Kriegsmarinetechnik Küstenartillerie und Fernkampfgeschütze 15 cm Schiffskanone C/28 (L/55) in Küstenlafette C/38
15 cm Schiffskanone C/28 (L/55) in Küstenlafette C/38
Die 15 cm SK C/28 wurde als Bordwaffe auf den Kreuzern und Zerstörern der Marine und ab 1942 auch in der Küstenverteidigung verwendet.
Das Geschütz hatte ein 44 zügiges Seelenrohr mit Mantelrohr. Der senkrechte Keil-, oder Fallblockverschluss, befand sich in dem, bei Marinegschützen üblichen, schweren Bodenstück, der den Rücklauf möglichst gering halten sollte.
In der Küstenverteidigung wurde das Geschütz in der Küstenlafette, oder Mittelpivotlafette C/36 aufgestellt. Diese ermöglichte einen Seitenschwenkbereich von 360° und eine Rohrerhöhung von 35°.
Verschossenw urden Sprenggranaten L/4,6, Kopfzünder mit Haube (Kz), Sprenggranaten L/4,5 mit Bodenzünder (BdZmHb) und Panzergranaten L3,8 (PzGr).
Letztere war vor allem gegen gepanzerte Schiffsziele gedacht.
Alle Geschosse wurden separat von der Hülsenkartusche geladen. Die Kartusche aus Messing, später aus Materialmangel aus Eisen, enthielt 14,1 kg Treibladungspulver.

Am Kanal war die Batterie M I der Maine-Artillerie-Abteilung 244, nach Übernahme der Stellung vom Heer, mit vier Geschützen dieses Typs bestückt.
Anfänglich standen die geschütze in offenen Ringbettungen, erst im Jahr 1944 errichtete die Organisation Todt zwei Geschützbunker vom Typ M 270.
Eine Kanone verblieb in der offenen Bettung, als sog. Rundumgeschütz.
Für das letzte Geschütz baute die Marine, in Zusammenarbeit mit dem Oberfestungspionierstab Frankreich, ab April 1944 den ersten drehbaren Stahlbeton-Schartenstand. Dieser betonturm wurde auf ein Rollenlager eines geschützturmes des französischen Schlachtschiffes "Provence" gesetzt. Er war für eine Belastung von ca. 800 t ausgelegt.
Der Turm sollte mit Hilfe eines Elektromotors gedreht werden, bus zur Aufgabe der Arbeiten im September 1944 konnte der Turm provisorisch mit der Kanone von hand gedreht werden.
Über die Bewährung des Turmes im kampf liegen leider keine Berichte vor.
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