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| Kommandogeräte |
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Die Bekämpfung von Zielen, die sich im dreidimensionalen Raum bewegen, erforderte nicht nur eine besondere eweglichkeit der Richtmittel an den Geschützen, sondern verlangte auch nach Rechengeräten, die schnell genaue Schusswerte liefern konnten. Zur Bekämpfung der noch verhältnismäßig langsam fliegenden Kampfflugzeuge und Ballone im Ersten Weltkrieg genügten Kommandotafeln, mit deren Hilfe und nach geschätzten Vorhaltewerten die Geschütze auf die Ziele eingewiesen und die Feuergeschwindigkeit erhöht wurde. Die ersten Feuerleitgeräte kamen in Form von Auswanderungsmessern 1915/16 zur Truppe. Diese waren in verbesserter Form noch bis etwa 1937/37 zunächst getarnt bei der Reichswehr und danach bei der Flakartillerie im Gebrauch. Als Entfernungsmessgeräte standen im Ersten Weltkrieg zunächst 1,25 m Kehrbildmesser zur Verfügung, die später durch 2 m Geräte ersetzt wurden. Bei der Kaiserlichen Kriegsmarine wurden zu dieser Zeit bereits die besseren stereoskopischen Geräte mit einer 1m und 2m-Basis verwendet. Diese erforderten allerdings eine besondere E-Messtauglichkeit des E-Messmannes, d.h. er musste eine besondere Fähigkeit des räumlichen Sehens besitzen, die nicht jeder Mensch hat. Um die sich immer rascher und höher bewegenden Flugziele erfolgreich bekämpfen zu können, genügten aber sehr bald geschätzte Vorhaltewerte nicht mehr. Wieder war es die Kriegsmarine, die schon 1927 mit einem Kommandogerät Pschorr geheime Truppenersuche unternahm. Um zu begreifen, welch schwierige Rechenvorgänge ein Flak-Kommandogerät zu lösen hatte, um an Ende den Geschützen exakte Schusswerte übermitteln zu können, müsste man in die Flakschießlehre eingeführt sein. Dies zu tun, ist im Rahmen dieser Seite nicht möglich. Es seinen nur kurz einige Fakten angeführt, die beim Kenner vielleicht Erinnerungen an manche Unterrichtsstunde über Flak-Schießlehre wecken, anderen aber zumindest einen kleinen Einblick in die Komplexität der zu bewältigenden Schwierigkeiten geben, mit denen es die Flak zu tun hatte. Das Ziel musste zunächst mit dem Kommandogerät oder der 4 m-Basis der Seite und Höhe nach angerichtet werden, dann erst konnte der E-Messmann die Entfernung messen. Aufgrund der stetigen Messungen ermittelte das Gerät die Flugrichtung, die Fluggeschwindigkeit in m/sek und die Flughöhe. Diese Werte waren wichtig, um auf das weitere Zielverhalten zu schließen und die Auswanderungsstrecke mit dem Vorhaltepunkt errechnen zu können, an dem das Ziel bei Beibehaltung der Flugrichtung und Geschwindigkeit vom abgefeuerten Geschoss getroffen werden sollte. Es war also nur ein Treffer möglich, wenn das Ziel während der Geschossflugzeit keine Richtungsänderung vornahm, das das Geschoss auf seiner Flugbahn nicht mehr beeinflusst werden konnte. Es mussten weiterhin berücksichtigt werden:
All diese "Verbesserungen" musste ein Kommandogerät bei der Berechnung der Schusswerte mitverarbeiten. Drei geräte, die nachstehend vorgestellt werden, standen der Flak mit unterschiedlichem Leistungsvermögen zur Verfügung. Kommandohilfsgerät 35 (Kdo.Hi.Ger. 35) Das Kommandohilfsgerät 35 war ein Winkelgeschwindigkeitsgerät für indirektes Richten. Es berechnete aufgrund der Seitenwinkelgeschwindigkeit, der Höhenwinkelgeschwindigkeit und der Entfernungsgeschwindigkeit in Verbindung mit der Geschossflugzeit zum Messpunkt den Seitenwinkelvorbehalt, den Höhenwinkelvorbehalt und den Enfernungsvorbehalt. Diese Vorhaltewerte zusammen mit den entsprechenden Richtwerten zum Messpunkt ergaben den Schusshöhenwinkel, den Schussseitenwinkel und die Entfernung zum Treffpunkt. Aus der Entfernung zum Treffpunkt und dem Höhenwinkel zum Treffpunkt errechnete das Gerät den Aufsatzwinkel und die Zünderlaufzeit. Berücksichtigt wurden vom Ko.Hi.Ger. die Ladeverzugszeit von 3 sek., die Gebrauchsstufe, die Rohrbelastung, die Pulvertemperatur und die Drallabweichung. Dazu waren als die wesentlichen Konstruktions- und rechenelemente Reibradgetriebe, Kurvenkörper und Tachometer eingebaut. Nicht berücksichtigt werden konnten mit diesem gerät die Windeinflüsse und ein horizontaler und vertikaler Stellungsunterschied. Es musste daher immer in der Batteriemitte in Stellung gebracht werden. Für ein ungestörtes Arbeiten der Bedienmannschaft bei Gefechtstätigkeit war das von Nachteil.Das 4 m-Entfernungsmessgerät (Raumbild-Höhenmesser), Em4mR(H), stand getrennt vom eigentlichen Rechengerät auf einem festen Stativ. Die gemessene Entfernung wurde fernmündlich an einen Bedienungsmann, den B 7, am Rechengerät übermittelt, der diese Werte einstellte. Durch eine Seiten- und Höhenrichtmaschine am Rechengerät kamen beim Anrichten des Zieles diese Werte ins gerät. Die ermittelten Schusswerte für Seite, Höhe und Zünderlaufzeit wurden fernmündlich an die Geschütze übertragen. Außer einer Batterie für den Sprechstrom brauchte das gerät keine weitere elektrische Energie. In Feuerstellung stand das gerät auf dem Geräteträger eines Dreibeingestells. Für den Transport im einachsigen Sonderanhänger 53 wurde es auf eine Trageplatte mit Trageringen geschraubt, dann auf die Traggestelllagerung des Sd.Ah. gesetzt und auf einer Rollbahn in diesen hinein geschoben. Das Gerät wog ohne Zubehör 156 kg, das Tragegestell 65 kg, das Dreibeingestell 24 kg und der Zubehörkasten mit Inhalt 30,55 kg. Das Em-4mR(H) kam in einem Kasten mit dem aufgeschraubten Dreibeingestell auf den Mess-Kw, auf dem auch die Mannschaft ihre Plätze hatte. An Bedienungspersonal waren ein Messtruppführer und 13 Mann erforderlich. Trotz einer guten Ausbildung kam es bei ihnen im Einsatz zu Bedienungs- und Übertragungsfehlern zu den Geschützen. Daher wurde das Gerät, wie der Name schon sagt, als Kommandohilfsgerät eingesetzt. Die Befehlsstelle II, kurz B II, trat in Aktion, wenn die Befehlsstelle I, die B I, ausfiel. Man konnte deshalb bis Kriegsende auf ihren Einsatz nicht verzichten. Kommandogerät 36 (Kdo.Ger.36) Das Kommandogerät 36 wurde aus dem Kommandogerät Pschorr 27 entwickelt, bei dem das E-Messgerät ähnlich wie beim Kdo.Ger.35 noch abgesetzt war. Eine wesentliche Neuerung beim Kdo.Ger.36 bestand nun darin, dass das Em-4mR(H) auf das Rechengerät aufgesetzt und mit diesem gekoppelt war. Mit dem Em wurde entweder die Zielhöhe oder bei Höhen unter 800 m die Entfernung zum Messpunkt ermittelt. Aus den Messwerten für Seite, Höhe und Entferung errechnete das Gerät auf geometrisch-linearer Basis die Schusswerte für Schussseite, Rohrerhöhung und Zünderlaufzeit. Diese wurden von drei Gebern am Kdo.Ger. elektrisch über ein Fernleitungskabel an die Empfänger der Geschütze weitergeleitet, oder bei deren Ausfall fernmündlich übertragen.Das Kdo.ger.36 wurde 500-600 m abseits von der Kanonenbatterie in Stellung gebracht. Der horizontale und vertikale Stellungsunterschied, die Windgeschwindigkeit und Windrichtung sowie die schon beim Kdo.Hi.ger. 35 genannten Verbesserungen wurden vom Kdo.Ger.36 bei der Berechnung der Schusswerte berücksichtigt. Obwohl zur Bedienung dieses Gerätes wie mein Kdo.Hi.Ger.35 auch ein Messtruppführer und 13 Bedienungsleute erforderlich waren, wurden genauere Schusswerte ermittelt, als es mit dem Kdo.Hi.Ger. möglich war. Fahrbar war das Kdo.ger. 36 mit dem zwei achsigen Sonderanhänger 104. Das Gerät wog ohne Em 975 kg, auf Bettung 1375 kg und mit Bettung auf dem Sd.Ah. 104 2952 kg. Kommandogerät 40 (Kdo.Ger.40) Schon vor dem Krieg wurde vom Reichswehrministerium die Forderung erhoben, ein Flak-Kommandogerät zu entwickeln, das möglichst alle erforderlichen Rechenvorgänge selbsttätig ausführen konnte, um vom Menschen verursachten Fehlerquellen auszuschließen. Die Firma Zeiß war seit 1937 mit der Entwicklung eines Gerätes beschäftigt, bei dem mit Hilfe von 20 Elektromotoren, Schaltdosen, Kurvenkörpern, Differentialen, Reibradgetrieben und Reglern die menschliche Tätigkeiten ersetzt werden sollten. 1940 kam dieses neue Gerät als Kommandogerät 40 zur Truppe. Es arbeitete auf liniear-geometrischer Grundlage fast vollautomatisch und konnte auch Höhen- und Kursänderungen des angepeilten Flugzieles berücksichtigen. bedient wurde das gerät von einem Messtruppführer, drei Mann am Raumbildentferungsmesser Em-4mR40, der auf dem Rechengerät aufgesetzt war, zwei Mann am Rechengerät und einem Mann am Maschinensatz, Sammler und Betriebsschaltkasten. Dieser Maschinensatz von 1,5 kW mit 50 Volt diente zum Aufladen der drei Sammler von 36 Volt, mit denen das Gerät mit Strom versorgt wurde, oder bei laufendem Einsatz für den Pufferbetrieb.Die Übertragung der Schusswerte erfolgte durch das Übertragungsgerät 30, dem Lampenübertragunsgerät, oder durch das Wechselstrom-Folgezeigergerät 37. Durch den Einbau bestimmter Kurvenkörper für die entsprechende Ballistik, war das geröt für jede schwere Flak verwendbar. Mit dem einachsigen Sonderanhänger 52 war das Gerät fahrbar. Der Kasten mit dem Entfernungsmesser Em-4mR40 sowie Sammler, Maschinensatz, Kabeltrommeln, Kabelwagen und der Kasten mit dem Richtfernrohr wurden auf dem Messtrupp-Kfz. 74 oder auf der 8 t-Zugmaschine (Zgkw.) Kfz 7/6 verladen. Beide Fahrzeuge hatten in der Mitte der Ladefläche Schienen, auf denen der Kasten mit der 4m-Basis leichter verladen werden konnte. Als Kdo.Ger. 41 kam später das Gerät für die 8,8 Flak 41 mit der entsprechenden Ballistik zur Truppe. Kommentare (0)
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| Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 29. Oktober 2009 um 20:26 Uhr |