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| Werwolf |
Mit dem Näherrücken der Front auf deutsches Reichsgebiet beschäftigte sich ab Herbst 1944 der Reichsführer SS Himmler in seiner Eigenschaft als Befehlshaber des Ersatzheeres mit den Möglichkeiten des Guerillakrieges. Am 28. Oktober 1944 sprach Himmler vor Volkssturmmännern in Ostpreußen erstmals von "Werwölfen".Der Begriff war durch den Roman von Hermann Löns "Der Wehrwolf" inspiriert, in dem der Partisanenkrieg von Bauern im Dreißigjährigen Krieg beschrieben wird. Mitte September 1944 hatte Himmler den SS-Obergruppenführer Hans Prützmann zum "Generalinspekteur für Spezialabwehr beim Reichsführer SS" ernannt. Prützmann, der als Höherer SS- und Polizeiführer Russland-Süd Erfahrung in der Bekämpfung von Partisanen hatte, entwickelte die Taktik von Kleinkampfgruppen in improvisierten Führerschulen. Als Anweisung diente die Schrift "Werwolf. Winke für Jagdeinheiten". Der spektakulärste Werwolf-Einsatz ("Unternehmen Karneval") war die Ermordung des von den Amerikanern eingesetzten Oberbürgermeisters von Aachen am 25. März 1945. Propagandaminister Goebbels nutzt die Tat, die im Völkischen Beobachter als Vollstreckung eines Todesurteils bezeichnet und die weltweit als Wiederaufleben der Tradition rechtsradikaler Femenmorde wahrgenommen wurde, als "Generalbevollmächtigter für den totalen Kriegseinsatz" zur Proklamation fanatischen Widerstandes. Dazu diente unter anderem der Sender "Werwolf" auf der Welle des Deutschlandsenders, in dem verkündet wurde, jeder Bolschewist, jeder Brite, jeder Amerikaner auf deutschem Boden sei Freiwild: "Wo immer wir eine Gelegenheit haben, ihr Leben auszulöschen, werden wir das mit Vergnügen und ohne Rücksicht auf unser eigenes Leben tun." War Prützmann noch von einer minimalen Ausbildung des Werwolf ausgegangen, so propagierte Goebbels den Hass fanatischer Nationalsozialisten als Triebkraft für die Fortsetzung des Kampfes nach der Niederlage als "Erhebung des Volkes". Die Aktivitäten des Werwolf richteten sich in den letzten Kriegswochen vor allem gegen Deutsche, die des Krieges müde waren. Mit der Besetzung Deutschlands durch die Alliierten endeten sie. Als Wirkung der Goebbels-Propaganda blieben die Besatzungstruppen jedoch noch lange sensibilisiert, insbesondere in dre sowjetischen Zone genügte der geringste Verdacht zur Einlieferung in ein Speziallager und oft zur Deportation nach Sibirien. Kommentare (0)
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