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| Panzerfaust / Fautspatrone |
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Im Frühjahr 1942 erging vom Heereswaffenamt erneut die Forderung an die Industrie, einfanche Kampfmittel zur Panzerabwehr zu entwickeln. Die HASAG/Leipzig arbeitete daraufhin an verschiedenen, teils kurios anmutenden Munitionskörpern, deren Wirkung auf dem Hohlladungseffekt beruhte. Dabei gesammelte Erfahrungen nutzte man bei der Entwicklung einer stabilisierten Hohlladungshandgranate. Eine solche hatte das Heereswaffenamt/WaPrw.5 am 3. Oktober 1942 gefordert. Die vorgesehene Wurfweite von 40 m begrenzte das Gewicht auf 0,5 kg. Das geringe Gewicht schränkte wiederum die Durchschlagsleistung ein. Deshalb machte die HASAG im November 1942 einen Vorschlag: Eine Hohlladung sollte mittels besonderer Kartusche aus der Faust heraus verschossen werden. Versuche brachten den Nachweis der Machbarkeit dieses Vorschlages. Die Entwicklung erhielt die Bezeichnung Faustpatrone. Das Geschosskaliber betrug 80 mm, die Wurfweite lag bei max. 70 m und 140 mm Panzerstahl konnten durchschlagen werden. Wichtigste Neuerungen weiterer Entwicklungsstufen waren: Verzicht auf die Drallstabilisierung, Ersatz durch Wickelflügel aus Federstahl. Die Kartusche wurde zu einem 800 mm langen Rohr verlängert, Vergrößerung der Treibladung und völlige Rückstossfreiheit beim Schuss. Das Gewicht des Hohlladungsgefechtskopfes war auf 1,3 kg erhöht worden. Dieses Modell ging als Panzerfaust klein in die Serienfertigung. Die ersten 5.000 wurden im August 1943 ausgeliefert. Alsbald offenbarten sich Mängel in der Handhabung: der eigentümlich geformte Kopf rutschte oft von der schrägen Panzerung des T-34 ab. Schon im November 1942 hatte das Heereswaffenamt eine höhere Durchschlagsleistung für die zu dieser zeit noch als Faustpatrone laufende Entwicklung der HASAG verlangt. Parallel zur Panzerfaust klein entstand deshalb die Panzerfaust groß (später Panzerfaust 30 m). Der Gefechtskopf wog nun 2,9 kg, die Schwarzpulvertreibladung war von 56 g auf 95 g erhöht worden. Die günstigste Schussweite betrug 30 m, die maximale 75 m, 200 mm Panzerung wurden durchschlagen. 1943 wurden 350.000 Panzerfäuste hergestellt. Die Produktion der Panzerfaust klein stellte man ein. Die HASAG machte Vorschläge um die Leistungsfähigkeit und die Verwendungsmöglichkeiten der neuen Waffe zu erhöhen. Gefechtsköpfe mit Schrapnell- und mit Brandwirkung kamen zur Erprobung. WaPrw.11 untersuchte Salvenabschussgeräte mit 10 bzw. 16 Panzerfäusten. Trotz der noch vorhandenen Mängel setzte sich die Panzerfaust als die Panzernahbekämpfungswaffe durch. Im August lief die Fertigung der Panzerfaust 60 m an. Das geforderte monatliche Produktionssoll konnte erstmals im Oktober 1944 400.000 Stück erreicht werden. Die Handhabung hatte man weiter vereinfacht, die Zuverlässigkeit verbessert. Eine Erhöhung der Schwarzpulverladung auf 140 g machte ein direktes Abschussrohr notwendig, brachte aber eine Steigerung der wirksamen Schussweite auf 75 m. Im November 1944 kam dann die Panzerfaust 100 m heraus. Die Einführung der Hohlraumkartusche lies bei Verwendung der alten Abschussrohre eine Steigerung der wirksamen Schussweite auf 100 m zu. Bei der Gipfelhöhe der Flugbahn von 3,50 m konnte eine maximale Schussweite von 280 m erreicht werden. Im Dezember 1944 erreichte die Produktion die beachtliche Zahl von 1.295.000. Allerdings lag die Auschussquote bei 5,5%. Das Heereswaffenamt/Wa Prw.11 forderte im Spätherbst 1944 eine weitere Leistungssteigerung. Vor allem die Schussweite musste erhöht werden. Gleichzeitig sollte der Sprengstoffverbrauch pro Kopf (Panzerfaust 100 m 0,8 kg) vermindert werden, ohne die Durchschlagsleistung zu beeinträchtigen. Angestrebt wurde die Vereinheitlichung der Gefechtsköpfe der Panzerfaust und der Raketenpanzerbüchse. Die Entwicklung brachte die HASAG bis zum Frühjahr 1945 unter der Bezeichnung Panzerfaust 150 m zum Abschluss. Ein erster Auftrag über 100.000 Stück ist noch ausgelöst worden, wovon einige wenige in die Truppenerprobung gingen. Kennzeichen war der aerodynamisch günstig geformte Gefechtskopf. Im Frühjahr 1945 litt die Panzerfaust-Fertigung bereits unter den Mangelerscheinungen der im Niedergang begriffenen deutschen Kriegswirtschaft. Die Alliierten zerstörten durch Luftangriffe systematisch die Schwarzpulvermühlen. Der Bedarf an Schwarzpulver für die Panzerfaust konnte nicht gedeckt werden, weshalb Versuche mit Nitrozellulosepulver liefen - nicht sehr erfolgreich. Andere Bemühungen konzentrierten sich auf die Verwendung von Abschussrohren aus Leichtmetall. Grund: die nahtlos gezogenen Abschussrohre der Panzerfaust kamen von der Eisenindustrie aus dem Ruhrgebiet, welches bereits Kampfgebiet war. Genannt werden müssen noch die Entwicklung Splitterfaust und die Verwendung von Splitterringen für die Gefechtsköpfe der Panzerfaust 150 m. Die Weiterentwicklung Panzerfaust 250 m (Schussweitensteigerung durch eine Mehrkammerkartusche, Wiederladbarkeit) ist in Deutschland nicht mehr abgeschlossen worden. Versuchsmuster wurden unter Leitung des Entwicklungsteams der HASAG nach dem Krieg in den USA fertig gestellt. Auch in der Sowjetunion wertete man die Panzerfaust-Entwicklung gründlich aus. Ergebnis war die Panzerbüchse RPG-2. ![]() ![]() Kommentare (1)
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| Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 23. September 2009 um 18:09 Uhr |