Kriegsmarine Landstreitkräfte Marine-Artillerie
Marine-Artillerie
Den wichtigsten Teil der Landstreitkräfte der Marine bildeten Marine-Artillerie und Marine-Flak.
Der Marine-Artillerie oblag der Schutz der Häfen.
In den besetzten Gebieten stand sie unter dem Befehl der Kommandanten der Seeverteidigung. Sie stand in enger Verbindung mit der Heeres-Küstenartillerie, die ihrerseites zum Teil mit weittragenden Marinegeschützen ausgerüstet war und der im allgemeinen der Küstenschutz oblag.
Wechselseitige taktische Unterstellungen waren die Regel.
Batteriezahl der Abteilungen und Geschützausstattungen waren sehr unterschiedlich, je nach der Verteidigungslage der einzelnen Häfen.
In den besetzten Gebieten Norwegens und im Westen waren es zum großen Teil Beutegeschütze verschiedensten Kalibers, die so zum Einsatz kamen, wie die Hafenbatterien der genommenen Häfen mit ihnen bestückt waren.
Diese Batterien wurden mit Mannschaften der Marine-Artillerie besetzt, notwendige weitere Batterien wurden errichtet und mit den übrigen örtlich zu Abteilungen und Regimentern zusammen gefasst.
Im Gegensatz zum Heer gliederte sich eine Marine-Artillerie-Abteilung bei Kriegsausbruch in Kompanien. Erst im Winter 1941/42 trat die Bezeichnung Batterie an Stelle der Bezeichnung Kompanie.

Bei Kriegsbeginn bestanden die Marine-Artillerie-Abteilungen 1 Kiel, III Swinemünde, V Pillau und VII Memel im Ostseebereich, II Wilhelmshaven, IV Cuxhaven und VI Emden im Nordseebereich.
Artillerie und Flak waren in ihnen vereinigt,
Sie stellten bei Kriegsausbruch die 1. - 7. Ersatz-Marine-Abteilung auf.

Die im Bereich der Marinestations-Kommandos Ostsee und Nordsee aufgestellten Marine-Artillerie-Abteilungen führten dreistellige Zahlen mit 1 als erste Zahl, die gleichzeitig aufgestellten Flak-Abteilungen führten die 2 als erste Zahl.
Die letzte Zahl deutete auf den Einsatzbereich hin, der mit der Nummer der entsprechenden Friedensabteilung angegeben war:

Ostsee
121 Laboe
123 Swinemünde
115 Pillau
117 Memel
119 Hela

Nordsee
112 Jade
114 Cuxhaven
116 Borkm
118 Hanstedt/Dänemark
122 Helgoland
124 Friedrichstadt
126 Norderney
132 Wangerooge
134 Sylt

Bis au die Abteilung 122, 116 und die neu aufgestellten 114, 124, 134 und 126 sowie die Abteilung 118 in Dänemark wurden sie im laufe des Krieges wieder aufgelöst.
1940 wurden zur Besetzung der Batterien in den niederländischen und französischen Häfen gebildet:

Ostsee
Marine-Artillerie-Regiment 21
- mit den Abteilungen 201, 203 und 205

Nordsee
Marine-Artillerie-Regiment 22 - mit den Abteilungen 202, 204, 206
Marine-Artillerie-Regiment 24 - mit den Abteilungen 240, 242, 244
Marine-Artillerie-Regiment 26 - mit den Abteilungen 260, 262, 264
und für St. Naizare die Abteilung 280, für Brest 282

Die Marine-Artillerie-Abteilung (MAA) 206 wurde noch 1940 in die Abteilungen Vendree, Gironde und Gascogne geteilt, in Le Havre wurde 1941 die MAA 266 neu gebildet.
Die vier Regimentsstäbe wurden in Kommandanten der Seefronten, später Kdt. der Seeverteidigung umbenannt.

Bereits vor der Bildung der Marine-Artillerie-Regimenter für den Westen waren im März die Stäbe der MAA 301 - 305 aufgestellt worden. Sie wurden im Juni in die MAA Narvik, Drontheim, Bergen, Horten und Molde umbenannt.
Dazu kamen die MAA Kristiansand und Stavanger (306 und 307), Seeland (308) und Jütland (309).
Aus diesen neun Abteilungen wurden noch 1940 durch Umbenennung, ergänzt durch Neuauftsellung, die Abteilungen 501 -513, durch die Teilung kamen bis 1943 die Abteilungen 514, 516 und 517 hinzu.

Von den 1941 neu aufgestellten Abteilungen waren 520, 620 und 621 für die Ägäis, 530 und 630 für das Baltikum bestimmt.
Die MAA 601 und 602 waren ursprünglich für das Unternehmen "Felix" (Gibraltar) bestimmt gewesen, sie kamen 1942 in das Schwarze Meer, 603 wurde in der Ägäis, 604 zur Besetzung der englischen Kanalinseln verwendet.

1942 kamen die MAA 531 und 532 im Baltikum, 605 auf den Kanalinseln, die (durch Teilung der 201 entstandene) Abteilung 607 in Nordholland und die MAA 640 in Afrika zum Einsatz.
Eine Gruppe leichter Marine-Artillerie-Abteilungen mit 6-7 Batterien und den Nummern 681 - 687 war im April für Frankreich gebildet worden.
Von ihnen wurde die Abteilung 685 nach Marseille verlegt und dort in 611 umbenannt.

1943 wurden in Frankreich die MAA 608, 610, 612, 615 und die leichte MAA 688, im Schwarzen Meer die MAA 613 und 614 neu aufgestellt, bei Messina die MAA 616 und in Griechenland die MAA 609 und 617.
Durch den Abfall Italiens wurde die Übernahme zahlreicher Batterien notwendig, die bisher von Italienern besetzt gewesen waren.
Im Winter 1943/44 wurde daher aufgestellt:
die MAA 621, 622, 623 in Pola, La Spezia und Durazzo, 632 in Venedig, 625 und 627 in Südfrankreich, 624 auf Leros, 626 und 628 in Triest und Split sowie 540 in Zara.
Im Sommer 1944 entstanden durch Teilung bestehender Abteilungen noch 618 an der Gironde, 619 in Genua, 633 und 634 bei Venedig sowie neu 629 in Gotenhafen, 631 in Wangerooge und 533 in Pillau.
Im Herbst 1944 wurden in Dänemark noch die MAA 518 und 521 - 525 aufgestellt.
Dagegen ist die Aufstellung der MAA 500 in Norwegen, dazu der Abteilungen 534 - 538, 541, 542, 544 und 545 in Pommern und auf Bronholm nicht mehr zur Durchführung gekommen.

Außerden bereits genannten Regimentsstäben 21, 22, 24 und 26 hatte 1939 für kurze Zeit in Pillau das 5. Marine-Artillerie-Regiment bestanden. Der Stab des 1. Marine-Artillerie-Regiments wurde im April 1943 in Belle Isle gebildet.
Das 30. Marine-Artillerie-Regiment entstand April 1944 in Norwegen durch Umbenennung des 30. Marine-Flak-Regiments.
Erst im November 1944 formierte sich in Libau das 10. Marine-Artillerie-Regiment aus den Abteilungen 530, 532 und 534, in Frederikshavn das 40. Marine-Artillerie_Regiment mit den Abteilungen 118, 509 und 521 und in Kopenhagen das 41. Marine-Artillerie-Regiment mit den Abteilungen 508, 522 und 525.

An Ersatz-Marine-Artillerie-Abteilungen, deren erste aus den Friedenseinheiten der Marine-Artillerie gebildet wurden, entstanden im
Ostseebereich: 1 Kiel, 3 Swinemünde, 5 Pillau (aus MAA 115), 7 Libau (aus MAA 117), 9 Gotenhafen, 11 Deutsch-Eylau, 13 Gotenhafen und 15 Gotenhafen
Nordseebereich: 2 Wilhelmshaven, 4 Cuxhaven, 6 Emden, 8 Husum und 10 Norden

Von dem am 1.1.1944 noch bestehenden neun Ersatz-Marine-Artillerie-Abteilungen wurden bei der Umbildung aller Ersatzeinheiten am 1.1.1944 die 1. EMAA in 7. Marine-Lehr-Abteilung, die 3., 5., 6., 7. und 9.EMAA in 23., 25., 24., 27. und 9. Schiffs-Stamm-Abteilung, die 2., 4. und 11. EMAA in 10., 12. und 11. Marine-Ersatz-Abteilung umbenannt.

Bei den im März 1945 aufgestellten drei Marine-Infanterie-Divisionen hatte das Marine-Artillerie-Regiment der 1. Marine-Infanterie-Division nur eine 1. Abteilung, das der 2. Division sollte die volle Stärke von 4 Abteilungen erhalten.

Kommentare (2)Add Comment
Bernd
Mai 11, 2010
92.224.62.201
...

Die MAA 533 und MAA 629 wurden mit Befehl vom 21.01.45 im Raum Marienburg und Elbing infanterischtisch eingesetzt. In erster Linie betraf es den Stab und die jeweils 1 Batterie der MAA´s. Teilweise wurden auch die Seezielküstenbatterien mit RAD-Einheiten aufgefüllt. Die Soldaten der MAA wurden dann ausschließlich für die Marine-Flak-Einheiten eingesetzt.

BS

CH
Mai 17, 2010
193.29.132.4
...

Kann mir jemand einen Hinweis geben, in welcher Einheit mein Vater gedient haben könnte? Er war ab Juli '44 in der Marine-Flakschule VIII in Swinemünde und dann von Ende '44 bis zur Gefangennahme im Raum Emden stationiert. Er schreibt vom Warten im Bunker auf die Kanadier und, daß man mit den Flak-Geschützen (10,5) gegen Panzer gekämpft hätte. Leider habe ich keine genauen Ortsangaben oder anderes.

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Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 11. März 2011 um 01:04 Uhr
 

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