Kriegsmarinetechnik U-Boote U-Boot Verteidigungsmaßnahmen
U-Boot Verteidigungsmaßnahmen

Deckgeschütze:

Auf den U-Booten vom Typ VII war zu Kriegsbeginn ein 88mm-Geschütz montiert. Die großen IX-Typen wurden mit einem 105mm-Deckgeschütz ausgerüstet. Bedient wurde das Geschütz i.d.R. von 3 Mann. Neben dem Geschütz befand sich ein wasserdichter Munitionsbehälter, in dem die ersten Granaten lagen, so daß das Geschütz schnell feuerbereit war. Weitere Granaten wurden durch das Turmluk zur Geschützmannschaft gereicht. Im Kriegsverlauf verschwand das Deckgeschütz von den U-Booten, da Überwasserangriffe gegen die gut gesicherten Geleitzüge unmöglich wurden. Einige erfahrene U-Boot-Fahrer durften jedoch "ihr" Deckgeschütz behalten.

 

U-Boot Turm

 

Flak:

Anfangs war die Flugabwehrkanone (Flak) auf den U-Boote noch nicht fest montiert und mußte vor jedem Tauchen demontiert werden. Im Kriegsverlauf wuchs die Bedrohung durch die Flugzeuge aber immer weiter an, so daß die U-Boote mit festmontierten Flaks ausgerüstet wurden. Im späteren Kriegsverlauf wurden die VII-Typen noch mit einer zweiten Flak auf einem zweiten "Wintergarten" ausgerüstet und der Turm immer mehr gegen Fliegerbeschuss verstärkt, so daß die Boote bald ihre "elegante" Turmform verloren und immer mehr einer "Trutzburg" glichen. U-995 in Laboe ist z.B. so ein Boot der späten Kriegsjahre mit dem entsprechend ausgebauten Turm.

BOLD:

Im Kriegsverlauf wurde das alliierte Sonarortungsystem ASDIC immer weiter verbessert und konnte U-Boote bald auch in größeren Tauchtiefen jenseits von 200 Meter noch genau genug orten. Als Gegenmaßname wurde der BOLD entwickelt. Ein kleiner Kannister, der bei Tauchfahrt ausgestoßen wurde, und der eine Chemikalie enthielt, die mit dem Wasser reagierte und einen Blasenteppich erzeugte. Der BOLD war so gebaut, das er seine Tauchtiefe beibehielt. Für einen Beobachter am ASDIC wirkte der Blasenteppich wie ein U-Boot. Auch bei Rudelattacken wurde der BOLD eingesetzt, täuschte er doch auch eine weit größere Anzahl an Booten vor, als tatsächlich vorhanden waren.
Eine weitere Vaiante des BOLD´s simulierte das Geräusch eines U-Boot-E-Motors, um so die Verfolger abzulenken. Auch eine Version, die in kurzen Abständen kleine Explosionen erzeugte, wurde entwickelt. Das Gerät kam aber nicht mehr zum Einsatz.

Radar-Warngeräte:

Um der ständig steigenden Gefahr der Radarortung insbesondere durch Flugzeuge zu entgehen, wurde eine ganze Reihe Radarwarngeräte wie das METOX oder NAXOS entwickelt. Sämtliche Versuche "hinkten" aber auch hier immer hinter den alliierten Entwicklungen zurück.

Schnorchel:

Gegen Kriegsende wurde die Bedrohung durch Flugzeuge immer massiver. Die U-Boote mußten oft lange Strecken unter Wasser zurücklegen und kamen kaum noch dazu, ihre Batterien wieder aufzuladen. Ein Fliegeralarm jagte den nächsten. Um auch unter Wasser mit Diesel fahren zu können, wurde ein aufklappbarer Schnorchelmast entwickelt, der die nötige Luft für den Dieselbetrieb bereitstellte. Am oberen Ende verhinderte ein "Kugelkopfventil", das Wasser eindringen konnte. Im Prinzip nur eine verbesserte Version des "Schnorchelmastes" der "CSS Hunley". Trotzdem rettete dieses eigentlich primitive Gerät vielen U-Boot-Fahrern das Leben.

Alberich-Beschichtung:

Eine Beschichtung aus einer speziellen Gummimasse, die auf der gesamten Oberseite des Bootes angebracht wurde und die ASDIC-Ortung verwirren sollte. Probleme gab es mit dem Kleber für die Beschichtung, der sich im Einsatz immer wieder löste.

FuMT Aphrodite:

Der Funkmesstäuschkörper "Aphrodite" war ein kleiner Wasserstoffballon, der mittels eines Ankertaus an einem Schwimmer auf der Wasseroberfläche befestigt war. Aluminiumstreifen, die an dem Tau befestigt waren, erzeugten bei den alliierten Überwasserradars ein Radarecho, das dem eines aufgetauchten U-Boots ähnlich war.

FuMT Thetis:

Ein weiterer Funkmesstäuschkörper war das Gerät "Thetis" An einem langen beiderseits wasserdicht verschlossenen Rohr war eine Stahlstange waagerecht angebracht, von der Aluminiumstreifen hingen. Dieses Rohr wurde durch ein Schwimmkörper an der Oberfläche gehalten. Nach einiger Zeit saugte sich dieser Schwimmkörper mit Wasser voll und das Rohr versank. Da dieser Prozess nicht immer so ablief, wie er sollte, fielen bereits nach kurzer Einsatzdauer solche Geräte in alliierte Hände.
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