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Zerstörer sind von Torpedobooten abgeleitet worden. Gravierende Unterschiede zwischen beiden Schiffsklassen bestanden nicht, Bestimmend dafür, ob ein Schiffstyp Torpedoboot oder Zerstörer genannt wurde, waren im wesentlichen die größeren Abmessungen des Zerstörers, allerdings kann man sagen, dass es bei Generationswechsel, bedingt durch die Einführung neuer und verbesserter Schiffe, nicht zu umgehen war, dass zerstörer einer älteren Generation mitunter kleinere Abmessungen hatten und in der Kampfkraft schwächer waren als neue Torpedoboote. Obwohl es als großes Torpedoboot geführt worden war, kann z.B. T 190 (Ex-S 19) für die zeit seiner Indieststellung im Jahre 1912 durchaus als zerstörer eingestuft werden. Eindrcuksvoller wirkt natürlich Z 33 aus dem Jahre 1942, der in seiner Größe und Kampfkraft fast schon mit leichten kreuzern vergleichbar ist. Hier stehen sich aber auch 30 Jahre Erfahrung im Schiffsbau und in der taktischen und strategischen Anwendung von Zerstörern gegenüber. Der "Ersatzzerstörer" Während des Ersten Weltkrieges hatte sich das Topedoboot vom reinen Torpedoträger zu einem Mehrzweck-Schiffstyp entwickelt. Die deutsche Reichsmarine durfte lediglich Boote mit einer maximalen Tyverdrängung von 800 t in Dienst nehmen. Wegen der wirtschaftlichen Lage des Deutschen Reiches kamen Neubauten zunächst noch nicht in Frage und so konnte nur auf Boote der Baujahre 1907 bis 1911 zurückgegriffen werden. Für den Einsatz als Zerstörer waren diese Boote natürlich denkbar ungeeignet. Um dennoch beste Ausbildungsbedingungen zu erhalten, war die Marineleitung ständig bemüht, dass vorhandene Torpedobootmaterial so weit wie möglich auf dem besten Stand zu halten. Das führte zu häufigen Umbauten und Modifizierungen. Besonders augenscheinlich war die Verbesserung der Kampfkraft durch Rohrwaffen. So wurden Anfang der 20er Jahre auf fast allen Booten die alten Torpedobootskanonen 8,8 cm L/35 durch moderne 10,5 cm L/45 Schnellfeuerkanone in Mehrzwecklafette ersetzt. Eine derartig große Kalibererhöhung - gemassen an solch kleinen Booten - ist nur auch erhebliche technische Anstrengungen hinsichtlich der Verwendung leichterer Werkstoffe und Verbesserung der Konstruktion zurückzuführen. Diese "Ersatzzerstörer" führten im Zusammenhang mit Ausbildgungsfahrten auch Auslandsfahrten durch. Bevorzugte Ziele waren Häfen im Mittelmeer. Innerhalb von drei Jahren, von 1926 bis 1929, wurden die alten Boote durch zwölf neue Torpedoboote ersetzt. Es waren dies die sechs Boote der Raubvogelklasse: MÖWE, GREIF, SEEADLER, ALBATROS, KONDOR und FALKE und die Boote der Raubtierklasse WOLF, ILTIS, JAGUAR, LEOPARD, LUCHS und TIGER. Ihre Entwicklung und ihr Bau gingen auf Amtsentwürfe der jahre 1923, bzw. 1924 zurück. Bei diesen Schiffen wurde erstmalig in größerem Umfang die elektrische Schweissung angewendet und für die Aufbauten Leichtmetall verwendet. Dadurch konnte zugunsten der Schiffsausstattung erhebliches Gewicht eingespart werden. Offiziell durfte die vorgeschriebene max. Wasserverdrängung von 800 ts Standard nicht überschritten werden. In Wirklichkeit waren die Raubvogelklasse mit 1.290 und die Raubtierklasse mit 1.320 t weit größer. Die Boote der Raubvogel- und Raubtierklasse (abgesehen von MÖWE) waren sich so ähnlich, dass sie äuserlich kaum zu unterscheiden waren. Die wesentlichen Änderungen bestanden darin, dass die Schutzschilde vergrößert wurden. Hinter dem achteren erhöhten Geschütz ist ein zusätzlicher Stand für Flugabwehrwaffen (2 cm in Vierlingsaufstellung) errichtet worden. Auserdem wurden noch Beiboote aufgenommen und an den Seiten des vorderen Schornsteins aufgestellt. Im weiteren verlauf des Krieges sollte auf dem achteren Stand (hinter dem achteren Schornstein) der Entfernungsmesser durch ein weiteres Flak-Geschütz ersetzt werden. Der Scheinwerferstand davor wurde abgebaut und der hintere sowie der vordere Mast nahmen je eine Funkmessantenne auf. | | Raubvogelklasse | Raubtierklasse | | Wasserverdrängung in t | 1290 | 1320 | | Länge | 87 | 92,6 | | Breite | 8,43 | 8,65 | | Tiefgang | 3,65 | 3,52 | Antriebsleistung in PS | 24800 | 25200 | Geschwindigkeit in Kn | 34 | 35 | Fahrstrecke in sm/Kn | 3600/17 2000/20 | 3100/17 2200/20 | Die modernen und schweren deutschen Überwassereinheiten entwickelten Marschgeschwindigkeiten, denen dieser Torpedobootstyp wegen seiner geringen Größe schon bei mittlerem Seegang nicht zu folgen vermochte. Die Einsatzbereitschaft der Topedoboote wurde weniger von der Technik als von Witterungsbedingungen bestimmt. In der Zwischenzeit wurden die ausländischen Kriegsmarinen zunehmend mit modernen Zerstöreraufbauten ausgerüstet. Hinsichtlich ihrer Seefähigkeit, Standfestigkeit und Kampfkraft waren die neuen deutschen Torpedoboote diesem Potenzial hoffnungslos unterlegen.Die Zerstörer Das Edne des Ersten Weltkrieges brachte zunächst eine kurze Pause der Abrüstung, die durch internationale Verträge besiegelt wurde. Aus politischen gründen wurden die Abrüstungsvereinbarungen sowie Tonnage- und bewaffnungsbeschränkungen vertragswidrig gehandhabt oder gar nicht eingehalten. Dazu gehörte insbesondere der Ausbau der zerstörerwaffe und zwar nicht nur in quantitativer Hinsicht, sondern auch bezüglich der Schiffsgröße. Innerhalb von etwa 10 jahren sollte sich das Gewicht teilweise mehr als verdoppeln. Unter diesen Voraussetzungen sah sic die deutsche Reichsregierung veranlasst, von den auferlegten Beschränkungen abzugehen und den Bau großer Zerstörer in Angriff zu nehmen. Bis Anfang der 30er jahre waren allgemein Zerstörer vergrößerte Torpedoboote, die sich in ihrer Ausstattung nur unwesentlich von der der Torpedoboote unterschieden. In der Zwischenzeit führten jedoch Forschung und Entwicklung zu neuen Erkenntnissen, die in der Industrie und folgerichtig dann auch im Schiffsbau, besonders im Kriegsschiffbau, angewendet wurden. In Deutschland waren bereits die neuen Techniken in den Torpedobooten der Raubvolgel- und Raubtierklasse erfolgreich erprobt und eingesetzt worden, was nunmehr auch den Zerstörern zugute kommten solt, und zwar: Kraftanlagen Als dampferzeugende Kraftanlagen wurden bisher Wasserrohrkessel verwendet. Diese Anlagen erzeugten Nassdampf und arbeiteten im Mitteldruckbereich mit etwa 18/19 bar. An ihre Stelle treten jetzt Zwangslaufkessel, die bei 450 bis 510°C Betriebsdrücke zwischen 70 und 110 bar erzeugen. Der Wirkungsgrad der neuen Hochdruckheissdampfanlagen kann um ca. 20% auf 90% verbessert werden. Antriebsanlagen Die neuen Hochdruckheissdampfanlagen liefern jetzt Dampfmengen mit einem wesentlich höherem nutzbaren Energieinhalt, als es die Wasserrohrkessel vermochten. Dies ermöglich den Einsatz von Tubinensätzen mit einem Hochdruck-, Mitteldruck- und Niederdruckteil. In den älteren Antriebsanlagen wirkten die Turbinen direkt auf die Schraubenwellen. In den neuen Anlagen sind den Turbinen Rädergetriebe nachgeschaltet, die den kraftfluss unterbrechen und die hohen Umderhungszahlen der Turbinen auf ein wirtschaftliches Maß heruntersetzen. Insgesamt kann gegenüber den zerstörern und Torpedobooten, die mit den herkömmlichen Kraft- und Antriebsanlagen ausgestattet sind, das spez. Leistungsgewicht von etwa 250 auf 140 N/WPS verbessert werden. Waffenanlagen Schon während des Ersten Weltkrieges wurde mehr als die ursprüngliche Aufgabe, die Unterstützung der schweren Überwasserstreitkräfte, von Torpedobooten und Zerstörern verlangt. Dies führte dazu, dass neben der Torpedobewaffnung auch ballistische Waffen an bedeutung gewannen. In die neuen Zerstörer werden daher gleichrangig neben der Torpedobewaffnung auch Artilleriewaffen installiert. Hinzu kommt nch, dass der Bedrohung aus der Luft Rechnung getragen werden muss, in dem automatische und halbautomatische Flak-Waffen eingebaut werde. Alle anderen Einrichtungen wie Feuerleit-, ortungs- und Nachrichtenanlagen werden den neuesten Kenntnissen und Erfahrungen angepasst. Optisch entsprechen die Zerstörer noch dem Bild der Torpedoboote. Hinsichtlich ihrer Größe, Geschwindigkeit, Seefähigkeit, Seeausdauer, Standfestigkeit und Kampfkraft sind sie in die Nähe leichter Kreuzer gerückt. Die deutschen Zerstörerbauten sind von Typenreihe zu Typenreihe in Größe und Ausstattung unterschiedlich ausgelegt. Sie gehen jedoch alle auf eine Zerstörerstudie aus dem jahre 1932 zurück, der Erfahrung der Erste-Weltkrieg-Zerstörer der Typenreihe S 113 bis B 124 zugrunde lagen. Schiffsbau Hier wird jetzt weitgehend die Schweisstechnik angewendet. Die Aufbauten werden zum Teil in Leichtmetallbauweise ausgeführt. Insgesamt wird dadurch eine Gewichtsverminderung herbeigeführt, die für andere Baugruppen bereitgestellt werden kann. Die leichteren Aufbauten ermöglichen auserdem eine tiefere Schwerpunktverlagerung, die die Querstabilität verbessert.
Zerstörer 1934 Diese erste Zerstörerbauserie bestand aus vier Booten, und zwar: - Z 1 - Lebrecht Maass
- Z 2 - Georg Thiele
- Z 3 - Max Schultz
- Z 4 - Richard Beitzen
Alle vier Boote liefen im zweiten Halbjahr 1935 von Stapel und wurden im ersten Halbjahr 1937 in Dienst gestellt. Wasserverdängung (t) max/normal | 3156/2232 | Länge (m) | 119,2 | Breite (m) | 11,2 | Tiefgang (m) | 4,2 | Antriebsleistung (WPS) | 70.000 | Geschwindigkeit (kn) | 38,2 | Fahrstrecke (sm/Kn) | 4400/19 | Der Antrieb erfolgt durch 6 Wagner-Kessel über 2 Satz Wagner-Turbinen. Bei 460°C erzeugen die Kessel einen Betriebsdruck von 70 bar. Die Bewaffnung besteht aus 5 Seezielkanonen 12,7 cm L/45 in Einzellafetten C/34, 4 Fla-Maschinenkanonen C/30 in Einzelaufstellung, 8 Torpedorohren 53,3 cm in Vierersätzen (Mitnahmemöglichkeit bis zu 60 Minen), 4 Wasserbombenwerfer. Die Friedensbesatzung bestand im Regelfall aus 10 Offizieren und 315 Mannschaften.
Zerstörer 1934 A Hierzu gehörten die Zerstörer - Z 5 - Paul Jacobi
- Z 6 - Theodor Riedel
- Z 7 - Hermann Schoemann
- Z 8 - Bruno Heinemann
- Z 9 - Wolfgang Zenker
- Z 10 - Hans Lody
- Z 11 - Bernd von Arnim
- Z 12 - Erich Giese
- Z 13 - Erich Koellner
- Z 14 - Friedrich Ihn
- Z 15 - Erich Steinbrinck
- Z 16 - Friedrich Eckoldt
Von ihren Vorläufern unterschieden sie sich lediglich darin, dass sie, von den bisherigen Erfahrungen ausgehend, von Anfang an mit einem Backsprung und leichtem Schrägbug gebaut wurden. Die Krafterzeugungsanlagen bestanden bei Z 9 bis Z 16 aus 6 Benson-Kesseln, die bei Temperaturen von 510°C einen Betriebsdruck von 110 bar erzeugten. Zerstörer 1936 Die Serie bestand aus den sechs Booten: - Z 17 - Dieter von Roeder
- Z 18 - Hans Lüdemann
- Z 19 - Hermann Künne
- Z 20 - Karl Galster
- Z 21 - Wilhelm Heidkamp
- Z 22 - Anton Schmitt
Diese Zerstörer gingen auf den Entwurf zurück, der auch den Zerstörern Z 1 bis Z 16 zugrunde lag. Im westenlichen unterschieden sie sich durch - verändertes Vorschiff durch Sichelbug (ab Z 20) - flachere Schornsteinkappen - verbreitertes Oberdeck (0,50 m) - vergößerte Schiffslänge (3 m bis Z 19, ab Z 20 5 m) Durch die veränderten Abmessungen erhöhten Schiffsvolumens blieben die Fahrleistungen erhalten. Die Reichweite konnte sogar noch um etwa 450 sm auf 4.850 sm erhöht werden. Wasserverdängung (t) max/normal | 3415/2411 | Länge (m) | 125 | Breite (m) | 11,8 | Tiefgang (m) | 4,5 | Antriebsleistung (WPS) | 70.000 | Geschwindigkeit (kn) | 38,2 | Fahrstrecke (sm/Kn) | 4815/19 | Antrieb und Bewaffnung wie bei Typenreihe 1934. Narvik-Zerstörer In konsequenter Weiterentwicklung der zerstörertypen 1934, 1934 A und 1936 entstanden die Narvik-Zerstörer, bei denen man auf Bewährtes zurückgriff, jedoch Erfahrungen der ersten Kriegsjahre berücksichtigte. Dazu gehörten insbesondere die Unterbringung "elektronischer" Führungsmittel, schwere bewaffnung und größere Reichweite. In den vorgenannten Serien konnten die neuen Forderungen verständlicherweise nur soweit es die Raumverhältnisse zuliesen berücksichtigt werden. Jetzt wurde von vornherein dazu übergegangen, den erforderlichen Platz durch größere Tonnage zu schaffen. Die maximale Wasserverdrängung lag etwa 400 t über der des Typs 1934. Am anfang des Krieges spielten elektronische Führungsmittel noch eine untergeordnete Rolle, im Verlauf des Krieges wurde ihr Wert in Konkurrenz zu alliierten Entwicklungen immer bedeutsamer, wie auf der anderen Seite optische Führungsmittel mehr in den Hintergrund traten. Die vermehrte Anwendung elektronischer Geräte setzte voraus, dass hierfür auch technische und Auswerteräume geschaffen wurden. Die Forderungen nach schwerer Waffenausstattung ergaben sich aus der Tatsache, dass der immer wirksameren Luftbedrohung durch mehr Flugabwehrgeschütze begegnet werden musste und das der Mangel an zerstörern durch stärkere Seezielbewaffnung kompensiert werden sollte. Die Forderung nach größerer Reichweite wiederum stellte man, als deutsche Zerstörer, die zunächst nur für Nord- und Ostsee konzipiert worden waren, wegen weit entfernterer Operationsgebiete nun auch über mehr Seeausdauer verfügen mussten. Die Manövrierfähigkeit der großen Boote konnte durch Verwendung von DOppelrudern (Spatenruder) beibehalten werden. Das veränderte Aussehen erhileten sie durch die verstärkte Bewaffnung, die im Einzelnen bei jedem Zerstörer individuell war. Die Narvik-Zerstörer sind in den jahren 1939 bis 1944 in drei Serien aufgelegt und gebaut worden. Die Serie 1936 A bestand aus den Zerstörern: - Z 23, Z 24, Z 25, Z 26, Z 27, Z 28, Z 29, Z 30
Wasserverdängung (t) max/normal | 3600/2600 | Länge (m) | 127 | Breite (m) | 12 | Tiefgang (m) | 4,6 | Antriebsleistung (WPS) | 70.000 | Geschwindigkeit (kn) | 38 | Fahrstrecke (sm/Kn) | 5000/19 (Z 23 - 27) 6000/19 (Z 28 - 30) | Antriebsanlage wie bei Typenreihe 1934. Seezielbewaffnung individuell. Flugabwehrbewaffnung ursprünglich wie bei Serie 1934, jedoch ständig zunehmend, vergleichbar aber insofern, als in der Regel auf den Booten dieser Serie auf der Back anstelle des zweiten Seezielgeschützes und auf dem achteren Decksaufbau jeweils ein 2 cm-Flak-Vierling aufgestellt war. Zur Serie 1936 A (mob) der Narvik-Klasse gehörten die Zerstörer: - Z 31, Z 32, Z 33, Z 34, Z 37, Z 38, Z 39
Bauaufträge für Z 40 bis Z 42 wurden Ende 1939 vergeben, jedoch zugunsten von neu konzipieren Spähkreuzern annuliert. Rein äuserlich unterschieden sich diese 7 Boote von der Vorgängerserie lediglich durch den hohen abgerundeten Aufsatz des vorderen Schornsteins, der verhindern sollte, dass die Abgase der Maschinenanlage die Wirkung der Radaranlage herabsetzten und die Tätigkeit des Brückenpersonals beeinträchtigten. Weiter wurden diese Zerstörer, bis auf Z 31, von Anbeginn mit einer 15 cm-Zwillingsturmlafette ausgestattet. Die Flugabwehrbewaffnung war unterschiedlich ausgelegt. Zerstörer 1936 B Die letzten deutschen Zerstörer, die während des Zweiten Weltkrieges gebaut und fertiggestellt wurden, waren: Bei der Ausstattung mit Seezielgeschützen wurde wieder auf die bewährten 12,7 cm Einzellafetten zurückgegriffen. Durch die Forderung nach stärkerer Flugabwehrbewaffnung und elektronischer Ausrüstung nahm das Schiffsgewicht ständig zu, so dass Seefähigkeit und Manövriereigenschaften darunter litten. Auserdem konnte der Gefechtswert mit den 15 cm Kanonen nicht wie erwartet verbessert werden, denn der Vorteil der größeren Reichweite und der höheren Munitionswirkung im Ziel konnte den Nachteil der geringeren Schussfolge nicht aufheben. Im Gegensatz zu Z 35, wurden bei den Zerstörern Z 36 und Z 43 auf den vorderen Scheinwerferstand verzichtet. Neben den fünf 12,7 cm Seezielkanonen wurden die drei zerstörer gleichartig mit Luftabwehrgeschützen ausgerüstet. Sie bestanden aus drei 2 cm Vierlingskanonen, die in Ständen erhöht beiderseits der brücke und auf dem achteren Deckshaus untergebracht waren. Zwei 3,7 cm Zwillinge und zwei 2 cm Einzelgeschütze waren um den hinteren Schornstein aufgestellt. Später kam noch ein drittes 2 cm Flak-Geschütz in Einzelaufstellung auf dem Vorschiff hinzu. Wasserverdängung (t) max/normal | 3500/2500 | Länge (m) | 127 | Breite (m) | 12 | Tiefgang (m) | 4,3 | Antriebsleistung (WPS) | 70.000 | Geschwindigkeit (kn) | 38 | Fahrstrecke (sm/Kn) | 6200/19 | Schlussbetrachtung Aus der nachstehenden Tabelle zur Gewichtsverteilung lassen sich die technichen Veränderungen und Unterschiede der einzelnen Zerstörerserien übersichtlich darstellen. Die Gewichtsanteile verteilen sich demnach wie folgt: | | Typenreihe | | | 1934 | 1936 | 1936 A (mob) | 1936 B | | Schiffskörper | 32,4 | 34,7 | 34,6 | 35,4 | Antriebsanlage | 30,1 | 33,1 | 31,1 | 33,3 | Hilfsantriebe | 7,6 | 6,5 | 5,6 | 4,8 | Bewaffnung | 8,7 | 8,1 | 10,7 | 8,7 | | Ausrüstung | 4,7 | 4,5 | 3,9 | 4,5 | Frischwasser | 1,9 | 1,6 | 1,6 | 0,8 | | Speisewasser | 2,8 | 2,8 | 2,5 | 1,0 | | Heizöl | 11,8 | 8,7 | 10,0 | 11,5 | | | = 100 % | Der Sparte "Bewaffnung" ist dabei z.B. zu entnehmen, dass der geringere Gewichtsanteil der Bewaffnung des Typs 1936 gegenüber dem Typ 1934 auf die größere Wasserverdrängung der 36-Boote zurückzuführen ist, obwohl die Bewaffnung fast identisch ist. Der Anteil von 10,7 % der 1936 A-Zerstörer geht eindeutig zu Lasten der 15 cm Bewaffnung, der dann mit 8,7 % bei der 1936 B-Serie wieder abfällt. Absolut gesehen ist der Bewaffnungsanteil jedoch noch höher, dies erklärt sich aus ihrer größeren Wasserverdrängung. Die deutschen Zerstörer haben sich ingsgesamt bewährt. Es waren gute Seeschiffe mit ausreichender Manövrierfähigkeit. Die hochbelastbaren Kesselanlagen von 70 bar beo 450°C waren jedoch naturgemäs sehr heikel zu regeln und stellten hohe Anforderungen an das technische Können des Maschinenpersonals. Es steht auser Frage, dass der Aufwand der mit hohen Kosten erbauten und zu betreibenden Anlagen den geringen Zugewinn an geschwindigkeit von etwa 3-4 Seemeilen in der Stunde nicht rechtfertigte. Soweit jedoch von unzuverlässig arbeitenden Kraftanlagen berichtet wird, ist dies in der Regel auf Materialmängel, unzureichend ausgebildetes Personal sowie mangelhafte Wartung und Instandsetzung zurückzuführen. Im Vergleich zu zerstörern ausländischer Kriegsmarinen waren sie zumindest ebenbürtig, insbesondere wenn man bedenkt, dass ihnen Aufgaben aufgezwungen wurden, die in anderen Kriegsmarinen auf mehrere Schiffstypen verteilt wurden. Die Zerstörer wurden neben den ihnen ursächlich zugedachten Aufgaben auch als - schnelle Truppentransporter - U-Boot-Jäger - Sicherungsschiffe - Minenleger - Flak-Schiffe eingesetzt. Besonders bei der zuletzt aufgeführten Aufgabe wurden sie für alle angreifenden Kriegsflugzeuge zu einem hohen Risiko. Nur als Artillerieträger - und das gilt für alle Zerstörer mit starker Artillerieausstattung im Zweiten Weltkrieg - erfüllten sie die Erwartungen nicht. So wurde während der Seegefechte um Narvik von britischer und deutscher Seite insgesamt ein Munitionsbestand von ca. 15.000 12 cm- und 12,7 cm-Granaten teilweise auf wenige tausend Meter verschossen. Gemessen an diesem Aufwand war der Treffererfolg mit unter 1% gering. Gleichwohl erfüllte dieser Schiffstyp mit seinen besatzungen seine vielfältigen Aufgaben mit Erfolg und Hingabe, wie es insgesamt gesehen wohl bei wenigen Marinen der Fall war und dies geschah fast immer unter den deprimierenden Bedingungen der alliierten Überlegenheit in der Luft und zur See.
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