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| Marine-Infanterie Übersicht und Einführung |
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Eine Marine-Infanterie, wie sie vor dem Ersten Weltkrieg in den drei Seebataillonen bestanden hatte und zum schnellen ersten Einsatz in Übersse und den deutschen Kolonien bestimmt gewesen war, gab es vor dem Zweiten Weltkrieg nicht. Erst im Kriege kam es unplanmäsig zur Bildung von Marine-Infanterieeinheiten aus zurückgehenden oder eingeschlossenen Angehörigen der Marine, die nach dem Verlust ihrer Waffen oder Schiffe infanteristisch eingesetzt wurden - so April bis Juni 1940 bei Narvik: aus den Mannschaften der vernichteten Zerstörer wurden das Marine-Regiment Berger und die Marine-Bataillone Kothe, Edmenger und Freytag gebildet. Dann im November 1943 (Bildung der Marine-Infanterie-Bataillone Klüver in Südrussland) und Anfang 1944 (Formierung der Marine-Bataillone Hossfeld und Klemm auf der Krimm), schlieslich bei der Verteidigung Sewastopols. Bei der Räumung Frankreichs bildeten die Angehörigen der Marinedienststellen in Bordeaux, der 10. Marine-Bordflak-Abteilung, des in Bordeaux gesprengten Zerstörers Z 37, der 12. U-Boot-Flotille und 8. Minensuch-Flotille die Marine-Brigade Weber mit den Marine_Regimentern v. Pflugk-Hartung, Badermann und Kühnemann und die Lehrer und Schüler der Marine-Flakschule II das Marine-Regiment Gebauer - sie alle Kämpften sich nach Belfort durch. In den eingeschlossenen Atlantikfestungen wurden in St. Nazaire die Marine-Grenadier-Bataillone Josephi, Emminga, Lieser, Haackert und Wurffel aus den Angehörigen des dortigen Arsenals, der 6. Vorposten-Flotille und der 2. Sperrbrecher-Flotille gebildet, in La Rochelle die Marine-Regimenter John und Zapp aus der 3. U-Boot-Flotille und der 8. und 44. Minensuch-Flotille, endich in der Festung Gironde-Süd die Marine-Bataillone Tirpitz und Narvik aus der 2. Sperrbrecher- und der 8. Zerstörer-Flotille. Die erste geschlossene Aufstellung von marine-Infanterieeinheiten erfolgte zum Schutz der Nordseeküsten im November 1944 in der Marine-Schützen-Brigade Nord mit den Marine-Schützen-Regimentern 1-4 und den Marine-Schützen-Bataillonen 301 bis 316. Aus ihr wurde Februar 1945 bei Stettin die 1. Marine-Infanterie-Division in der Gliederung einer Heeresdivision neuer Art 45 formiert, der als Grenadier-Regimenter die Marine-Infanterie-Regimenter 1, 2 und 4 sowie ein Füsilier-Bataillon angehörten, die aus den Bataillonen 301-308, 310, 314 und 316 formiert worden waren, während das Marine-Schützen-Regiment 3 mit den Bataillonen 309, 311, 312 und 315 an der Wcihsel bei Marienbrug und Elbing getrennt eingesetzt wurde und ein Bataillon 313 nur im Emsland Verluste hatte. Im März 1945 wurden in Schleswig-Holstein die 2. Marine-Infanerie-Division mit den Marine-Grenadier-Regimentern 5-7 und dem Marine-Füsilier-Bataillon 2 aufgestellt. Dazu trat am 1.4.1945 in Swinemünde die durch die Marine aufgefrischte und in die Kriegsmarine überführte 163. Infanterie-Division des Heeres als 3. Marine-Infanterie-Division mit den Regimentern 8-10. In den Niederlandenwurde aus dem 2. Schiffs-Stamm-Regiment und den Schiffs-Stamm-Abteilungen 14, 16 und 20 die 11. Marine-Infanterie-Division mit den Marine-Schützen-Regimentern 111, 112 und 113 und aus dem 4. Schiffs-Stamm-Regiment mit den Schiffs-Stamm-Abteilungen 6, 10 und 24 die 16. Marine-Infanterie-Division mit den Marine-Infanterie-Regimentern 161, 162 und 163 aufgestellt. Als einzelne Marine-Schützen-Bataillone werden noch 1944 genannt: Bataillon 100, 250 in Estland, 501, 502 auf dem Balkan, 581-583 in Norddalmatien und die Marine-Sicherungs-Bataillone 605 und 610 - ebenfalls auf dem Balkan. Im März 1945 standen in Gotenhafen: die Marine-Schützen-Bataillone 101-109 in einer Marine-Infanterie-Division "Gotenhafen" , in Pillau die Marine-Schützen-Bataillone 120-125, die dem Heer zugeteilt waren und in Swinemünde 126-131, die zur Bildung der 3. Marine-Infanterie-Division verwandt wurden. In Dänemark wurden die Marine-Schützen-Regimenter Kopenhagen (aus der 5. marine-Lehr-Abteilung und Fünen (aus der 27. Schiffs-Stamm-Abteilung) aufgestellt. Zu einer weiteren Gruppe von marineinfanterie gehörten die 20. Marine-Insel- und Marine-Festungs-Bataillone 349 - 368, die im Dezember 1944 auf den Nordseeinseln und dem Festland wohl als Ersatz für die abgezogenen Marine-Schützen-Bataillone 301 - 316 aufgestellt wurden und zuletzt teilweise in den Marine-Regimentern West 1, 2, 3 in Emden oder dem Marine-Einsatz-Regiment 20 in Wilhelmshaven zusammen gefasst wurden. Es ist sicher, dass vorstehend nicht alle aufgestellten oder kurz vor Kriegsende noch in Auftsellung befindlichen Infanterie-Einheiten der MArine erfasst sind. Nur durch ihre Kommandeure sind im Apirl 1945 noch bekannt: Marine-Festungs-Regiment 4 in Swinemünde, Marine-Schützen-Regimenter 26 und 32 und Marine-Schützn-Bataillone 744, 997 und 1011 sowie das marine-Sicherungs-Bataillon (evtl. Schützen-Regiment) 165 in Kiel. Die ersten drei Marinedivisionen hatten Feldersatz-Bataillone und für jede Division ein Marine-Infanterie-Ersatz und Ausbildungs-Bataillon. Die im März 1945 für die 1. und 2. Marine-Infanerie-Division aufgestellten Panzerjäger-Abteilungen waren vermutlich vom Heer gestellt. Eigene Marineeinheiten waren hingegen die März/April 1945 aufgestellten Panzer-Jagd-Bataillone Cremer und von Hartmann. Kommentare (0)
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| Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 11. März 2011 um 01:04 Uhr |