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| Heinkel He 219 "Uhu" |
1942 wurde erstmals vom RLM der Entwicklungsauftrag für ein reines Nachtjagdflugzeug an die Firma Heinkel vergeben, die bereits 2 Jahre zuvor entsprechende Projekte eingereicht hatte, allerdings in Hinsicht auf den Mehrzweck-Einsatz. Durch die Kriegsereignisse jener Jahre bedingt entstand nach zweimonatiger völliger Überarbeitung aus dem Projekt 1060 das zweimotorige Kampfflugzeug He 219, welches speziell für die Nachtjagd ausgerüstet werden sollte.Als Neuerungen besaß dieses schnelle Flugzeug neben dem bis dahin nicht üblichen Bugrad-Fahrwerksystem zur Sicherheit der Besatzung Schleudersitze, die 1940 für das Strahltriebwerkflugzeug He 280 entwickelt wurden, und für die Nachtjagd notwendige Radar-Suchanlagen. Im November 1942 machte die He 210 V1 vom Werksflughafen in Rostock-Marienehe aus den Erstflug, nach einer durch Bombenangriffe auf das Werk stark beeinträchtigten Bautätigkeit. Wegen der weiteren Gefährdung durch Luftangriffe wurde Ende 1942 das Bauprogramm He 219 nach Wien-Schwechat verlegt, wo der eigentliche Serienbau anlief. Aufgrund der guten Flugeigenschaften und der hohen erreichbaren Kampfgeschwindigkeit verlangt der damalige Chef der Nachtjäger Kammerhuber den sofortigen Großserienbau der He 219, der jedoch wegen der unzureichenden Lieferung der DB-603-G-Triebwerke Schwierigkeiten macht. Abweichend von den üblichen Gepflogenheiten verlangt das RLM eine 0-Serie von 100 Flugzeugen, von der später eine erweiterte Serie von 300 Stück verlangt wurde. Aus diesem Grunde versteht sich die Ableitung sämtlicher übriger Versionen aus der He 219 A-0 mit den entsprechenden Bezeichnungen. Die He 219 V 16 flog als A-0-Flugzeug mit der Bezeichnung 016 und war das erste Musterflugzeug für die A-5-Serie. Die Standardbewaffnung der He 219 bestand aus einer Wannenbewaffnung in Form von 4x MG 151 oder wahlweise MK 108 oder MK 103. In der Konstruktion wurde ein leichter Austausch dieser Waffen untereinander berücksichtigt, wodurch das Flugzeug waffentechnisch gesehen nie Einsatzschwierigkeiten hatte. Zur weiteren Waffenausrüstung gehörten noch zwei in der Flächenwurzel starr eingebaute MG 151, die nur bei einigen Versuchsmustern gegen MK 108 ausgetauscht werden konnten. Schließlich ist noch die "Schräge Musik" zu nennen, die aus 2 starr eingebauten MK 108 im Rumpf bestand, wobei die Schussrichtung schräg nach oben in einem Winkel von 65° festgelegt war. Das feindliche Flugzeug sollte bei einem Angriff unterflogen werden, damit die He 219 bei der Verfolgung nicht von den Bruchstücken der angeschossenen Maschinen getroffen werden konnte. 1943 wurden in anderen deutschen Firmen Nachtjäger hergestellt, die jedoch aus Umbauten von Standardbombern und Kampfzerstörern entstanden. Bei einem Vergleichsfliegen mit der Junkers Ju 188 S und der Dornier Do 217 N konnte Major Streib wiederum die besseren Leistungen der He 219 herausstellen. Trotz erheblicher Schwierigkeiten seitens des Technischen Amtes, welches versuchte, das He 219 Programm aus unverständlichen Gründen zu Gunsten von anderen Flugzeugentwicklungen zu stoppen, konnten die Nachtjägerverbände, wenn auch nur in geringem Maße, mit dem Heinkel Nachtjäger ausgerüstet werden. Bis zum Kriegsende standen 294 Flugzeuge im Fronteinsatz und haben durch die guten Flugeigenschaften und leichte Handhabung großen Anklang durch die Besatzungen gefunden. Mit der He 219 war es auch erstmals möglich, das schnelle englische Mehrzweckflugzeug "Mosquito" wirksam zu bekämpfen.
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| Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 27. Juli 2010 um 17:40 Uhr | ||||||||||||||||||||||||||