Italien Italienische Panzer und Sturmgeschütze Panzerentwicklung in Italien
Panzerentwicklung in Italien
Erst am Ende der Ersten Weltkrieges wandte sich Italien der eigenen Panzerproduktion zu, da Frankreich die geforderten FT-Panzer nicht in großen Mengen liefern konnte. Fiat wurde damit beauftragt eine Kopie des französischen Panzers zu produzieren. Das Ergebnis erhielt den Namen "Fiat 3000", innerhalb der Armee wurde er "Model 21" genannt. Der größte Unterschied zum französischen Original war die Bewaffnung, die aus einer 6,5mm Doppel-MG bestand. Die italienische Armee gab 1.400 Fahrzeuge in Auftrag, doch noch bevor die Auslieferung der geforderten Panzer begann, war der Krieg beendet. Der Armee wurden nur noch 100 Fahrzeuge übergeben, welche in den Jahren 1921 und 1922 ausgeliefert wurden.

Bei Panzermanövern 1929 in hügeligem Gelände, stelle sich der Fiat 3000/Model 21 als zu kraftlos heraus. Als Änderungen wurde ein etwas stärkerer Motor eingesetzt und eine 37mm L/40 Kanone eingebaut. Die neue Version erhielt die Bezeichnung "Fiat 3000 B" oder auch "Modell 1930". Die Armee bestellte 48 Fahrzeuge vom neuen Modell, welche 1930 ausgeliefert wurden.

L3/35Italiens Panzerentwicklung war den anderen europäischen Staaten weit hinterher. Es wurden meist Fahrzeuge aus anderen Ländern gekauft, wie 4  Fahrzeuge des britischen MG-Träger "Carden-Loyd Mk VI", zusammen mit 21 weiteren Bausätzen im Jahr 1929. Dieses Fahrzeug wurde innerhalb der italienischen Armee "CV.29" bezeichnet. Er war sehr günstig zu produzieren. Die italienische Firma OTO erwarb für dieses Fahrzeug im Jahre 1934 eine exklusiv-Lizenz von Carden-Loyd.
Die Hersteller Ansaldo und Fiat hatten ihre eigenen Vorstellungen für den Panzerbau. Die Ansaldo Munitionsfabrik in Fossati (Genua) wurde umgebaut um dort künftig Panzer produzieren zu können. Dort entwickelten die beiden Firmen eine modifizierte Version des CV.29, welche nicht gegen die Lizenz von OTO versties. Das erste Modell war der CV.33 (später L3/33), der mit einer einfachen MG bewaffnet war. Dieses Modell wurde allerdings bald durch den neuen CV.35 (L3/35) ersetzt.
Dadruch das die Modelle sehr schnell und günstig produziert werden konnten, waren im Jnui 1936 bereits 1.100 CV.33 und CV.35 vom Produktionsband gelaufen.

Bei den Kämpfen im spanischen Bürgerkrieg stellte sich die L3-Serie als sehr anfällig gegen alle Arten von generischen Geschossen heraus. Auch in Äthiopien waren die Leistungen der Panzer unzureichend.Es dauerte bis 1938, als dann endlich bedeutende Änderungen bei der Panzerentwicklung vorgenommen wurden. Doch zu diesem Zeitpunkt befand sich die italienische Panzerentwicklung bereits 4-5 Jahre hinter der, der anderen Staaten.

In militärischen Kreisen war die Panzerentwicklung stets ein Thema, doch eine klare Linie dafür gab es nicht. Erst am 19. November 1938 wurde eine eindeutige Politik diesbezüglich erkennbar, als fest gelegt wurde, welche Panzerfahrzeuge die Armee benötigte. Es wurde unterteilt in L (leichte) und M (mittelschwere) Panzer.
Die L-Panzer sollten ein Gewicht von ca. 5 t haben und mit einer MG bewaffnet sein. Die M-Panzern wurden in zwei Typen unterschieden: ein Typ mit 7-10 t, bewaffnet mit einer doppelten MG und einem mit 11-13 t Gewicht und einer 37mm Kanone.
Im Folgemonat wurden die Vorstellungen konkreter und so sollte der L-Panzer mit einem 13,2 mm MG im Rumpf, der leichtere M-Panzer mit einer 20mm Kanone im Turm und der schwerere M-Panzer mit einer 47mm Kanone im Turm bestückt werden. Es wurde auch ein Konzept für einen schweren (P) Panzer vorgestellt, der auch mit der 47mm Kanone bewaffnet werden sollte.
Der schwerere M-Panzer sollte der spätere M 11/39 sein. Er sollte als Unterstützungsfahrzeug für die Infanterie dienen. Er entsprach jedoch nicht ganz den vorherigen Überlegungen, so war sehr langsam und seine 37 mm-Kanone war im Rumf befestigt. Im Turm befand sich eine Doppel-MG. Am besten lies er sich gegen aufgeklärte statische Ziele einsetzen.
Im Dezember 1939 gab der italienische Kriegsminister Pariani den Auftrag, 100 dieser Panzer zu produzieren, welche bereits im Mai und November 1939 geliefert wurden. Eine zweite Serie mit 400 Fahrzeugen beinhaltete einige Änderungen am Panzer, so wurde er im Turm mit einer 47mm Kanone bestückt, was dann den ersten Vorstellungen der Armee entsprach. Da für den M 11/39 nicht genügend 47mm Kanonen vorhanden waren, wurden die 37mm L/40 Kanonen der alten Mod 30-Panzer genutzt. Mit 70 dieser Panzer wurden in Ialtien zwei Panzer-Bataillone aufgestellt, 24 Panzer kamen nach Ostafrika.
Keiner dieser Panzer überlebte lange, da seine Panzerung völlig unzureichend war, die Bewaffnung verlatet und die Fahrzeuge über keinen Funk verfügten.
Der leichtere M-Panzer wurde von Ansaldo produziert. Die Firma begann mit der Entwicklung eines 6 t-Panzers, bewaffnet mit einer 20mm Kanone im Turm. Dieser sollte auch als Export-Panzer dienen, nach dem zuvor erfolgreich der Großteil der CV-Serie ins Ausland verkauft wurde.
Als Deutschland im September 1939 in Polen einmarschierte, baute Italien weitherin seine kleine L3-Serie. Es wurden 3 Panzer-Divisionen damit ausgerüstet.Ein M 13/40 in Italien 1941

Panzerentwicklung während des Krieges

Bei Eintritt in den Krieg im Juni 1940, verfügte die italienische Armee über 1.320 L3/35 Panzer, 127 alte Mod 21 und Mod 30 Panzer, 100 M11/39 Panzer, 34 1ZM und 48 Fiat 611 Fahrzeuge. Dies war weit entfernt vom Status einer beeindruckenden Armee.
Die Bemühungen der Firma Ansaldo, den M 11/39 zu modernisieren (Turm-Bewaffnung und Funk), wurden schnell wieder aufgegeben, da dafür die Ressourcen fehlten und sich bereits der niedrige M 11/39 und die 47mm L/32 Pak bei der Infanterie als primäre Waffe etabliert hatte.
Es wurde versucht die 47mm L/40 Kanone kraftvoller zu gestalten, doch die neue Version dieser Kanone war bei ihrem erscheinen Mitte 1942 bereits völlig veraltet.
Ein neues Modell der M-Serie erschien Ende 1939 als M 13/40, wovon 400 Fahrzeuge gebaut wurden. In Vorbereitung auf den Kriegseintritt, wurden im März 1940 241 weitere Fahrzeuge geordert. Diese wurden Anfang 1941 nach Nordafrika verschifft und erwiesen sich als Schlagkräftiger gegenüber dem M 11/39. Trotzdem waren auch diese neue Serie stark unterbewaffnet und untermotorisiert.
Der Ruf nach einem leistungsstärkeren Motor wurde laut, somit erschien das Modell M 14/41, welches sich aber nur durch den veränderten Motor von den vorigen Modellen unterschied. Anfangs sollten 1.810 M13/40 produziert werden, doch diese Zahl wurde im September auf 710 reduziert, um so Kapazitäten für den neuen M14/41 frei zu machen.

Der letzte Fortschritt Italiens bei der Entwicklung von mittelschweren Panzern, war der M 15/42. Dieser beinhaltete zwei wesentliche und einige kleinere Änderungen. Die alte 47/32-Kanone wurde gegen die neue 47/40 ausgetaucht. Die zweite größere Änderung war der Austausch des Diesel-Motors gegen ein Benzin-Motor, mit dem eine höhere Geschwindigkeit erreicht werden konnte. Weitere Änderungen waren eine stärkere Turmpanzerung und Änderungen an der Elektronik. Die ersten Panzer dieses Modells liefen erst 1943 vom Band und kamen somit nicht mehr in Nordafrika zum Einsatz.

Das Modell, das als leichter M-Panzer vorgesehen war, wurde ein reiner leichter Panzer und erhielt die Bezeichnung L6/40. Obwohl wer sehr fehlerbehaftet war, war er eine große Weiterentwicklung gegenüber der L3-Serie. Er verfügte über eine bessere Panzerung und Bewaffnung, auch wurde er ür den Einsatz von Funk in den Fahrzeugen bereit gemacht. Sein größter Mangel jedoch, dass seine Besatzung aus gerade mal 2 Mann bestand. Während ein mann sich vollständig auf das fahren konzentrieren musste, war der Andere für alle übrigen Aufgaben zuständig. Vergleicht man diese 2-Mann-Besatzung mit den Besatzungen der Panzer anderer Nation, die einen Kommandeur, Richt-  und Ladeschützen, Fahrer, Funker usw. enthielten, fällt einem dieser bedeutende Nachteil schnell auf.
Der L6 war der einzigste Panzer der von den Italienern an der Ostfront eingesetzt wurde. Von 583 geforderten L6-Panzern wurden ab 1940 nur 300 ausgeliefert, die Fahrgestelle der übrigen wurden zur Herstellung von Sturmgeschützen genutzt.

Ein schwerer Panzer, der P 40, wurde ab 1940 entwickelt. Für diesen musste allerdings das Fahrgestell der M-Serie (mittelschwere Panzer) eingesetzt werden. Der erste Prototyp wurde 1942 getestet. Nach dem die Bewaffnung und Motorisierung immer weiter entwickelt werden mussten, wurden nur einige wenige Modelle gebaut. Zum Kampfeinsatz kamen diese jedoch nicht mehr.

Insgesamt war der sog. Flaschenhals der italienischen Panzerproduktion, dass nur eine Panzerfabrik für mittelschwere Panzer und nur einen Motorenhersteller gab.
Im Oktober 1939 teile die Firma Ansaldo dem Kriegsministerium mit, das deren Kapazität lediglich 25 Panzer pro Monat zuließe. Unter Verwendung der Fossati-Munitionsfabrik konnte man die Kapazität um 50% erhöhen. Nach diesen Zahlen mussten sich also weitere Planungen richten. Einige tage später gab Kriegsminister Pariani in Auftrag, dass der M13 mit einer Stückzahl von 15 im Monat produziert werden solle, nach vier Monaten stieg die Anzahl auf 30 im Monat und im Jahr 1941 auf 36 Panzer im Monat. Bis zum Kriegseintritt schaffte man es die Kapazitäten auf 78 Panzer pro Monat zu erweitern. Zum Vergleich: England produzierte 400 leichte Panzer im Monat.

Mehr Kapazitäten liesen die stark begrenzten Ressourcen aber auch nicht zu. Durch spätere Luftangriffe der Alliierten, sanken die Produktionszahlen fast auf null.
Durch die begrenzten Ressourcen wäre es sicherlich sinnvoll gewesen, alte Panzermodelle zu modernisieren und auf einen gewissen Standard zu bringen, doch irgendetwas in dieser Richtung wurde nicht unternommen. Lediglich einige Fahrzeuge der L3-Serie wurden 1939/40 mit 20mm Kanonen ausgerüstet. 84 wurden 1942/43 in Flammpanzer umgebaut.
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Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 31. Dezember 2009 um 18:38 Uhr
 

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