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| Junkers Ju 88 |
1935 wurde die Junkers JU 88 auf eine Ausschreibung für einen schnellen mittelschweren Bomber hin konzipiert, und sie sollte der vielseitigste und am häufigsten gebaute deutsche Bomber des Zweiten Weltkrieges werden. Obwohl es bei weitem nicht das einzige deutsche Flugzeug war, das Aufgaben erfüllte, für die es ursprünglich nicht geplant war, gab es wenige Maschinen, die mit solchem Erfolg "falsch verwendet" wurden.
Junkers JU 88 A des KG 3 "Blitzgeschwader"
In den nächsten ein oder zwei Jahren wurden weitere Prototypen fertig gestellt, die (wie viele andere Flugzeuge der deutschen Luftwaffe in dieser Zeit) einen oder zwei Weltrekorde aufstellten. Die Fertigung der ersten Bomberserien begann 1938, und beim Ausbruch des Krieges befanden sich die ersten JU 88A-1 zusammen mit den wenigen A-0 Vorserienmaschinen im Truppendienst. Von zwei 1200 PS Jumo 211B/G-Motoren angetrieben, hatten die JU 88A-1 eine Höchstgeschwindigkeit von 450 km/h und eine normale Bombenzuladung von 1800 kg, der größte Teil davon als Außenlast. Die A-1, die im allgemeinen entsprechende A-2 und das A-3 Schulflugzeug hatten alle eine Spannweite von 18,38 m, aber dieses Maß und einige andere Einzelheiten wurden aufgrund von Einsatzerfahrungen in der Ju 88A-5 abgeändert. Die Spannweite wurde um 1,70 m vergrößert, eine beträchtliche Zusatzbewaffnung eingebaut und die Bombenlast beinahe verdoppelt. 1942 erhielt die A-4/R den 1400 PS Jumo 211FJ als Triebwerk. Viele spätere A-Nachfolgemuster wurden fertig gestellt, darunter die A-5 (vor der A-4 hergestellt, aber mit gleicher Tragfläche und Bombenzuladung), die A-8 mit Kappvorrichtung für Fesselballons, die A-12 (Schulflugzeug mit Doppelsteuer), das Tiefangriffsflugzeug A-13 und der Torpedobomber A-17. Parallel mit der Herstellung der A-Reihe entwickelte die Junkers die JU 88B als Zelle für zwei BMW 901 MA Triebwerke. Diese Reihe kam nicht in die volle Serienfertigung, aber den neuen Rumpfbug der B-1 erhielt die spätere JU 188, die ein weiteres B-Nachfolgemuster den Prototyp stellte. Um die Flugleistungen der JU 88 gegenüber späteren Konstruktionen zu halten, begannen Junkers-Ingenieure in den Jahren um die Kriegesmitte eine ausgedehnte Überarbeitung, aus der die JU 88 S-Bomber hervorgingen. Der Antrieb erfolgte durch zwei BMW 801D Doppelsternmotoren von je 1800 PS. Merkmale der S-1 waren ein sphärisch verglaster neuer Rumpfbug und drastisch verringerte Bombenzuladung und Abwehrbewaffnung. Die S-2 und S-3 entsprachen ihr allgemein außer den Änderungen an Triebwerk und Bewaffnung sowie der langen hölzernen Bombenwanne bei der S-2. Insgesamt wurden mehr als 9000 Bomber der verschiedenen Versionen der JU 88 gebaut. Parallel mit der Entwicklung der Junkers Ju 88 als mittelschwerer Bomber wurde das Muster auch einer Vielzahl anderer Einsatzarten angepasst, besonders als Nachtjäger, zur Erdkampfunterstützung sowie zur Aufklärung. Annähernd 6000 Maschinen der Ju 88 wurden gebaut, die nicht als Bomber verwendet wurden. Die Dauer und Vielseitigkeit der Laufbahn dieses Flugzeugs fordern zu einem interessanten Vergleich mit der britischen Mosquito heraus. Die ersten JU 88 Jagdflugzeuge, die in Serie gehen sollten, waren die Ju 88C, vergleichbar mit dem A-Bomber und angetrieben von V12-Motoren Jumo 211 oder BMW 801 Doppelsternmotoren. Die Ju 88C-1 hatte eine geringere Spannweite als die ersten A-Muster, aber beginnend mit der C-2 wurde die vergrößerte Spannweite der Ju 88A-4 übernommen. Die ersten C-Muster hatten eine Besatzung von 3 Mann und eine Bewaffnung von drei 7,9 mm MG und einer 20 mm-Kanone (in einer Glattblechnase) mit zwei weiteren 20 mm-Kanonen in einem abnehmbaren Waffenbehälter unterhalb des Rumpfbugs. Im Rumpfinneren wurden Transportraum für 500 kg Bomben vorgesehen, ersatzweise ein zusätzlicher Kraftstofftank. Aus dem C-Muster wurde die JU 88G entwickelt, ein Spezialnachtjäger (mit einem zusätzlichen Besatzungsmitglied), der 1944 in den Truppendienst kam. Eine weitere "Parallele" zum A-4 Bomber erschien mit dem Fernaufklärer JU 88D-1 mit Kraftstoff und Kameras im Bombenschacht und weiterem Kraftstoff in Abwurftanks unter dem Tragflügel. Insgesamt wurden beinahe 2000 D-1, D-2 und D-3 Flugzeuge gebaut. Ein weiteres Langstreckenbaumuster war die Ju 88H, sowohl die H-1 (Aufklärer) als auch die H-2 (Jäger) hatten einen 17,65 m bzw. 18,25 m langen Rumpf. Verschiedene Ju 88H Flugzeuge beendeten ihre Existenz als unterer Teil eines "Mistel" Huckepackpaares, einem Sprengkopf statt der Kanzel und einer Bf 109 oder FW 190 als Steuerflugzeug über dem Rumpf. Die überall anzutreffende A-4 kam zu einer weiteren spezialisierten Weiterentwicklung in Form der Ju 88P zur Panzerbekämpfung mit einer großkalibrigen Bordkanone (im Fall der P-2 mit zwei kleineren) in einem besodneren Waffenpack unter dem Rumpf. Die letzte Foto-Aufklärervariante, die JU 88T, war eine Entwicklung aus dem S-Bomber. Mit einer Gesamtzahl von mehr als 15.000 Flugzeugen aller Baumuster mit Einsatzarten als Bomber, Sturzbomber, Minenleger, Torpedo-Träger, Fotoaufklärer, Tagjäger, Nachjäger, Tiefangriffs- und Kampfeinsatz-Trainingsflugzeug war die Junkers JU 88 eines der wirklich herausragenden Flugzeuge beider Seiten im Zweiten Weltkrieg. Technische Daten
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| Technische Daten | Ju 88A-4/R | Ju 88C-6 |
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| Triebwerk | 2x 1420 PS Junkers Jumo 211F/J hängender 12-Zylinder V-Motoren mit Ringkühlerverkleidung |
2x 1420 PS Junkers Jumo 211F/J hängender 12-Zylinder V-Motoren mit Ringkühlerverkleidung |
| Spannweite | 20,08 m | 20,08 m |
| Länge | 14,36 m | 14,96 m |
| Höhe | 4,85 m | 5,10 m |
| Leergewicht | 8600 kg | 8560 m |
| Fluggewicht | 13590 kg | 11850 m |
| Besatzung | 4 | 3 |
| Geschwindigkeit | 460 km/h in 5340 m Höhe | 498 km/h in 6000 m Höhe |
| Dienstgipfelhöhe | 8500 m | 9920 m |
| Reichweite | 2480 km | 3380 km |
| Bewaffnung | Verschiedene Kombinationen von 20 mm MG FF Kanonen, 13 mm MG 131 und 7,9 mm MG 81, bis zu 1800 kg Bombenzuladung |
3x 20 mm MG FF Kanonen 2x 20 mm MG 151 Kanonen 1x 13 mm MG 131 3x 7,9 mm MG 17 |
JU 88 A-1