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Dezember 1944: Im Kieler Hafen laufen die letzten Vorbereitungen für eine brisante Mission. Unter strengster Geheimhaltung beladen Soldaten der Kriegsmarine im Bunker "Kilian" das U-Boot-864. Mit an Board, Militärs und führende Wissenschaftler aus Deutschland und Japan. Sie hatten eine Todbringende Fracht. Doch Operation "Caesar" fliegt auf, die Engländer entschlüsseln den Funkverkehr. Die Mannschaft der "Venturer" nimmt die Verfolgung auf - ein dramatischer Wettlauf gegen Ende des Zweiten Weltkriegs. Vor der Küste Norwegens kommt es schlieslich zum Duell zwischen den Gegnern. Die fatale Begegnung ging als einziger U-Boot-Kampf unter Wasser in die Geschichte ein. U-864 war ein Boot des Typs IX-D2 und damit ein Ausnahmeexplempar. Mit 20 Knoten pro Stunde und fast 90 m Länge gehörte es zu den schnellsten und größten U-Boote seiner Zeit. Vorteile, die den Ausschlag gaben, die geheime Fracht mit U-84 zu transportieren. Im Freihafen Kiel bereitet die Mannschaft von U-864 das Schiff zum Auslaufen vor. Vor den Männern liegt eine gefahrenvolle Reise. Das Kommando führt Kapitän Ralf-Reiner Wolfram, ein bewährter Ausbilder jedoch ohne Erfahrung im Einsatz gegen den Feind. Auf fehlende Routine aber, nimmt im letzten Kriegsjahr niemand mehr Rücksicht. Unter Wolfrahms Verantwortung fällt die Geheime Operation "Caesar". Sie geniest oberste Priorität. In dunkelster Nacht nimmt die U-864 eine Reihe von Kisten auf. Nur wenige aus der Crew kennen den brisanten Inhalt. Die Instruktionen sind unmissverständlich: Kapitän Wolfram soll mit der U-864 die gegnerischen Linien durchbrechen und die Fracht sicher ans Ziel bringen - ebenso wie die deutschen und japanischen Wissenschaftler an Board. Ihr Auftrag lautet: die Konstruktion einer "Superwaffe" im Einsatz gegen die amerikanische Luftflotte. Am frühen Morgen des 5. Dezember 1944 sticht das Boot in See. Die geplante Route führt von Kiel aus über den Atlantik um Afrika herum bis zur Insel Penang in Malaysia. Zunächst lässt der Kommandant Kurs Nord einschlagen in Richtung Norwegen. Die Fahrt läuft gut an, ohne besondere Vorkommnisse. Längst halten die Royal Air-Force und die Royal Navy das Seegebiet unter Kontrolle, im Dauereinsatz jagen sie deutsche U-Boote - die einst gefürchteten Wölfe der See sind leichte Beute. In einschlägigen Archiven gibt es diverse Informationen über die Farht der U-864, so auch die Funkmeldung vom 11. Februar 1945 vom Befehlshaber West an Kapitän Wolfram: "Neue Eskorte wartet bei Hellisoy". Der Begleitschutz wollte von 4:30 Uhr bis 6:00 Uhr warten, ein Angebot das die U-864 nicht mehr annehmen kann. Von Kiel bis nach Farsund an der Südküste Norwegens pflügt die U-864 ungestört durch die Gewässer. Um nicht entdeckt zu werden fährt die Crew bei Tag über weite Strecken im Tauchgang. Nur hin und wieder riskiert Kapitän Wolfram einen Blick durch das Periskop. Am 29. September 1945 geht aus einem aufgezeichneten Funkspruch hervor, dass Kapitän Wolfram den Befehl gab auf 40 m Tiefe zu tauchen - wie sich herausstellte war dies eine fatale Entscheidung, denn die U-864 hat plötzlich Grundberührung. Das Aufsetzen auf dem Meeresgrund vor Farsund könnte Operation "Caesar" nachhaltig gefährden. Kapitän Wolfram lässt umgehend die üblichen Sicherheitschecks durchführen, Schiff und Ladung werden auf Schäden überprüft und die Ware hat es in sich: in den Kisten liegen Blaupausen, die neusten Triebwerke und andere Bauteile für das erste militärische Düsenflugzeug, entwickelt von Junkers, Walther, BMW und Messerschmitt. Den neuartigen Antrieb konstruierten die Ingeneure eigens für den Kampfjet Me-262. Deutschlands Verbündeter Japan braucht die technische Inovation dringend, denn die Truppen des Tenno konnten der amerikanischen Luftüberlegenheit im pazifischen Raum Ende 1944 nichts mehr entgegensetzen. Für die Japaner steht viel auf dem Spiel, um so wichtiger ist das Gelingen des heiklen Unternehmens. Operatrion "Caesar" war aber von Anfang an zum Scheitern verurteilt, denn Alliierten wussten Bescheid: der britische Geheimdienst hatte saubere Arbeit geleistet. Den britischen Abhör- und Deffischrierspezialisten gelang es den Code der legendären Enigma-Maschine zu knacken. So konnten sie den gesamten Funkverkehr der Deutschen lesen. besonders die Botschaften der U-Boot-Flotte zeichneten die Agenten minuziös auf und leiteten sie entsprechend weiter. Das Transportgut auf der U-864 war den Engländern demnach bis ins Detail bekannt, sogar wie die Wissenschaftler hiesen und der Deckname der Aktion, Operation "Caesar". An Fedje vorbei fährt die U-864 in den norwegiskchen Hafen Bergen, dem letzten Brückenkopf der Deutschen im Atlantik. Dort kommt die Crew am 5. Januar 1945 wohlbehalten an. Ein auserplanmäsiger Zwischenstop vor der langen Reise übers Meer. Im Trockendock des Bunkers "Bruno" untersuchen die Mechaniker die Hülle des Schiffs auf Risse und andere Beschädigungen. Die Generalüberholung am Boot dauert, Gelegenheit für die Mannschaft zu einem ausgiebigen Landgang. Der Kommandant lädt seine Führungsriege und die Wissenschaftler ins Offiziersheim ein. Nach einem gelungenen Abend verewigt sich Kapitän Wolfram im Gästebuch mit dem Seemannsspruch "Küm hart, klar Kimming - Großes Herz, weiter Horizont." und dazu "es ist mal wieder klar gegangen". Alle Anderen setzen ihren namen darunter. Wenig später ist es jedoch vorbei mit der kleinen Idylle, denn britische Bomber fliegen heftige Angriffe auf Bergen. Ihr Ziel: Dock Nummer 3, der U-Boot-Bunker "Bruno". Schlieslich beschädigt eine tonnenschwere "Tallyboy"-Bombe die U-864. Kein Zweifel, die Alliierten haben das U-Boot mit seiner Fracht im Visier. Die bedrohlichen Ereignisse bestätigten die Befürchtung und die vielen Zweifel der Besatzung, ob sie jemals wieder heimkehren würden. Alle entschlüsselten Nachrichten zur U-864 leiten die Briten nach Lerwick auf den Shetland-Inseln weiter, dort ist die U-Boot-Flotte der Engländer stationiert, auch die HMS "Venturer", der Stolz der britischen Krone. Die Crew hat bereits 13 feindliche Schiffe in der Nordsee und im Nordatlantik versenkt. Jimmi Launders führt das Kommando.Die Venturer war ein gefürchtetes Jagd-U-Boot, wendig und schnell. Ihr Kommandant Jimmi Launders zählt zwar erst 25 Jahre, gilt aber bereits als gewiefter Taktiker. Seine Männer vertrauten ihm Blind. Vor der Insel Fedje taucht die Venturer am 4. Februar 1945 auf, ihre 11. Feindfahrt bringt sie direkt vor die schweren Geschützstellungen der Deutschen und in die Nähe der U-864. Auf obersten Befehl hin, nimmt der Jäger die Fährte auf. Einen Tag lang liegt die Venturer vor Fedje auf der Lauer. Endlich, am 5. Feburar, geht um 4:44 Uhr Morgens ein Funkspruch ein: die englische Admiralität befiehlt die sofortige Verlegung der Venturer in die Nähe des Leuchtturms Hellisoy im Süden der Insel. Über die aktuelle Position von U-864 sind die Alliierten bestens informiert, so lässt Launders Einheit das Nadelöhr unbeobachtet. Nach dem Bombentreffer im Trockendock von Bergen, wurde das deutsche U-Boot repariert. Der Weiterfahrt nach Penang scheint nichts mehr im Wege zu stehen. Kapitän Wolfram und seine Männer ahnen nichts von der Gefahr die ihnen auf dem Weg ins offene Meer droht, sie sorgen sich eher um die Seetauglichkeit ihres Schiffes. Lautlos patroulliert die Venturer um das Gebiet von Hellisoy, auf der ständigen Suche nach den Deutschen. Um selbst nicht entdeckt zu werden, nutzt Launders das Periskop nur äuserst selten. Am 6. Februar, schlüpft U-864 mit 73 Mann an Board, von Launders Leuten unbemerkt, durch die enge Passage vor der Insel in die Nordsee. Obwohl die Crew auf der Venturer regelmäsig mit Abhörprotokollen der deutschen Funksprüche versorgt wird, gleicht die Fahndung nach U-864 in dem riesigen Gebiet, der Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Mit Hifle von Schallwellen konnten Tauchboote zwar geortet werden, doch die Pings des sogenannten "ASDIC" verrieten auch die eigene Position. Launders entscheidet sich daher gegen den Einsatz des Systems, sein Operator lauscht viel mehr ob die Unterwassermikrophone verräterische Proppelgeräusche übermitteln. Die U-864 verfolgt ungestört ihren Kurs, auf dem Schiff ist seit zwei tagen alles ruhig, bis die Routine an Board plötzlich gestört wird. Ein Knall ertönt aus dem Maschinenraum, dort gibt es ein Problem mit dem Dieselmotor. So kurz nach der Generalüberholung hat niemand mit einem technischen Defekt gerechnet. Der Steuerbord-Diesel ist ausgefallen und lässt sich nicht mehr reparieren. Kapitän Wolfram gibt den Befehl nach Bergen zurückzukehren um die Schäden zu reparieren, ein Befehl mit schicksalhaften Folgen. Der Kommandant informiert den Stützpunkt Bergen über ihre Rückkehr. Am 9. Februar, um 9:23 Uhr, hört der Funkoffizier der Venturer zum ersten Mal ein verdächtiges Geräusch, doch die Engländer können das deutsche U-Boot nicht sehen, denn U-864 fährt Hallisoy fast ausschlieslich im Tauchgang an. Kapitän Wolfram weis wie laut der Ersatzmotor brummt und er weis über Gefahr in die er sich dadurch begibt. U-864 ist praktisch im Umkreis von drei Seemeilen zu hören, das heist im Umkreis von fast 6 km, doch die rettende Eskorte wartet nur eine Tagesreise entfernt bei Hallisoy. Kapitän Wolfram hält U-864 inzwischen auf Seerohrtiefe. Zwar riskiert er dabei Kopf und Kragen, doch er will das Meer im Auge behalten um mögliche Verfolger möglischt früh zu entdecken, denn die laute Maschine kann den Männern zum Verhängsnis werden. Die Venturer sieht das Boot zwar immer noch nicht, höhrt aber wieder verdächtige Geräusche. Sie kommen von 10° Steuerbord. Minuten später macht man auf der Venturer eine entscheidente Beobachtung: bei 340° ragt ein Funkmast aus dem Wasser. Alarmbereitschaft auf der venturer, U-864 ist jetzt ständig zu hören. Die Venturer heftet sich umgehend an die Fersen von U-864, ohne das die Deutschen etwas davon merken - der Showdown unter Wasser beginnt. Allmählich nähert sich U-864 dem Treffpunkt zum Rendevouz bei Hallisoy. Noch immer fährt sie mit dem tösenden Ersatzmotor. Unter Deck weis jeder, dass die Alliierten das Gebiet aus der Luft und zu Wasser überwachen. Für die Mannschaft von Kapitän Wolfram lautet das oberste Gebot Ruhe zu bewahren, dies gilt auch für die Gäste an Bord. Der Kommandant muss gespürt haben das ihm ein englisches U-Boot im Nacken sitzt, denn er sucht nach einer Strategie. Aus dem Logbuch der Venturer geht hervor, dass Wolfram eine Lösung fand: die Deutschen haben plötzlich den Kurs geändert. Nach wie vor war für die Venturer nichts zu sehen, nur deutlich zu hören. Für die Engländer eine heikle Situation, sie können ihr Ziel nicht anvisieren. Plötzlich hat Launders die U-864 in Sicht, in rund einer Seemeile Entfernung. U-864 schlägt erneut eine Kursänderung ein und fährt nun im Zick-Zack Kurs. Das Problem für die Venturer war nun zu berechnen, nach welchem Prinzip Kapitän Wolfram die Richtung änderte. Ein Zick-Zack Kurs ist nur äuserst schwer voraus zu rechnen und Kapitän Wolfram sieht darin die einzigste Chance die hartnäckigen Verfolger vielleicht doch noch abzuschütteln. Ständige Kursänderung und dann schauen ob der Feind noch folgt, heist die Devise. Das Bordeigene Echolot kann der Deutsche nicht einsetzen, dafür macht der Ersatzmotor zu viel Lärm. So bleibt ihm nur mit dem Periskop zu überprüfen, ob seine Taktik aufgeht. Dann plötzlich hat die Venturer U-864 im Visier, und zwar bei 91°. Ob der Deutsche seinen Gegner auch gesehen hat, lässt sich nicht mehr rekonstruiren. jedenfalls hat Wolfram keinen Befehl erteilt, die Engländer anzugreifen - bis heute ein Rätsel, denn die U-864 war mit 6 Torpedos besser bestückt als die Venturer. Jedesmal wenn U-864 wendete, stieg die Anspannung im Kontrollraum auf der Venturer, denn dies war die ideale Position auf diese zu feuern. Nach zweistündiger Pirsch hat der 25-Jährige Jimmi Launders genug erfahren. Die gesichteten Manöver und die georteten Motorengeräusche liefern ihm die Basis um Route und Entfernung der U-864 zu berechnen. Launders Plan: er will den Gegner torpedieren, die Herausforderung dabei ist, dass er den Kurswechsel vorherbestimmen und blind in diese Richtung feuern muss. Wenn die Berechnungen stimmten, kann ein einziger Fächerschuss das Schicksal von U-864 besiegeln und somit auch die Operation "Caesar". Kapitän Launders gibt den Befehl alle 4 Rohre bereit für den Abschuss zu machen, dass Schicksal nimmt seinen Lauf. Die Venturer manövriert in Angriffsposition. Am 9. Februar 1945 um Punkt 12:10 Uhr, lässt Kapitän Jimmi Launders die Torpedoklappen öffnen. Im Abstand von 17,5 Sekunden soll gefeuert werden. 2 Minuten braucht der Torpedo um das bewegte Ziel zu erreichen - wenig Zeit für die U-864 der Feindberührung zu entrinnen. Das Drama um die U-864 spitzt sich zu. Sofort in große Tiefe gehen, die einzige Chance für U-864 um schnellstmöglich aus der Schusslinie zu kommen. Für Woflram und seine 72 Mann geht es um Leben und Tot: die Antriebsmaschine defekt, 3 Torpdeos im Anflug und die Eskorte in Hallisoy zu weit entfernt - eine ausweglose Lage. Nr. 4, seinen letzten Torpedo, lässt Launders etwas tiefer als die letzten drei abschiesen. Um die Venturer nicht als Zielscheibe zu bieten, befiehlt er danach sofort abzudrehen. Drei der vier Torpedos haben bereits die U-864 verfehlt, doch 14,5 Minuten nach 12 Uhr bemerkt der deutsche Funker Torpedo Nummer 4: 73 Männer verlieren am 9. Februar 1945 ihr Leben - kurz vor Hallisoy, dem Treffpunkt an dem ihnen die Eskorte Begleitschutz geben sollte. Um 12:16 Uhr schreibt Kapitän Launders in sein Logbuch: "laute, starke Explosion. Gefolgt von Geräuschen zerberstenden Stahls". Die Männer aud der Venturer waren zunächst erleichtert das sie es geschafft hatten, doch im nächsten Moment wurde ihnen klar das es ja ein U-Boot war und das an Board gerade viele Männer starben. U-Boot-Fahrer - es spielte keine Rolle aus welchem Land sie kamen - waren immer durch etwas unbeschreibliches verbunden. Harry Plummer, Torpedoschütze auf der Venturer, später: "Wir wussten, es gab keinen Grund zu jubeln. Höchstens für einen kurzen Moment. Als wir aber später darüber nach dachten, sagten wir nur - die armen Kerle." Für die Rekonstruktion der Jagd auf U-864 konnten Marinehistoriker bisher nur auf die Aufzeichnungen der Engländer zurückgreifen. Erst die Untersuchung des Wracks hat bestätigt, dass Kapitän Wolfram tatsächlich versucht hat, dem Feind mit Zick-Zack Manövern und Alarmtauchen zu entkommen. Wie die Analysen bestätigen war der deutsche Kommandant direkt in den vierten, tiefer geschossenen Torpedo hineingefahren. U-864 wurde genau in der Mitte getroffen. Der Abschuss von Torpedos von einem getauchten U-Boot aus, auf ein gegnerisches ebenfalls getauchtes U-Boot, hatte an jenem Tag bittere Premiere. Die Männer von U-864 waren 74 von insgesamt über 30.000 U-Boot-Männern, die während des Krieges ihr Leben verloren. Ihr Mahnmal steht am Rande der Kieler Förde, jenem Ort, den die U-864 am 5. Dezember 1944 passierte - zu ihrer ersten und einzigen Feindfahrt.
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