Widerstand der Jugend

Durch die brutale Sanktionierung allen nonkonformen Verhaltens, schuf sich das nationalsozialistische System auch unter Jugendlichen ein erhebliches Widerstandspotential. Der paramilitärische Drill, die ständige Bevormundung und die stupiden Gehorsamsübungen wurden vielen Jugendlichen zuwider.

Aus Protest schlossen sich Jugendliche in verschiedenen Widerstandsgruppen zusammen:

Die Helmul-Hübener-Gruppe

Mit Hilfe von Flugblättern veröffentlichte diese Jugendgruppe in Hamburg den Londoner Rundfunk und stellt somit öffentliche Berichterstattung in Zeitung und Rundfunk richtig. Zu dieser Widerstandsbewegung gehörte der 16jährige Schlosserlehrling Gustav Wobbe, der 17jährige Malergeselle Karl Heinz Schnibbe und der 17jährige Verwaltungslehrling Gerhard Düwer. Der 17jährige Helmut Hübener wurde am 27. Oktober 1942 hingerichtet.

Die Walter-Klingenbeck-Gruppe

Auch diese Gruppe hörte ausländische Sender ab und arbeitete mit Flugblättern, die im Gegensatz zu denen der Helmut-Hübener-Gruppe nur aus Kurztexten oder Bildern bestanden. Darüber hinaus bauten sie einen eigenen Sender, mit dem sie in deutscher, italienischer und französischer Sprache informierten und zum Widerstand aufriefen.

Anfang August 1943 wurde der 19jährige katholische Arbeiter Walter Klingenbeck hingerichtet. Seine Anhänger der Hochfrequenzmechaniker Hans Haberl , der Flugzeugmotorenschlosserlehrling Erwin Eidel und der Praktikant Daniel von Reklinghausen , erhielten hohe Zuchthausstrafen.

Die Edelweißpiraten

Unter dem Begriff ,,Edelweißpiraten`` fallen Cliquen, wie die Leibziger Meuten, die Danziger Stäuber, die Essener Stenze, der Schülerclub Goldene Sieben, der Harlem Club, die Navajos, die Gruppe Rotes-X, die Kittelbach- und die Edelweißpiraten. Aus Selbsterhaltungsgründen suchten diese Gruppen ihre Motive, Ziele und Aktivitäten zu verschleiern und ließen fast keine selbstverfaßten Dokumente, Flugblätter oder Tagebücher zurück.

In einem Interview erzählt ein Edelweißpirat von seiner Gefangenschaft, die er mit 150 weiteren jugendlichen Häftlingen teilte, die 1945 zur Hälfte verhungerte, hingerichtet, erschlagen, oder erschossen worden waren. Von 23 Entlassenen starben 4 auf dem Weg nach Hause, nur 4 kehrten nach Köln zurück, die anderen kamen in ein Krankenhaus.

Wer sich der Mitgliedschaft der Hitler-Jugend entzog, spürte die Repressialien in der Schule, im Sportverein, im Elternhaus und am Arbeitsplatz. Die Methoden der Nationalsozialisten reichten von der persönlichen Ermahnung, der zeitweiligen Festnahme, dem Wochendendarrest und der Fürsorgeerziehung bis zur Einweisung in ein Arbeitslager, ein Jugend-KZ oder bis zur Bestrafung durch ein ,,Gerichtsurteil`` mit hoher Zeitstrafe oder gar Hinrichtung.

1944 erhängte die Gestapo neben Personen zwischen 22 und 24 Jahren auch Jugendliche im Alter von 16 und 17 Jahren ohne Gerichtsverhandlung, weil sie sich ein eigenes Urteil gebildet und danach gehandelt hatten.

Kommentare (0)Add Comment
Kommentar schreiben

busy
 

Unterstützung

Sie finden diese Seite hilfreich oder wollen unser Projekt unterstützen?
 PayPal
Mit den eingegangenen Spenden finanzieren wir ausschlieslich diese Homepage und garantieren eine stetige Fortentwicklung.

Unser Newsletter

Bleiben sie aktuell. Jetzt unseren Newsletter abonnieren!


Banner