Japan Panzer und gepanzerte Fahrzeuge Panzerentwicklung vor dem Krieg
Panzerentwicklung vor dem Krieg
Japan war außerhalb Europas und Nordamerikas die einzigste Nation, welche Panzerfahrzeuge im Zweiten Weltkrieg in größerer Stückzahl entwickelte und produzierte.
In den 30er-Jahren produzierte Japan mehr Panzer als die meisten europäischen Nationen. Dies war auf den Konflikt in China zurückzuführen. Die Panzertechnologie in Japan war zu diesem Zeitpunkt den Technologien in anderen Nationen überlegen, besonders was die Innovationen und die Dieselmotoren betraf. 1940 waren die japanischen Panzerkräfte die fünftgrößte Weltweit. Sie wurde nur durch die Panzerstreitkräfte Deutschlands, Großbritanniens, Frankreichs und der Sowjetunion übertroffen.

Japanische Panzereinheiten spielten zwischen Dezember 1941 und Januar 1942 eine Schlüsselrolle bei den Siegen gegen die US-Armee auf den Philippinen und gegen die britische Armee in Malaysien.
Nach 1941 fiel der strategische Fokus der Japanischen Armee auf die Weiterentwicklung von Kriegsschiffen und der Luftstreitmacht, daher lies die Weiterentwicklung von Panzern in den letzten Jahren des Krieges stark nach.
Bei den Kämpfen in den Jahren 1944 und 1945 stellten die japanischen Panzer keine größere Bedrohung mehr für die Alliierten dar, da diese zu diesem Zeitpunkt bereits stark veraltet waren.
Die wenigen Neuentwicklungen wurden 1945 auf den japanischen Heimatinseln stationiert um so eine drohende Invasion zu unterbinden.

Entwicklung



Typ 89 mittelschwerer Panzer

Anfang des 20. Jahrhunderts stellte Japan fest, dass die eigene militärische Technologie den Technologien in Europa weit hinter her lag. Es wurden Anstrengungen unternommen um die europäischen Technologien den japanischen Bedürfnissen anzupassen. Besonders bei der Entwicklung von Kriegsschiffen spielte die britische Technologie eine große Rolle.

Nach dem Ersten Weltkrieg begann Japan mit der Modernisierung seiner Armee, basierend auf den Erfahrungen aus diesem Krieg.
Zu Testzwecken wurden aus Europa einige Panzer gekauft, bspw. ein britischer Mark IV im Oktober 1918.
1919 wurden 6 britische Whippet- und 13 französische Renault FT-Panzer gekauft. Diese Panzer wurden von der Infanterie und den Kavallerieschulen genutzt. Zwei Whippet-Panzer wurden während des russischen Bürgerkrieges bei Wladiwostok eingesetzt.

Die ersten japanischen Panzereinheiten wurden 1925 gebildet: 5 Renault FT-Panzer wurden der 1. Panzer-Abteilung der 12. Division zugeteilt und die Whippet-Panzer bildeten eine Abteilung in der Infanterieschule Chiba.
Erste Erfahrungen mit diesen Panzern führten dazu, dass die Japanische Armee nun selbst Panzer entwickeln lies. Das 4. Militärlabor des technischen Amtes der Japanischen Armee in Okuba, welches für Fahrzeugentwicklungen zuständig war, erhielt erste Entwicklungsaufträge.
Der erste Prototyp der japanischen Entwicklung glich dem französischen Char 2C-Panzer. Er wurde im Sommer 1926 in Osaka fertig gestellt, doch er war mit seinen 18 t viel zu schwer. Später wurde auf dieser Grundlage die schweren Panzer Typ 91 und Typ 95 entwickelt, für welche es aber innerhalb der Japanischen Armee keine Verwendung gab. Insgesamt sah man innerhalb der Japanischen Armee keinerlei Verwendungszweck für derartige Panzerentwicklungen.

Während dieser Entwicklungszeit machte die britische Firma Vickers ein Angebot für ihren Prototyp Model C, welcher im März 1927 dann nach Japan geliefert wurde. Während der japanischen Tests mit dem Modell C-Prototyp von Vickers fing die Benzinleitung Feuer, woraufhin sich die japanischen Ingeneure für den Einsatz von Dieselmotoren entschieden.
Eine weitere Entwicklung eines leichten Panzers wurde unternommen und 1929 für den Einsatz innerhalb der japanischen Armee akzeptiert. Diese Entwicklung war der Typ 89 Yi-Go. Trotz seines Gewichts von rund 10 t wurde er als mittelschwerer Panzer klassifiziert.

Die Produktion des Typ 89 wurde an die japanische Firma Sagami übergeben, doch die beschränkten Kapazitäten der Firma veranlasste die Sagami den Großteil der Produktion an mehrere private Firmen abzugeben. Mitsubishi erhielt ebenfalls Teile der Produktion. Sie baute eine neue Panzerfabrik für den Typ 89.

Die erste Produktionsreihe erhielt einen 118 PS Benzinmotor. Dieses Modell erhielt die Bezeichnung Typ 89A bis Mitsubishi 1934 einen Dieselmotor mit 120 PS fertig gestellt hatte. Die Ausführungen mit Dieselmotor erhielten dann die Bezeichnung Typ 89B Otsu.
Kontinuierlich wurde an kleineren Verbesserungen des Typ 89 gearbeitet, welche auf den Truppenerfahrungen beruhten.

Erste Kämpfe

Weil die Produktion des Typ 89 nicht vor 1931 begann, orderte die Japanische Armee 1930 10 französische Renault NC 1 Panzer. Diese Panzer wurden bei den ersten Kriegseinsätzen bereits genutzt. Die 1. Panzerkompanie mit Renault FT und NC wurde im Januar 1932 in die Mandschurei verlegt. Dort kämpfte die Kompanie nahe Harbin.
Die 2. Kompanie mit Typ 89 Panzern und 10 Renault NC Panzern wurden im Februar 1932 in Shanghai eingesetzt. Hier schlug sich der neue Typ 89 sehr gut, während die Renault-Panzer mehrere Ausfälle hatten. Die Rnault NC-Panzer wurden danach aus dem Verkehr gezogen.
Nach Kämpfen der 1. Panzerkompanie mit chinesischen Truppen in der Provinz Jehol im März 1933, wurde die Kompanie mit Typ 89 Panzern ausgerüstet.

Die Produktion des Typ 89 kam erst nach 1933 richtig in Gang, als der Typ 89B mit Dieselmotor zur Verfügung stand. Er war der meist produzierte Typ mit 291 von 400 Fahrzeugen die bis 1939 produziert wurden.
Der Typ 89B war der erste mit Diesel betriebene Panzer in Serienproduktion weltweit.

Der Beginn der Serienproduktion von Panzern in Japan führte zur Aufstellung der ersten drei Panzer-Regimenter: das 1. Regiment mit Ranault FT in Kurune, das 2. Regiment mit Whippets in der Chiba Panzerschule und das 3. Regiment, das ebenfalls in Kurume gebildet wurde.
Das 1. Panzer-Regiment war das erste Regiment das zum Kriegseinsatz kam, als es zu Kwantung Armee in China verlegt wurde.

Typ 92 Kavallerie Panzer


Die japanische Kavallerie prüfte den Typ 89 ausführlich und kam zu dem Entschluss, dass der Typ 89 mit seiner Höchstgeschindigkeit von 24 km/h nicht für mobile Operationen ausreichte.
Japanische Offiziere prüften 1932 den Panzer der Firma Christie in den Vereinigten Staaten, doch als nach einem Manöver auf dem Truppenübungsplatz Aberdeen mechanische Probleme auftraten, zogen sie ein Exportangebot für diesen Panzer zurück.
Als Ergebnis dieser Tests wurde die japanische Firma Ishikawajima (Heute Isuzu) mit der Entwicklung eines neuen Panzers beauftragt. Dieser neue Panzer war der Typ 92, welcher ab 1933 in Produktion ging.

Sein Gewicht betrug nur 3,9 t, allerdings war seine dickste Panzerung auch nur 6 mm stark. Bewaffnet war er lediglich mit MGs.
Die Kavallerie kam zu einem befriedigendem Ergebnis, doch sein Turm war schlecht verschweißt und seine Kampfkraft war nicht ausreichend. Seine Aufhängung musste drei mal überarbeitet werden. Obwohl er im großen Stile in China eingesetzt wurde, war der Typ 92 eine Fehlentwicklung und seine Produktion wurde stark limitiert.

Typ 94 Tankette


Einen großen Einfluss auf die japanische Panzerentwicklung nahm die Entwicklung der Tankette in Europa in den frühen 30er Jahren, hauptsächlich durch die Carden Loyd Mk. IV Tankette.
Die Japanische Armee orderte 6 dieser Tankette, welche 1930 geliefert wurden. Japanische Offiziere waren der Ansicht das das Design der Tankette für einen praktischen Nutzen zu klein sei, ähnlich wie der französische UE dieser Zeit. Der UE wurde mehr als Infanterieunterstützungsfahrzeug gesehen. Inspiriert durch den UE und den Mk. IV entwickelte die japanische Firma Hinor den Tokusho Keninsha/TK (Spezial Traktor). Der Tk war größer als der Carden Loyd und entsprach mehr dem Design des leichten Panzers von Vickers dieser Zeit. Er besas einen Frontantrieb und war im Turm mit einer MG bewaffnet.
Der Tk wurde als Typ 94 bezeichnet und galt als Infanterieunterstützungsfahrzueg, der auch Munition und Ausrüstung über das Schlachtfeld transportieren konnte.

Der TK wurde in Kompanien aufgeteilt und Infanteriedivision zugeteilt. jede Kompanie bestand aus 4 Zügen mit jeweils 4 Tankette.
Der Typ 94 war der meist produzierte Panzer in den 30er Jahren in Japan und wurde hauptsächlich in China eingesetzt.
Ab den japanischen Kriegsplanungen 1934 wurde die Produktion stark angehoben. Bei diesen Planungen wurde ein möglicher zukünftiger Krieg mit der Sowjetunion miteinbezogen. Für diesen Fall mussten 30 Infanteriedivisionen modernisiert werden. 24 von ihnen sollten in der Manschurei stationiert werden.

Nach dem bessere Panzer, wie der leichte Panzer Typ 95, entwickelt wurden, wurde die Tankette trotzdem noch weiter produziert. Der Grund waren die niedrigen Produktionskosten, bspw. kostete der Typ 94 nur 50.000 Yen, während der leichte Panzer Typ 95 98.000 Yen kostete.

Typ 95 Ha-Go leichter Panzer


Erste Erfahrungen in China mit dem neuen mittelschweren Typ 89 und dem Kavalleriepanzer Typ 92 waren zufriedenstellend, doch die Einheiten bemängelten das der Typ 89 zu langsam sei um mit den motorisierten Infanterieeinheiten mithalten zu können. Beim Typ 92 wurde die dünne Panzerung bemängelt.
Im Juli 1933 komplettierten die Infanterie- und Kavallerieschulen eine Designstudie die auf den beiden bisherigen Designs basierte.
Der neue Panzer hatte ein Gewicht von 7 t und war mit einer 37 mm Kanone bewaffnet. Zum Einsatz kam der gleiche Dieselmotor wie er im Typ 89B zum Einsatz kam, jedoch nur mit der Hälfte des Gewichts. Dies hatte eine schnellere Höchstgeschwindigkeit zu Folge.
Der Bau dieses Panzers wurde Mitsubishi zugeteilt und im Juni 1934 konnten mit einem ersten Prototypen erste Tests absolviert werden.
Nach intensiven Tests durch die Infanterie und die Kavallerie wurde der leichte Panzer modifiziert und der Selbständigen Brigae im Norden der Manschurei zugeteilt. Die Tests bei winterlichen Verhältnissen verliefen sehr gut und so wurde im Juni 1935 von Mitsubishi ein zweiter Prototyp vorgestellt.
Das Design war so zufriedenstellend, dass die Produktion des nun bezeichneten Typ 95 Ha-Go (leichter Panzer) in Auftrag gegeben wurde.

Die Prototypen waren mit einer 37mm Kanone bewaffnet und mit einem Ein-Mann-Turm ausgerüstet. Bevor die Serienproduktion begann, wurde entschlossen ein weiteres MG einzubauen, ähnlich wie beim Typ 89B.
Weitere kleinere Änderungen wurden kurzfristig einbezogen, wie z.B. ein breiterer Turm um so mehr Munition aufnehmen zu können.

Die ersten produzierten Panzer dieser Reihe wurden Einheiten in der Nordmandschurei zugeteilt. Ein Problem wurde bisher übersehen, denn das Fahrzeug hatte starke Probleme beim Überqueren von Feldern und Äckern. Um dieses Problem zu lösen wurde die Aufhängung modifiziert. Für die Fahrzeuge in der Mandschurei eingesetzt werden sollten wurde die neue Aufhängung eingebaut, beim Großteil der produzierten Fahrzeuge kam jedoch die Standardaufhängung zum Einsatz.

Typ 97 Te-Ke Tankette

Nach einigen Erfahrungen mit dem Typ 94 in China, entschloss sich die Japanische Armee den Treibstoff für Fahrzeuge zu standardisieren. Hierzu sollten alle Fahrzeuge mit einem Dieselmotor ausgerüstet werden.
Der Typ 94 sollte weiter entwickelt werden und eine bessere Bewaffnung erhalten. 1936 stellte die Firma Hino den Prototyp Typ 94 vor, der mit einer 37mm Kanone bewaffnet und von einem Ikegai Dieselmotor angetrieben wurde. Vom Design her entsprach er dem Typ 94 mit Frontmotor und hinterem Turm.
Die Tests verliefen nicht zufriedenstellend und so wurde kam es zu einem alternativen Design, bei dem der Motor weiter nach hinten versetzt wurde.
Ein zweiter Prototyp wurde dann im November 1937 vorgestellt, der schließlich als Einsatzfähig gesehen wurde. Er erhielt die Bezeichnung Typ 97.
Nach dem kleinere Fehler ausgemerzt wurden, ersetzte der Typ 97 den Typ 94.
Der Typ 97 Tankette wurde primär in den Aufklärungsregimentern der Infanteriedivisionen eingesetzt.

Typ 97 Chi-Ha mittelschwerer Panzer


Obwohl der Typ 89 das Rückrat der Panzertruppe in China darstellte, war er 1935 bereits weitgehend veraltet. Sein größtes Manko war immer noch die niedrige Geschwindigkeit.
1935 wurde mit der Entwicklung eines neuen mittelschweren Panzers begonnen. Diese Entwicklung wurde Teilweise durch den neuen britischen A6-Panzer mit seiner 47mm Kanone beeinflusst.
Hauptsächlich sollte die neue Entwicklung einen schnelleren Panzer hervorbringen. Als Bewaffnung sollte die 57mm Kanone, welche bereits im Typ 89 zum Einsatz kam, dienen. Die Panzerung sollte nicht zu Dick sein um so ein leichtes Gewicht zu behalten und die Produktionskosten niedrig zu halten.

Die dickste Panzerung betrug 33 mm. Der Turm war nur mit 26mm gepanzert. Die dünnste Panzerung betrug 12 mm. Der gesamte Panzer war genietet.
Die Panzerung genügte den Ansprüchen der 30er Jahre, doch nach dem sich der Krieg 1941 ausbreitet war diese nicht mehr ausreichend.

Mitsubishi legte zwei Entwürfe vor: den Chi-Ha, der durch einen 170 PS Dieselmotor angetrieben wurde und den leichteren und günstigeren Chi-Ni, der einen 135 PS Dieselmotor besaß. Die Entscheidung zwischen diesen beiden Entwürfen wurde im Sommer 1937 gefällt, als der Krieg in China ausbrach. Nach dem das Militärbudget in Japan angehoben wurde, entschied sich die Japanische Armee für das leistungsfähigere Modell und so sollte der Chi-Ha der neue mittelschwere Panzer Typ 97 werden.
Der Typ 97 beinhaltete die Aufhängung des weiter entwickelten leichten Panzers Typ 95, doch es kamen 6 anstelle der 4 Räder zum Einsatz.
Vier Mann benötigte man als Mannschaft.

Die Produktion begann 1938 und einige Typ 95 wurden in China und der Mandschurei eingesetzt. Dort wurden sie den neuen Panzerregimentern zugeteilt.
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