Blitzkrieg

Die Taktik des Blitzkrieges hatte Erich v. Manstein erfunden und wurde von Heinz Guderian perfektioniert, ihr Ziel war es die feindliche Front zu durchbrechen, den Feind einzukreisen und seine gesamten eingekesselten Streitkräfte zu vernichten.
Wenn z.B. eine Panzerdivision den Feind angreifen sollte, dann fuhren gepanzerte Wagen voraus, deren Aufgabe es war nach feindlichen Stellungen zu suchen und, wenn möglich, ihre Stärke auszukundschaften. Diese Aufklärungseinheitn wurden von der Luftwaffe und der Artillerie unterstützt. Die Aufklärungseinheiten standen in direktem Funkkontakt mit dem Truppenkommandeur und erstatteten sofort Bericht wenn sie den Feind gesichtet hatten.
Sie rückten dann so schnell wie möglich vor - immer unter dem direkten befehl des Kommandeurs, diesem unterlag dann auch die Entscheidung ob eine feindliche Stellung angegriffen oder umgangen werden sollte.
Die Panzer fahren mit Höchstgeschwindigkeit, Stellungen mit einer starken Verteidigung werden vermieden, ausgewählt werden schwächere Stellungen für einen schnellen und konzentrierten Angriff an einem schmalen Frontabschnitt, auf diesen Schwachpunkt konzentriert der Kommandeur so viele Streitkräfte wie möglich, damit der Schlag eine maximale Wirkung hatte.

Heinz GuderianGuderians Motto war "Klotzen, nicht kleckern!", das Ziel des ersten Angriffs war es ein Loch in die feindlichen Linien zu schlagen, einen Durchbruch zu machen, die Hauptstellungen des Feindes zu meiden, mit einem Panzertrupp hinter den Feind zu gelangen und seine Versorgungslinie und Kommunikationlinie unter Kontrolle zu bringen.
Dann sollte der Hauptteil der angreifenden Truppen als Angriffsspitze tief in feindliches Gebiet eindringen um so viel feindliche Truppen wie möglich einzuschliesen.
Motorisierte Infanterie sollte folgen die das Gebiet nach versprengten feindlichen Einheiten absuchen sollte.
Die Taktik "Blitzkrieg" erfodert Teamwork, eine genaue Zeitplanung, einen guten Kommandeur, ständigen Funkkontakt und wenn möglich den Überraschungseffekt, doch vor allem ist eines wichtig: Geschwindigkeit!
So verwundert es auch kaum das Guderians Spitzname "der schnelle Heinz" oder "Heinz Brausewetter" war.

Neben dem Panzer war der Sturzkampfbomber, kurz Stuka, ein weiteres wichtiges Element des Blitzkriegs. Die Unterstützung der Stukas war für die schnell vorrückenden Panzer von entscheidender Bedeutung: sie ersetzten konventionelle Artillerie in klassischen Schlachten. Der berühmteste Sturzkampfbomber war die Junker "Ju 87". Mit seinem dicken angewinkelten Flügeln und seinem fest installiertem Fahrwerk war der Stuka leicht zu erkennen, das Fahrwerk machte in eher zu einem plumpen, langsamen Flugzeug dessen Spitzengeschwindigkeit im normalen Flug bei 375 km/h lag, was selbst für die Maßstäbe von 1939 nicht besonders beeindruckend war. Voll bewaffnet transportierte ein Stuka eine Bombenladung von entweder einer 1.000kg-Bombe oder einer 500kg-Bombe und vier 100kg-Bomben.
Vor dem Sturzflug konnte der Stuka eine Höhe von 5.000m erreichen, bevor er zu einem Steilen, fast vertikalen Struzflug ansetzte um bei einer Höhe von 2.600m die Höchstgeschwindigkeit von 450km/h zu erreichen die dann Konstant blieb.
Die Bombe, bzw die Bomben, wurden automatisch in einer Höhe von 1.000m abgeworfen, dann schnellte das Flugzeug wieder nach oben - die Fliehkraft war so groß das die Piloten oft ohnmächtig wurden!

Stuka JU 87Die Taktik mit der die deutschen Panzer und Stukas eingesetzt wurden war ein schneller Schlag mit aller aufzubietenden Kraft. Für einen größeren Angriff verwendete man normalerweise eine ganze Gruppe, die aus 30 Flugzeugen bestand und das obwohl Deutschland während des Krieges zu keinem Zeitpunkt mehr als 350 besas.
Panzer und Stukas ergänzten sich noch in einem anderen wichtigen Punkt, nämlich in dem psychologischen Effekt den sie auf den Feind ausübten. Die Militärs gingen davon aus das die Panzer durch ihn einen weitaus negativeren Einfluss auf die Kampfmoral des Feindes hätten als es eigentlich ihrer Feuerkraft entsprach.
In ihrem ersten Einsatz über den Schlachtfeldern Europas, im spanischen Bürgerkrieg und dem Bomardement von Guernica lösten die Stukas Angst und Schrecken aus, dazu trug auch die Sirene bei die zusätzlich zum normalen Flugzeuglärm zu hören war, wenn er im Sturzflug, im typisch furchterregenden steilen Winkel, auf den Feind zu schoss.
Alles in allem war die Kombination aus Panzern und Stukas im Blitzkrieg eine Form des Offensivkriegs die verherendere Folgen hatte als es die Welt zu diesem Zeitpunkt je erlebt hatte.
Nach dem ersten Angriff auf Polen waren Guderians Aktionen im norden des Landes Beispiele für die Blitzkriegtaktik wie aus dem Lehrbuch. Sein Panzerkorps passierte die Grenze nördlich von Zempelburg woe es zu ersten Kriegshandlungen kam.
Dem Großteil der vorrückenden Truppen weit voraus durchbrach er die polnischen Linien, nahm sich kaum Zeit zur Pause, sondern kreiste Blitzschnell sehr viel stärkere Infanterieeinheiten ein. Getreu seiner eigenen Taktik überlies Guderian den Rest den nachfolgenden Streitkräften und preschte nach Osten wo er eine ähnliche Operation gegen einen anderen Teil der polnischen Armee durchführte.

Während der ersten 28 Tage des Polenfeldzuges drang Guderian 4.600km weit auf polnisches Terretorium vor. Dies war bis dahin der weiteste motorisierte Vorstoss in der Geschichte und brachte Guderian das "Eiserne Kreuz" ein.
Im Polenfeldzug setzten die Deutschen hauptsächlich den Panzerkampfwagen I ein, auserdem den Panzerkampfwagen II der mit 52km/h schneller als sein Vorgänger war und den Panzerkampfwagen IV der wiederum nur die Geschwindigkeit des PzKw I hatte (33km/h). Der Panzerkampfwagen III lag technisch auf halbem weg zwischen dem PzKw II und IV und brachte es auf eine Geschwindigkeit von 30km/h.

Allerdings hatten die Panzer einige technische Mängel: sie waren schlecht gepanzert und bewaffnet, nur der Panzerkampfwagen IV hatte genügend Feuerkraft um aus einer größeren Entfernung schiesen zu können, aber sie hatten alle eins gemeinsam und passten daher ideal zum Blitzkrieg: sie waren äuserst schnell und waren am effizientesten wenn es darum ging den Feind in einem Überraschungsangriff frontal anzugreifen und zu vernichten, was sowohl vom Panzerkommandanten als auch von der Mannschaft ein großes können erfoderte.
Später kam die Blitzkriegtaktik auch in Holland und Belgien zum Einsatz: Beide Länder wurden von 4 Panzerdivisionen, unterstützt von Stukas, überrannt. Sie machten sich die Erfahrungen die sie in Polen gewonnen hatten zu nutze und versetzten Soldaten und Zivilisten gleichermasen in Angst und Schrecken.
Guderian setzte beim Feldzug gegen Frankreich seine Blitzkriegtaktik fort und somit war auch Frankreich nach Polen und den Beneluxstaaten dank des Blitzkrieges gefallen.

Die Bezeichnung "Blitzkrieg" stammt von dem US-Amerikanischen Magazin "Time", dass das Wort "Blitzkrieg" zum ersten mal benutzte um den Polenfeldzug zu charakterisieren.

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