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Der schwere (später mittlere) Granatwerfer bestand aus den drei Einzelteilen Rohr mit Verschlussstück, Bodenplatte und Zweibein mit Halterung und Gleitstück mit Spindelmutter, die sich innerhalb kürzester Zeit zum vollständigen Werfer zusammensetzen liesen. Dabei konnte der Werfer in drei Minuten feuerbereit sein. Die Abfeuerung erfolgte auf einfache Weise durch einen Bolzen am inneren Ende des Rohres, in das der Ladeschütze die scharfgemachte Granate von obenher gleiten lies. Der schwere Granatwerfer war also ein Vorderlader wie der leichte Werfer. Vor dem Wirkungsfeuer musste der Werfer je nach Untergrund erst durch 1 bis 2 Granaten festgeschossen werden, damit die Bodenplatte stabil auflag. Dem Festschießen folgte das Einschießen wie beim leichten Werfer durch das sog. Eingabeln, d.h. der 1. Schuss zu weit, der 2. Schuss zu kurz, der 3. Schuss im Ziel. Geschossen wurde mit der Grundladung (1. Ladung) und je nach Entfernung mit bis zu 4 Teilladungen (2. bis 5. Ladung), die jeweils am Ende der flügelstabilisierten Wurfgranaten aufgesteckt wurden. Die Ladungen wurden nach Schusstafeln berechnet, gerichtet wurde mit dem Richtaufsatz RA 35. Durch die einfache Abfeuerungseinrichtung war nach Fest- und Einschießen eine hohe Schussfolge möglich, die von der bedienung abhing. Wenn man bedenkt, dass eine Wurfgranate etwa 26 Sekunden in der Luft war, wird verständlich, dass sich beim Wirkungsschießen durch eine gut eingeübte Bedienung etwas 6 bis 7 Granaten gleichzeitig auf dem Flugbefanden und in etwa einer halben Minute auf das Ziel niedergingen, wobei jede Granate beim Detonieren eine Unmenge kleiner und kleinster Splitter im Umkreis von jeweils 30 Metern verstreute. Man hörte bei den Werfern nur die Abschussknalle, es gab kein Heranheulen wie bei einer Artilleriegranate, bei der man evtl. noch Deckung nehmen konnte. Sekunden nach den Abschüssen ging bereits ein hagel von Wurfgranaten nieder, ohne dass man ihre Flugrichtung und somit die Werferstellung feststellen konnte. Der Werfer verschoss Spreng- und Nebelgranaten.
Kaliber: | 8,1 cm | | Datum: | - | | Hersteller: | Rheinmetall-Borsig | | Produziert: | 76254 | | Bedienung: | 3 Mann | | Gewicht in Feuerstellung: | 56,7 kg | | Rohrlänge: | 1,14 m | | Höhenrichtbereich: | +40° / +90° | | Seitenrichtbereich: | 9° - 15° | | Mündungsgeschwindigkeit: | 174 m/sec | | Feuerrate: | bis zu 14 Schuss/min | | Reichweite: | 2400 |
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