Geschütze Flugabwehrkanonen FlaK Ringtrichter-Richtungshörer (RRH) (Horchgeräte)
Ringtrichter-Richtungshörer (RRH) (Horchgeräte)
Richtrichter Richtungshörer RRHBereits im Ersten Weltkrieg wurden den damals schon vorhandenen Scheinwerfereinheiten Horchgeräte zugewiesen. Doch auch für diese Geräte ruhte die Weiterentwicklung nach dem Krieg durch das Verbot im Versailler Vertrag. Erst mit dem groß angelegten Flakrüstungsprogramm ab 1935 wurden den Flakscheinwerfer-Einheiten auch Ringtrichter-Richtungshörer (RRH) zugewiesen.
Bis zu beginn des Zweiten Weltkrieges waren die Flakscheinwerfer-Batterien mit je sechs bis acht RRH ausgerüstet, die bei der Truppe kurz Horchgeräte genannt wurden. Mit deren Hilfe sollten bei Nacht anfliegende Feindmaschinen akustisch erfasst und mit Hilfe je zweier Schalltrichter für Seiten- und Höhenrichtwerte deren Flugrichtung grob festgestellt werden. Hatten beide Horcher durch pendeln mit den Trichtern einen "Mitteleindruck", d.h. das Motorengeräusch der angepeilten Maschine traf dann auf beide Ohren jedes Horchers ohne Zeitunterschied auf, so drückten sie unabhängig voneinander eine Handtaste. Der verzugsrechner an der Geräterückseite rechnete nun unter Berücksichtigung der Zielbewegung und einer geschätzten Zielgeschwindigkeit die Strecke aus, die das Ziel zwischen Geräuschabgabe und Erfassung desselben auf der Erde zurück gelegt hatte. Die neuen winkelmäßigen Werte wurden an die Scheinwerfer fernmündlich oder auf elektrischem Wege übertragen. Diese Zieleinweisung erleichterte den Scheinwerfern die Zielsuche und -erfassung.

Die Horchweite von etwa 5 bis 12 km war jedoch sehr von der jeweiligen Wetterlage, der Motorenlautstärke des anzupeilenden Flugzeuges, den Störgeräuschen aus der Umwelt und von der Hörfähigkeit der Horcher abhängig.
Bei den sich mehr und mehr steigernden Fluggeschwindigkeiten und Flughöhen der anzupeilenden Ziele war die mögliche Horchleistung bald nicht mehr befriedigend. Die direkte Zusammenarbeit zwischen Horchgerät und schwerer Flakbatterie, wie sie bis ins erste Kriegsjahr noch geübt wurde, gab man auf, weil nach der Ermittlung der Kurswerte durch den RRH nicht mehr genügend Zeit für die Errechnung der Schusswerte durch ein Kdo.Ger. und eine wirksame Feuereröffnung blieb. So wurden die RRH in der Hauptsache zur Einweisung der Scheinwerfer eingesetzt. Doch auch als später Funkmessgeräte diese Aufgabe besser erfüllten, konnte man auf die RRH nicht ganz verzichten, da einmal nicht genügend FuMG vorhanden waren, sie wurden ja auch in die Flakbatterien direkt eingesetzt, zum anderen fielen sie bei Störungen durch den Gegner aus.
im August 1944 waren nach einer Aufstellung des Generalquartiermeisters der Luftwaffe noch 5559 RRh im Einsatz.
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Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 29. Oktober 2009 um 20:20 Uhr
 

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