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Finnische Jagdflugzeuge im Zweiten Weltkrieg |
VL Myrsky
Am 8. Juni 1939 schloss das finnische Verteidigungsministerium einen Vertrag mit VL (Valtion lentokonetehdas) ab, nach dem ein neues einsitziges Jagdflugzeug entwickelt werden sollte. Bereits am 20. Dezember 1940 befand sich der Prototyp des Myrsky (Sturm) in der Endmontage. Der Prototyp besaß einen Motor des Typs Pratt&Whitney R-1830-SC3-G 14 Zylinder, der 1.115 PS liefern konnte und in Amerika produziert wurde. Die Motoren stammten aus Schweden, da Schweden eine Nachbaulizenz besaß. Am 23. Dezember 1941 hatte der Prototyp seinen Jungfernflug, bei dem sofort die Mängel des Flugzeuges auffielen. Das Hauptproblem waren di Stabilitätsprobleme bei hoher Geschwindigkeit. Insgesamt wurden 3 Prototypen gebaut, die allerdings alle bei anschließenden Tests verloren gingen.
Am 30. Mai 1942 wurde beschlossen einige Änderungen am Flugzeug vorzunehmen, z.B. sollten die Flügel vergrößert und die Bewaffnung von zwei 12,7mm und vier 7,7 mm Kanonen auf drei bis vier Kanonen größeren Kalibers ausgetauscht werden. Ein erstes verbessertes Modell wurde am 30. April 1943 fertig gestellt, welches jedoch eine Woche später abstürzte.
VL begann mit der Produktion des ersten Serienmodells im Jahr 1942, welches Myrsky II-Serie genannt wurde. Alle vorherigen Änderungen wurden angewandt und die Bewaffnung wurde standardisiert. Es kamen vier 12,7mm LKK/42 Kanonen zum Einsatz. Bis Ende Juli 1944 wurden 14 Flugzeuge der Myrsky II-Serie gebaut. Weitere 16 Flugzeuge wurden am 4. September geliefert. Nach dem Waffenstillstand am 4. September wurde die Produktion fortgesetzt und insgesamt 47 Flugzeuge gebaut und bis 30. Dezember 1944 an die finnische Luftwaffe ausgeliefert.
Die Mrysky II-Serie wurde der Taktischen Aufklärungs-Schwadron (TLeLv 12) zugeteilt, welches am 23. Juli 1944 die ersten Maschinen erhielt. Noch vor dem Waffenstillstand wurden 20 Maschinen an die Einheit gelifert. Ein zweites Schwadron (TLeLv 16) begann ebenfalls seine Maschinen gegen die Myrsky auszutauschen.
Die Myrsky wurde bei Operationen gegen die Wehrmacht über Lappland eingesetzt, welche Teil des finnisch-sowjetischen Vertrages waren. Insgesamt wurden 6 Maschinen (13 Einsätze) gegen die Deutschen eingesetzt, allerdings mussten die Einsätze aufgrund von schlechten Wetters abgebrochen werden.
Am 19. September 143 und zwischen 9. August 199 und 3. September 1944 flogen 15 Myrsky insgesamt 68 Einsätze gegen die Sowjetunion. Bei Luftkämpfen trafen die Myrsky auf sowjetische Jäger des Typs Jakowlew Jak-7, wovon zwei feindliche Flugzeuge abgeschossen werden konnten. Am 3. September 1944 flogen 6 Myrsky einen Angriff auf sowjetische Stellungen.
Technische Daten Länge
| 8,35 m
| Flügelspannweite
| 11,00 m
| | Tragflügelfläche | 18,00 m²
| | Höhe | 3,00 m
| | Antrieb | Pratt&Whitney R-1830
| Höchstgeschwindigkeit
| 529 km/h
| | Reichweite | 933 km
| | Dienstgipfelhöhe | 9.000 m
| | Fluggewicht | 3.213 kg
| | Bewaffnung | 4x 12,7 mm LKK/42 MG
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VL Pyörremyrsky
Die VL Pyörremyrsky (Wirbelwind) wurde für den Einsatz auf kleinen Frontflugfeldern und für die kalten klimatischen Bedingungen in Finnland entwickelt. Sie besaß einen Daimler-Benz DB 605AC Motor mit 12 Zylindern und einer Leistung von 1.475 PS. Die Bewaffnung bestand aus einer 20mm MG 151 und zwei 12,7mm LKK/42 MGs. An den unteren Tragflächen konnte eine Bombenlast von 2x200kg befestigt werden.
Die Produktion eines Prototypen ging nur sehr langsam voran, da VL die Priorität auf andere Entwicklungsprogramme legte. Durch den Waffenstillstand mit der Sowjetunion am 4. September 1944 kam die Weiterentwicklung vollständig zum Erliegen. Im Januar 1945 wurde der Bau des Jägers wieder aufgenommen. Von einer aus Deutschland gelieferten Messerschmitt Bf 109G entnahm man den DB 605AC Motor und baute ihn in den Prototypen. Der Prototyp flog erstmals am 21. November 1945. Der finnischen Luftwaffe fehlte allerdings das Geld um neue Flugzeuge zu kaufen und so wurden die Jagdeinheiten mit deutschen Bf 109G ausgerüstet, was auch im finnisch-sowjetischen Waffenstillstandsabkommen so festgelegt war. Nach 30 Flugstunden wurde das Programm eingestellt.
Technische Daten Länge
| 9,13 m
| Flügelspannweite
| 10,38 m
| | Höhe | 3,89 m
| | Antrieb | Daimler-Benz DB 605A-1
| Höchstgeschwindigkeit
| 620 km/h
| | Steigrate | 18,5 m/sek.
| | Dienstgipfelhöhe | 11.250 m
| | Max. Gewicht | 3.310 kg
| | Bewaffnung | 2x 12,7 mm LKK/42 MG |
VL Humu
Einer der exotischsten Jäger des Zweiten Weltkriegs war der "Humu". Der "Humu" war eine Kopie eines veralteten amerikanischen Jägerdesigns, das modifiziert wurde um lokale Ressourcen und erbeutete Waffen einsetzen zu können. Die finnische Luftwaffe erhielt 43 Brewster B-239 der US-Navy. Diese Flugzeuge bewährten sich im Einsatz und wegen des Mangels an Jägern entschied sich VL die amerikanische Maschine nachzubauen. Wegen des Mangels an Metall bestand die Kopie aus einer Holzkonstruktion und sowjetischen Teilen, die entweder selbst erbeutet oder durch die Wehrmacht erbeutet und dann an Finnland übergeben wurden.
Im Oktober 1942 wurden 4 Prototypen bestellt. man plante insgesamt 90 Flugzeuge dieses Typs zu bauen. Als Motor sollte der 930 PS starke Shevetson M-63 zum Einsatz kommen. Bei den Testflügen wurden die Schwächen der Holzflügel offensichtlich, dennoch wurden im September 1943 weitere 5 Prototypen des "Humu" geordert. Bei weiteren Tests stellte sich heraus, dass der "Humu" unzureichende Kampfeigenschaften aufwies und so wurde das Programm im Sommer 1944 eingestellt.
Nur ein "Humu" wurde vollständig fertig gestellt. Dieser besaß eine Bewaffnung von drei 12,7mm Kanonen. Die Instrumente waren eine Mischung aus finnischen und sowjetischen Teilen. Seinen Erstflug hatte der "Humu" am 8. August 1944. Bei diesem machte der M-63 Motor Probleme und lieferte nicht genug Leistung für einen längeren Testflug.
Technische Daten Länge
| 8,03 m
| | Antrieb | Shevetson M-63 | Höchstgeschwindigkeit
| 430 km/h
| | Gewicht | 2.895 kg
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Morane-Saulnier Mörkö
Um die veralteten Maschinen des Typs M.S. 406 (französiche Jäger die aufgekauft wurden) zu erneuern, wurde am 22. Okotber 1942 ein Motor des Typs Klimov M-105P eingebaut. Dieser Motor lieferte 1.100 PS. Als Propeller kam der VTSh-61P zum Einsatz, wecher vermehrt von der Wehrmacht erbeutet und nach Finnland gelifert wurde. Zwischen den Zylindern war eine 20mm MG 151 Kanone befestigt. Als Ölkühler kam der Kühler der deutschen Bf 109G zum Einsatz. Weiters wurde die Motorkühlung überarbeitet und aerodynamischer gestaltet.
Der erste Prototyp flog am 4. Februar 1943 mit der Bezeichnung Mörkö (Geist). Nach erflogreichen Tests entschied man sich alle verfügbaren M.S.406 und M.S.410 Jäger in "Mörkö" umzuwandeln. Allerdings wurden bis zum Waffenstillstand mit der Sowjetunion nur zwei weitere Flugzeuge umgebaut. Nach dem Waffenstillstand wurde das Umrüstungsprogramm weitergeführt und so konnten bis zum 21. November 1945 alle den Krieg überstandenen Morane-Saulnier Jäger modifiziert werden. Insgesamt waren es am Ende 41 Mörkös. Die Mörkö war bis zum 11. September 1948 im Einsatz und wurde 1952 dann schließlich verschrottet.
Technische Daten
Länge
| 8,38 m
| | Höhe | 2,72 m
| | Flügelspannweite | 10,62 m
| Höchstgeschwindigkeit
| 525 km/h
| | Gewicht | 2.849 kg
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Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 23. Oktober 2009 um 17:58 Uhr |