Drittes Reich Widerstand im Dritten Reich Nationalkomitee Freies Deutschland
Nationalkomitee Freies Deutschland
Bereits am 3. April 1942 wurde der Grundstein zum NKFD gelegt, als die KPD (Kommunistische Partei Deutschlands, im Exil in Moskau) ein Grundsatzpapier verabschiedete, welches die Schaffung einer breiten Volksfront gegen Hitler aufrief.
Die erste antifaschistische Offiziersgruppe wurde unter Hauptmann Ernst Hadermann im Kriegsgefangenenlager Jelabuga gebildet und am 31. Mai 1942 fand dann die erste antifaschistische Offizierskonferenz statt, auf der 23 Offiziere einen Aufruf an alle Offiziere in Kriegsgefangenschaft unterschrieben.
Durch die Zerstörung der 6. Armee in Stalingrad gab es teilweise ein Umdenken innerhalb der deutschen Kriegsgefangenen.
Das Vorgehen der KPD wurde von der Sowjetunion anfangs sehr unterstützt und so gab die Sowjetunion immer wieder Anregungen und Vorschläge zur Bildung eines Komitees.

Am 22. Juni 1943 kam es zur Bildung des Gründungskomitees. Erich Weinert, Wilhelm Pieck, Walter Ulbricht und Hans Mahle vertraten die Emigranten, Hauptmann Hadermann, Leutnant von Kügelgen, Feldwebel Stresow und der Gefreite Eschborn die Gefangenen. Schon jetzt hatten die Initiatoren eine Art Nachkriegsregierung im Sinn.

Die Bemühungen in den Gefangenenlagern weitere Soldaten für ihre Sache zu gewinnen, gingen allerdings ins Leere und aus den Offizierslagern gab es nur sehr wenig Bereitschaft, zumal es am 5. Juli 1943 zur deutschen Gegenoffensive bei Kursk kam. Hinzu kam auch, dass sich viele gefangene Deutsche nicht mit den kommunistischen Zielen indendifizieren konnten. Stalin selbst lies folglich die KPD im Zusammenhang mit dem NKFD nicht mehr erwähnen, dennoch blieben die erhofften Zuläufe für das NKFD aus.
Die kommunistische Indoktrinierung seitens des sowjetischen Geheimdienstes NKWD und die Propagandatätigkeit des NKFD innerhalb der Gefangenenlagern änderte daran auch nichts.

Die Endgültige Gründung fand dann am 12. und 13. Juli 1943 in Krasnogorsk bei Moskau statt. Auf Initiative der Sowjetunion und seiner obersten Militärführung wurde das Nationalkomitee Freies Deutschland gegründet.
Dabei wurde der deutsche Schriftsteller und KPD-Mitglied Erich Weinert als Präsident des NKFD gewählt. Weitere Führungskräfte waren Anton Ackermann, Wilhelm Florin, Wilhelm Pieck und Walter Ulbricht.

Organisation des NKFD
In Krasnogorsk befand sich vorerst der Sitz des Komitees. Im August 1943 zog es dann nach Ljunowo (ca. 35 km von Moskau entfernt).
Ein mal im Monat gab es eine Tagung, auf der alle wichtigen Aufgaben besprochen wurden und Maßnahmen geplant wurden. Das oberste Gremium war das Plenum des Nationalkomitees.
Weiters gab es einen Geschäftführenden Ausschuss, inkl. einer operativen Abteilung und Kommissionen für Wirtschaft, Sozialpolitik, Recht und Kultur und das Präsidium des Komitees.

Vorgehensweise und Aufgaben des NKFD
Das NKFD gab die Wochenzeitung "Freies Deutschland" und die Illustrierte "Freies Deutschland im Bild" heraus. Weiters entwarf das Komitee zahlreiche Flugblätter für die Propaganda an der Front oder in den Kriegsgefangenenlagern.
Das NKFD betrieb den Radiosender "Freies Deutschland" und setzte Lautsprecherwagen an den Fronten ein. Dies alles sollte die deutschen Soldaten zum "Überlaufen" bewegen, welches im Endeffekt die Haupfaufgabe des NKFD war.
In Einzelfällen war das NKFD auch an Hinterhalten gegenüber deutschen Truppen beteiligt, in dem Mitglieder des NKFD falsche Funksprüche setzten und für Verwirrung innerhalb der deutschen Verbände sorgte.

Erfolge
Laut verschiedenen Angaben sollen bis zum 22. Juli 1944 rund 17 Generale nach dem Zusammenbruch der deutschen Front im Raum der Heeresgruppe Mitte und ihrer Gefangenschaft, dem NKFD beigetreten sein.
Am bekanntesten dürfte Feldmarschall Paulus gewesen sein, der am 8. August seinen Beitritt zum NKFD verkündete.
Laut eigenen Angaben des NKFD sollen sich am 6. Dezember 1944 bereits 50 deutsche Generale innerhalb des Komitees befinden - bestätigt wurde diese Zahl aber nie.
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