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| Partisanen in Italien |
Nach dem Fall Mussolinis organisierten sich mehrere Partisanen-Formationen. Bewaffnete Einheiten bildeten sich meist aus den politischen Gegnern der faschistischen Partei. Besonders aktiv wurden die Kommunisten und Sozialisten. Durch ihre Ideologie standen die verschiedenen Partisanen-Formationen auch in Konkurrenz zueinander. Manche Partisanen bekämpften die Deutschen, manche die Alliierten und andere wiederum die italienischen Faschisten.Partisanen-Gruppen die sich durch politische Parteien bildeten waren: - "Mattcotti Brigaden" (Sozialistische Partei) - "Katholische Brigaden" (Katholiken) - "Mazzini Brigaden" (Republikaner) - "Rote Fahne" (Anarchisten) und einige weitere mehr. Zusätzlich bildeten sog. Autonome Gruppen, die sich meist lokal formierten, z.B. die "Osoppo Brigaden", welche von zwei katholischen Priestern ins Leben gerufen wurde. Diese Bewegung baute ihre Stärke bis zum April 1944 auf 10 Bataillone aus. Die "Grüne Flamme" war eine Formation im Gebiet der Lombardei. Weitere lokale Gruppen waren die "Ossola" und "Aosta". Diese autonomen Gruppen bildeten run 20% der gesamten Partisanen in Italien. Offiziell sollten alle Partisanen-Gruppen unter einem zentralen Kommando zusammengefasst werden. Dieses Kommando sollte das "Nationale Befreiungs-Komitee" (CLN) übernehmen, welches von der Regierung Badoglio in Neapel gebildet werden sollte, doch alle Versuche schlugen fehl. Die Partisanen im Norden Italiens misstrauten der Regierung Badoglio und ignorierten sämtliche Aufrufe. Ein "Nationales Befreiungs-Komitee für Norditalien" (CLNAI) wurde von Partisanen gebildet, die sich hinter den deutschen Linien aufhielten. Diese Organisation erhielt die Loyalität der meisten Partisanen-Gruppen in der Region. Die kommunistischen "Garibaldini Brigaden" machten rund 40% der gesamten Partisanen in Italien aus. Sie hatten eine Stärke von 575 Brigaden. Bis zum Ende des Krieges hatten sie 42.000 Tote und 18.000 Verwundete zu beklagen. Im Mai 1944 betrug die Anzahl der Partisanen 20.000 Mann, doch bis zum April 1945 waren es 200.000. Grund für due rasche Ausweitung waren die sog. "Sommer-Partisanen", "Schönwetter-Opportunisten", die sich immer der gewinnenden Seite anschlossen. Wenn Partisanen ein größeres Gebiet kontrolliert, riefen sie manchmal eine "Partisanen Republik" aus. Diese "Republiken" bestanden manchmal mehrere Monate lang, bis sie schlieslich von deutschen oder italienischen Truppen wieder zurück erobert wurden.Partisanen nahmen meist Deserteure und Flüchtlinge aller Art in ihren Reihen auf. Den Enklaven der Partisanen wurden meist "grandiose" Titel gegeben, wie z.B. "Republik von Ossola", nahe der schweizer Grenze, welche ein Gebiet von 1.600 km² umfasste und rund 82.000 Einwohner hatte. Andere trugen Namen wie "Carnia" an der slowenischen Grenze, "Montefiornino" ind er Region Modena und "Alba" im Südosten von Piemont. Bis Ende 1944 waren all diese "Republiken" von den deutschen oder italienischen Streitkräften zerstört worden. Die Partisanen mussten in den Untergrund gehen und von dort aus ihren Guerillakrieg weiter führen. Als die Alliierten in Italien immer weiter vorstiessen, schlossen sich Partisanen-Gruppen den Alliierten an und wurden in dessen Einheiten meist als Aufklärungstruppen eingesetzt. Im Dezember 1944 waren rund 1.500 Partisanen im Dienst der britischen 8. Armee. Im Februar 1945 waren es bereits 5 weitere Partisanengruppen. Zu diesen Gruppen gehörten die Brigaden "Maiella" und "Boldrini", welche mit britischer Ausrüstung und Waffen ausgerüstet wurden. Der Großteil der Partisanen wurde hauptsächlich zur Sabotage, Aufklärung oder kleineren Attacken gegen die deutschen und italienischen Truppen eingesetzt. Durch diese Angriffe litt besonders die italienische Zivilbevölkerung, unter denen sich oft Partisanen versteckten. Als im Frühjahr 1934 die anglo-amerikanischen Truppen die nördlichen Städte Italiens einnahmen, veränderte sich die Partisanenbewegung in Italien. Es bildeten sich sog. "Patriotische Aktions-Gruppen", welche Teile der deutschen Truppen in bestimmten gebieten banden. Am 25. April rief die CLNAI zum Aufstand gegen die sich zurückziehenden deutschen Truppen auf, um so die Politik der "verbannten Erde" zu verhindern. Daraufhin besetzten die Partisanen strategisch wichtige Positionen und Gebäude um so die Deutschen daran zu hindern Fabriken und andere Einrichtungen zu sprengen. Am 28. April wurde Mussollini samt Gefährtin und einigen Begleitern nahe des See Como von Partisanen gefangen genommen, als sie versuchten in die Schweiz zu entkommen. Am folgenden Tag wurden sie erschossen. Die Leichname wurden nach Mailand gebracht, wo sie kopfüber vor einer Garage am Piazzale Loreto aufgehängt wurden. Wie in den meisten europäischen Widerstandsbewegungen spielten auch in Italien die Frauen eine große Rolle beim Kampf gegen den Faschismus. Rund 35.000 Frauen befanden sich innerhalb der verschiedenen Partisanen-Gruppen. Sie nahmen auch an Kämpfen teil. Insgesamt wurden rund 3.500 von ihnen während verschiedener Kämpfe getötet. Organisation und Bewaffnung der Partisanen Die Größe der einzelnen Gruppen variierte sehr, die meisten jedoch hatten eine Größe über 450 Mann. Die Größe war von den verfügbaren Waffen und dem Willen der lokalen Freiwilligen abhängig. Die Basiseinheit war ein Zug. 3-5 Züge bildeten eine Abteilung. 3 oder mehr Abteilungen bildeten eine Brigade. Ein Zusammenschluss von mehreren Brigaden war eine Division. In einzelnen Fällen bildeten die Divisionen eine Divisionsgruppe. Die Bewaffnung bestand aus diversen erbeuteten Waffen der deutschen und italienischen Einheiten. Hinzu kamen Waffen der Alliierten, die meist per Fallschrim über den Partisanen-Gebieten abgeworfen wurden. Kommentare (0)
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