Gewehre
1919 suchte die finnische Armee ein Standardgewehr um den Mix aus sowjetischen, deutschen, österreichischen, italienischen, französischen. britischen, amerikanischen und japanischen Gewehren zu ersetzen. Mit über 190.000 sowjetischen Mosin-Nagnat M1891 Gewehren und vollen Lagern mit 7.62mm Munition, welche von den ehemaligen sowjetischen Garnisonen stammten, viel die Entscheidung nicht besonders schwer.
In den 20-er Jahren begann Finnland ein Programm, bei dem alle anderen Modelle entsorgt wurden und gleichzeitig Mosin-Nagants aus Ländern wie Deutschland, Polen, Bulgarien und der Tschechoslowakei importiert wurden.
Die gelagerten Gewehre wurden teilweise genutzt, aber auch als Ersatzteillieferant für die eigene finnische Mosin-Magnat Produktion heran gezogen.
Mitte der 20-er Jahre begann sowohl die finnische Armee als auch die Zivilgarde mit ihrer eigenen Gewehrproduktion. Die Zivilgarde produzierte das "m/24" und die Armee das "m/27", welches eine Serie von exzellenten finnischen Versionen des Mosin-Magnat hervorbrachte.
In den 30-er Jahren wurde eine Karabinerversion des "m/27" produziert, doch nur 2.200 Stücke erreichten die Soldaten.

Mitte der 30-er Jahre wurde die parallele Produktion der Gewehre bei der Zivilgarde und der Armee als verschwenderisch befunden und nach einigen Teste wurde das "m/39" entwickelt, welches von beiden genutzt werden sollte. Die Produktion des "m/39" begann 1940.
Als die finnischen Streitkräfte immer weiter ausgebaut wurde, reichte die Produktionskapazität für das "m/39" nicht mehr aus um alle Soldaten damit bewaffnen zu können und so wurde die Produktion des alten M1891 wieder aufgenommen. Die M1891 die zwischen 1940-43 produziert wurden entsprachen zum Großteil der Produktion aus den 20er Jahren, es wurden nur kleinere Änderungen (Magazin und Riemen) vorgenommen.
Zwischen 1943 und 1944 gab es eine kleine Produktionsreihe mit einer Kopie des sowjetischen M1891/30, von denen bis Ende 1944 aber nur 5.000 Stück produziert wurden.

Alle Mosin-Nagants die in Finnland produziert stellten eine große Verbesserung gegenüber den sowjetischen Originalen dar. Die finnischen Gewehre hatten einen viel höheren Produktionsstandard und die finnischen Nutzer dieser Gewehre waren in der Ausbildung und besonders in der Treffsicherheit den Rotarmisten überlegen.
Das Problem war, das die Gewehre nicht in ausreichender Menge zur Verfügung standen und die finnische Armee so bis 1945 auf veraltete Gewehre zurückgreifen musste.
Das sowjetische Original des M1891 war die meist genutzte Waffe bei Ende des Winterkrieges und wurde auch noch oft im Fortsetzungskrieg eingesetzt. Selbst das altehrwürdige M1895 (auch als "sowjetische Winchester" bezeichne) kam zwischen 1939-45 teilweise wider zum Einsatz.

1940 kaufte Finnland von Schweden 77.000 M1896 und 94.000 italienische Carcano M1938 Karabiner. Diese Waffen, welche einen nicht standardmäßigen Kaliber nutzten, wurden meist in Artillerie- oder Flugabwehr-Einheiten eingesetzt.

Während des Winterkrieges erbeuteten die Finnen diverse sowjetische Modelle, wie z.B. das vollautomatische Simonov AVS-36 und das halbautomatische Tokarev SVT-38. Vom AVS-36 wurden knapp über 300 erbeutet, welche sich im Einsatz allerdings als sehr unzuverlässig herausstellten und so keine große Hilfe waren.
Das Tokarev SVT-38, welches als neue Standardwaffe für die Rote Armee geplant war, kam erstmals im Winterkrieg zum Einsatz. Es war bei den Finnen sehr beliebt, welche keine anderen halbautomatischen Waffen im Einsatz hatten. Seine zusätzliche Feuerkraft wurde sehr geschätzt.
Bis zum Ende des Winterkriegs konnten davon rund 2.700 erbeutet werden. Innerhalb des Fortsetzungskrieges 1941-44 erbeuteten die Finnen mehr als 15.000 halbautomatische Gewehre, von denen der Großteil das erweiterte Tokarev SVT-40 war, welches bei den finnischen Soldaten ebenfalls sehr beliebt war.
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