Italien Afrika Nordafrika 1941-43
Nordafrika 1941-43
Nach dem Eintreffen von Rommels Afrikakorps im Februar 1941, änderte sich die Rolle der italienischen Armee in Nordafrika. Offiziell wurde das deutsche Afrikakorps dem italienischen Kommando unterstellt, doch in Wirklichkeit war seit dem Eintreffen des Afrikakorps bis zum Ende im Mai 1943 Deutschland der dominierende Partner. Rommel gab seine Befehle direkt an die Divisionen, erst nur den mobilen Einheiten des italienischen XX. Korps, später dann der gesamten Armee.
Das Afrikakorps war in jeder Hinsicht den italienischen Verbänden weit überlegen, sowohl in Ausrüstung, Technik und Bewaffnung, als auch in taktischer Hinsicht. Wie in allen anderen Kriegsschauplätzen in denen die italienische Armee focht, litt diese am Mangel der Mobilität und unangebrachtem Führungsstil. Gerade im Wüstenkrieg war die Mobilität und Flexibilität einer der wichtigsten Aspekte. Durch den Mangel an motorisierten Fahrzeugen, war die italienische Infanterie aber eher eine statische Formation. Das italienische Oberkommando (Commando Supremo) war wie besessen davon eine große Anzahl Bodentruppen einzusetzen, selbst als es offensichtlich war, dass große unbewegliche Verbände in Afrika nur von geringem Nutzen waren. Selbst noch im Juli 1942, plante das Commando Supremo, 67.000 weitere Infanteriesoldaten zu den bereits dort eingesetzten 150.000 Infanteristen nach Nordafrika zu senden.

Die italienische Armee erlitt durch die katastrophale Niederlage in Libyen einen schweren Schock. Sie wurde praktisch von einer viel kleineren, aber dafür besser ausgebildeten, besser ausgerüsteten und vor allen Dingen besser geführten Streitmacht besiegt. Wie in Griechenland glaubte man, einen schnellen und siegreichen Feldzug führen können. Dieses Bild vermittelte auch die italienische Propaganda. Jetzt, als man mit der Realität des modernen Krieges konfrontiert wurde, machte sich große Depression breit. Die Moral der Soldaten sank ins bodenlose. Zwar gab es durchaus italienische Einheiten, die trotz schlechter Ausrüstung und veralteten Waffen, den Alliierten schwer zusetzten, doch wie in allen Armeen ist eine Einheit nur so gut wie sie geführt wird. In vielen Einheiten erhielten die Kommandeure und Führer nicht das nötige Vertrauen von den ihnen unterstellten Soldaten. Eine Art Kameradschaft kam so nur schwer bis garnicht zustande. Bei den Essensrationen gab es für die Führer besseres und mehr Essen als für die Mannschaften. Auch beim Verteilen von anderen Waren (Zigaretten etc.) wurden die Führer gezielt bevorzugt.
Wenn sie gut geführt wurden, kämpften die italienischen Einheiten meist gut, doch das DAK misstraute den Fähigkeiten der italienischen Einheiten und sah sie als eine Art Truppen 2. Klasse an. So wurden den italienischen Einheiten meist zweitrangige oder statische Aufgaben zugeteilt. Dies hatte zur Folge das die Moral und die Effektivität der Soldaten weiter sank.

Wie auch auf den anderen Kriegsschauplätzen waren die Alliierten vom Kampfwert der Eliteeinheiten, wie den Bersaglieri und Fallschirmjägern, schwer beeindruckt, doch der Großteil der regulären Infanterie erreichte zu keinem Zeitpunkt auch nur annähernd diesen Kampfwert. Wenn z.B. kleinere Einheiten in den Kampf geworfen wurden (wie z.B. das 31. Bataillon der Guastatori (Sturmpioniere)), standen diese dem Feind in nichts nach. Diese kleinen Eliteeinheiten, mit hervorragenden Führern, waren besser trainiert und ausgerüstet als der Großteil der italienischen Infanterie.

Chronologie 1941-43


1941

Mussolini akzeptierte Hitler's Angebot einen gepanzerten Verband zur Verstärkung nach Nordafrika zu schicken. Weiters wurde das Fliegerkorps X der Deutschen Luftwaffe zum Schutz der Nachschubrouten im Mittelmeer eingesetzt.

12.-14. Februar
General Rommel und erste Teile des Deutschen Afrikakorps treffen in Libyen ein: 5. leichte Division (später 21. Panzer-Division), gefolgt im April und Juni von der 15. Panzer-Division. Die verfügbaren italienischen Einheiten waren die stark angeschlagenen Infanterie-Divisionen "Savona" und "Sabratha", die motorisierten Divisionen ("motorisiert" gilt hier eher theoretisch) "Brescia", "Bologna" und "Pavia". Bald folgte noch die italienische Panzerdivision "Ariete", welche mit M13/40 ausgestattet war. General Gariboldi stellte diese Division unter das Kommando von Rommel.

31. März - 4. April
Rommel greift mir der 5. leichten Division einen vorstossenden britischen Verband an und treibt ihn zurück bis Agedabia. Am 4. April erreicht er Benghazi. Die Divisionen "Ariete" und "Brescia" folgen als Unterstützung.

11. April - 4. Mai
Rommel setzt seinen Angriff gegen den Befehl Hitlers fort und isoliert eine australische Garnison in Tobruk. Der Angriff wird zurückgeschlagen und Rommel muss schwere Verluste hinnehmen. Die eingeschlossene Garnison wird über See versorgt. Die Briten planen eine Verteidigungslinie bei Mersa Matruh.

15. - 17. Juni
Operation "Battleaxe": Die Briten greifen die Stellungen in Halfaya/Capuzzo an um Tobruk zu entlasten. Nach anfänglichen Erfolgen müssen die Briten jedoch wieder zurückfallen. Rommel startet einen Gegenangriff auf die Flanke der britischen Truppen, dabei fallen viele britische Panzer der deutschen 8,8 cm-Flak zum Opfer.
Der britische General Wavell wird durch General Auchinleck ersetzt. Verstärkungseinheiten bringen General Cunninghams 8. Armee auf volle Stärke, während die britische Royal Navy und Airforce die italienischen Konvoirouten im Mittelmeer attackieren.

2. Dezember
Feldmarschall Kesselring übernimmt das Kommando über alle deutschen und italienischen Verbände in Nordafrika.

18. November - 15. Dezember
Operation "Crusader": Großoffensive um Tobruk zu entlasten. Das italienische XX. motorisierte Korps (bestehend aus den Divisionen "Ariete" und "Trieste) verteidigt erfolgreich Bir el Gubi gegen die britische 7. Panzer-Division. Sie zerstören dabei 50 britische Panzer. Das britische 30. Korps nimmt Sidi Rezegh ein, wird jedoch mit schweren Verlusten am 23. November vom Deutschen Afrikakorps (15. und 21. Panzer-Division, 90. leichte Division und der Division "Savonna") und General Navarrini's XXI. Korps (Divisionen "Pavia", Brescia", "Trento" und "Bologna") wieder zurückgeschlagen. Tobruk ist am 7. Dezember wieder in britischer Hand, nach dem sich Rommel gezwungen sah sich auf die Gaala-Linie zurückzuziehen, Um zeit zu gewinnen verblieb die Division "Brescia" im Sektor Sollum-Halfaya, wo die Division bis 17. Januar erfolgreich verteidigte. Am 15. Dezember werden die Truppen der Achse gezwungen die Stellungen in Gazala zu verlassen.

1942

6. Januar
Die Achse zieht sich bis Tripolitania zurück. Dabei geraten 9.000 Deutsche und 23.000 Italiener in Gefangenschaft.
Der erfolgreiche Einsatz der Marine und Luftwaffe der Achse erlaubt Verstärkungen (u.a. italienische Sturmgeschütze) nach Nordafrika zu schicken. Gleichzeitig üben die Luftwaffe und Marine Druck auf die Nachschublinien der Alliierten aus.

22. Januar

Rommels Kommando wird in Panzerarmee Afrika umbenannt und enthält 3 deutsche und 7 italienische Divisionen. Am gleichen Tag attackieren die 15. und 21. Panzer-Division und das XX. mot. Korps ("Ariete", "Trieste" und "Sabratha") Agebadia. Dabei erleiden die britischen Verteidiger enorme Verluste und müssen sich zurückziehen. Die italienische Armeeführung besteht darauf den Angriff vorerst zu stoppen, doch Rommel führt weitere unerlaubte Vorstösse durch.

4. Februar

Rommel erreicht die Gazala/Bir Hacheim-Line. Das italienische X. und XXI. Korps schliest sich dem XX. Korps an.

26. Mai

Rommel greift die Gazala-Linie an. Im Norden attackiert das XXi. und X. Korps die 1. Südafrikanische- und 50. britische Division, während die Divisionen "Ariete" und "Trieste" des XX. Korps im Gebiet von Bir Hacheim angreifen. Rommels Einheiten  werden in Minenfeldern von den Briten angegriffen, die mehrere Gegenangriffe starten. Die Divisionen "Trieste" und "Pavia" kämpfen an den Stellungen der sog. "Ritterbrücke". Die Briten ziehen sich mit schweren Verlusten zurück und Tobruk ist ein weiteres Mal isoliert.

21. Juni
Die 2. Südafrikanische Division kapituliert in Tobruk. Die Panzerdivision "Littorio" schliest sich dem XX. Korps an. Die zwei Sturmgeschütz-Abteilungen werden der Division "Ariete" zugeteilt.

30. Juni
General Auchinleck platziert seine 8. Armee an der Linie El Alamein, nur 60 Meilen von Alexandria entfernt.

Juli
Totz überdehnten, überlasteten und von britischer Luftwaffe attackieren Nachschublinien und Treibstoffmangel, ohne Verstärkungen und wenigen Panzern, startet Rommel mehrere Angriffe auf El Alamein - jedoch ohne Erfolg. Die briten starten lokale Gegenangriffe.

August
General Auchinleck wird durch General Alexander ersetzt. General Montgomery übernimmt das Kommando der 8. Armee.

30. August - 2. September
Rommel attackiert die stark verteidgten Stellungen um Alam el Halfa am südlichen Ende von El Alamein. Das XXI. und X. Korps starten Täuschungsangriffe im Norden. Die 15. und 21. Panzer-Division schlagen eine Haken um die südliche Flanke, während das XX. Korps ("Ariete", "Littorio", "Trieste" und die neu eingetroffene Fallschirm-Division "Folgore") die britische 7. Panzer-Division angreifen. Alle Angriffe schlagen fehl, die Division "Littorio" muss schwere Verluste hinnehen. Trotz der fehlgeschlagenen Angriffe bewährte sich die Fallschirm-Division "Folgore" bei ihrem Debüt auf dem Schlachtfeld und verschaffte sich einen guten Ruf.

23. Oktober - 4. November
Schlacht um El Alamein: Die Truppen der Achse bestehen aus 104.000 Mann (hauptsächlich Italiener) mit 489 Panzern (davon 259 italienische) und 1.219 Geschützen (davon 521 ital.). Die Angriffe zerbröckeln an Montgomerys 195.000 Mann mit 1.029 Panzern und 2.311 Geschützen.
Die Divisionen "Trento" und "Littorio" stehen dem 30. Korps (9. australische Div., 51. schottische Highland, 2. neuseeländische Division) gegenüber. "Bologna" trifft auf die 1. Südafrikanische- und 4. indische Division. "Brescia", "Folgore" und "Pavia" treffen auf das 13. Korps im Süden. "Ariete" und "Trieste" bilden einen Teil der Reservetruppen.
Rommel wird durch die zahlenmäßige Überlegenheit des Feindes gezwungen den Rückzug zu Befehlen. Für die italienische Infanterie, ohne Transportmöglichkeiten, eine schwerwiegende Entscheidung. Die Divisionen "Pavia", "Bologna", "Brescia", "Trento" und der Großteil der Fallschirm-Division "Folgore" werden zerstört. Die Division "Ariete", die einen erbitterten Kampf lieferte, wird ausgelöscht. Teile der Divisionen "Trieste" und "Littorio" gelingt die Flucht.

8.-10. November
Operation "Torch": 100.000 britische und amerikanische Truppen landen an der algerischen und marokkanischen Küste. Damit bildet sich eine zweite Front für die Achsentruppen in Libyen. Ein alliierter Vorstoss in Richtung Tunesien muss aufgrund schlechten Wetters abgebrochen werden.

13. Dezember

Die britische 8. Armee setzt die Verfolgung der nach Westen ziehenden Achsentruppen fort. In 5 Wochen werden über 700 Meilen zurückgelegt.

Rommel erkennt das eine Niederlage in Nordafrika unabwendbar geworden ist. Trotzdem will er die Alliierten so lange wie möglich in Nordafrika hinhalten. Die restlichen Truppen ziehen sich weiter westwärts in Richtung Tunesien zurück. Dort sollen sie versorgt und verstärkt werden um den Alliierten weiter Stand zu halten.
Anfang 1942 befinden sich von der 5. Panzer-Armee (von Arnim) 65.000 Mann in Tunesien, wovon 18.000 Italiener sind.

Schlachtordnung im Oktober 1942 der italienischen Armee bei El Alamein:

  • X. Korps (General Gioda): Inf.Div. "Pavia", "Brescia", Fallsch.Div. "Folgore" Korpseinheiten: 9. Bersaglieri Regiment, 16. Korps-Artillerie-Gruppe, Teile der 8. Armee-Artillerie-Gruppe
  • XXI. Korps (General Navarrini): Inf:Div. "Bologna", Mot.Inf.Div. "Trento" Korpseinheiten: 7. Bersaglieri Regiment, 24. Korps-Artillerie-Gruppe, Teile der 8. Armee-Artillerie-Gruppe
  • XX. Korps (General de Stefanis): Pz.Dv. "Ariete", "Littorio", Mot.Inf.Div. "Trieste" Korpseinheiten: Teile der 8. Armee-Artillerie-Gruppe, 90. Pionier-Kompanie
Armee-Reserve: Inf:Div. "Giovani Fascisti", Mot.Inf.Div. "Pistoia"

Schlachtordnung im Januar 1943 der italienischen Armee in Tunesien:

  • XX. Korps: Inf.Div. "Pistoia", "Spezia", Mot.Inf.Div. "Trieste"
  • XXI. Korps: Inf.Div. "Giovani Fascisti", Pz.Div. "Centauro"
  • XXX. Korps: Inf.Div. "Superga", 50. Special-Brigade "Imeriali" (gebildet aus sämtlichen Übelebenden und Verstärkungen durch Einheiten der MVSN, Bersaglierie, 15. Panzer-Bataillon usw.)

Ende Januar
Rommel hält mit den Überlebenden des DAK (15. und 21. Panzer-Division, 90. und 164. leichte Division) und Teilen der italienischen Divisionen "Pistoia", "Trieste", "Spezia" (neu), "Giovani Fascisti" und "centauro" die Merthlinie gegen fortsetzende Angriffe der britischen 8. Armee.

23. Februar

Die italienischen Truppen werden als 1. Armee zusammengefasst und unter das Kommando von General Messe gestellt. Rommel übernimmt das Kommando über alle Achsentruppen in Nordafrika, welche nun Heeresgruppe Afrika genannt werden.

14. Februar.- 25. Februar

Schlacht um Kasserine: Von Arnim und Rommel greifen das amerikanische II. Korps mit 10. und 21. Panzer-Division an. An einigen Stellen der amerikanischen Verteidigung gelingt es durchzubrechen. Nach dem die Alliierten ihre Reserven mobislisieren, gelingt es ihnen den Vorstoss abzublocken. General Patton übernimmt das Kommando über das II. Korps.

6. März

Während die italienischen Truppen und die 90. und 164. leichte Division Montgomerys Truppen an der Marteh-Linie gegenüber stehen, dreht Rommel mit seinen verbleibenden Panern in Richtung Süden ab um so die 8. Armee in Medenine von der Küste abzuschneiden. Die 2. neuseeländische Division mit Unterstützung von schwerer Artillerie unterbindet dieses Vorhaben.

9. März

Rommel, mittlerweile schwer erkrankt, verlässt Afrika zum letzten mal.

20. März

Die britische 8. Armee beginnt mit dem Angriff auf die Merath-Linie. Die Hauptlast der Angriffe müssen die Divisionen "Pistoia", "Trieste", "Spezia" und "Giovani Fascini" tragen. Bis zum 27. ist die Linie durchbrochen.

April

In einem hartnäckigen Rückzugskampf hält die italienische 1. Armee Stellungen in Wadi Akarit und Endfidaville. Andere Achsentruppen werden im Nordosten Tunesiens von den Alliierten eingeschlossen.

7. Mai

Bizerte und Tunis fallen.

13. Mai

Kapitulation aller Achsentruppen in Tunesien. Nahezu 250.000 Mann fallen in alliierte Hände.

Mit dem Ende des Feldzuges in Nordafrika ist für die Alliierten nun der Weg frei für eine Invasion in Sizilien.
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