Bleiben sie aktuell. Jetzt unseren Newsletter abonnieren!
| Finnland nach dem Zweiten Weltkrieg |
|
Während des Fortsetzungs- und Lapplandkireg verlor Finnland über 60.000 Soldaten. Über 161.000 wurden verwundet, davon 3.000 im Lapplandkrieg. Alleine zu Beginn des Fortsetzungskrieges fielen 26.000 Soldaten, im Winterkrieg waren es 24.000. Viele der Vermissten Soldaten, besonders im Sommer 1944, befanden sich in sowjetischer Gefangenschaft. Rund 2.000 kehrten nach dem Krieg wieder zurück. Anteilmäsig hatte die Armee 97,15%, die Marine 2,27% und die Luftwaffe 0,5% an Verlusten zu tragen. Am schwersten wurde die Infanterie getroffen, die 90% der Verluste der Armee zu tragen hatte. Die Marine verlor rund 4.700 Mann, da rund 87% der Marineangehörigen als Küstenschutz eingesetzt waren und somit wie Infanterie eingesetzt wurde. Die Luftwaffe verlor 1.100 Mann, ca. die Hälfte davon als Flieger und die andere Hälfte als Flak-Einheiten. An Zivilisten fanden rund 900 Menschen den Tod, welche Opfer von Bombardements auf Städte oder kleinere Orte wurden. Rund 2.700 Zivilisten wurden verletzt. Sowjetische Partisanen töteten 190 Zivilisten in Nordfinnland. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden wieder die Grenzen von 1940 festgelgt. Sie entsprachen nun wieder dem Friedensvertrag nach dem Winterkrieg. Zusätzlich musste Finnland die Gesamte Petsamo-Region an die Sowjetunion abtreten. Finnland musste 300 Millionen US-Dollar als Reparationszahlungen an die Sowjetunion entrichten. Bezahlt wurde dieser Wert mit 72% Schiffen, Maschinenteilen und anderer Ausrüstung und zu 28% Holz. Wie all seine Verbündete musste auch Finnland seine "Kriegsverbrecher" inhaftieren und verurteilen. Nach Kriegsende kam es auch in Finnland zu Übergriffen auf vermeintliche "Kollaborateure", die zumeist von kommunistischen Kräften in Finnalnd ausgingen. Die gesamte finnische Armee wurde demobilisiert. Zur Einhaltung aller Bedingungen wurde eine alliierte Kontroll-Kommission eingerichtet - in Wahrheit jedoch, war dies die sowjetische Kontroll-Kommission die schon während des Lapplandkrieges in Finnland agierte. Die sowjetische Marine nutzte finnische Gewässer im Golf von Finnland als Passage und sowjetische Kriegsschiffe nutzten die Åland-Inseln als Hafen. Die finnische Marine räumte umgehend alle Minen im Golf. Diese Räumarbeiten dauerten bis 1950. Die Kontroll-Kommission forderte das verbot aller patriotischer Organisationen, wie die Lotta-Svärd oder Suojeluskunta, welche alle aufgelöst wurden. In Sachen Kriegsverbrecher übte die Kontroll-Kommission großen Druck auf Finnland aus. Da niemand auf der Grundlage bestehender Gesetze verurteilt werden konnte, musste das Parlament speziell für diese Fälle neue und entsprechende Gesetze erlassen. Die Öffentlichkeit nahm diese Gesetzänderungen als Verhöhnung des Rechts wahr. In Schauprozessen nach bester sowjetischer Marnier wurden Staatsbeamte, die ihr Land gegen den sowjetischen Aggressor verteidigt hatten, zu langjährigen verurteilt, z.B.:
Die Sowjetunion hatte nach dem Krieg Finnlands Außenpolitik stark eingeschränkt. So musste Finnland die amerikanische Hilfe nach dem sog. Marschall-Plan (Aufbauhilfe für alle europäischen Nationen) ablehnen. Finnland versuchte bei der Pariser Friedenskonferenz 1946-47 die Bedingungen des Waffenstillstandsabkommen mit der Sowjetunion von 1944 zu lockern, dies stieß den Sowjets sehr sauer auf und so setzte die sowjetische Führung alles daran die finnischen Hoffnungen zunichte zu machen. Bei der Friedenskonferenz setzte sich die Sowjetunion durch und so wurden alle Bedingungen des Abkommens, inkl. der unrechtmäßigen Gebietsabtritte, für rechtens erklärt. Für die finnische Bevölkerung war das eine ungeheure Ungerechtigkeit. Von finnischer Seite aus wurde der Friedensvertrag in Paris am 10. februar 1947 von Außenminister Carl Enckell unterzeichnet. Präsident Paaskivi ratifizierte das Gesetz am 18. April. Die Sowjetunion ratifizierte den Vertrag am 15. September. Die letzten Mitglieder der Kontroll-Kommission verliesen am 26. September 1947 Finnland. Am gleichen Tag erklärte Präsident Paasikivi den Kriegszustand für beendet. während der Demobilisierung der finnischen Armee im Herbst 1944 wurden auf Befehl des Oberkommandos geheime Waffenverstecke angelegt. Man vermutete einen eventuellen sowjetischen Vertragsbruch und so wollte man für eine Besetzung seitens der Roten Armee gerüstet sein. Die Finnen planten für diesen Fall einen Guerillakrieg. Hierzu wurden Waffen und Ausrüstung über das ganze Land verteilt. Mit diesen Waffen konnten ca. 35.000 Mann ausgerüstet werden. Der Plan sah vor in jedem militärischen Bezirk ein Bataillon auszurüsten. Als sich die Situation beruhigte plante die militärische Führung das Räumen der Verstecke. Im Mai 1945 flog der Plan durch Verrat eines Finnen auf.Die Folge waren groß angelegte Untersuchungen durch die sowjetische Kontroll-Kommission, die die Verantwortlichen zur Strecke bringen wollte. Insgesamt wurden 1.700 Personen inhaftiert, inkl. Stabschef Generalleutnant A.F. Airo, der für 2 Jahre inhaftiert wurde obowhl seine Schulld nicht bewiesen werden konnte. General der Infanterie Erik Heinrichs musste zurücktreten, obwohl er in die Pläne nicht eingeweiht war. Am Ende stellte die Kontroll-Kommission den Vorfall als Sicherheitsmaßnahme der Armee dar und nicht als Verschwörung. Es wurde den Finnen selbst überlassen Strafmasnahmen festzulegen, doch die Drahtzieher wurden hart bestraft. Durch die Abtretung von Gebieten an die Sowjetunion mussten über 430.000 Menschen umgesiedelt werden. Dies betraf u.a. die Karelen, die ihre Heimat zum zweiten mal innerhalb von 5 Jahren verlassen mussten und gerade ihre zerstörten Heime neu aufgebaut hatten. Betroffen war auch die Bevölkerung von Petsamo und die Einheimischen im Gebiet von Porkkala, rund 7.300 Menschen. Pokkala wurde bereits am 29. September 1944 geräumt. Den Menschen blieben lediglich 8 Tage zur Räumung. Zum Vergleich: die Gesamtbevölkerung in Finnland betrug nach dem Krieg gerade mal 3,7 Mio. Kommentare (0)
![]() |