Die vier Schlachten um Charkow / Kharkov Drucken E-Mail
Geschrieben von: Administrator   
Montag, den 30. März 2009 um 00:57 Uhr

charkow 1939Charkow war die zweitgrößte Stadt in der Ukraine und die viert größte in der gesamten Sowjetunion. Sie wurde 1654 an der Stelle, an der die Flüsse Charkow und Lopan aufeinander treffen, gegründet. Sie war wichtiger Verkehrsknotenpunkt für die Strassen von Moskau, Leningrad und Kiew zur Krim und in den Kaukasus. Die Stadt wurde schnell zu einem militärischen und wirtschaftlichen Zentrum.
Die Industrialisierung in den 20er und 30er Jahren machten ais Charkow eine der wichtigsten Industriestädte der Sowjetunion. In der Stadt entstanden riese Fabriken und Werke, in denen Traktoren, Maschinenteile und auch militärische Ausrüstung produziert wurde.
1939 hatte die Stadt 830.000 Einwohner und war ein strategisch wichtiges Ziel während des Krieges. Insgesamt wechselte die Stadt zwischen Oktober 1941 und August 1943 vier mal den Besitzer.

Die erste Schlacht: Oktober 1941


Charkow gehörte zu den wichtigsten Zielen der Wehrmacht während der Anfangsphase der Operation "Barbarossa".
Ende September 1941 vernichtete Generalfeldmarschall Gerd von Rundstedt mit seiner Heeresgruppe Süd im Kessel von Kiew rund 650.000 Rotarmisten. Nach dem ihm befohlen wurde seine Offensive weiter fort zu setzen, organisierte er seine Armeen neu. Hierbei stieß die 6. Armee unter Generalfeldmarschall Walther von Reichenau direkt in Richtung Belgorod und Charkow. Die 17. Armee unter Generaloberst Hermann Hoth ging in Richtung Voroshilovgrad und nördlich des Flusses Donez. Die Panzergruppe 1 wurde in 1. Panzer-Armee umbenannt und marschierte in Richtung Rostov am Don, dass sog. Tor zum Kaukasus, unter Generaloberst Ewald von Kleist. Die 11. Armee von Generaloberst Erich von Manstein attackierte mit rumänischen Verbänden die Halbinsel Krim.

Stalin befohl die sowjetische Südwest-Front (Marschall Seman K. Timoshenko) und die Südfront (Marschall Cherevichenko) zur Verteidigung des Gebietes. Die Heeresgruppe Süd stieß schnell in Richtung Südost nach vorn.
Die 6. Armee (Reichenau) operierte beim Vormarsch der Heeresgruppe Süd an der äuseren nördlichen Flanke der Heeresgruppe und hatte die Aufgabe die Verbindung zur Heeresgruppe Mitte zu halten. Dies erwies sich als äußerst schwierig, da die 6. und 17. Armee immer weiter in den Südosten vorstiessen um die 1. Panzer-Armee, die in Richtung Rostov vorstieß, zu unterstützen. Reichenau war gezwungen seine Front sehr weit auszudehnen. Rundstedt warnte Hitler vor einer zu weiten Ausdehnung, da so eine zu große Lücke zwischen den beiden Heeresgruppen entstehen würde und so der Roten Armee die Gelegenheit für einen Gegenangriff gegeben würde.

Der deutsche Vorstoss wurde mittlerweile eher durch das sowjetische Klima und Wetter behindert, als von der Roten Armee. Am 6. Oktober 1941 setzte der Herbstregen ein und Schnee verwandelte die Landschaft in eine Schlammgrube. Der Nachschub kam dadurch vollständig zum erliegen. Bis zum 11. Oktober kamen die 6. und 17. Armee zum Stillstand, nach dem immer heftige Herbststürme über das Land fegten und der Regen immer stärker wurde.
Erst als nach dem 17. Oktober Nachts die Strassen zufrohren, konnten einige Kilometer zurückgelegt werden, doch Nachts gab es starke Schneestürme und es war bitter kalt. Die deutschen Soldaten waren nicht für einen Wintereinsatz ausgerüstet.

Trotz der Mobilisierung neuer Truppen schlugen alle Versuche Timoshenkos (40., 21., 38. und 6. Armee) fehl, westlich von Charkow eine Verteidigungslinie aufzustellen. Am 22. Oktober gelang es dem LV. Armeekorps (6. Armee, Reichenau) zwei Brückenköpfe über den Fluss Una zu bilden. Diese befanden sich wenige Kilometer südwestlich und südlich von Charkow, wo sogar eine intakte Straßenbrücke eingenommen werden konnte. Am Folgetag gelang es westlich der Stadt durch die russischen Linien zu brechen und die Vororte von Charkow zu erreichen.
Die Kämpfe forderten viele russische Opfer und das STAVKA befahl Timoshenko daraufhin sich hinter den Donez zurückzuziehen um so seine Linien zu verkleinern.Die 38. Armee (General Maslow) evakuierte Charkow und lies in der Stadt einige Einheiten zurück.
Am 24. Oktober nahm die 57. Infanterie-Division des LV. Armeekorps Charkow ein. Am folgenden Tag säuberte die 239. und 294. Infanterie-Division des XVII. Armeekorps die nördlichen Vororte.

Das Einsetzen des Winters gab der Roten Armee genügend Zeit die Stadt zu evakuieren und alle wichtigen Fabriken, Werkstätten und andere industrielle Einrichtungen zu vernichten. Stalins "Verbrannte Erde"-Taktik wurde mit großer Effizienz ausgeführt - bis die deutschen Soldaten Charkow erreichten, brannten bereits die meisten Gebäude in der Stadt.
Bis Ende Oktober war das Donezbecken bereits vollständig überrannt. Im November kam die Heeresgruppe allerdings zum Stehen, da aufgrund des Wetters kein Nachschub mehr möglich war und auch der russische Widerstand immer stärker wurde. Ein letzter Angriff sicherte Rostov.
An weitere Vorstösse war nicht mehr zu denken. Man musste bis zum nächsten Frühling warten.

Die Besatzung von Charkow

Charkow war nun für die folgenden 15 Monate unter deutscher Besatzung. Durch seine Frontnähe wurde Charkow niemals Teil des Reichskommissariat Ukraine. Kurz nach Einnahme der Stadt übernahm der Stab des LV. Armeekorps die Funktion als Stadtkommandantur. Die 57. Infanterie-Division wurde als Sicherungstruppe eingesetzt. Der Kommandeur der 57. Infanterie-Division, Generalmajor Anton Dostler, fungierte bis 13. Dezember als Stadtkommandant, als Charkow dann Heeresgebiet wurde und Generalleutnant Alfred von Puttkammer das Amt des Stadtkommandanten übernahm.
Die Administration der Stadt fiel in das Aufgabengebiet der Stadtkommandantur und der Feldkommandantur 757.

Als am 10. Oktober der sog. "Reichenau-Befehl" eintraf, gab es durch die Stadtkommandantur Übergriffe gegenüber der Bevölkerung von Charkow. Es wurde gezielt nach Kommunisten, Offiziellen, politischen Kommissaren, Spionen, Saboteuren und Juden gefahndet.
Bis zum 14. November gab es immer wieder heftige Explosionen durch zeitgesteuerte Sprengsätze, die die Rote Armee zurück gelassen hatte oder die durch Saboteure gelegt wurden. Einer dieser Sprengsätze tötete den Kommandeur der 60. Infanterie-Division samt seinem Stab. Als Vergeltungsmasnahme wurden 200 Bewohner fest genommen und einige von ihnen in der Stadt erhängt. Jeder Akt der Sabotage oder des Widerstandes wurde mit weiteren öffentlichen Hinrichtungen vergolten.

Am 14. Dezember befahl der Stadtkommandant die jüdische Bevölkerung in einer Siedlung vor Charkow zu sammeln. In zwei Tagen sammelten sich dort rund 20.000 Juden. Das Sonderkommando 4a der Einsatzgruppe C der SS, welches hinter der Frontlinie operierte, erschoss die ersten dieser Juden noch im Dezember. Nachkriegspropaganda berichtete davon, dass in dieser Siedlung die meisten Juden angeblich durch sog. "Gaswagen" getötet worden seien, doch eine derart große Menge an "Gaswagen", dazu noch unmittelbar hinter der Front, ist sehr unwahrscheinlich. Demnach wurden die meisten von ihnen erschossen oder erhängt.
Ein Ziel der deutschen Expansion im Osten war die wirtschaftliche Ausbeutung der Ukraine. Ein Großteil der Nahrungsvorräte in der Ukraine wurden Konfisziert und nach Deutschland gebracht. Dies resultierte in Nahrungsmangel innerhalb der gesamten Ukraine, speziell in Großstädten wie Charkow. Bis Januar 1942 zeigte rund ein Drittel der 300.000 zurückgebliebenen Einwohner Anzeichen von Unterernährung und einige starben an Hunger.Die zweite Schlacht: Januar -

Die zweite Schlacht: Februar 1943


Am 12. Mai 1942 startete Timoshenkos Südwest-Front eine Gegenoffensive mit 5 Armeen gegen Generalfeldmarschalls Fedor von Brocks Heeresgruppe B. Ziel war es, Charkow wieder einzunehmen und - wenn möglich - weiter nach Kiew vorzustossen.
Obwohl die russischen Speerspitzen die deutschen Linien an einigen Stellen durchbrachen und schnelle Fortschritte machten, gelang es den deutschen Verteidigern, nach dem der Überraschungsmoment verflogen war, am 17. Mai einen Gegenangriff zu starten.
Bis zum 23. Mai hatten sie die sowjetischen Armee südlich von Charkow eingekesselt und die restlichen Angreifer, die im Nordosten durchgebrochen waren, zurück über den Donez getrieben.
Als die Kämpfe am 28. Mai endeten, gingen 239.000 Rotarmisten in Gefangenschaft, weiters wurden 1.200 Panzer und 2.000 Geschütze erbeutet, Insgesamt wurden rund 500 sowjetische Flugzeuge abgeschossen. Russische Historiker nennen diese Kämpfe "Die zweite Schlacht um Charkow", doch in Wirklichkeit faden die Kämpfe außerhalb der Stadt statt.

Die eigentliche zweite Schlacht um Charkow und die erste Wiedereinnahme durch die Rote Armee fand in Folge der Vernichtung der 6. Armee in Stalingrad statt. Die Rote Armee nahm Charkow am 16. Februar 1943, 14 Tage nach dem die 6. Armee in Stalingrad kapitulierte, ein. Der Beginn der Gegenoffensive zur Einnahme Charkows begann schon einen Monat vorher:

Am Morgen des 13. Januar, als die 6. Armee bereits in Stalingrad eingeschlossen war, startete die Rote Armee ihre Winteroffensive in der Ukraine. Das STAVKA plante die Region zu säubern und die dort befindlichen 75 deutschen Division einzuschließen und anschließend zu vernichten. Hierzu wurden vier Armeen aufgestellt: Bryansk-Front, Voronezh-Front, Südwest-Front und die Südfront. Ihnen stand die Heeresgruppe B (Generaloberst Maximilian von Weichs) und die Heeresgruppe Don (Generalfeldmarschall Erich von Manstein) gegenüber.
Die Offensive wurde von der Voronezh-Front (Generalleutnant F.L. Golikov) eröffnet, welche die linke Flanke der Heeresgruppe B entlang des Don attackierte. Beim ersten Angriff gelang es der 40. Armee (Generalleutnant K.S. Moskalenko) durch die linke Flanke der ungarischen 2. Armee durchzubrechen. Obwohl die deutsche 2. Armee, welche sich nördlich davon befand, versuchte schnell einzugreifen um ihre südliche Flanke in Voronezh zu sichern, gelang es der sowjetischen 3. Panzer-Armee (Generalleutnant P.S. Rybalko) sich durch die ungarischen Linien zu schlagen und sich hinter dem ungarischen VII. Korps festzusetzen. Das italienische Alpini-Korps, das sich unmittelbar dahinter befand, sah seine Front langsam bröckeln.

Weiter südlich überquerten die Spitzen der 1. Garde-Armee (Generalleutnant V.I. Kuznetsov) den Aydar und den Donetz westlich von Voroshilovgrad. Bis zum 25. Januar klaffte schließlich eine riesige Lücke in der Front der Heeresgruppe B zwischen Voronezh und Voroshilovgrad.
An diesem Tag erweiterte die Rote Armee ihre Offensive Nordwärts. die 40. Armee durchbricht die nur leicht besetzte und überdehnte südliche Flanke der deutschen 2. Armee. Am nächsten Morgen attakiert die 13. Armee (Generalleutnant N.P. Pukhov) der Bryansk-Front (Generalleutnant M.A. Reuter) die 2. Armee im Norden. In wenigen Tagen waren die drei Korps der 2. Armee eingekesselt.
Während der Ausbruchsversuche hatte die 2. Armee nur eine schwache und angeschlagene Panzer-Division um den weiteren Vorstoss der Roten Armee in Richtung Westen aufzuhalten.
Die russische Offensive war nun richtig in Fahrt gekommen und während sich Reuters Bryansk-Front in Richtung Kursk durchkämpfte, stieß Golikovs Voronezh-Front in Richtung Charkow vor.

Mittlerweile attackieren weiter südlich zwei sowjetische Armeegruppen Mansteins Heeresgruppe Don. Von Osten aus macht die Südost-Front ebenfalls Druck auf die Heeresgruppe Don.
Die Heeresgruppe Don hat den Befehl nicht zurückzuweichen und seine Stellungen am Donez und südlich Rostov zu halten, um so den Rücken von Generalfeldmarschall Kleists Heeresgruppe A im Kaukasus frei zu halten.
Unter dem Druck der sowjetischen Offensive will Kleist seine Truppen nach Rostov evakuieren, doch Hitler besteht auf das Halten der Frontlinien. Manstein erbittet Hilfe um den Drcuk von seiner südlichen Flanke zu nehmen. Schließlich erlaubt Hitler am 27. Januar einer von Kleists Armee, die 1. Panzer-Armee von Generaloberst Eberhard von Mackensen, sich aus der Front zu lösen und sich nach Rostov zurückzuziehen um so die Heeresgruppe Don zu verstärken. Zur gleichen ZEit verspricht Hitler einen Gegenangriff aus dem Raum Charkow, wo ein SS-Panzerkorps, unter SS-Obergruppenführer Paul Hausser, mit den Divisionen "Leibstandarte" und "Das Reich" aus Frankreich eintreffen soll.

Am 29. Januar erneuert die Südwest-Front ihre Offensive. Drei Tage später ist die südliche Verteidigungslinie am Donez der Heeresgruppe B zusammengebrochen. Eine neu zusammen gestellte "Mobile Frontgruppe", unter Generalleutnant M.M. Popov, mit vier Panzerkorps un deinem Schützenkorps durchquert die mehrere Kilometer breite Lücke in der Frontlinie der Heeresgruppe B, überquert den Donez und stösst in Richtung Slavyansk vor, um so die deutschen Rückzugswege abzuschneiden.
Nördlich des Donez übergibt die Heeresgruppe B ihre zerschlagenen Teile seiner südlichen Flanke an die Armee-Abteilung Lanz (General der Gebirgstruppen Hubert Lanz). Diese besteht nun aus dem XXIV. Panzerkorps und dem Korps Cramer, den Resten von 6 angeschlagenen Infanteriedivisionen, Überlebender weiterer 5 Divisionen, der Panzergrenadier-Division "Großdeutschland" und einem Regiment der SS-Division "Das Reich". Die unmögliche Aufgabe der Armee-Abteilung ist es, Charkow und die nördliche Flanke der Heeresgruppe Don zu schützen.

Mit der Absicht einer Gegenoffensive befiehlt Hitler am 3. Februar dem SS-Panzerkorps unter Paul Hausser einen Vorstoss gemeinsam mit der SS-Division "Das Reich" und teilen der "Leibstandarte" aus dem südlichen Raum von Charkow nach Kupyansk, um von dort aus in den Rücken der vorstossenden Roten Armee zu fallen. Dies war jedoch ein äußerst unrealistischer Plan, denn die beiden Divisionen waren bereits mit der Verteidigung Charkows beschäftigt.

Am 5. Februar nimmt die 1. Garde-Armee Izyum ein, welches sich tief im linken Rückwärtigen Gebiet der Heeresgruppe Don befindet. Es gelingt ihr teilweise die Nachschubwege der Heeresgruppe abzuschneiden. Nach dem Manstein persönlich bei Hitler am 6. Februar in Rastenburg vorspricht, gibt ihm dieser widerwillig die Erlaubnis die 4. Armee (Generalleutnant Hoth) und die Armee-Abteilung Hollidt (General der Infanterie Karl Hollidt) westwärts hinter den Fluss Mius zurück zu ziehen.
Der Rückzug beginnt am 8. Februar. Am 18. Ferbuar haben beide Armeen den Mius überquert und nehmen die ein Jahr zuvor ausgebauten Stellungen der Heeresgruppe Süd ein.

Die Heeresgruppe A im Kaukasus lässt sich zurück fallen und erreicht die Ufer des Schwaren Meer. Die 400.000 Soldaten der Heeresgruppe sind nun von den anderen Teilen abgeschnitten und auf sich alleine gestellt.
Währenddessen, am 2. Februar, startet die Voronezh-Front die Operation "Zvezda" ("Stern"), welche den zweiten Teil der zuvor großangelegten Winteroffensive darstellt. An der rechten Flanke befinden sich die 60. und 38. Armee mit dem Ziel Kursk und Oboyan. An der Linken (die eigentliche Hauptstreitmacht) sind drei Armeen mit dem Ziel Charkow:
die 40. Armee greift auf direktem Weg Belgorod-Charkow an und flankiert Charkow von Nordwesten aus. Die neu gebildete 69. Armee greift direkt die Stadt durch Volchasnk an und die 3. Panzer-Armee flankiert Charkow im Südwesten.

Nun machen sich die Spuren der harten durchkämpften letzten Monate bemerkbar. Die Soldaten sind erschöpft und Müde. Hinzu kommen Munitionsmangel und Nachschubprobleme. Die Rote Armee kommt  nur langsam vorwärts. Erst am dritten Tag der Operation erreichen die ersten Panzer der 3. Panzer-Armee den Donez nördlich von Charkow. Weit hinter dem Zeitplan liegend, gelingt es ihnen jedoch nicht den Fluss zu überqueren. Das westliche Ufer wird von der SS-Division "Leibstandarte" erbittert gehalten. Jeder Versuch den zugefrorenen Fluss zu überqueren wird von der "Leibstandarte" zurück geschlagen und verursacht hohe Verluste an Soldaten und Panzern auf Seiten der Roten Armee. Weiter nördlich im Raum Prikolotnoye und Belyi Kolodez sind Teile der 3. Panzer-Armee in schwere Kämpfe mit der SS-Division "Das Reich" verwickelt.
Jedoch stellen andere Angriffe der Roten Armee weitere Bedrohungen für Charkow dar. Im Nordosten erreicht die 40. Armee am 9. Februar Belgorod und schafft es gegen die 168. Infanterie-Division einen Brückenkopf über den Donez zu bilden. Am gleichen Tag gelingt es der 69. Armee, nach äuserst heftigen Kämfen mit der Division "Großdeutschland", Volchansk zu erreichen.
Im Südwesten erreicht das 6. Garde Kavalleriekorps Andreyevska und nähert sich Merefa, dass nur noch wenige Kilometer vor Charkow liegt.
Die Einnahme von Belgorod durch die 40. Armee stellt für die deutschen Truppen östlich des Donez eine große Gefahr dar. Sie sind im Begriff eingeschlossen zu werden. Lanz erkennt die Gefahr und befiehlt den geordneten Rückzug bis an die Bororte von Charkow um dort eine neue Verteidigungslinie aufzubauen.
Östlich der Stadt zieht sich die "Leibstandarte" genau in dem Moment langsam zurück, als die 3. Panzer-Armee zum Großangriff übergehen will. Im Nordosten nutzt die Division "Das Reich" die Brücken bei Staryi Saltov zum geordneten Rückzug. Links der SS-Division "Das Reich" nimmt die Division "Großdeutschland" Sperrpositionen an der Hauptstraße von Belgorod nach Charkow ein. Am weit hinten liegenden Flügel versucht die 168. Infanterie-Division die Lücke zur 2. Armee zu schließen.

Am 9. Februar nimmt die 69. Armee die Verfolgung der sich zurück ziehenden deutschen Truppen auf. Die Armee überquert den nördlichen Donez und nähert sich Charkow, wo sie auf die Stellungen der SS-Division "Das Reich" treffen. Der weitere Vorstoß wird durch hartnäckigen Widerstand stark gebremst. Nur langsam gelingt es die äusere Verteidigungslinie vor Charkow zu erreichen. Hier gelingt es nicht die Linie zu durchstoßen und jeder Versuch fordert unzählige Opfer auf Seiten der 69. Armee.

In der Nacht von 9. auf 10. Februar gelingt es der 3. Panzer-Armee endlich auch den Donez zu überqueren. Das 15. Panzer-Korps sichert das Überqueren nahe Pechenegi, in dem sie die Stellungen der SS-Division "Leibstandarte" unter Feuer nimmt, welche allerdings zu Zeitpunkt schon mit seinem Rückzug begonnen hat.
Die Rote Armee beginnt umgehend mit den Angriffen auf die deutschen Verteidigungsstellungen bei Rogan, nur wenige Kilometer von Charkow entfernt. Alle Versuche die Stellungen am 11. Februar zu durchstoßen schlagen fehl. Zwischen 12-14 Februar gelingt es der 3. Panzer-Armee kleinere Fortschritte zu machen. Schließlich schafft sie es die SS-Division "Leibstandarte" vom äußeren Verteidigungsring in den inneren zurückzudrängen. Am 14. Februar kämpft das 15. Panzer-Korps, die 160. Schützen-Division und die 48. Garde-Schützen-Division im Industriegebiet in den Vororten von Charkow. Der Vorstoss der Roten Armee kommt allerdings fast zum erliegen und geht nur äußert langsam vorwärts.

Während die 69. und 3. Panzer-Armee ins Stocken geraten, gelingt der 40. Armee der entscheidende Durchbruch: Am 10. Februar attackiert die 40. Armee südlich entlang der Bahnstrecke Belgorod-Charkow und der Hauptstraße mit 4 Infanterie-Divisionen und dem 4. Panzer-Korps. Durch den Rückzug der 168. Infanterie-Division südwestwärts und dem Rückzug der Division "Großdeutschland" in Richtung Süden, sind die deutschen Linien ausgedünnt. Am 12. Ferbuar bricht das 4. Panzer-Korps (nun umbenannt in 5. Garde-Panzer-Korps) schließlich bei Zolochev durch. Alle Division stossen vor und bei Einbruch der Dunkeheit am 13. Februar erreichen die Panzer, unterstützt durch die 340. Schützendivision, den inneren Verteidigungsring im nördlichen Charkow.
Die Armee-Abteilung Lanz kämpfte vergeblich gegen die sowjetische Übermacht.
Anfang Februar erklärte Hilter Charkow zur Festung, obwohl Lanz schon zuvor erklärte, dass er nicht über die nötigen Truppen verfüge um die Stadt zu halten. Am 6. Februar gab Hitler bei einem Treffen mit Lanz die Befehle Charkow zu halten und gemeinsam mit dem SS-Panzerkorps einen Gegenangriff in Richtung Süden zu starten, um so die Lücke zu Mansteins Heeresgruppe zu schließen. Jedoch war Haussers SS-Panzerkorps unter einem derart starken feindlichen Druck, dass an eine Abgabe von Einheiten für einen solchen Gegenangriff gar nicht zu denken war.
Am 7. Februar warnte die Heeresgruppe B, dass keine "Ausreden" mehr akzeptiert werden. So kam es das Lanz am 10. Februar einen Gegenangriff für den folgenden Tag fest legte. Allerdings teilte er dem Kommandeur Weichs mit, dass er nun nur noch über 3 Divisionen ("Leibstandarte", "Das Reich" und "Großdeutschland") verfüge, mit denen er 4 sowjetische Armeen aufzuhalten habe, Charkow verteidigen muss und einen Gegenangriff durchführen soll. Er warnte vor dem Verlust Charkows und dieser Verlust sollte mit eingeplant werden.

Der Gegenangriff

Am 11. Februar startete das SS-Panzerkorps (Großteile der "Leibstandarte" und ein Panzergrenadier-Regiment der SS-Division "das Reich") seinen Angriff von Merefa aus in Richtung Südosten.
In 3 Tagen legte das Korps rund 50 Kilometer im verschneiten Gebiet zurück. Es gelang das 6. Kavallerie-Korps zurück auf seine Ausgangsposition im Raum Okhocheye zu drängen, wo es nach einer Serie von harten Kämpfen zum Großteil zerschlagen wurde.
Am Morgen des 14. Februar befahl Hitler die Front um Charkow unter allen Umständen zu halten, bis der Gegenangriff temporär gestoppt wird. An diesem Tag übernahm die Heeresgruppe Don den Befehl über die Armee-Abteilung Lanz. Die Heeresgruppe B wurde aus der Front genommen und Mansteins Heeresgruppe wurde in Heeresgruppe Süd umbenannt. Charkow war von nun an Mansteins Aufgabe.

Währenddessen führte die Rote Armee ihren Angriff auf die Stadt fort. Im Sektor der 40. Armee nahmen am Abend die 14. und 183. Schützen-Division Sokolniki, dass sich in den nördlichen Vororten befindet, ein und stoßen weiter in Richtung Innenstadt vor.
Die 340. Schützen-Division, verstärkt durch Teile der 25. Garde-Schützen-Division und Panzern, errreichen die nordwestlichen Vororte von Charkow.
Der Hauptteil der Truppen (5. Garde-Panzer-Korps, 305. Schützen-Division und die motorisierte 6. Garde-Schützen-Brigade) kämpft sich im Westen der Stadt in Richtung Süden und schneidet die Bahnverbindung und Strasse bei Lyubotin ab. Mit dem gleichzeitigen Vorstoss der 3. Panzer-Armee nach Osnovo, bleibt den deutschen Truppen in Charkow nur noch ein wenige Kilometer breiter Korridor nach und aus Charkow.

Die westlichen Vororte werden von der Division "Großdeutschland" verteidigt, "Das Reich", dem ein Regiment (bei der Armee-Abteilung Lanz) fehlt, verteidigt die Vororte im Norden der Stadt und ein Panzergrenadier-Regiment der "Leibstandarte" verteidigt in den östlichen Vororten. Die 320. Infanterie-Division hält den südöstlichen Sektor.

Am Nachmittag des 14. Februar erhält der Kommandeur des SS-Panzerkorps, Paul Hausser, Nachricht über bewaffnete Zivilisten in der Stadt, die das Feuer auf die deutschen Soldaten eröffneten. Neben der Gefahr bald von der Roten Armee eingeschlossen zu werden, sah sich Hausser nun auch noch einem Aufstand in Charkow ausgesetzt. Er befahl der Armee-Abteilung Lanz um 16:20 Uhr die Stadt aufzugeben, er selbst würde dies auch tun. Als bis 16:45 Uhr keine Rückmeldung von Lanz eintraf, gab Hausser den Befehl die Stadt in der kommenden Nacht zu evakuieren. Diesen Befehl gab Hausser gegen den Willen von Hitler, der die Stadt unter allen Umständen halten wollte.
Um 17:25 Uhr nahm Lanz Funkkontakt mit Hausser auf und macht klar, dass er nicht gegen den Befehl Hitlers handeln würde und hob Hausser Evakuierungsbefehl auf. Es kam zu einem verbalen Schlagabtausch zwischen Hausser und Lanz, in dem Lanz um 18:00 Uhr seinen Standpunkt nochmals klar machte. Um 21:30 gab Hausser schließlich nach und teilte mit, "Charkow bis zum letzten Mann zu halten".

Am nächsten Morgen, dem 15. Februar, gab Hitler Lanz den allenigen Befehl Charkow zu halten, doch es war bereits zu spät: Beim Morgengrauen startete die Rote Armee ihren letzten Großangriff auf die Stadt. Im Sektor der 40. Armee drangen die 340. Schützen-Division und das 5. Garde-Panzer-Korps im westlichen Teil der Stadt ein. Zwar wurden die russischen Panzer im verschneiten gebiet aufgehalten, doch die russische Infanterie drang weiter in die Stadt ein. Bis zum Nachmittag war der letzte deutsche Korridor aus der Stadt nur nich 2-3 Kilometer breit. Teile der SS-Division "Das Reich" zogen sich gegen den Befehl aus den nördlichen Vororten zurück. Die 69. Armee drängte nach und nahm die Stellungen der Division ein.
Im Sektor der 3. Panzer-Armee drangen das 15. Panzer-Korps und die 160. Schützen-Division in den Osten der Stadt ein. Hier kam es zu schweren Straßenkämpfen mit SS-Panzergrenadieren.
Um nicht in der Stadt eingeschlossen zu werden, handelte Paul Hausser am 15. Februar gegen die direkten Befehle Hitlers, Lanz und Manstein. Er ordnete um 13:00 Uhr an, seine Divisionen aus Charkow herauszunhemen und durch den schmalen Korridor im Südwesten bis an den Fluss Uda zurückzuziehen.

Am Morgen des 16. Februar stößt die 35. Schützen-Division (40. Armee), verstärkt durch eine motorisierte Schützenbrigade des 5. Garde-Panzer-Korps, von Westen her in die Stadt. Aus dem Nordwesten stösst die 183. Schützen-Division in die Stadt. Zur gleichen Zeit kämpft sich die 62. Garde-Schützen-Division (3. Panzer-Armee) in den südwestlichen Teil der Stadt.
Um 10:00 Uhr treffen sich das 15. Panzer-Korps und die 160. Schützendivision (3. Panzer-Armee) mit der 183. Schützendivision (40. Armee) am Dzerzhinsky-Platz mitten in der Stadt. Zur gleichen Zeit treffen die Speerspitzen der 3. Panzer-Armee auf das 5. Garde-Panzer-Korps (40. Armee) an der Sverdlov-Strasse. Bis zum Nachmittag des 16. Februar war Charkow wieder in sowjetischer Hand.

Nach Stalingrad war der Verlust Charkows für Hitler ein herber Rückschlag. Obwohl sich Hausser den Befehlen Hitlers widersetzte, wurde dieser nicht bestraft. Manstein und Lanz teilten zwar Haussers Ansichten und wussten das er die richtige Entscheidung getroffen hatte, doch sie wollten nicht gegen den Befehl Hitlers handeln.
Am 20. Februar wird Lanz durch den General der Panzertruppen Werner Kempf ersetzt.

Die dritte Schlacht: März 1943


Charkow März 1943 Waffen-SSDie dritte Schlacht um Charkow begann praktisch direkt nach der zweiten Schlacht.
Nach dem sich das SS-Panzerkorps zurück gezogen hatte, sammelte es sich im Raum Krasnograd, ca. 60 Kilometer südwestlich von Charkow. Zwischen der Armee-Abteilung Kempf (vormals Lanz) und der Heeresgruppe Süd (Manstein) klaffte noch immer eine riesige Lücke. Durch diese Lücke stiessen die sowjetische 6. und 1. Garde-Armee mit der mobilen Gruppe Popov südwestwärts in Richtung Dniepr. Die sowjetische Führung nahm an, das sich die Deutschen auf breiter Front zu diesem Fluss zurückziehen würden.

Am 17. Februar traf Hitler zu einem dreitägigen Besuch bei Manstein in Zaporozhye am Dniepr ein. Bei einer Konferenz am nächsten Tag (die sowjetischen Panzer befanden sich nur wenige Kilometer östlich der deutschen Positionen), überzeugte Manstein Hitler davon, dass die Priorität nicht auf der Rückeroberung Charkows liegen sollte, sondern dass die Lücke zwischen der Armee-Abteilung Kempf und der 1. Panzer-Armee geschlossen werden sollte.
Für diese Aufgabe wurde sollte die aus dem Kaukasus zurückgezogene 4. Panzer-Armee (Hoth) eingesetzt werden. Hoths erste Aufgabe war es, die beiden russischen Armeen, die mittlerweile den Dnjepr bei Dnepropetrowsk überquerten, zurückzuwerfen und diese bis über den Fluss Samara zurückzutreiben.
Zur Verstärkung erhielt Hoth von Hausser die SS-Divisionen "Das Reich" und die neu eingetroffene Division "Totenkopf". Hinzu kamen noch das XXXXVIII. Panzerkorps mit der 6. und 17. Panzerdivision von der Armee-Abteilung Hollidt.

Während Hoth die Rote Armee bei Dnepropetrovsk stoppte, attackierte die 1. Panzer-Armee (Mackensen) die Gruppe Popov und vernichtete diese.
Haussers SS-Panzerkorps begann mit seiner Gegenoffensive am 19. Februar. Während die "Leibstandarte" ihre Stellungen bei Krasnograd verbissen hielt, startete "Das Reich" einen schnellen Vorstoß über verschneite Felder, um so erfolgreich die Spitzen der 6. und 1. Garde-Armee abzuschneiden.
Am zweiten Tag war die Division mittlerweile gut 70-80 Kilometer vorgestoßen und überquerte den Fluss Samara und nahm anschließend Novo-Moskovs ein, in dem sie die Flanke der russischen 6. Armee attackierte.
Am Folgetag drehte die Division nach Osten ab und kämpft sich bis nach Pavlograd vor. Durch die schnellen Vorstösse der Division gelang es, die Rückzugswege der Roten Armee über den Dniepr abzuschneiden und große Verbände der Roten Armee südlich von Samara einzuschließen.
An den folgenden zwei Tagen, 22. und 23. Februar, gelang es der Division "Das Reich" Teile der eingeschlossenen Verbände zu vernichten und die Reste nördlich über den Samara zu treiben.

Währenddessen, am 22. Februar, erhält das SS-Panzerkorps die Division "Totenkopf". Die Division kämpft parallel links von der Division "Das Reich" und erreicht das nördliche Gebiet von Samara. Am 23. Ferbuar rollt sie weiter ostwärts. Am nächsten tag drehen beide Division nach Links ab und stoßen Seite an Seite nach Norden vor und zerschlagen so mehrere russische Verbände.
Östlich Pavlograd greifen die 6. und 17. Panzerdivision des XXXXVIII. Panzerkorps in die Kämpfe ein und stossen in Richtung Norden an der Seite der beiden SS-Divisionen vor. Dadurch schneiden sie die Nachschubwege der Roten Armee in diesem Gebiet ab.
Als die Kämpfe in vollem Gange sind, attackiert Mackensens 1. Panzer-Armee weiter östlich die mobile Gruppe Popov mit einem seog. "Scherenschnitt". Hierzu setzte Mackensen sein XL. Panzerkorps mit der 7. und 11. Panzerdivision, die SS-Division "Wiking" und die 333. Infanterie-Division ein.
Bis zum 24. Ferbuar war die Gruppe Popov eingeschlossen und teilweise vernichtet. Dennoch gelang es großen Teilen in Richtung Norden nach Barvenkovo zu flüchten.

Von den Erfolgen beeindruckt, entscheidet sich Manstein am 25. Februar seine beiden Panzer-Armeen in Richtung Norden vorstossen zu lassen um so in die südliche Flanke der Voronezh-Front zu stoßen. Mackensens 1. Panzer-Armee an der rechten Seite nimmt Petrovskoye und Izyum ein und unterbindet so den Rückzug der Roten Amee am Donez. Hoths 4. Panzer-Armee an der linken Seite sties nodöstlich vor und erreicht Lozovaya. Dort nimmt sie die Bahnverbindung nach Charkow ein.

Am 26. Ferbuar nimmt "Das Reich" Lozovaya nach schweren Straßenkämpfen ein. "Totenkopf" sicherte dabei die linke Flanke. Zwei Tage später nimmt die 17. Panzer-Division Petrovskoye am Donez ein. Durch die vergangenen Kämpfe streifen überall zerschlagene und versprengte russische Einheiten (hauptsächlich der 1. Garde-Armee) umher. Weiter östlich trifft das XL. Panzerkorps der 1. Panzer-Armee auf große Teile der 1. Garde-Armee und die zerschlagenen Reste der Gruppe Popov bei Barvenkovo. Die russischen Teile stellen sich einem letzten Kampf, bevor sie dann letztendlich vollständig zerschlagen werden.

Am 28. Februar befiehlt Manstein Hoth einen Vorstoß in Richtung Charkow, während Mackensen am Donez in Richtung Petrovskoye vorstoßen soll. Mittlerweile drängt die Zeit, denn langsam setzt Tauwetter ein. Die Strassen und Wege verwandeln sich bereits in schlammige Strecken und werden zunehmends unpassierbar.
Trotz dieser Umstände gelingt es beiden Armeen schnell vorzustoßen. Hoths 4. Panzer-Armee erreicht nach 5 Tagen bereits den Fluss Mosh, wenige Kilometer südlich von Charkow. Auf ihrem Weg traf die 4. Panzer-Armee immer wieder auf die zerschlagenen Teile der 1. Garde-Armee. Im Osten bei Krasnograd gelingt es dem SS-Panzerkorps drei russische Schützen-Divisionen (11., 184. und 219.) und drei Panzer-Brigaden (52., 88. und 113.) der russischen 3. Panzer-Armee einzuschließen. Diese Einheiten sollten eigentlich einen Gegenangriff am 28. Februar südwärts führen. Am folgenden Tag säubnerte die SS-Division "Totenkopf" diesen Kessel.
Am 6. März errichtet die "Leibstandarte" einen ersten Brückenkopf über den Mosh bei Bridok. Weiter östlich erreicht die 1. Panzer-Armee auf ganzer Linie den Donez.

Manstein und Hoth müssen sich nun entscheiden ob sie Charkow trotz der widrigen Wetterumstände angreifen. Durch die Erfolge am Mosh und durch einen erneuten Kälteeinbruch am 7. März entscheiden sie sich weiter in Richtung Charkow vorzustossen. Um nicht den Kontakt zur Armee-Abteilung Kempf zu verlieren, entscheiden sie sich die Sadt von Westen anstatt von osten her anzugreifen.
Das SS-Panzerkorps soll dabei die russischen Kommunikationswege in Charkows Westen abschneiden, um dann die Stadt zu umgehen und so von Norden aus anzugreifen. Damit wäre die Stadt eingeschlossen.

Erstaunlicherweise startete dieses Vorhaben sehr erfolgreich. Am 8. März stößt Haussers SS-Panzerkorps auf breiter Front zwischen Walki und Merefa vor. Auf einer Linie von West nach Ost kämpfen sich die Divisionen "Totenkopf", "Leibstandarte" und "Das Reich" nach vorne. An ihrer linken Flanke rückt die Division "Großdeutschland" nach vorne. Am 9. März erreichen die drei SS-Divisionen die westlichen Vororte von Charkow. Ihnen gegenüber stehen drei sowjetische Armeen: die 69. Armee nördlich, die 40. Armee südlich der Stadt und die 3. Panzer-Armee verteidigt innerhalb der Stadt.
In der Stadt selbst befinden sich das 1. und 2. Panzerkorps und die 48., 104., 305 und 307. Schützendivision.

Trotz der Befehle Mansteins und Hoths vom 8. Februar, auserhalb der Stadtgrenze anzuhalten, starteten die SS-Divisionen erste Angriffe auf die Verteidigungsstellungen der Roten Armee. Sie wollten die Niederlage wenige Wochen zuvor wieder gut machen.
Am 9. Februar um 12:15 Uhr funkt die 4. Panzer-Armee zum SS-Panzerkorps: Sobald sich die Möglichkeit ergibt, ist Charkow in einem schnellen Schlag einzunehmen. Dda sich diese Befehle vom vorherigen Befehl, kurz vor der Stadtgrenze anzuhalten, stark unterschieden, bat Hausser um Bestätigung.
Als bis 17:30 Uhr noch keine Bestätigung eintraf, ordnete Hausser einen Überraschungsangriff auf die Stadt für den nächsten Tag an.
"Das Reich" greift von Westen her, die "Leibstandarte" vom Norden und "Totenkopf" vom Norden und Nordwesten aus an.

Umgehend befahl Hoth Hausser sich an den ursprünglichen Plan zu halten und warnte vor einem Frontalangriff gegen Charkow, welcher in heftige Strassenkämpfe resultieren würde. Haussers SS-Korps setzte jedoch seine Angriffe fort. Hoth setzte weitere Funksrpüche an Hausser ab, die jedoch viel Spielraum für Interpretationen liesen: Die Stadt sei zu gefährlich besetzt, doch wenn sich eine Möglichkeit bietet, die Stadt in einem schnellen Vorstoss zu nehmen, sollte diese genutzt werden.
Dies war alles was Hausser für die Fortsetzung seines Angriffs benötigte.
"Das Reich" nahm seine Angriffsstellung westlich der Stadt ein. Die "Leibstandarte" brauchte bis 10. März um den Vorort Dergatchi nordwestlich von Charkow einzunehmen und befanbd sich nun in einer guten Ausgangsstellung für einen Angriff auf Charkow selbst.

Um 19:00 Uhr trafen Anweisungen von manstein ein, Charkow weiter nördlich zu umgehen, doch auch hier gab es großen Spielraum für Interpretationen: Wenn der feindliche Widerstand schwindet, ist Charkow einzunehmen.
Um 22:30 trafen neue Befehle von Hoth ein, nach denen Charkow von Osten her angegriffen werden sollte, nach dem die Einschliesung der Stadt abgeschlossen war. Hausser hielt sich jedoch an seinen eigenen Plan und setzte seine Angriffe fort.

Die "Leibstandarte" greift an

Kampfgruppe Witt in CharkowAm 4. März um 4:00 Uhr startet die "Leibstandarte" (SS-Oberstgruppenführer Sepp Dietrich) mit zwei Kampfgruppen in Regimentsgröße, aufgeteilt in vier Sturmgruppen, einen Angriff um die Hauptstrasse nach Charkow einzunhemen.
Von Nordwesten aus greift das 2. SS-Panzergrenadier-Regiment (SS-Standartenführer Georg Wisch), welches in zwei Gruppen aufgeteilt ist, entlang der Bahnlinie Belgorod-Charkow an. Rechts der Bahnlinie greift das II. Bataillon (SS-Sturmbannführer Rudolf Sandig) entlang der STrasse von Dergatchi an und erreicht um 5:30 Uhr die nordwestlich gelegene Siedlung Severnyi.
Das Bataillon kämpft sich von einer Verteidigungsstellung zur anderen.

Auf der anderen Seite der Bahnlinie stürmt das I. Bataillon (SS-Sturmbannführer Hugo Kraas) um 3:10 Uhr den nördlichen Vorort Alexeyevka. Der Angriff schlägt jedoch fehl, nach dem die russischen verteidiger einen Gegenangriff mit T-34 Panzern starten und eine Kompanie des Bataillons wieder aus der Stadt werfen.
Am frühen Nachmittag unternimmt die Luftwaffe eine Attacke mit Stukas auf die feindlichen Verteidigungsstellungen. Gleichzeitig nehmen die 4 Sturmgeschütze des Bataillons die Stellungen unter Feuer. Langsam gelingt es den Soldaten die Stellungen einzunhemen. Ein Sturmgeschütz wird dabei von einer russischen Pak abgeschossen. SS-Panzergrenadiere umgehen die westliche Flanke der Verteidiger und attackieren sie von hinten. Es gelingt in diesem Gebiet schlieslich Fuss zu fassen.

Der Hauptangriff der Division ging entlang der Hauptstrasse von Belgorod. Hier griffen das SS-Panzergrenadier-Regiment I (SS-Standartenführer Fritz Witt) und Panzer der II. Abteilung (SS-Sturmbannführer Martin Gross) des SS-Panzer-Regiment 1 an. bevor sie die Stadt erreichten, waren sie einem russischen Gegenangriff, der vom Flughafen Charkow aus geführt wurde, ausgesetzt. Um 7:50 Uhr errreichen sie schlieslich die Stadt und schlaten dabei mehrere T-34 Panzer aus. Bis zum Nachmittag hat die Kampfgruppe Witt die nördlichen Vororte in seiner Hand.

An der weiten linken Flanke, von nordosten entlang der Strasse von Zirkuny kommend, befand sich die Kampfgruppe Meyer, welche sich aus der Aufklärungs-Abteilung (SS-Sturmbannführer Meyer) und der I. Abteilung (SS-Sturmbannführer Max Wünsche) des SS-Panzergrenadier-Regiment 1 zusammensetzte. Hinzu kamen einige Fahrzeuge der SS-Panzerjäger-Abteilung 1.
Ihr Ziel war es, die östliche Ausfahrtsstrasse nach Rogan und Chuguyev einzunehmen. Nach dem die ersten T-34 ausgeschalten waren, nahm die Kampfgruppe an Geschwindigeit zu und kämpft sich bis entlang der Strasse bis zum Friedhof im Stadtteil Imeni Kirova. Hier muss sich die Kampfgruppe aufgrund von Treibstoffmangel vorerst eingraben. Die Kampfgruppe wird mehrmals von sich zurückziehenden russischen Einheiten angegriffen, die versuchen über diese Strasse Charkow zu verlassen.

"Das Reich" greift in die Kämpfe ein

Während die "Leibstandarte" erfolgreich vorrückt, beginnt "Das Reich" (SS-Oberführer Herbert Vahl) von Westen her Charkow anzugreifen. Um 8:00 Uhr startet das SS-Panzergrenadier-Regiment "Deutschland" (SS-Obersturmbannführer Heinz Harmel) seine Angriffe von Sinolisovska aus entlang der Plotava-Strasse. Nach dem der heftige Widerstand der russischen Verteidiger endlich gebrochen war, erreicht die Kampfgruppe "Harmel" um 16:00 Uhr den Vorort Zalyutino, wo sie von verschanzten russischen Pak, Panzerjägern, Artillerie und in Häusern verschanzten Soldaten aufgehalten werden. Ein vom Bahnhof Rychoff aus geführter Gegenangriff endete in einem blutigen Kampf.

Weiter südlich führt das SS-Panzergrenadier-Regiment "Der Führer" (SS-Obersturmbannführer Otto Kum) einen Unterstützungsangriff durch und kämpft sich in den Süden der Stadt und schneidet die Merefa-Strasse ab.

Um 15:05 trifft ein Befehl der 4. Panzer-Armee ein, welcher zu einer Meinungsverschiedenheit zwischen dem Kommandeur und dem Kommandeur des SS-Panzerkorps führt: Hotz befiehlt Hausser den Angriff im Westen der Stadt umgehend abzubrechen und die SS-Divison "Das Reich" als Sicherungstruppe dort zu lassen, während der Rest über den Norden gehend von Osten aus angreift. Dies war der ursprüngliche Plan für die Eroberung Charkows. Somit sollte der sowjetische Fluchtweg abgeschnitten werden.
Hausser war allerdings nicht bereit diesem befehl folge zu leisten. "Das Reich" war zu diesem Zeitpunkt in vollem Kampfeinsatz und ein herauslösen bestimmter Teile während der Kämpfe war zu riskant. Er erklärte, dass es auf Grund der Straßenverhältnisse und den Wäldern nördlich von Charkow eine Ewigkeit dauern würde seine Truppen über den Norden der Stadt zu führen. Schneller ginge es wenn die Division seinen Kampf fortsetzt und eine Strasse direkt in die Stadt öffnet.
Um 21:00 Uhr informierte Hausser Hoth über seine Pläne und teilte mit, dass er seinen Angriff mit den beiden Divisionen ("Das Reich" und "Leibstandarte" fortsetze, anstatt "Das Reich" in den Osten von Khrakov zu verlegen. Er wies die Division "Totenkopf" an, eine Kampfgruppe dort hin zu verlegen.

"Das Reich" setzte seinen Angriff schließlich fort. In der Nacht des 11./12. März umgeht die Kampfgruppe Harmel die feindlichen Pak-Stellungen in Zalyutino und bricht in die Häuser ein. in denen sich die Rotarmisten verschanzt hatten. Die Überraschung gelang und bis 4:40 Uhr waren alle russischen Pak erbeutet und ein Brückenkopf erstellt. Pioniere machten die Gräben für die Panzer passierbar.
Um 5:52 Uhr machte sich die Kampfgruppe auf den Weg in das Stadtzentrum. Am späten Mittag erreichen die Führungsspitzen der Kampfgruppe der Hauptbahnhof von Charkow.

In der Nacht um 1:15 Uhr wies Hoth Hausser wiederholt dazu an, "Das Reich" in den Osten der Stadt zu verlegen. Hausser antwortete erst um 11:35 und wiederholte seine Einwände vom Vortag. Um 11:50 Uhr meldete sich Hoth erneut mit einem äuserst scharfen Ton und wies Hausser an, seine Division umgehend über den Norden von Khrakov in den Osten zu verlegen. Diesesmal gehorchte Hausser. Am folgenden Abend stellte "Das Reich" den Kontakt mit der "Leibstandarte" im Nordwesten von Charkow her.

Am 12. März machte die "Leibstandarte" gute Fortschritte. Am Morgen brach die Kampfgruppe Sanding an der rechten Flanke durch die Verteidigungsstellungen in den nordöstlichen Vororten. Feindlichem Scharfschützenfeuer ausgesetzt erreicht sie um 10:15 Uhr den Nordteil Charkows. In der Abenddämmerung gelingt es Sandigs Bataillon den Nordbahnhof einzunehmen und Kontakt mit der Kampfgruppe Harmel ("Das Reich") herzustellen.

Sandings linker Nachbar, die Kampfgruppe Kraas, setzt ihren Angriff auf Alexeyevka fort. Nach schwerem Artillerie- und Nebelwerfer-Beschuss, dringen die SS-Panzergrenadiere in die Stadt ein und verfolgen die sich zurückziehenden Rotarmisten. Im Wohnviertel von Lisays Gora und Pavlovka kommt es zu blutigen Nahkämpfen. Mehrere sowjetische Abteilungen werden zerschlagen und 155 Gefangene genommen. Am Ende des Tages beziehen die beiden Kampfgruppen des SS-Panzergrenadier-Regiment 2 Verteidigungsstellung entlang der Katerinolavska-Strasse.

Das SS-Panzergrenadier-Regiment 1 überwindet den Widerstand in den nördlichen Vororten. In Kompanie-Gruppen aufgeteilt (jede mit einigen Panzern), kämpft sich das I. Bataillon (SS-Sturmbannführer Albert Frey) und das III. Bataillon (SS-Sturmbannführer Wilhelm Weidenhaupt) seinen Weg durch die einzelnen Wohnblocks. Als die Nacht hereinbricht, erreichen sie eine Linie nur zwei Strassen vom Dzerzhinsky-Platz entfernt.
Währenddessen durchquerte das II. Bataillon (SS-Sturmbannführer Max Hansen) am rechten Flügel des Regiments, mit Unterstützung der 7. Kompanie des SS-Panzer-Regiment 1, die russischen Linien und erreichen den westlichen Teil des Dzerzhinsky-Platz. Hier werden die Soldaten von feindlichen Scharfschützen unter Feuer genommen und es kommt zu vielen Opfern.

Kampfgruppe Hansen in CharkowFür den eigentlichen Angriff auf den Platz schickt Hansen seine Panzer nach vorne. Hansen kontaktiert Freys I. Bataillon an seiner linken Seite. Hansen teilt seine Soldaten auf: eine Hälfte geht rechts entlang durch den Park und Zoo zum Shevchenko-Denkmal in der Sumy-Strasse. Die andere Hälfte geht links entlang der breiten Allee ebenfalls in Richtung Sumy-Strasse.
Langsam kämpft sich die Kampfgruppe Hansen nach vorne und umkreist den Platz. Bis zum Abend erreicht er das östliche Ende, wo er auf den Rest der Kampfgruppe Witt in der Sumy-Strasse trifft.
Der hart umkämpfte Platz war das Wahrzeichen Charkows für beide Seiten. Die Deutschen benannten den Platz in "Platz der Leibstandarte" um.

Mittlerweile, um 11:30 Uhr, ruft das SS-Panzergrenadier-Regiment 2 sein III. (gep.) Bataillon ins Leben. Kommandeur wird SS-Sturmbannführer Jochen Peiper.
Auf den Halbkettenfahrzeugen rollt das Bataillon in die Stadt und schliest Kontakt mit Hansen am "Platz der Leibstandarte". Von hier aus rollt Peiper weiter in Richtung Südosten, wo er eine intakte Brücke über den Charkow einnehmen kann.

Am linken Flügel der Division befindet sich immer noch die Kampfgruppe Meyer, welche mittlerweile die wichtige Kreuzung der Strassen Volchansk und Chuguyev im Osten Charkows einnahm. Die Kreuzung war für die sich zurückziehenden Rotarmisten von wichtigster Bedeutung.
Den gesamten Tag über startete die Rote Armee Gegenangriffe auf die Stellungen der Kampfgruppe, welche von den anderen Einheiten abgeschnitten war. Lediglich am Nachmittag hatte die Kampfgruppe kurzen Kontakt mit Fahrzeugen der Kampfgruppe Peiper, die auf Patroullie waren.

Am nächsten Tag, dem 13. März, ging die Schlacht um Charkow weiter.
Von ihren Positionen am Dzerzhinsky-Platz aus, startete die Kampfgruppe Witt Angriffe entlang des Flusses Charkow. Weidenhaupts III. Bataillon ging in Richtung Osten und Hansens II. Bataillon kämpfte sich in den Süden in Richtung Peipers Brückenkopf.
Die Fortschritte waren sehr langsam. Überall hatten sich Rotarmisten verschanzt oder sich mit Pak eingeraben. Es kam zu mehreren heftigen Gefechten. Jedes Haus musste einzeln gesäubert werden. Russische Panzer lauerten in den Seitenstrassen und Hinterhöfen. Die russische Artillerie feuerte unentwegt auf die Brücke über den Charkow.

Freys I. Bataillon des SS-Panzergrenadier-Regiment 1 verlies das Gebiet am Flugplatz und überquerte den Charkow im Norden der Stadt. Das Bataillon sties entlang der Volchansk-Strasse vor um so die sowjetischen Truppen, die im Stadtzentrum kämpften, abzuschneiden.

Das Reich in CharkowIm südlichen Teil der Stadt, im Sektor des SS-Panzergrenadier-Regiment 2, entwickelten sich ebenfalls starke Kämpfe. Um 12:30 Uhr hatte Peipers III. Bataillon seinen Brückenkopf vergrößert und machte sich für einen Ausbruch entlang der Moskau-Strasse bereit. Eine halbe Stunde später stellte die Kampfgruppe Peiper die Verbindung zur Kampfgruppe Meyer an der Kreuzung Volchansk/Chuguyev her und konnte diese Entlasten.
Um 15:30 Uhr nutzt das I. Bataillon (Kraas) Peipers Brückenkopf und greift südwärts entlang der Michailovsk-Strasse an. An seine rechten Seite kämpft das II. Bataillon (Sandig) und überquert den Fluss an der Torgovchi-Strasse.

Um 7:45 Uhr morgens, nach dem eine Route für die Division "Das Reich" durch den Sektor der "Leibstandarte" geschaffen wurde, begann die Kampfgruppe Hamel über den Dzerzhinsky-Platz in die Stadtteile Litvinovska und Danilovka vorzustossen, um dort Positionen nordöstlich von Charkow einnehmen zu können. Am späten Nachmittag wurde die Kampfgruppe auserhalb der Stadt in schwere Kämpfe verwickelt. Die Kampfgruppe Hamel griff an der Seite der Kampfgruppe Baum (SS-Division "Totenkopf") südwärts in Richtung der Charkow-Chuguyev-Strasse an.
Die einzige noch in Charkow verbliebene Einheit der Division "Das Reich" war das II. Bataillon (SS-Sturmbannführer Bissinger) des SS-Panzergrenadier-Regiment "Deutschland". Dieses war für die Säuberungen im südwestlichen Teil der Stadt zuständig. Die isolierten russischen Einheiten in diesem Gebiet leisteten nur noch wenig Widerstand und wurden schnell überwältigt.
Am Abend des 13. März waren zwei Drittel von Khrakov in deutscher Hand.

Letzte Aufgaben der "Leibstandarte"


Während die Division "Totenkopf" und der großteil der Division "Das Reich" nun nordöstlich von Charkow kämpften, war es Aufgabe der "Leibstandarte" die verbliebenen Rotarmisten zu überwältigen.
Am 14. März sties die "Leibstandarte" auf breiter Front in Richtung Osten vor. Das SS-Panzergrenadier-Regiment 1 (Witt) klärte das Gebiet nördlich der Chuguyev-Strasse. Das SS-Panzergrenadier-Regiment 2 (Wisch) übernahm den südlichen Teil der Strasse und die Aufklärungs-Abteilung (Meyer) stiess direkt auf der Strasse vor.
Der Tag war von schweren Strassen- und Häuserkämpfen geprägt. Am spoäten Nachmittag waren jedoch die letzten Gebiete bereinigt. Charkow war nun vollständig in deutscher Hand.

Allerdings gab es noch immer vereinzelten Widerstand. Am 15. März säuberte die "Leibstandarte" die letzten Kessel im Industriegebiet im Südosten Charkows. Am gleichen Tag attakierte die Kampfgruppe Kumm ("Das Reich") die Traktorenwerke Charkows von Süden aus. Es dauerte bis zum nächsten Morgen, als dann endlich der riesige Fabrikenkomplex gesäubert war.
Einige Kilometer weiter östlich wartete die Kampfgruppe Hamel auf die Einheiten des XXXXVIII. Panzerkorps, welche Charkow südlich umgangen hatten. Die Division "Totenkopf" nahm Chuguyev ein und schloss so den Ring um Charkow. Die russische 3. Panzer-Armee hatte nun keinen Fluchtweg mehr über den Donez.
Dennoch gelang es mehreren sowjetischen Truppen der Einschliesung Khrakovs zu entgehen.
Zwar hatte Hausser mit seinem SS-Panzerkorps die sowjetische Offensive gestoppt und zweieinhalb sowjetische Armeen vernichtet - was rein zahlenmäsig an einem Wunder grenzte - , doch sein Frontalangriff auf Charkow ermöglichte es den Truppen der Roten Armee Khrakov östwärts zu räumen. Die Russen kämpften sehr hartnäckig um ihren Fluchtweg offen zu halten und starteten immer wieder Gegenangriffe mit Panzern gegen "Das Reich" und "Totenkopf". Die beiden Divisionen litten ab dem 14. März an Treibstoffmangel und konnten so den Fluchtweg nur sehr langsam verkleinern.

Nach dem Charkow gefallen war, brach der sowjetische Widerstand westlich des Donez zusammen. Am Morgen des 18. März attackierte das SS-Panzerkorps entlang der Bahnlinie in Richtung Norden bis nach Belgorod. Dort wurde die Stadt nach einem vier stündigen Ringen von der 69. Armee (Kazakov) befreit. Die Voronezh-Front zog sich in eilig ausgehobene Verteidigungsstellungen am östlichen Ufer des Donez zurück.
Damit war die sowjetische Winteroffensive zu Ende.

Die Widereinnahme Charkows wurde von den Deutschen als großer Sieg gefeiert. Die Schlacht des SS-Panzerkorps erhielt durch die Presse und die Wochenschauen große Aufmerksamkeit. Die Männer der SS-Divisionen wurden mit Auszeichnungen überhäuft. Nur wenige registrierten dass Paul Hausser, der Korps-Kommandeur, bei den Ehrungen ausgelassen wurde - Hitler hatte nicht vergessen wie sich Hausser gegen direkte Befehle widersetzte.

Die vierte und letzte Schlacht: August 1943


Die letzte Schlacht um Charkow war Teil der sowjetischen Großoffensive, welche am 2. August 1942 begann - dies war die erste Sommeroffensive die die Rote Armee im Zweiten Weltkrieg startete.

Der Plan
Die neue Offensive, Operation "Polkodovets Rumyantsev", wurde von Stalin am 22. Juni befohlen und von Marschall Georgi K. Zhukov koordiniert. Ziel war es, die nördliche Flanke der Heeresgruppe Süd zu attackieren, Charkow wieder einzunehmen und bis zum Dniepr vorzustossen.
Gegen Hoths 4. Panzer-Armee und die Armee-Abteilung Kempf setzte das STAVKA die Voronezh-Front (Vatutin) und die Steppe-Front (Ivan S. Koniev) ein. Letztere sollte dabei die Flanken der Voronezh-Front östlich und südlich von Belgorod sichern. Laut Plan sollten vier Armeen der Voronezh-Front südwestlich zwischen Akhtyrka und Charkow in Richtung Poltava vorstossen. Durch diesen Vorstoss sollten die 4. Panzer-Armee un die Armeeabteilung Kempf getrennt werden. Erstere sollte danach in Richtung Norden abgedrängt werden, in dem Charkow westlich umgangen wird. Danach sollte die Steppe-Front mit ihrer 7. Garde-Armee, 69. Armee und die frisch aufgestellten 53., 47. und 4. Garde-Armee direkt von Norden aus in Richtung Charkow vorstossen.
Weiter südlich sollte die Südwest-Front (Malinivski) zu diesem Zeitpunkt mit der 57. Armee Charkow südlich umgehen.

Das Stärkeverhältnis
Die Rote Armee hatte bis dahin eine überwältigende Streitmacht gegenüber den deutschen Truppen im Raum Kahrkov zusammengezogen. Gegenüber den beiden deutschen Armeen, welche eine Stärke von 15 Divisionen hatten (davon 3 Panzer-Divisionen), standen 11 sowjetische Armeen.
Auf sowjetischer Seite waren 717.000 Soldaten eingesetzt, auf deutscher Seite waren es gerade mal 200.000. An Panzern hatte Die Rote Armee 2.310 Fahrzeuge zur Verfügung, denen 150 deutsche Panzer gegenüber standen.
Bei der Artillerie sah es nicht viel anderst aus: 12.000 russische Geschütze gegenüber 3.000 deutschen.
Die Luftwaffe hatte 900 Flugzeuge der Luftflotte4 zur Verfügung. Auf sowjetischer Seite waren es 1.275 Maschinen.

Das besondere auf russischer Seite war, dass beispielsweise die Steppe-Front, als sie am 18. Juli einsatzbereit war, keine rückwärtigen Dienste hatte. D.h. keine Nachschubeinheiten usw. Bis zum 3. August stattete die Rote Armee ihre Armeen mit genug Munition für einen 12-15 tägigen Kampf aus. Weiters stand Treibstoff für 10-12 Tage und Nahrung für ca. 1 Woche zur Verfügung.
In der Nacht vom 2. auf den 3. August begaben sich die Voronezh und die Steppe-Front in ihre Ausgangsstellungen.

Der Kampf beginnt

Obwohl die deutsche Führung von einem geplanten Großangriff auf Charkow wusste, war der russische Angriff eine taktische Überraschung.
Nordwestlich von Belgorod, an der rechten Flanke der 4. Panzer-Armee und zwischen der Armee-Abteilung Kempf, stand die 167. Infanterie-Division. Am Morgen des 3. August eröffneten die Artilleriegeschütze von zwei sowjetischen Armeen (5. Garde-Armee und 5. Garde-Panzer-Armee) das Feuer auf den Abschnitt dieser einzigen Division.
Mehrere hundert Geschütze belegten einen 1,5 km breiten Abschnitt mit stundenlangem Trommelfeuer. Als der Beschuss um 8:00 Uhr nach lies, setzten sich die sowjetischen Panzer und Infanterie in Gang und begannen mit dem Angriff.
Um 11:00 Uhr treffen die ersten Sturmangriffe die deutschen Stellungen und Zukov setzt nun seine Panzer ein: 200 Panzer des 18. und 29. Panzerkorps brechen in die deutschen Linien, gefolgt von russischer Infanterie. Bis zur Dämmerung ist die 167. Infanterie-Division zerissen, ihre Regimenter zerschlagen und die Überlebenden nur noch ein Schatten ihrer selbst.

Ein ähnlicher Angriff trifft die 332. Infantrie-Division im mittleren Sektor der 4. Panzer-Armee. Hier greifen die 6. Grade-Armee (Generalleutnant Chistyakov) und die 1. Panzer-Armee (Generalleutnant Katukov) an.
Auch hier werden die Linien der Verteidiger unter massives Trommelfeuer genommen, gefolgt von Panzer und Infanterieangriffen. Nach dem die ersten Sturmangriffe die deutschen Linien aufbrechen, starten um 11:00 Uhr die Panzer des 6. und 31. Panzerkorps. Am Ende des Tages ist auch die 332. Infanterie-Division zerschlagen.
Am nächsten Tag, dem 4. August, fahren die Spitzen der 5. Garde-Panzer-Armee in Richtung Süden und kämpfen gegen die zerschlagenen Teile der 167. Infanterie-Division und die 6. Panzer-Division, die versuchte den Durchbruch aufzuhalten. Während des Tages gelang es eine mehrere Kilometer breite Lücke zwischen der 4. Panzer-Armee und der Armeegruppe Kempf zu schlagen.

Am 5. August gelingt es der Steppe-Front die Schlüsselstadt Belgorod einzunehmen. Während die 69. Armee (jetzt kommendiert von Generalleutnant Kryuchenkin) von Norden her aufschliest, überquert die 7. Garde-Armee (Generalleutnant Shumilov) den Donez in Richtung Süden der Stadt. Das 1. mechanisierte Korps geht westlich an der Stadt vorbei, um so die Strassen und Bahnverbindungen nach Charkow abzuschneiden.
Die deutsche Garnison kämpft bis sie schlieslich geschlagen wird. Dabei gibt es rund 3.000 gefallene deutsche Soldaten.

Um der neuen Offensive entgegenzutreten, lässt Hitler die Division "Großdeutschland" von der Heeresgruppe Mitte abziehen und aktiviert die 7. Panzer-Divisiov welche in OKH-Reserve lag.
Am nächsten Tag entschliest sich Hitler die SS-Divisionen "Das Reich" und "Totenkopf" im Sektor der Heeresgruppe Süd zu lassen, die "Leibstandarte" war bereits auf dem Weg nach Italien. Die beiden SS-Divisionen werden mit der 3. Panzer-Division in das III. Panzerkorps (General der Panzertruppen Hermann Breith) zusammen gefasst. Das Panzerkorps wird gemeinsam mit der SS-Division "Wiking" in den Sektor der Armee-Abteilung Kempf verlegt.
Zwischen 3. und 8. August sendet die Heeresgruppe A eine und die Heeresgruppe Mitte drei Infanteriedivisionen um Manstein zu unterstützen. Beide Kommandeure dieser Heeresgruppen teilten mit, dass sie nicht mehr Divisionen bereit stellen könnten, da sonst ihre eigenen Fronten bedroht wären.

Die Voroneth-Front setzte nun die 40. und 27. Armee an ihrem linken Flügel ein, um so die geschlagene Lücke zwischen den deutschen Linien zu vergößern. Ihnen gelingt es weit in die Lücke zu stossen und bedrohen dadurch die 57., 255., 332. Infanterie-Division und die 19. Panzer-Division mit der Einschliesung. Am 7. August beginnen diese verbände sich in Richtung Westen durchzukämpfen, wo sich die noch einzigste freie Strasse befindet. Einige Einheiten tarnten sich als russische Einheiten, doch die Rote Armee durchschaute den Plan und griff die Flüchtlingskolonnen mit Artillerie und Bombern an. Dabei wurden 50 deutsche Panzer zerstört und der Kommandeur der 19. Panzer-Division, Generalleutnant August Schmidt, getötet.
Die 13. Garde-Schützen-Division stürmte nach vorne um die flüchtenden deutschen Verbände bei Golovchino abzufangen, während die 6. Garde-Armee das Gleiche bei Borisovka tat. Einigen Einheiten gelang jedoch die Flucht.

Die Heeresgruppe Süd konnte der Roten Flut nur wenig entgegen setzen. Während die eingeschlossene 4. Panzer-Armee versuchte aus dem Kessel auszubrechen, befehligte Hoth die Division "Großdeutschland" in einen Brückenkopf östlich von Akhtyrka um so seine rechte Flanke zu stärken.
Bis zum 8. August war die Lücke in der deutschen Front noch größer geworden, sie war nun fast 50 Kilometer breit und bot der Roten Armee eine freie Strassenverbindung zum Dniepr.

Im Süden des sowjetischen Einbruches kämpfte die Armeegruppe Kempf gegen die Einschliesung durch die Steppe-Front.
Die 1. und 5. Garde-Panzer-Armee der Voronezh-Front rollten weiter in Richtung Charkow, wo die 106., 168., 198. und die 320. Infanterie-Division des XI. Armeekorps (General der Panzertruppen Erhard Raus) in ihren Verteidigungsstellungen fest saßen. Sie wurden durch die 3. Panzer-Division, den Resten der 167. Infanterie-Division und durch die 6. Panzerdivision, welche nun von der 4. Panzer-Armee isoliert waren, verstärkt.
Die drei SS-Divisionen "Totenkopf", "Das Reich" und "Wiking" kämpfen sich von Süden her an die Stadt heran. Bei ihrer Ankunft werden sie dazu befehligt Kempfs linken Rücken in Richtung Westcharkow zu schützen - Manstein wollte diese Divisionen eigentlich für einen Gegenangriff nutzen.
Durch die drei SS-Divisionen konnte eine Linie zwischen dem Fluss Merlya und Merefa gebildet werden und die Angriffsspitzen der 1. Panzer-Armee und 6. Garde-Armee südwestlich von Charkow abgelenkt werden.

Am 10. August griff die Südwest-Front in die Kämpfe ein. Am nächsten Abend überquert seine 57. Armee (Generalleutnant Gagen) den Donz und nimmt Chuguyev ein, welches sich nur ca. 35 Kilometer vo Charkow befindet.
Am 12. August bittet Kempf um die Erlaubnis aus Charkow ausbrechen zu dürfen um eine kleinere Frontlinie weiter südlich zu bilden. Mansteins stimmt diesem Plan zu, doch Hitler befahl die Stadt "unter allen Umständen zu halten". Kempf sagte auf Grund dieses Befehös ein neues Stalingrad voraus.
Am 14. August enthob Manstein (auf Druck von Hitler) Kempf von seinem Kommando und ersetzte ihn durch General der Infanterie Otto Woehler. Zwei Tage später wurde die Armeeabteilung in 8. Armee umbenannt.

In der zweiten Augustwoche war der Weg zum Dniepr noch frei. Die Rote Armee versuchte den Fluchtweg abzuschneiden, doch die deutschen Verteidiger hielten den Weg unter schweren Verlusten frei.
Die 5. Garde-Armee und 5. Garde-Panzer-Armee wurde nun gegen die linke Flanke der 8. Armee eingesetzt, wo die SS-Divisionen weiterhin versuchten die Front von Charkow fern zu halten. Ca. 90 Kilomteter weiter östlich, an der angeschlagenen rechten Flanke der 8. Armee, erweiterte die 57. Armee ihren Brückenkopf über den Donez im Raum Chuguyev, doch die erfahrenen deutschen Truppen, die zahlenmäsig weit unterlegen waren, brachten diese Offensive durch ihren hartnäckigen Widerstand ins Wanken.
Während die SS-Divisionen bei der Verteidigung vor Charkow gebunden waren, setzte Manstein die Verbände zur Schliesung der Lücke zwischen der 4. Panzer-Armee und der 8. Armee ein.
Am 18. August gehen die Division "Großdeutschland" und die 7. Panzer-Division aus ihrem Brückenkopf bei Arkhtyrka zum Angriff über. Ihnen gelingt es den südlichen Teil des Einbruchgebietes zu erreichen um dort die Verbindung  mit der SS-Division "Totenkopf" herzustellen. Es geling eine starre Front herzustellen. Um diesem taktischen Zug entgegenzuwirken, greift die Rote Armee am 18. August beide Flanken, nördlich und südlich Akhtyrka, an. Es gelingt dadurch eine neue Lücke in die nördliche deutsche Front zu schlagen.

Währenddessen erneuert Koniev seinen Angriff auf Charkow. Dazu hat er einen neuen Plan erstellt. Der Hauptangriff soll durch Managarovs 53. Armee durchgeführt werden, welche Charkow nordwestlich umgehen soll. Um die deutschen Verteidiger zu überraschen, soll diesmal nicht der übliche Angriff mit Katyushas ("Stalinorgeln"), gefolgt von Infanterie, erfolgen, sondern ein Angriff am späten Nachmittag, bei dem das Feuer der "Stalinorgeln" massiv auf die Kommandoposten der feindlichen Einheiten konzentriert werden soll.
Gleichzeitig soll die 69. Armee und die 7. Garde-Armee ihren Kampf von Norden und Nordwesten aus in Richtung Charkow fortsetzen. Die 57. Armee soll die Stadt weiter im Südwesten umgehen.

Der Angriff der 53. Armee startete am 18. August um 16:45 Uhr und traf die Verbindungsstelle der 3. Panzer-Division und der 168. Infanterie-Division. Sturmbataillone der 299., 84. und 116. Schützendivision brechen durch die deutschen Linien und stürzen sich auf die dichten Wälder im Nordwesten Charkows, wo sie gegen gegen die deutsche Aufklärung und Flugzeuge geschützt sind.
Bis zum 20. August haben Managarovs Truppen mehrere Brückenköpfe über den Uda westlich von Charkow erreichtet. Die 116. und 107. Schützendivision und die 89. Garde-Schützendivision machen sich bereit für den Angriff auf die westlichen Vororte von Charkow.
Die 69. und 7. Garde-Armee erreichen bereits die deutschen Stellungen in den nördlichen und östlichen Vororten.

Am gleichen Tag, dem 20. August, bittet General Woehler ( 8. Armee) um die Erlaubnis Charkow in der Nacht evakuieren zu dürfen. Wie schon Kempf zuvor, sah er keine Chance die Stadt zu halten.
Das XI. Armeekorps hat mittlerweile nur noch 4.000 Männer zur Verfügung - einen Soldaten für gut 10 Meter der Verteidigungslinie. Der Artillerie, die bisher schlimmeres verhindern konnte, ging langsam die Munition aus. Der Tagesverbauch der Panzer und Artilleriegeschütze musste halbiert werden. Insgesamt war die Nachschublage äuserst kritisch.

Widerwillig gab Hitler Manstein die Erlaubnis Charkow zu räumen, doch sollten alle Möglichkeiten genutzt werden um die Stadt zu halten. Hitler befürchtete nach Stalingrad einen weiteren Prestigeverlust, ganz besonders gegenüber der Türkei, denn im Frühjahr war der türkische Oberbefehlshaber Gast bei der Armee-Abteilung Kempf um die "unüberwindbare Verteidigung" zu inspizieren.

Am 20. August sah Manstein noch eine Chance Charkow zu halten und sendete die SS-Division "Das Reich" nach Osten um das XI. Armeekorps zu unterstützen. Am gleichen Tag wurde die 5. Garde-Panzer-Armee in den Südosten, näher an Charkow  befohlen. Der Plan war, entlang der Uda vorzustossen und die Strasse Charkow-Poltava und die Bahnverbidnung abzuschneiden, über welche die deutschen Truppen versorgt wurden.
Der Angriff startete am 21. August und kam umgehend in den sumpfigen Ufern des Uda und den deutschen Minenfeldern zum erliegen. Die erschöpfte 53. Armee zog sich am 22. August etwas zurück und sicherte seine Positionen bei Gavrilovka, wenige Kilometer westlich von Charkow.

Der Gegenangriff der SS-Division "Das Reich", welcher am Morgen des gleichen Tages von Süden aus auf Charkow-Poltava durchgeführt wurde, machte alle sowjetischen Pläne zunichte, verhinderte weitere Ausbrüche und brachte die Anzahl der sowjetischen Panzer innerhalb der 5. Garde-Panzer-Armee auch nur noch 111 Fahrzeuge.
Während die Reste der 3. Panzer-Division und der 168. und 198. Infanteriedivision an ihrer Linie entlang der Strasse und Bahnlinie hartnäckig verteidigten, startete "Das Reich" mehrere heftige Angriffe gegen die sowjetischen Panzer und mechanisierte Infanterie in Lyubotin und Korotich, etwas südlich der Strasse. Bis zum Abend waren beide Seiten total erschöpft und es gab riesige Verluste auf beiden Seiten. Die deutschen Linien hielten.

Am 21. August sah Manstein keine Chance mehr Charkow erfolgreich zu halten, da die Stadt mittlerweile fast vollständig von der Roten Armee umkreist war. Er gab Woehler die Erlaubnis sich "wenn es nötig ist" zurückzuziehen.
Obwohl der Gegenangriff der SS-Division "Das Reich" am 22. August die Lage etwas entspannte, teilte Woehler Manstein mit, dass er entschieden hat die Stadt zu räumen. Die Lage bei der Artillerie war mittlerweile so schlecht geworden, dass die Artilleristen ihre Geschütze zurück lassen mussten und als normale Infanterie kämpften.
Am Nachmittag teilte Hitler mit, das Aufgrund des erfolgreichen Gegenangriffs der SS-Division "Das Reich" die Stadt weiterhin zu halten ist. Beide, Manstein und Woehler, waren nun davon überzeugt das dies nicht mehr möglich sei und gaben den Befehl zum Rückzug.

Am Nachmittag des 22. August entdeckten sowjetische Aufklärungsflugzeuge die deutschen Kolonnen, welche sich aus Charkow in Richtung Südwesten zurückzogen. Am frühen Abend entdeckten sowjetische Aufklärungseinheiten ebenfalls große Rückzugskolonnen. Daraufhin wurde die STadt unter Beschuss genommen, worauf mehrere Treibstofflager explodierten.
Um 18:00 Uhr, als klar war, dass Rotmistrovs Panzer die deutschen Linien nicht durchbrechen konnten, gab Koniev seinen Armeen den Befehl einen Großangriff direkt auf Charkow zu starten.

Während der folgenden Nacht nahmen Artillerie und Mörser der 5. Garde-Panzerarmee und der 53. Armee, unterstützt durch sowjetische Jagdbomber, die deutschen Rückzugskolonnen unter Beschuss. Die 87. Garde- und die 107. Schützen-Division (53. Armee) erreichen den westlichen Teil der Stadt.
Die 183. Schützen-Division (69. Armee) stösst südlich entlang der Sumy-Strasse vor. Bis zur Dämmerung des 23. August haben die 89. Garde- und 183. Division den Dzerzhinsky-Platz ("Platz der Leibstandarte") erreicht. Die 89. Garde-Division hiesst die ersten roten Flaggen in der Stadt. Der Roten Armee gelingt es nur wenige Gefangene zu machen.
Um 11:00 Uhr ist der deutsche Rückzug aus Charkow vollzogen. Die Verbände nehmen Verteidigungsstellung im Süden beim Fluss Uda ein. Am Mittag erklärt die Rote Armee Charkow als frei von deutschen Soldaten.
Charkow hat seinen Besitzer nun das vierte und letzte mal gewechselt.
Kommentare (1)Add Comment
Tom
Mai 28, 2010
80.153.193.163
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Sehr schöner und detailierter Bericht!

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busy
Zuletzt aktualisiert am Montag, den 04. Mai 2009 um 16:25 Uhr
 

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