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| Unternehmen Edelweiß: Angriff des XXXXIX: Gebirgs-Armeekorps gegen den Hochkaukasus, Sommer 1942 |
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Im Rahmen der neuen deutschen großen Sommeroffensive 1942 sollte mit der Heeresgruppe A gegen den kaukasus vorgegangen werden und zwar sollte die 1. Panzerarmee die Ostetische und Grunsinische Heerstrasse sperren, im Vorstoß entlang des Kaspischen Meeres das Erdölgebiet von Baku in Besitz nehmen und als Fernziel die Grenze zum Iran gegen alliierte Hilfslieferungen an die Sowjetunion abriegeln. Der 17. Armee war die Aufgabe gestellt worden, erst die Ölfelder von Maikop zu besetzen und sodann mit dem V. Korps entlang der Küstenstrasse des Schwarzen Meeres und mit dem XXXXIV. Jägerkorps durch den Waldkaukasus in Richtung auf die Küste anzugreifen, um so im Zusammenwirken die ganze Schwarzmeerküste in Besitz bringen. Die Küste war wichtig, weil sie alle Häfen der sowjetischen Kriegsflotte berührten. Mit ihrer Inbesitznahme hätte die Schwarzmeerflotte ihre Basen verloren, außerdem verliefen hier mit Strasse und Bahn die einzigen Verbindungen nach der Türkei. Die gesteckten Ziele mochten zwar einerseits für die weitere deutsche Kriegsführung in Russland von besonderer Bedeutung sein, waren aber andererseits von vornherein als utopisch anzusehen, da sie allein schon entfernungsmäßig über 1.000 km von der Ausgangsbasis (4.500 km von der Heimat) entfernt lagen. Einen besonderen Auftrag hatte das XXXXIX. Gebirgs-Armeekorps unter der Führung von General Konrad erhalten. Es sollte unter dem treffenden Decknamen "Edelweiß", ohne Anlehnung links und rechts, unter Ausnutzung aller gangbaren Pässe den Hochkaukasus überschreiten und die Gegend von Suchum am Schwarzen Meer erreichen, um so der sowjetischen Küstenverteidigung in den Rücken zu stossen. Mitte Juli brachen die 1. und 4. Gebirgsdivision zu neuem Vormarsch auf, um nach Überschreiten des Don bei Rostow unter den Befehl des Korps zu treten. In endlosen, wochenlangen Märschen bei Tagesleistungen von 30 und 40 Kilometern, in ständige Staubwolken gehüllt, bei herrschendem Wassermangel und glühender Hitze bis über 40°C strebten die Marschkolonnen nach Süden, dem noch fernen Kaukasus zu, der die Gebirgssoldaten nach jahren des Kampfes im Flachland wie ein Magnet anzog. Noch nie war bisher einer Truppe zugemutet worden, bis über 1.000 km zu marschieren, um überhaupt erst das künftige Kampfgebiet zu erreichen. So forderte bereits der Anmarsch mit stellenweise harten Kämpfe gegen russische Nachhuten große Ausfälle an Männern und Tieren.Wie hoch oben im Norden die Tundra, so war auch der Kaukasus ein vollkommen unbekanntes Gebiet. Zwar flogen Aufklärer Reihenbildaufnahmen, auch standen einige Studien der Hochgebirgsschule Fulpmes zur VErfügung, doch da sie keine Einzelheiten des Geländes zur Kenntnis brachten, waren sie nicht verwendbar. Auch das vorhandene Kartenmaterial war mehr als dürftig und erhielt erest nach hervorragenden russischen beutekarten seine volle Brauchbarkeit. So waren z.B. das auf dem Elbrus befindliche große Haus, der wahre Zustand der wichtigen Suchum'schen Heerstrasse usw. gänzlich unbekannt. Trotz der mit großem Schwung geführten udnerreichten ersten bedeutenden Erfolge zeigte sich rasch schwerwiegende Nachteile. Eine Gebirgsausrüstung für den Kampf im Hochgebirge war nicht vorhanden, sie lagerte noch in Stalino, 1.000 km weit zurück. Die zwei schon durch den Anmarsch geschwächten Divisionen erfuhren eine weitere Minderung ihrer Stärke. So musste ein ganzes Bataillon der 1. Gebirgsdivision (I./99) an die 1. Panzerarmee abgegeben werden. Ein Bataillon der 4. Gebirgsdivision wurde zunächst Korpsreserve, ein weiteres Bataillon war infolge Mangels an Tragtieren unbeweglich geworden. Alle motorisierten Teile, darunter z.B. auch die schwere Artillerie, mussten schon in den Vorbergen zurück bleiben, weitere Teile wurden zum Einsatz gegen bald auftretende Partisanen im rückwärtigen Gebiet benötigt. Das ganze zu überschreitende Hochgebirge war nur zu Fuß und mit Tragtieren auf schlechten Pfaden und Stegen begehbar. Da auch keine Feldküchen folgen konnten, musste sich die Truppe monatelang selbst verpflegen. Beide Divisionen konnten nur je eine Angriffsspitze mit je zwei Bataillonen bilden, die bereits wieder nach knapp drei Wochen zurück genommen werden mussten und dies vor allem aus Nachschubgründen auf viel zu langen und schwierigen Wegen, und auch wegen fehlender Verstärkungen. Der Feind hatte von vornherein den Vorteil viel kürzerer und weitaus besserer Wege aus der Küstengegend und konnte teilweise sogar auf festen Strassen mit Lkw in die Berge fahren. Obwohl durch den langen Rückzug vom Don bis zum Kaukasus schwer angeschlagen, war es erstaunlich, mit welcher Energie und Tatkraft die sowjetische Führung neue Truppen aufstellen und in den Kampf werfen konnte. Darunter waren meist Einheiten, die nicht für einen Gebirgskrieg ausgebildet und ausgerüstet waren, z.B. eine ganze Kavalleriedivision, die auf ihren Pferden in die Berge ritt, absaß und dann in den Bergkampf ging. Zudem wurden die Russen stark durch ihre Luftwaffe von nahen Flugplätzen unterstützt, während auf eigener Seite auser einigen Aufklärungsmaschinen kein einziges Flugzeug zur Verfügung stand. Waren alos auch hier wie an der Eismeerfront die langen Anmärsche, die zu schwachen Kräfte, das extreme Gelände, der schwierige Nachschub und der hartnäckig kämpfende Feind Gründe für ein Scheitern, so kam noch hinzu, dass sich durch Führungsmaßnahmen der Durchstoss durch das Hochgebirge immer mehr verzettelte, die an sich schon geringen Kräfte in neue Angriffsrichtungen aufgesplittet wurden und so auch neue Nachschubschwierigkeiten entstanden. Über die Verluste der 1. und 4. Gebirgsdivision liegen für diesen Zeitraum keine Gesamtzahlen vor. Sie dürften schätzungsweise zusammen etwa 300 Gefallene und 1.500 Verwundete betragen haben. Verwandte Themen
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| Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 09. Dezember 2009 um 01:36 Uhr |