Luftwaffentechnik Heinkel Heinkel He 177 H / He 274
Heinkel He 177 H / He 274
Heinkel He 177 H / He 274Schon vor Kriegsbeginn setzten Überlegungen zur Verwendung der He 177 als Höhenkampfflugzeug ein. Der erste Rohentwurf einer dreisitzigen Druckkabine wurde Prof. Heinkel bereits im April 1939 vorgelegt. Die Maschine sollte in 15.000 m operieren können, eine Reichweite von 3000 km besitzen und maximal 2000 kg Bomben laden können. Im Oktober 1941 stimmte das RLM dem Bau von sechs Versuchsmustern der he 177 H zu. Hierbei sollten der Rumpf und die Kabine der He 177 A-1 übernommen werden, jedoch vier Einzeltriebwerke DB 605 mit Turbolader zum Einbau gelangen. Außerdem sah Heinkel ein doppeltes Seitenleitwerk vor. Das RLM verfügte, dass die Konstruktion teilweise an französische Firmen zu übergeben sei, um Heinkel Werke zu entlasten.
Zunächst waren für die Druckkabinenerprobung die He 177 V9 bis V11 vorgesehen. Weil die He 177 V9 aber zur Gestängeerprobung herangezogen wurde, blieben nur die zehnte und elfte Versuchsmaschine übrig. Die V10 konnte am 21. Januar 1942 ihren Erstflug absolvieren, die V-11 einige Monate später. Gleichzeitig erfolgte die Planung für einen druckdichten, drehbaren Heckstand mit Vierlings-Bewaffnung. Für die jedoch bereits im Frühsommer 1942 geplante Serie der He 177 A-4 mit Druckkabine war die Zeit noch nicht gekommen. Zu umfangreich war die Erprobung. Anfang März 1944 mussten zudem beide Druckkabinen-Erprobungsmaschinen aus personal- und Raummangel stillgelegt werden.

Inzwischen konnten erhebliche Fortschritte in dem 1941 erteilten Entwicklungsauftrag für die He 274 verzeichnet werden. Dieser sah eine Konstruktionsaufteilung zwischen Heinkel in Marienehe und Farman in Paris vor.
Als Bewaffnung sollte ein MG 131 im unteren Cockpitbereich und je ein MG 131 Z im fernbedienten B- und C_Stand zum Einbau kommen. Die Abwurfbewaffnung umfasste alle gängigen Bombenkaliber mit Ausnahme einzelner SC50, von Luftminen (LMA und LMB) sowie Lufttorpedos. Auch an die Mitführung von Fernlenkwaffen (PC 1400 X, Hs 293 und 294) war gedacht.
Durch technische Probleme im Bereich der Hydraulik, der Festigkeit der 44m-Fläche sowie der ungeklärten Triebswerksfrage verzögerte sich die für Ende Juli 1943 geplante Ablieferung. Die einzelnen Baugruppen für die He 274 V1 sollten in Frankreich hergestellt, jedoch bei Heinkel montiert werden. Erst ab September 1944 erwartete man die Auslieferung der ersten Vorserienmaschine.
Am 20. April 1944 stornierte das RLM den Bau der Nullserie. Nur die He 274 V1 bis V3 und eine Bruchzelle sollten noch fertiggestellt werden. Auch die geplante "Sicherheitskanzel mit Katapultsitz" entfiel. Kurz zuvor war die Einstellung der he 277, eine Weiterentwicklung der He 177 mit vier einzelnen BMW 801-Motoren auf Basis der He 274, bekannt geworden.
Anfang Juli 1944 stand die he 274 V1 kurz vor dem Erstflug, als alliierte Truppen das Farman-Werk erreichten. Da eine Überführung der Maschine nach Deutschland noch nicht möglich war, wurden Triebwerke gesprengt, die Maschine selbst blieb nahezu unversehrt. Das zweite Versuchsmuster befand sich noch in einem frühen Bauzustand.

Bei Kriegsende stellte Ateliers Aeronautiques des Surenes (A.A.S.), so der Name Farmans nach der Verstaatlichung, beide Baumuster unter der Bezeichnung A.A.S. 01 und 02 fertig. Am 27. Dezember 1945 startete die A.A.S. 01, ex he 274 V1, zum Erstflug und diente ab 1948 der Erprobung des Forschungsflugzeug S.O.4000. Die zweite He 274 flog bis 1953 mit erbeuteten DB 603 A Triebwerken mit TK 11 Lader als Testflugzeug.

Technische Daten (He 274 V1)
Triebwerk Daimler Benz DB 603 A
Spannweite 44,10 m
Länge 22,30 m
Höhe 5,50 m
Leergewicht 21.300 kg
Fluggewicht 36.010 kg
Besatzung
Geschwindigkeit 580 km/h in 11.000 m Höhe
Dienstgipfelhöhe 6.000 m
Reichweite 4.000 km in 6.000 m Höhe
Bewaffnung A-Stand: 1x MG 131
B-Stand: 1x MG 131 Z als FDL 131 Z
C-Stand: 1x MG 131 Z als FDL 131 Z

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Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 27. Juli 2010 um 16:47 Uhr
 

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