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| Gewehrgranatgerät "Schießbecher" |
Etwa ab Mitte des Krieges erhielten die Schützengruppen neben dem lMG als Flachfeuerwaffe auch eine eigene "Steilfeuerwaffe" in Gestalt eines Gewehrgranatgerätes, auch Schießbecher genannt, die über Handgranatenwurfweite hinausreichte, um einen Gegner in oder hinter Deckungen bekämpfen zu können. Bei dem ab 1942 zur Einführung gelangten Gerät von einfacher Konstruktion handelte es sich um eine zusätzliche Abschussvorrichtung, die an jedem Gewehr angebracht werden und die drallstabilisierte, splitterwirkende oder panzerbrechende kleine Granaten verfeuern konnten. Ein solches Gewehrgranatgerät bestand aus einem kurzen Rohr mit Rechtsdrall, Visier und Halterung, die mit zwei schwenkbaren Klemmbacken an der Mündung des Gewehrlaufes hinter dem Korn befestigt wurden. Das Drallrohr selbst musste vorher mit einem eigenen Schlüssel in den Halter eingeschraubt werden. Ein links seitlich am Gewehr aufgesetztes Granatvisier besas Visiermarken von 50 bis 250 m.Abgefeuert wurden die vorn im Rohr mit Hand eingeführten Granaten mittels Treibpatronen verschiedener Stärken (kleine Gewehrkartuschen mit 1 bis 1,9 g Pulver je nach granate), die wie die üblichen Patronen in die Kammer des Gewehrs geladen wurden. Die Munition bestand aus verschiedenen kleinen Granat-Arten und zwar Sprenggranaten und großen Panzergranaten und Blendgranaten mit einer Flüssigkeit, die ebenfalls zur Panzerbekämpfung diente sowie Nebel-, Leucht- und Propaganda-Granaten. Die Sprenggranaten konnten, mit einem Abreiszünder versehen, auch als Handgranaten verwendet werden. Alle diese Granaten wurden bereits schussfertig geliefert. In jeder Schützengruppe wurde ein Mann als Gewehrgranatschütze eingestellt, der zu seinem Gewehr mit Schießbecher in einem Doppel-Tragebeutel normalerweise 10 Spreng- und 5 Panzergranaten mit sich führte. Er konnte damit liegend, knieend und stehend schießen.
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