Luftwaffentechnik Messerschmitt Geschichte der Messerschmitt Me109 / Bf 109
Geschichte der Messerschmitt Me109 / Bf 109
Messerschmitt Me109 / Bf 109Ende 1934, bevor die Existenz der Luftwaffe offiziell verkündet wurde, verfügte Deutschland über weniger als 600 Kampfflugzeuge für den Fronteinsatz. Bis zum Ausbruch des 2. Weltkrieges war ihre Zahl jedoch auf über 3.500 angewachsen. 30% davon waren einmotorige Kampfflugzeuge und in den nächsten sechs Jahren sollte eine kleine, aber unverwüstliche, Maschine das Rückrat der Deutschen Luftwaffe bilden - die Messerschmitt Bf 109.

Dieses legendäre Flugzeug war von 1939 bis 1945 durchgehend im Einsatz und schoss in dieser Zeit doppelt so viele Gegner ab wie jedes andere Kampfflugzeug in der Geschichte.
Die Messerschmitt wurde an allen Kriegsschauplätzen eingesetzt, in den ersten beiden Kriegsjahren zerstörte sie einen Großteil der europäischen Luftstreitkräfte im Alleingang.
Über 33.000 Messerschmitt wurden gebaut, mehr als von jedem anderen Jagdflugzeuttyp des 2. Weltkriegs. In der Geschichte der militärischen Luftfahrt lag die Messerschmitt 109 damit zahlenmäsig auf Platz 2. Im Laufe von 10 Jahren wurden 9 Hauptmodelle und an die 80 Untervarianten gebaut. Dank ständiger Vebesserungen konnte die Messerschmitt 109 ihre erstklassigen Kampfeigenschaften bis Kriegsende behaupten und trotz des Erscheinens der hervorragenden "Focke Wulf 190", sollte die Me109 das berühmteste Flugzeug werden das je in Deutschland gebaut worden war.

Die Geschichte der Me109 begann 1933 als das Reichsluftfahrtministerium einen Wettbewerb für ein neues Jagdflugzeug für den Fronteinsatz, als Nachfolger des Doppeldeckers "Heinkel He51" ausschrieb. Nach den Vorgaben war ein einmotoriges, einsitziges Verfolgungsflugzeug zu konstruieren das bis Ende 1935 entwickelt und fertig gestellt sein sollte.
Der Neuling sollte mit zwei festmontierten Maschinengewehren bestückt sein und bis zu 400km/h schnell fliegen. Mit vier führenden, deutschen Unternehmen wurden Entwicklungsvertäge geschlossen - und zwar mit "Arado", "Heinkel", "Focke Wulf" und den bayrischen Flugzeugwerken. Jeder der Betriebe entwickelte seinen eigenen Typ, nach einer Testserie wurde wie die Messerschmitts Me109 zum neuen deutschen Standartfrontjäger gekürt.
In der Zwischenzeit hatten auch zwei neue, britische Flugzeugtypen ihre Jungfernflüge absolviert: die "Spitfire" und die "Hurricane". Da beide mit jeweils acht Browning-Machinengewehren ausgerüstet waren, ordnete das Reichsluftfahrtministerium eine Verstärkung der Bewaffnung der Me109 an, ein drittes Geschütz das durch die Proppellermitte feuerte, ergänzte die beiden anderen Maschinengewehre.
Im März 1936 wurde die erste Me109-Staffel nach Spanien entsandt, wo sie von der "Legion Condor" von der Luftwaffe im Kampf erprobt wurde. Die Me109 war sofort ein Erfolg, schon in den ersten beiden Monaten erwies sie sich als jedem anderen, im spanischen Bürgerkrieg eingesetzten Flugzeugtyp, haushoch überlegen.
Die aus freiwilligen Piloten gebildete "Legion Condor" kämpfte auf der Seite von Francos Nationalisten. Adolf Galland, der später mit 104 gewonnenen Luftduellen ein gefeierter Jägerpilot und Deutschlands jüngster General werden sollte, erlebte seinen ersten Kampfeinsatz in Spanien:
"Ich flog den Heinkel "He51"-Doppeldecker, jedoch war er damals schon ein veraltetes Jagdflugzeug, deshalb benutzten wir ihn nur zur direkten Unterstützung von Bodentruppen und zum Bombenabwurf."

Adolf GallandIm spanischen Bürgerkrieg endete doe Ära der Doppeldecker, Flugzeuge mit freitragender Konstruktion und geschlossenem Cockpit waren etwas völlig Neues und erfahrene Piloten sahen die neue Messerschmitt oft mit Skepsis.
"Ein Jagdpilot der in einem geschlossenen Cockpit sitzt - das ist eine unmögliche Sache, da man seinen Gegner riechen muss. Das konnte man an dem verbrannten Öl.", so Galland weiter.
In Deutschland wurden die ersten verfügbaren Me109 an die 1. und 2. Staffel des Jagdgeschwaders "Richthofen" geliefert. Mit zunehmender Erfahrung entwickelten die Piloten der Me109 eine neue, wirksamere Kampftaktik: das Fliegen im Schwarm. Vier Maschinen, die in loser Formation flogen, waren viel schwerer angreifbar als herkömmliche Formationen. Der Schwarm ähnelte den Fingern einer ausgestreckten Hand, so dass jede Maschine von der hinter ihr fliegenden gedeckt war und alle vier hatten optimale Sicht.
Bei all ihren offenkundigen Vorzügen hatte die Me109 aber einen Nachteil, der sogar lebensgefährlich sein konnte, Ernst Merian, ehemaliger Me109 Pilot: "Meiner Ansicht nach war ein Fehler, dass das Fahrwerk so am Rumpf angeordnet wurde, dass während des Startes die Maschine oft nach links ausbrach wenn man nicht das richtige Gefühl hatte beim Startvorgang. Dadurch hatten wir ja viele Unfälle, im Gegensatz zur FW190 wo das Fahrwerk am Flügel befestigt war und dadurch einen breiteren Radabstand hatte."
Es war nämlich extrem schwer auf unebener Bahn mit der Messerschmitt zurecht zu kommen und viele Piloten kamen schon beim ersten Probeflug ums Leben. Durch die Richtung der Proppelerdrehung brach die Me109 umgehend nach dem Start nach Links aus, wenn man nicht entgegensetzte gab es keine Rettung mehr.

1938 war abzusehen das es in Europa erneut Krieg geben würde, Hitler trieb die Aufrüstung im Eiltempo voran. Die produktion der Me109 wurde drastisch ausgeweitet, so dass bis Ende Juli 1938 sechs weitere Jagdgeschwader mit den neuen Maschinen ausgerüstet waren. Im Oktober erschien die erste, wirklich erfolgfreiche Variante: die mit Daimler-Benz Motoren ausgerüstete "Me109e".
Die als "Emil" bezeichnete Maschine erreichte eine Höchstgeschindigkeit von 570km/h, sie war mit 2 Maschinengewehren und 2 Kanonen - oder alternativ mit 4 Maschinengewehren und einer Kanone bestückt.

Am 1. September 1939 befahl Hitler den Überfall auf Polen, bei dem 200 Me109 die Angriffsspitze bildeten. Die polnische Luftwaffe war hoffnungslos unterlegen und verlor binnen eines Monats über 200 Flugeuge. Die Deutsche Luftwaffe verlor in Polen unter anderem 67 Me109, von denen allerdings die Meisten vom Boden aus abgeschossen wurden.
Am 23. Mai begegnete die Me109 der britischen Spitfire im Gefecht, es war das erste Mal das die deutschen Piloten auf einen ernstzunehmenden Gegner stiesen. Nun kam es nicht mehr auf die bessere Maschine an, sondern vielmehr wer der bessere Pilot war.
Die Spitfire sollte für die Dauer des Krieges der Todfeind der Me109 bleiben. Während Deutschland Frankreich überrannte, deckten Spitfires den Rückzug des britischen Expeditionskorps.

Geschwaderkommandeur Douglas Spader, der 1931 bei einem Flugzeugunglück beide Beine verloren hatte, war bei Ausbruch des 2. Weltkriegs zur RAF (Royal Air Force) zurückgekehrt. Während der Evakuierungsaktion von Dünkirchen begegnete er über dem Ärmelkanal der Me109: "In Dünkirchen schoss ich einen Kameraden herunter, er muss wie ich Anfänger gewesen sein, beim Fliegen blieb er ganz gerade und waagerecht. Ich habe ihn abgeschossen ohne mich zu bewegen, wir hatten keine Überlegenheit in der Luft - es reichgte aber. Die Deutschen verliesen Dünkirchen und zogen weiter nach Paris usw., was ein schwerer Fehler war. Wir verloren in Dünkirchen eine anze Menge Flugzeuge und einige sehr gute Piloten. Immerhin haben wir es geschafft rund 300.000 Soldaten von den Stränden einzusammeln, dass Meer war völlig ruhig."

Trotz der erfolgreichen Evakuierung hatte die RAF bis Ende Juli über 500 Kampfflugzeuge verloren, Frankreich hatte kapituliert und Deutschland kontrollierte unangefochten den Luftraum über Westeuropa.
Während die Deutsche Luftwaffe Vorbereitungen für die Invasion Großbritanniens traf, wurde eine Reihe Verbesserungen an der Me109e vorgenommen. Auf den Flügeln montierte MGs wurden durch MG-FF-Geschütze ersetzt und die Motorleistung wurde durch das neue Triebwerk 601-N, von Daimler-Benz, gesteigert.
Der Sitz des Piloten und das Kanzeldach hinter seinem Kopf erhielten eien Panzerung. Um die Reichweite zu erhöhen wuren an der Ausenwand Halterungen für 300 Liter Abwurftanks montiert.
Die Jagdbomberversionen erhielten einen Rumpfträger, mit dem vier 50kg-Bomben oder eine 250kg-Bombe transporiert werden konnten.
Robert Stanford-TuckDie Me109e konnte sich im Vergleich mit der Spitfire sehen lassen, sie hatte aber auch Schwachpunkte.
Der berühmte, britische Pilot Robert Stanford-Tuck, der seinen ersten Luftsieg über Dünkirchen erkämpfte, besas Erfahung mit der "Emil": "Ich flog die erste, die wir 1940 erbeuteten und da machten wir einen Vergleichstest zwischen der ersten Messerschmitt, einer Messerschmitt "E" und einer Spitfire MarkII. Die waren sich von der Leistung her sehr änhlich, aber ich fand das die Me109 -wenn sie schnell runterging- etwas schwer zu steuern war, da war zu viel Metal um den Führersitz, was einem zu sehr die Sicht verbaute."

Im Sommer 1940 hatten sich über 2.500 deutsche Flugzeuge zum Angriff auf Großbritanien versammelt. Von Stützpunkten in Frankreich, Holland und Belgien aus, begann am 13. August der Hauptangriff.
In der Absicht auf diesem Wege die Luftüberlegenheit zu erringen, bomardierte die Luftwaffe überall in Südwestengland Flugplätze und Radarstationen, der angerichtete Schaden war erheblich: am ersten Tag allein verlor die RAF fast 60 Flugzeuge am Boden. In der Anfangsphase der Operation wurden die deutschen Bomber von zweimotorigen Me110 begleitet, diese waren völlig unzureichend, so dass schon bald Me109-Einheiten abkommandiert wurden um die Bomber mit samt ihren Eskorten zu schützen.
Messerschmitts Bf110 hatte sich als fehl am Platz erwiesen, was später sowohl Douglas Spader als auch Adolf Galland bestätigen sollten:
Spader:"Die Deutschen erkannten das sie nicht sehr gut war, sie war wirklich ein absolutes Geschenk für unsere Piloten.", was Galland genau so bestätigte.
Aber die Me110 war nicht das einzige Problem der Luftwaffe, die Variante 109e hatte eine Reichweite von nur etwa 650km und konnte deshalb etwa nur 15 Minuten über England operieren. Da die Maschinen nicht mehr unabhängig eingesetzt werden konnten, war ihre Wirksamkeit bei der Bekämpfung der britischen Jäger stark eingeschränkt.
In der ersten Septemberwoche änderten Göring seine Taktik: statt die Angriffe auf britische Flugplätze fortzusetzen, konzentrierte er sich nun auf London. Das gab der RAF eine Verschnaufpause, am 15. September konnte das Oberkommando der britischen Luftstreitkräfte 300 Kampfflugzeuge aufbieten um die größte, während der Schlacht um England je anfliegende Bomberflotte, abzufangen.
In dem Durcheinander das Entstand waren die Spitfires und Hurricanes den Me109 im Verhältnis 2:1 überlegen, die Folge war das 60 deutsche Maschinen abgeschossen wurden.
Nach zweieinhalb Monaten ununterbrochenem Kampf war das für die Luftwaffe ein demoralisierender Schlag, trotz aller Bemühungen war es nicht gelungen das britische Radarsystem auszuschalten oder die britische Luftwaffe zu bezwingen. Zwei Tage später verschob Hitler die Besetzung Englands auf unbestimmte Zeit.
Als die Kämpfe Ende Oktober allmählich aufhörten, hatte Deutschland über 1.700 verloren - darunter über 600 Me109.

Me109E-4 TropAls sich der Krieg auch nach Afrika und den Nahen Osten ausbreitete, wurde die Me109 speziell umgerüstet damit ihr staubhaltige Luft nichts anhaben konnte.
Um Maschinenschäden vorzubeugen, wurden Sandfilter über den Lufteinzug montiert - diese tropentaugliche Version erhielt die Bezeichnung "Bf109Trop".

Im Juni 1941 begann das Unternehmen "Barbarossa" - der deutsche Überfall auf Russland.
Beim Eröffnungsangriff wurden 400 Me109 zur Unterstützung eingesetzt, ein Drittel dieser Maschinen gehörte zum Typ "E". Die Übrigen gehörten zur jüngsten Modellvariante der Me109 mit der Bezeichnung "Friedrich".
Die "F" wies zahlreiche Verbesserungen auf, von denen viele auf den Erfahrungen bei der Schlacht um England basierten. Die vergößerte Proppelerhaube und die neu gestaltete Triebswerkverkleidung verringerten den Luftwiderstand und sorgten für ein Stromlinienförmigeres Äuseres. Abgerundete Tragflächenenden und der Wegfall der Stützstreben der Höhenflosse verbesserten das Flugverhalten und vergößerten die Gipfelhöhe im Vergleich zur "Emil".

In den ersten beiden Tagen des Unternehmens "Barbarossa" schossen die Me109e+f über 300 russische Flugzeuge ab, hunderte Weitere wurden bei einer Serie von Überraschungsangriffen auf sovietische Flugzeuge am Boden zerstört. Bis zum Monatsende hatten deutsche Piloten über 4.000 russische Maschinen zerstört - aber nur 150 der eigenen verloren.
Unterdessen hielt die Spitfire an der Westfront mit der Entwicklung der Me109 schritt, obgliech viel weniger manövrierfähig war die Me109f sowohl der Spitfire I als auch der Spitfire II überlegen.
Im Frühjahr 1941 trat jedoch erstmals die Spitfire MarkV in Erscheinung, mit ihren neuen Leistungsfähigeren Rolls-Royce-Triebwerken war sie ein sofortiger Erfolg. Als sie Staffelstärke erreicht hattewar das Gleichgewicht zwischen Spitfire und der Me109 bald wieder hergestellt.
Es war ein Handicap bei den deutschen Jagdflugzeugen, dass sie immer etwas schwächere Mototren hatten als die englischen Maschinen und dadurch gezwungenermasen auch langsamer waren.
Allerdings war das mit der Einführung der "Spitfire Mark V" hergestellte Gleichgewicht nur von kurzer Dauer: noch im selben Jahr ging die Luftwaffe mit der Einführung der sternmotorigen "Focke-Wulf 190" erneut in Führung. Dieser Typ konnte jeden Konkurenten im Steig- ebenso wie im Sturzflug abhängen. Im Luftkampf mit der "Spitfire Mark V" konnte sie fast ungehindet nach belieben angreifen und sich wieder vom Gegner lösen.
Die britische Antwort auf die Focke-Wulf 190 lies nicht lange auf sich warten, bis zum Jahresende hatte Rolly-Royce unter der Bezeichnung "Merlin 61" einen neuen zweistufigen Ladermotor mit Zwischenkühlung entwickelt.
Als er in die langnasige "Spitfire Mark IX" eingebaut wurde, entstand eine völlig neue Situation. Obwohl sie ihrer Vorgängerin "Mark V" äuserlich ähnelte, wurde die "Mark IX" zur eigentlich entscheidenden Spitfire. Sie war bei Weitem besser als die vorangegangenen Versionen und mit ihrer erheblich gesteigerten Leistungsfähigkeit, war sie der Me109f und der "Focke-Wulf 190" mehr als gewachsen.

Nach Ansicht vieler erfahrener, deutscher Piloten war die F-4 die mit Abstand beste Variante der Me109. Die "F" war in fast jeder Jagdfliegerstaffel vertreten und die Piloten erzielten mit ihr sowohl an der Westfront als auch der Ostfront sehr hohe Abschussquoten, doch trotz ihrer Schnelligkeit und Leistungsfähigkeit in großer Flughöhe wurde die Me109f nie in sehr großer Stückzahl gebaut.

Ab Mai 1942 wurde sie bereits durch die nächste Me109-Variante ersetzt - "Gustav". Das neue Modell, ausgestattet mit dem Daimler-Benz Triebwerk "DB-605" war der "Friedrich" sowohl bei der Flugleistung als auch bei der bewaffnung überlegen, war aber auch wesentlich schwerer und weniger manövrierfähig.
Trotzdem wurde sie in großer Stückzahl gebaut und sollte in den nächsten 3 Jahren zum Rückrat der Deutschen Luftwaffe werden.
Bis Kriegsende wurden 10 wichtige Untervarianten entwickelt, darunter mit Raketen bewaffnete Kampfbomber, Schulflugzeuge, Funk - und Fotoaufklärer und eine ganze Serie von Jagdflugzeugen mit und ohne Druckkabine.
Die schnellste Version war die Me109G-X, sie konnte in einer Höhe von 7.500m bis zu 690km/h schnell fliegen.
Der "Gustav" folgten schlieslich "H" und "K" Varianten, aber keine konnte ihren Platz einnehmen. Sie wurde von allen deutschen Jägereinheiten an sämtlichen Kriegsschauplätzen eingesetzt.

Mit wachsender Nachfrage wurde die Produktion der Me109 stark ausgeweitet, 1942 wurden ca. 2.500 Maschinen gebaut, im Jahr darauf waren es schon 6.250. Doch der Höhepunkt war das Jahr 1944, als die Messerschmitt-Werke in Zusammenarbeit mit etlichen Zulieferern über 13.000 Maschinen produzierten. Die ersten Me109g-Maschinen wurden an das, im Gebiet an der Kanalküste stationierte, Jagdgeschwader II geliefert und in großer Höhe zum Abfangen alliierter Bomber eingesetzt.
Als 1942 die amerikanischen Bombenangriffe bei Tage zunahmen, wurden etliche Me109-Einheiten von fremden kriegsschauplätzen abgezogen um dieser Bedrohung entgegenzuwirken.

An der Ostfront hatte Hitler unterdessen den Startschuss für das Unternhemen "Zitadelle" gegeben, die Großoffensive, deren Ziel es war die russischen Verbände im strategisch wichtigen "Kursker Bogen" zu vernichten, wurde zur wichtigsten Schlacht an der Ostfront.
2.500 Panzer wurden von 8 deutschen Jagdgeschwadern, mit Maschinen vom Typ Me109g und "Focke-Wulf 190", unterstützt. In einer Woche, fast ununterbrochener Kämpfe, wurden an die 450 sovietische Flugzeuge zerstört.
Doch trotz dieser Erfolgszahlen blieb der deutsche Vormarsch stecken, Kursk war zum Wendepunkt geworden: von nun an waren Hitlers Panzerarmeen bis zum Ende des Krieges nur noch in der Defensive.

Bis 1944 hatte Russland mit deutlich verbesserten Flugzeugtypen nachgerüstet, die neuen Maschinen waren den deutschen in etwa ebenbürtig.
Die Me109 hatte mit der "G"-Serie das Ende ihres Entwicklungspotentials ereicht. Durch die schwerere Bewaffnung war zwangsläufig auch das Gewicht der Maschinen gestiegen, so dass die späteren Modelle trotz ihrer Geschindigkeit weniger manövrierfähig und schwerer zu beherrschen waren.
Während sich der Kriegsverlauf im Osten wendete, setzten die Bombenangriffe der Briten und Amerikaner die Deutsche Luftwaffe immer stärker unter Druck.
Ab 1943 mussten die Me109-Piloten gegen eines der stärksten Jagdflugzeuge des zweiten Weltkriegs antreten: die "Thunderbolt".
Die acht 50mm MGs gaben der "P-47" unübertroffene Feuerkraft, mit ihrem Sternmotor "R-2800" erreichte sie sehr hohe Geschindigkeiten, zusätzlich mitgeführte Abwurftanks ermöglichten es ihr bis weit nach Deutschland vorzudringen.

Die Thunderbolt spielte zwar eine wichtige Rolle bei den Bombenangriffen bei Tageslicht, doch als Geleitjäger bei Langstreckenflügen war ihre Effektivität, durch die Notwendigkeit zusätzliche Abwurftanks mitzuführen, eingeschränkt.
Die Verluste der Alliierten sanken drastisch nach dem der erste echte Langstreckenjäger eingeführt worden war: die "P-15 Mustang". Mit ihrem "Merlin-61"-Triebwerk von Rolls-Royce war sie in allen Flughöhen schneller als die Me109g. In Höhen über 8.500m konnte sie der "Focke-Wulf 190" mit mehr als 110km/h davonfliegen.
Siew war der Focke-Wulf und auch der Messerschmitt im Sturzflug, so wie im Manövrierflug, überlegen und konnte die Me109 mit Leichtigkeit abhängen.
Vor allem aber konnte sie das alles über der deutschen Hauptstadt tun, die Mustang schaffte nämlich problemlos die Strecke nach Berlin und zurück.
In immer größerer Zahl sties der neue Typ zu den Thunderboltstaffeln und schon bald verlor Deutschland seine Jägerpiloten schneller als Neue an ihre Stelle treten konnten.

Die jungen Piloten wurden mit äuserst spärlicher Ausbildng in den Einsatz geschickt. Mitte 1944 waren die knappen Treibstoffvorräte der Deutschen Luftwaffe so gut wie aufgebraucht, so dass eine Krise ausbrach. In den Wochen nach der Landung der Alliierten in der Normandie, gerieten immer mehr Flugplätze in Nord-Westeuropa in die Hände der Alliierten.
Im August brachen die Amerikaner aus der Normandie aus und begannen den langen Vormarsch nach Osten. Um die Flugstrecke zu den Zielgebieten zu verkürzen, bauten die Alliierten mit enormer Geschwindigkeit neue Flugplätze. Durch die Verlegung von Stahlrostmatten waren neue Start- und Landebahnen innerhalb von nur 6 Stunden einsatzbereit.
Während die Wehrmachtsverbände immer weiter zurück gedrängt wurden, überrannten die Alliierten auch die Stützpunkte der Deutschen Luftwaffe. Die Flugplätze die sich noch in deutscher Hand befanden lagen pausenlos im alliierten Bombenhagel.
Die deutschen Jäger waren hoffnungslos in der Minderzahl und wer die ersten Angriffe überstanden hatte, wurde in der Luft und am Boden gnadenlos weiter angegriffen.
Als sie sich bereits aufzulösen schien, begann die Deutsche Luftwaffe unter dem Decknamen "Bodenplatte" eine letzte größere Operation: am 1. Januar 1945 starteten 800 Jagdflieger zu einem Überraschungsangriff auf alliierte Flugplätze in Holland, Belgien und Luxemburg.
Am Abend hatten sie fast 200 alliierte Flugzeuge zerstört, während die eigenen Verluste 100 Focke-Wulf und Messerschmitt betrugen. Die Operation erwies sich als schwerer taktischer Fehlschlag, denn während die alliierten Maschinen binnen kurzer Zeit durch neue ersetzt waren, schwächte der Verlust von 100 Piloten die Deutsche Luftwaffe noch weiter.
Am 7. April 1945 beteiligten sich 120 Me109g des Sonderkommandos "Elbe" an einer Selbstmordmission, die gegen einen großangelegten amerikanischen Bombenangriff gerichtet war. Begleitet von Düsenjägern des Typs Me262 und in erster Linie von freiwilligen, jungen Piloten ausgeführt, bestand ihre einzige Aufgabe darin die amerikanischen Bomber zu rammen. Acht B-17 wurden getroffen bevor die amerikanische Jägereskorte eingreifen konnt, doch von den 120 Messerschmitt kehrten nur 15 zu ihrem Stützpunkt zurück.
Für die Me109 war das der letzte Großeinsatz im zweiten Weltkrieg.
Die Deutsche Luftwaffe war praktisch besiegt so dass der Luftraum über Deutschland nun von den Alliierten beherrscht wurde. Britische und amerikanische Jäger und Bomber konnten sich ungehindert bewegen und noch alle verbliebenen Ziele nach belieben angreifen.

Einer nach dem Anderen kapitulierten die deutschen Generäle und ihre Armeen. Am 7. Mai gab Deutschland den Krieg entgültig verloren und auch der Widerstand der Luftwaffe fand schliselich ein Ende, zumal Göring selbst in alliierte Gefangenschaft geriet.

50 Jahre Später gibt es nur einen Überlebenden der "G"-Serie, der noch Lufttüchtig ist: die Black Six. Sie war im Leipziger Werk gebaut und am 21. Oktober 1942 an das Jagdgeschwader 77 ausgeliefert worden. Während ihrer kurzen Einsatzzeit wurde sie Rommels Afrikakorps zugeteilt und von einem Ostfrontveteranen, dem Leutnant Heinz Ludeman, geflogen.

Am 4. November wurde Ludeman bei einem Angriff auf einen britischen Bomberverband von zwei Curtis P-40 "KittyHawk" abgefangen. Im Luftkampf wurden Höhenflosse, Propeller und Kanzeldach der Black Six getroffen und ihr Pilot am Kopf verwundet.
9 Tage später fiel das Flugzeug einer australischen Einheit in die Hände und schon nach wenigen Wochen traf es per Schiff in England ein. In den beiden folgenden Jahren wurde die Konstruktion genau analysiert: in simulierten Luftkämpfen wurde Messerschmitt gegen alliierte Flugzeugtypen getestet, wie die Spitfire, Mustang und Mosquito.
Nach dem Krieg wurde sie eingelagert und wanderte von einem Stützpunkt der RAF zum Anderen, bis sie allmälig zum Frack verkam.
1972 begann eine kleine Gruppe Freiwilliger mit der gewaltigen Aufgabe die Maschine so weit zu restaurieren, dass sie wieder flugtauglich war. Nach zwei Jahrzehnten gewissenhafter Arbeit hob die Black Six zum ersten mal seit über 45 Jahren wieder vom Boden ab.
In ihren alten Wüstenfarben bemalt und mit dem Wolfskopf des Jagdgeschwaders 77 versehen, ist sie das einzige deutsche Kampfflugzeug aus dem zweiten Weltkrieg das heute noch fliegt.
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Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 19. Juli 2009 um 19:29 Uhr
 

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