Italien Italien im Krieg Die italienische Armee
Die italienische Armee
Italien trat 10 Monate, am 10. Juni 1940, nach Kriegsausbruch in den Krieg ein. Bereits am 22. Mai 1939 hatte der "Duce" Benito Mussolini mit dem Deutschen Reich den sog. "Stahlpakt" abgeschlossen, der einen Bündnis- und Freundschaftsvertrag darstellte. Mussolini machte nie ein Geheimnis daraus sich dem Deutschen Reich anzuschließen, da seine eigene Macht - und besonders die italienische Armee - nicht ausreichte um seine Gegner in Europa zu bekämpfen. Er sah die Gefahr an einer Neukonstruierung Europas nicht zum Zuge zu kommen, welche Italien wohl ins  Abseits stellen würde. Nun, als Frankreich so gut wie besiegt war und England alleine gegen das Deutsche Reich kämpfte, sah er seine Chance gekommen.

Auf dem Papier hatte Italien eine große und gut ausgerüstete Armee, doch durch Mussolinis überhastete Aufrüstungen wurde aus ihr eine veraltete Kraft.
Im Juni 1940 waren rund 1.630.000 Männer mobilisiert. Diese Zahl erhöhte sich später auf 2.563.000. Die italienische Armee war durchaus fähig, unter Berücksichtigung einer Konzentration aller Ressourcen auf eine Front, einen Feldzug zu führen. Dies hatte sie im Ersten Weltkrieg gegen das Österreichisch-Ungarische Königreich in harten und langen Kämpfen bewiesen.
Doch nun wollte die italienische Armee an zwei Fronten gleichzeitig kämpfen, in Nordafrika und auf dem Balkan, später sogar Teile an der deutschen Ostfront. Für diese Art von Krieg waren die limitierten Kapazitäten und Ressourcen Italiens aber bei Weitem nicht ausreichend.

Bei Ausbruch des Krieges hatte die italienische Armee eine Stärke von 73 Divisionen, aufgeteilt auf 106 Infanterie-Regimenter, 12 leichte Infanterie-Regimenter (Bersaglieri), 10 Gebirgs-Regimenter (Alpini), 12 Kavallerie-Regimenter, 5 Panzer-Regimenter, 32 Artillerie- und 19 Pionier-Regimenter.
Die italienische Armee bestand zum Großteil aus Infanterietruppen, welche kaum mechanisiert waren und einen Mangel an Grundausstattung für einen modernen Krieg hatten. Die meiste Ausrüstung war auf dem Stand des vorigen Jahrhunderts und des Ersten Weltkrieges und die wenigen halbwegs modernen Teile waren bereits am Veraltern.
Im Juni 1940 verfügte die Armee über 7.970 Artilleriegeschütze, von denen nur 246 seit 1930 produziert wurden. Der Großteil der Feldgeschütze/-Haubitzen waren ehemalige österreichische Modelle, welche als Reparationszahlungen 1918 der italienischen Armee zugeteilt wurde. Viele der Geschütze wurden "erneuert", in dem die alten Holzräder durch Stahlräder ersetzt wurden. Nun sahen die Geschütze zwar moderner aus, doch die Rohre waren trotzdem noch über 40 Jahre alt.

Die Panzerfahrzeuge (rund 700 Panzer) sahen auf dem Papier ganz annehmlich aus. Bei genauerem Hinsehen jedoch, entpuppten sich diese "Panzer" als veraltete Tanketten - kleine 2-Mann-Fahrzeuge bewaffnet mit MG und einer Panzerung die so dünn war, dass sie nicht einmal MG-Geschosse abwehren konnte. Zwar befanden sich neue Panzermodelle bereits in der Produktion, doch bis diese in Dienst gestellt wurden, waren sie bereits im Vergleich zu den britische Panzern (auf welche man in Nordafrika traf) veraltet.

Eine italienische Infanteriedivision besas eine andere Struktur als sie bei den anderen kriegsteilnehmenden Ländern der Fall war. Sie setzte sich aus 2 Infanterie-Regimentern und einem Artillerie-Regiment zusammen, während in den anderen Armeen 3 Infanterie-Regimenter und und 3-4 Artillerie-Abteilungen üblich waren.
Auf dem Papier sah es also so aus, als hätte die italienische Armee mehr Verbände als es in Wirklichkeit waren.
Viele Divisionen waren weit entfernt von der eigentlich geplanten Stärke. Von den offiziell 73 Divisionen hatten nur nur rund 20 Sollstärke und entsprechende Ausrüstung.

Zusammensetzung und Gliederung einer Infanterie-Division 1940
  • 2 Infanterie-Regimenter mit je 3 Bataillonen
  • "Schwarzhemd"-Legion mit 2 Bataillonen
  • Artillerie-Regiment mit Pak-Abteilung
  • Mörser-Abteilung
  • Pionier-Abteilung
Stärke: 14.300 Mann
Ausrüstung: 270 lMG, 80 sMG, 126 45mm Mörser, 30 81mm Mörser, 8 2cm Flak, 24 4,7cm Pak, 8 6,5cm, 24 7,5cm, 12 10cm, 45 Tanketten, 86 Fahrzuege, 71 Kräder, 153 Fahrräder

Zusammensetzung und Gliederung einer Gebirgs-Division 1940
  • 2 Gebirgs-Infanterie-Regimenter mit je 3 Bataillonen
  • Gebirgs-Artillerie-Regiment
  • Pionier-Abteilung
  • Panzerjäger-Zug
Stärke: 13.000 Mann
Ausrüstung: 5.400 Pferde/Esel, 162 lMG, 66 sMG, 54 45mm Mörser, 24 81mm Mörser, 24 7,5cm Haubitzen, 50 Fahrzeuge, 22 Kräder, 53 Fahrräder.
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