fahrschulen ersetzte und auch keine Führerscheinprüfungen abnehmen konnte. Ab dem 1. Januar 1944 ersetzen schließlich NSKK-Fahrlehrer die zivilien Fahrlehrer. Mitte der 30er Jahre fungierte das NSKK auch als Pannenhilfsdienst und arbeitete eng mit dem ADAC zusammen. Nach der Machtübernahme der NSDAP war das NSKK auch für die Beförderung von Staatsgästen und NS-Funktionären zuständig. Ab dem 27. Januar 1939 war das NSKK und deren Motorsportschule für das Training der Fahrer innerhalb der Wehrmacht verantwortlich. Als der Krieg ausbrach, stellte das NSKK die Transporte für den Aufbau der Siegfriedlinie. Das NSKK übernahm zu Beginn des Krieges die Transportaufgaben für die Organisation Todt (NSKK Transportstandarte Todt, ab 1940 zur NSKK Transportbrigade Todt erweitert), den Rüstungsbau und den Baustab Speer (NSKK Transportbrigade Speer). Zur Verstärkung der Transportkapazitäten unterstützte das NSKK auch die Luftwaffe, die Reichsbahn und die Versorgungseinheiten des Heeres. Im NSKK war es für nicht voll wehrfähige Männer möglich, einen Ersatzwehrdienst bei den NSKK-Wachmannschaften zu leisten.
Ausländische Freiwillige beim NSKK
Nach der Besetzung Westeuropas meldeten sich rund 9.000 Holländer, 3.000 Flamen, 6.000 Wallonen und 3.000 Franzosen zum NSKK. Einige Fahrer meldeten sich auch aus den Ländern Dänemark, Norwegen und Italien. Aus Holland meldeten sich so viele Freiwillige, dass der Höhere SS- und Polizeiführer in den Niederlanden, Hanns Rauter, im November 1943 den Eintritt in das NSKK verbot. Die Freiwilligen mussten so nicht an Kampfhandlungen teilnehmen, andererseits konnten ausländische Freiwillige des NSKK schneller den jeweiligen Legionen der Waffen-SS beitreten. Ausländische Freiwillige verpflichteten sich zunächst für ein Jahr, ab 1942 galt die Verpflichtung auf Kriegsdauer. Sie erhielten den üblichen Sold, Freiwillige in den besetzten Ostgebieten erhielten zudem Sonderzulagen.
Organisation
NSKK-Korpsführung Motorobergruppen (verschiedene Motorgruppen oder Motorbrigaden) Motorgruppe (3-5 Motorbrigaden) Motorbrigade (3-5 Motorstandarten) Motorstandarte (3-5 Motorstaffeln) Motorstaffel (3-10 Motorstürme) Motorsturm (3-4 Motortrupps) Motortrupp (3-4 Motorscharen) Motorschar (8-16 Mann)
Sondereinheiten Spezielle Nachrichtenstürme wurden im Grenzschutz und bei Straßenabsperrungen eingesetzt. Pionierstürme waren für Katastrophen-, Waldbrand- und Hochwassereinsätze vorgesehen. Eine besondere NSKK-Sondereinheit war der Brieftauben-Trupp im Ruhrgebiet, der über einen fahrbaren Taubenschlag verfügte.
Dienstränge innerhalb des NSKK
Bildquelle: Organisationsbuch der NSDAP von 1937
NSKK-Höheres Führungskorps NSKK-Korpsführer NSKK-Obergruppenführer NSKK-Gruppenführer NSKK-Brigadeführer NSKK-Oberführer
NSKK-Mittleres Führungskorps NSKK-Standartenführer NSKK-Oberstaffelführer NSKK-Staffelführer
NSKK-Unteres Führungskorps NSKK-Hauptstumführer NSKK-Obersturmführer NSKK-Sturmführer
NSKK-Unterführer NSKK-Haupttruppführer NSKK-Obertruppführer NSKK-Truppführer NSKK-Oberscharführer NSKK-Scharführer
NSKK-Mannschaften NSKK-Rottenführer NSKK-Obersturmmann NSKK-Sturmmann (bis November 1939 NSKK-Mann) NSKK-Anwärter
Motorgruppen des NSKK
Die Motorgruppen waren bestimmten Motor-Obergruppen unterstellt: Motor-Obergruppe Alpenland Motorgruppe Kärnten Motorgruppe Steirmark Motor-Obergruppe Mitte Motorgruppe Berlin, Berlin, Reichstagsufer 40 Motorgruppe Franken, Nürnberg, Fürther Straße 19 Motorgruppe Leipzig, Leipzig, Wächterstraße 30 Motorgruppe Mark Brandenburg Motorgruppe Sachsen, Dresden, Tiergartenstraße 44 Motor-Obergruppe Nord Motorgruppe Hamburg Motorgruppe Nordmark, Kiel, Knooperweg 57 Motorgruppe Nordsee, Bremen, Delbrückstraße 18 Motorgruppe Ostsee, Stettin, Luisenstraße 19 Motor-Obergruppe Nordost Motorgruppe Danzig-Westpreussen Motorgruppe Ostland, Königsberg, Oberteichufer 14 Motor-Obergruppe Ost Motorgruppe Niederschlesien Motorgruppe Oberschlesien Motor-Obergruppe Süd (NSKK-Obergruppenführer Friedrich Ritter von Städtler) Motorgruppe Adolf Hühnlein Motorgruppe Alpenland, Salzburg, Rainerstraße 25 Motorgruppe Bayrische Ostmark, Regensburg, Dr. Martin-Luther-Straße 14 Motorgruppe Hochland, München, Plinganserstraße 72 Motorgruppe Ostmark, Wien, Metternichgasse 4 Motor-Obergruppe Südost Motorgruppe Egerland Motorgruppe Niederdonau Motorgruppe Oberdonau Motorgruppe Wien Motor-Obergruppe Südwest Motorgruppe Rhein-Mosel Motorgruppe Südwest, Stuttgart, Werfmershalde 15 Motorgruppe Westmark, Koblenz, Steinstraße 23 Motor-Obergruppe West Motorgruppe Hessen, Frankfurt, Lindenstraße 7 Motorgruppe Niederrhein, Düsseldorf, Reichsstraße 53 Motorgruppe Thüringen, Weimar, Watzdortstraße 72 Motorgruppe Westfalen, Dortmund, Kronprinzenstraße 59
Motorsportschulen des NSKK
Motorsportschule des NSKK "Achern" Motorsportschule des NSKK "Adolf Hühnlein" (Nordmak) Motorsportschule des NSKK "Brandenburg" (Wrietzen/Order) Motorsportschule des NSKK "Diez" (a.d. Lahn) Motorsportschule des NSKK "Dramburg" (Pommern) Motorsportschule des NSKK "Frankfurt/Oder" Motorsportschule des NSKK "Freiherr v. Egloffstein" (Bayreuth-Saas) Motorsportschule des NSKK "Gandersheim" (auch "GFM Keiter Schule") Motorsportschule des NSKK "Greiz" (Thüringen) Motorsportschule des NSKK "Helsa" (b. Kassel) Motorsportschule des NSKK "Hülsen" (Aller) Motorsportschule des NSKK "Kreiensen" (Harz) Motorsportschule des NSKK "Lyck" (Ostpreussen) Motorsportschule des NSKK "Pr. Holland" (Ostpreussen) Motorsportschule des NSKK "Regensburg" Motorsportschule des NSKK "Rheindalen" (Mönchen-Gladbach) Motorsportschule des NSKK "Rochlitz" (Leipzig) Motorsportschule des NSKK "Ruhrland" (in Milspe/Westfahlen) Motorsportschule des NSKK "Sachsen" (Mittweida) Motorsportschule des NSKK "Schlesien" (Schloss Grünberg, Sudetenland) Schloss Hof bei Stauchitz/Sa. Schweidnitz-Kroischwitz Motorsportschule des NSKK "Schwerin" (Mecklenburg) Motorsportschule des NSKK "Tübingen" Mühlberg Schweina, Thüringen Süychtein bei Krefeld Reichsmotorsportschule des NSKK "Döberitz" Gebirgsmotorsportschule des NSKK "General Ritter von Epp" (in Kochel a.S.) Technische Führerschule (München-Giesing) NSKK-Schule des Generalinspektors für das deutsche Straßenwesen, Mainz Schiffsführerschule (Wien) Drammen (Norwegen) Limburg (Belgien) Svelvir (Norwegen) Zeesen (Holland)
Quellen: Hans-Helmuth Krenzlin: Das NSKK. Wesen, Aufgaben und Aufbau des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps, dargestellt an einem Abriß seiner geschichtlichen Entwicklung. Berlin, Junker u. Dünnhaupt, 1939 Dorothee Hochstetter: Motorisierung und Volksgemeinschaft: Das Nationalsozialistische Kraftfahrkorps (NSKK) 1931-1945, Oldenbourg 2004
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