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| Handgranaten / Panzerwurfminen |
Anders als die Rote Armee, verfügte die Wehrmacht 1941 über keine spezielle Handgranate zur Panzerabwehr. Sie war zwar in der theoretischen Diskussion in den 20er und 30er Jahren gefordert worden, jedoch nicht mehr weiter verfolgt.Mit geradezu hektischer Betriebsamkeit war man bemüht, die offensichtlichen Mängel bei der Ausstattung mit Panzernahbekämpfungsmitteln, durch die Entwicklung von Panzerhandgranaten zu beheben. Sichtbar wurde auch hier die mangelnde Koordinierung der Entwicklungsarbeiten zwischen dem Heer, der Luftwaffe und der Waffen-SS. Die 2 kg schwere Panzerhandgranate 41 konnte nur 35 mm Panzerung durchschlagen. Versuchsmuster legten die Firmen WASAG und Rinker vor. Es waren Hohlladungshandgranaten. Genau wie bei den Entwicklungen der Firma HASAG aus Leipzig bereitete es Schwierigkeiten, den Flug der handgranate so zu stabilisieren, dass sie mit der Spitze auftrafen und der Aufschlagzünder funktionierte - eine unabdingbare Voraussetzung für das Funktionieren der Hohlladung. Schwierigkeiten bereitete es auch, eine große Durchschlagleistung zu erreichen und dabei das Gewicht im Interesse einer großen Schussweite gering zu halten. Bei der HASAG kam man zu der Erkenntnis, dass die Muskelkraft des Soldaten für eine wirkungsvolle Panzerabwehrwaffe nicht mehr ausreichte. Im Auftrage der Luftwaffe wurde die Panzerwurfmine entwickelt. Offiziell kam sie im Mai 1943 bei den Fallschirmjägern und den Luftwaffen-Felddivisionen zur Einführung. Die Hohlladungshandgranate hatte eine 4-Flächen-Leitwerk aus Segeltuch zur Stabilisierung. Ein verbessertes Modell, die Panzerwurfmine (kurz), wurde durch ein abrollendes Stoffband stabilisiert und konnte 150 mm Panzerstahl durchschlagen. Beide Modelle haben sich nicht sonderlich bewährt, bereits in der Ausbildung kam es zu schweren Unfällen. Die SS-Waffenakademie in Brünn verfolgte die Entwicklung einer Hohlladungsgranate, die an der Wand des Panzers angeklebt werden musste. Hier deutete sich die Entwicklung hin zur Hafthohlladung an. Weiterhin experimentierte die SS mit Hohlladungshandgranaten aus Nipolit. Versuche liefen auch mit Brandhandgranaten. Dabei handelte es sich um Glaskörper mit einer Benzin-Benzol- oder Flammöl-Benzin-Mischung. Sie warn den Brandflaschen vergleichbar, die von der Truppe selbst hergestellt wurden. Erwähnt werden müssen noch die 1943 eingeführten Blendkörper. Der Blendkörper BK 1 H wurde bald durch den BK 2 H ersetzt, der, in großer Zahl hergestellt und verwendet, bei der Truppe bekannt war. Er bestand aus einer Glashülle, welche beim Auftreffen auf die Panzerung zersplitterte und ihr Inhalt erzielte neben der Blend- auch eine Reizwirkung. Dadurch wurde die Panzerbesatzung oft nachhaltig behindert. Kommentare (0)
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| Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 23. September 2009 um 17:18 Uhr |