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| Behelfsmäsige Nahkampfmittel zur Panzerabwehr |
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Allgemein gliederte man Nahkampfmittel zur Panzerabwehr nach ihrer Verwendung in Blendmittel und zerstörende Mittel. In der H.Dv.469/4 "Panzerabwehr aller Waffen" vom 7. Oktober 1942 wurde darauf hingewiesen, sollten Nahkampfmittel gebrauchsfertig nciht vorhanden sein, müssten diese behelfsmäsig hergestellt werden. Dazu zählte man auch solche Spreng- und Sperrmittel, die ursprünglich für eine andere Verwendung vorgesehen waren, sich aber zur Panzerbekämpfung eigneten. Stiel- und Eihandgranaten konnten gegen geöffnete Luken und zerstörte Lüftungsklappen wirken. Zur Bekämpfung leichter Panzer war der Einsatz von Stielhandgranaten als geballte Ladung möglich. Hierzu wurden die Töpfe von 7 Stielhandgranaten mit Draht oder Hanfseil fest verbunden und eine Sprengkapsel in die mittlere mit Stiel versehene Handgranate eingesetzt. Nebelhandgranaten ließen sich gut verwenden, um die Panzerbesatzungen zu blenden. Recht viel Geschicklichkeit erforderte es, zwei mit einer Schnur verbundene Nebelhandgranaten so zu werfen, dass sie sich um das Rohr der Kampfwagenkanone wickelten, dort abbrannten, so dass der entstehende Nebel den Panzersoldaten die Sicht nahm. Eine Voraussetzung für den Einsatz anderer Nahkampfmittel. Zum Blenden konnten auch Nebelkerzen, Leuchtmunition, Brandmittel-, und waren diese nicht vorhanden, Lehm, Farbe, Decken, Mäntel und Zeltbahnen verwendet werden. Später führte man spezielle Blendkörper ein. Nebelhandgranaten wurden auch in Verbindung mit 20-Liter-Benzinkanistern verwendet, die auf den Panzer geworfen, ausliefen und beim Zerknall der Handgranate gezündet wurden. Nach russischem Vorbild benutzte man Brandflaschen, um Panzer in Brand zu setzen. Flaschen beliebeiger Größe wurden mit 2/3 benzin und 1/3 Öl bzw. Flammöl gefüllt. An der Flasche befestigte man mit Klebeband zwei Sturmstreichhölzer und verschloss sie mit Wergpfropfen. Auch Gewehrdochte eigneten sich. Eine breite Palette der Verwendungsmöglichkeiten boten die verschiedenen Modelle von T-Minen. Sie galten als besonders wirksames und sicheres Mittel zur Vernichtung von panzern. Beim Zerknall konnten immerhin 80-100 mm dicke Panzerplatten. durchschlagen werden. Je nach Verwendungsart wurden T-Minen mit dem T-Minenzünder (ein Druckzünder), mit dem Sprengkapselzüner 28 oder dem Zugzünder ausgerüstet. So war, je nach konkreter Gefechtssituation, der Einsatz als Sprengladung zur Vernichtung des Panzers (durch Auflegen auf die Panzerung) oder als Sperrmittel zum Unbeweglichmachen möglich. Es erforderte einige Übung und vor allem Mut, die Mine einzeln im richtigen Augenblick unter die Gleiskette des Panzers zu werfen, oder die gut getarnte Mine in der voraussichtlichen Spur des Panzers mit dem Zugzünder von Hand zu zünden. Bewegliche Minensperren und Gleitminen waren weitere Einsatzformen. Bei der beweglichen Minensperre, als Rampensperre bezeichnet, wurden 4 bis 6 T-Minen auf einem Brett befestigt und vor den Panzer gezogen. Waren T-Minen nicht verfügbar, konnten auch geballte Ladungen 3 kg, oder Sprengbüchsen 24 (1 kg), ersatzweise genutzt werden. Mehrere dieser Ladungen ließen sich als gestreckte oder geballte Ladung herrichten. Die Sprengbüchsen eigneten sich zur Zerstörung von Waffen, Waffenblenden und Läufen der Kampfwagenkanonen. Sie wurden dazu an diesen befestigt, bei großkalibrigen Waffen in deren Lauf geschoben. Im Mai 1942 kam ein Merkblatt heraus. Darin beschrieb man die Herstellung behelfsmäßiger 4 kg Hohlladungen unter Verwendung von 4 Sprengbüchsen und dem Sprengkapseözünder 28. Werkzeuge (Beile, Brecheisen, Spaten und Äxnte) dienten dazu, Luken und Lüftungsklappen zu öffnen oder zu zerstören. Steine und andere Gegenstände sollten in die Kanonenrohre geschoben werden und Rohrkrepierer auslösen. Mit diesen Formen der Panzernahbekämpfung verbanden sich zwei Probleme: Der Einzelkämpfer musste möglichst schnell, die Schwächen des Panzers ausnutzend, bis auf Tuchfühlung an das Kampffahrzeug herankommen. War die Zündung ausgelöst, galt es, die eingebaute Zündverzögerung zu nutzen, um möglichst schnell in Deckung zu gehen. Ein aufwendiger und verlustreicher Kampf. Kommentare (0)
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