Luftwaffentechnik Messerschmitt Messerschmitt Bf 109
Messerschmitt Bf 109
Professor Willi Messerschmitt trat 1927 in die Bayrischen Flugzeugwerke ein, die 1938 in die Messerschmitt AG übergingen. Nach verschiedenen Verkehrsflugzeugen entwickelte er für den Europarundflug 1934 die Bf 108. Damals wurden die ersten flüssigkeitsgekühlten Hochleistungs-V-Motoren, der Junkers Jumo 210 und der DB 600, entwickelt, und unter dem Deckmantel der zivilen Verwendung wurde eine abgänderte Bf 108 Zelle unter Anwendung des neuen Triebwerks in Wirklichkeit der Prototyp für eine kleine Serie von Jagdflugzeugen.

Der erste Prototyp Bf 109 (695 PS Rolls-Royce Kestrel) flog im September 1935, 1936 und 1937 gefolgt von späteren Prototypen, die von dem 670 PS Jumo 210A angetrieben wurden.
Die Bf 109 folgte einer Entwicklung, wie sie für so viele andere deutsche Flugzeuge dieser zeit üblich war. Im Militärflugzeug-Wettbewerb 1937 in Zürich gewannen Bf 109 drei Flugkonkurrenzen und am 11. November jenes Jahres stellte eine mit einem besonders aufgeladenen DB 601 von 1650 PS angetriebenen Maschine einen neuen Geschwindigkeits-Weltrekord von 611 km/h auf, der zwei jahre lang bestand.

In der Zwischenzeit kam die Bf 109B-1 (680 PS Jumo 210D) in die Fertigung und fand bei der Legion Condor im spanischen Bürgerkrieg ihre Feuertaufe, dazu kam später die BF 109C. Die bei diesem Kriegseinsatz gemachte Erfahrung führte zu weiteren Abänderungen, besonders in der Bewaffnung. 1939 löste die Bf 109E die nur in kleinen Stückzahlen gebaute Bf 109D ab und kam in die Serienproduktion, angetrieben durch den 1175 PS Db 601A und bewaffnet mit zwei 20 mm-Kanonen und zwei 7,9 mm-MG. Die Bf 109E löste bald alle früheren Bf 109 im Truppendienst der deutschen Luftwaffe ab und blieb der Standard-Jagdeinsitzer der ersten drei Kriegsjahre.
Schwere Verluste in der Luftschlacht um England und auf anderen Kriegsschauplätzen zwangen die deutschen Stellen jedoch zu Überlegungen, die Bf 109 als Jagdflugzeug zur Luftraumverteidigung statt für offensive Zwecke einzusetzen. Das Ergebnis war die Bf 109F (1275 PS DB 601N), die eine verfeinerte und aerodynamisch besser ausgebildete Zelle und verringerte Bewaffnung (eine 20 mm-Kanone und zwei 7,9 mm MG) aufwies. (Nach Einführung der späteren G-Reihe wurden die F-Muster zum Tragen von Raketengeschossen an der Flügelunterseite umgebaut und als Tiefangriffs-Flugzeuge im Truppendienst behalten.)

Die nächste Entwicklung, die Bf 109G "Gustav", die zuerst im Sommer 1942 in Russland und Nordafrika eingesetzt wurde, fand in großem Maßstab auf allen Kriegsschauplätzen bis zur Kapitulation Verwendung. Sie wurde in größeren Stückzahlen hergestellt als alle anderen Bf109 Versionen zusammen.
Die Bf 109G-1 (1475 PS DB 605A) hatte eine Druckkabine und eien Bewaffnung von einer 20 mm-Kanone und zwei 7,9 mm MGs. Die Bf 109G-6 war schwerer bewaffnet mit einer im Motor eingebauten 30 mm MK 108 Kanone, zwei 13 mm MG im Rumpfbug und zwei 20 mm-Kanonen als Gondelbewaffnung unter der Tragfläche.
Einige G-6 wurden als Tiefangriffsflugzeuge mit Raketenbewaffnung eingesetzt. Die Bf 109G-8 war eine Foto-Aufklärervariante mit verringerter Bewaffnung und die Bezeichnung Bf 109G-12 betraf bestimmte G-1 Zellen, die als Schulflugzeuge mit zweisitziger Kabine abgeändert waren.

Spätere Varianten waren die Bf 109H, ein Höhenjägerprojekt mit großer Spannweite, das nicht in den Truppendienst kam (zugunsten der Ta 152H aufgegeben). Die Bf 109K, die allgemein der G außer geringfügigen baulichen Änderungen entsprach, war beschränkt im Truppeneinsatz.
Die Bf 109L, die eine Zelle der G-Muster hatte, von einem Junkers jumo 213E Motor angetrieben war und eine größere Spannweite aufwies, war ein Projekt, das bei Kriegsende noch nicht fertig gestellt war.
Eine weitere interessante Variante, die nicht in den Truppendienst kam, war die Bf 109T, ein Spezialbaumuster für Decklandungen mit vergrößerter Flügelfläche, 1940 umgebaut aus der Bf 109E.

Bf 109 Maschinen, die ursprünglich 1937 von Deutschland geliefert und später von der Firma Hispano gebaut wurden, blieben bis in die 70er-Jahre bei der spanischen Luftwaffe im Truppeneinsatz.

Technische Daten (bf 109G-10/U4)
Triebwerk 1435 PS Daimler Benz DB 605D hängender 12-Zylinder V-Motor
Spannweite 9,97 m
Länge 8,95 m
Höhe 2,34 m
Leergewicht 1970 kg
Fluggewicht 3500 kg
Besatzung 1
Geschwindigkeit 684 km/h in 7400 m Höhe
Dienstgipfelhöhe 12500 m
Reichweite 560 km
Bewaffnung 1x 30 mm MK 108 Kanone, die durch die Propellerachse feuerte
2x 30 mm MK 108 Kanonen in einer Gondel unter dem Rumpf

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Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 20. Februar 2010 um 12:49 Uhr
 

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