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| Führung von vorne |
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Führung von vorne ist ursprünglich ein taktisches Konzept der Kriegsführung, welches eng mit dem Prinzip des Gefechts der verbundenen Waffen einher geht. Führung von vorne bedeutet, dass ein Befehlshaber seine Truppen direkt an der Front befehligt und nicht in einem Stab hinter der Front. So kann er taktische Entscheidungen schneller und effizienter treffen. Außerdem kann er das Gefecht der verbundenen Waffen durch eine besser Übersicht der Sachlage besser einschätzen. Im Ersten Weltkrieg war die Führung von hinter der Front zur üblichen Vorgehensweise geworden. Höhere Kommandeure waren nie oder selten direkt bei der Front, sondern beobachteten allenfalls aus rückwärtigen Beobachtungsstellungen das Kampfgeschehen, auch, weil es an den nötigen Kommunikationsmitteln fehlte. Zwischen den Weltkriegen wurde dieser Führungsstil besonders in der deutschen Reichswehr und später in der Wehrmacht einer scharfen Analyse unterzogen und von den Taktikern Erwin Rommel und Heinz Guderian scharf kritisiert. Sie waren der Meinung, daß ein Befehlshaber, insbesondere von schnellen Einheiten in Bataillons- bis zur Divisionsstärke, zusammen mit der Auftragstaktik und der Einführung des Systems des Gefechts des Verbundes aller Waffen seine Truppen besser von der Front aus kommandiere könnte. Er könnte nur dort einen guten Eindruck von den taktischen Erfordernissen des Kampfes erhalten. Im zweiten Weltkrieg führten Guderian und Rommel mit dieser Taktik sehr erfolgreich ihre Einheiten durch den Polen- und Frankreichfeldzug. Danach wurde diese Taktik bei der Wehrmacht von allen schnellen Panzer-Einheiten und der Mobilen Infanterie übernommen. Bei der langsamen Infanterie blieb es weiterhin bei der Gefechtsführung von hinter der Front. Dabei traten aber auch vermehrt die Schwachstellen dieses Führungsstils zutage. So kam es vor, das Befehlshaber oft stundenlang von ihren Stäben abgeschnitten waren und somit nicht zur Führung ihres gesamten Verbandes zur Verfügung standen, so z.B. Rommel vor Tobruk. Auch war grundsätzlich die Verfügbarkeit von Führungsmitteln in Frontnähe geringer als in rückwärtigen Befehlsstellen, Führen von vorn war also prinzipiell erst möglich durch die breite Verfügbarkeit von Funkgeräten. Eine weitere Gefahr war, dass der Befehlshaber über den unmittelbaren taktischen Eindrücken das Gesamtbild verlor und sich im Kleinkrieg verzettelte. Problematisch ist außerdem die Bevormundung der untergeordneten Führung, durch den vor Ort befindlichen Befehlshaber, so dass deren Initiative und Autorität leiden kann. Kommentare (0)
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