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| U-Boot Typ VII |
EntwicklungDie Geschichte dieses meistgebauten deutschen U-Boot-Typs, es wurden davon 693 Boote gebaut, begann - genau genommen - am 29. März 1915, als die U-Flotille Flandern unter Korvettenkapitän Bartenbach in Dienst gestellt wurde.Man kann diesen Mann auch als geistigen Vater dieses Typs bezeichnen. In Flandern brauchte man damals kleine, sog. Küsten-U-Boote. So entstanden die ersten UB-Boote. Als erstes dieser Klasse und der Flottille Flandern vernichtete UB 4 am 10- April 1915 den britischen Dampfer "Harpalyce" (5950 BRDT). Die ersten UB I-Boote waren sog. Einhüllen-Boote mit einer Wasserverdrängung von 127 t über Wasser und 142 t unter Wasser. Man kann sie als Vorläufer des TYps II der Kriegsmarine, den sog. "Einbäumen" ansehen. Etwas später entsatnd der Typ UB II, ebenfalls Einhüllenboote, aber mit 263-274/292-303 t. Schlieslich kam es zur Konstruktion des Typs UB III, einem Zweihüllenboot von Etwa 510/650 t. Eins der erfolgreichsten Boote dieser Klasse war S.M. UB 49 unter Führung des Kapitänleutnants von Mellenthin, der für seine Versenkungserfolge, die er hauptsächlich im Mittelmeer erzielte, der Pour le Merite erhielt. Er ging nach dem Ersten Weltkrieg nach Südamerika. Der Typ UB III wurde das Vorbild des neuen Typs VII der Kriegsmarine im Zweiten Weltkrieg. Nach dem Zusammenbruch 1918 gab es keine deutsche Unterseebootwaffe, denn nach den Bestimmungen des Versailler Vertrages durfte Deutschland keine U-Boote besitzen. Die Reichsmarine der Weimarer Repunlik dachte nicht daran, die Weiterentwicklung dieser Waffe, die auch die Gegner als erstklassig bezeichnet und gefürchtet hatte, aufzugeben.Bereits 1925 wurde im Reichswehrministerium das Referat A-u unter Konteradmiral Spindler eingerichtet. Aufgrund einer Arbeit Mellenthins nahm an anfangs die aten UB III- und UC III-Entwürfe als Ausgangsmuster für neue Enwürfe, die in Holland ausgearbeitet werden sollten. Später wurden mehrere neue Projekte entwickelt, bis schlieslich für Finnland das U-Boot "Vetehinen" (493/715t) und für Spanien das 750t-Boot E gebaut und erprobt wurden. Das Marineamt der Reichswehr richtete ein getarntes U-Boot-Konstruktionsbüro "Ingeneurbüro für Wirtschaft und Technik", abgekürzt "Igewit" ein, in dem der Entwurf eines 250t-Bootes durchgearbeitet wurde, der später unter der Bezeichnung VC 707 in Finnland gebaut wurde. Dieses Boot, das in der finnischen Marine unter dem Namen "Versikko" geführt wurde, bildete den Prototyp für den neuen Typ II. Das 750t-Boot für Spanien erheilt die Bezeichnung Typ I. Sofort nach 1933 begann der Aufbau einer deutschen U-Bootflotee. Der "Schiffsbauersatzplan" vom 19. April 1934 sah den Bau von 48 250t- und 24 750t-Unterseebooten bis 1949 vor. Da zu diesem zeitpunkt noch tarnung notwendig war, lief die U-Boot-Fertigung unter dem Decknamen "Motoren-Versuchboot". Es wurden noch vier weitere Konzepte vorgeschlagen, aber ein Entwuf der Mittelklasse, der etwa dem UB III entsprach, war nicht dabei. Inzwischen war eine neue Abteilung BU im Reichswehrministerium eingerichtet worden, die von Kapitän zur See Bartenbach geleitet wurde. Bei einer Konferenz bei BU unter Breitenbachs Leitung am 10. Januar 1935 wurde ein 550t-Boot unter der bezeichnung "Motoren-Versuchsboot" (MVB) VII gefordert. Kanpp eine Woche später erhielt die Germania-Werft in Kiel eine Benachrichtigung, dass von diesem Typ möglicherweise sechs Boote gebaut werden sollten. Der Bau sollte nicht vor dem 1. Juni 1935 beginnen, die Auslieferung ein jahr später beginnen und bis Mitte 1937 beendet sein. Marinebaurat a.D. Schürer (Igewit) leitete die Entwurfsareiten und lehnte sich dabei deutlich an den UB III-Entwurd des Ersten Weltkriegs an. Die Boorsform ähnelte VC 707. Ansonsten war MVB VII weder ein Einhüllen- noch ein Zweihüllenboot, sondern eine Mischung von beiden. Die Tacuhzellen befanden sich zum Teil ausenschiffs, die Haupttauchzelle aber innerhalb des Druckkörpers. Man bezeichnete diese Bauart auch als "Satteltank-Typ". Die Bewafffnung bestand auch aus vier Bugtorpedorohren. Als Oberdeckbewaffnung waren eine 8,8 cm-Schnellfeuerkanone C 35 und ein Fla-MG C 30 vorgesehen.{mospagebreak title=Versionen des VII} VII ANach dem Hitler am 14. März 1935 bekannt gab, dass seit 1. März bereits eine deutrsche Luftwaffe existierte, verkündete er am 16. März 1935 die Beseitigung des Artikels 173 des Versailler Vertrages und die Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht. Bereits zwei Wochen später wurden Aufträge auf insgesamt 10 Boote des Typs VII bei der Germaniawerft in Keil und bei der Deschimag in Bremen gegeben.Die Keillegung fand Ende 1935/Anfang 1936 statt. Ohne Herstellung eines Musterbootes wurden diese 10 Boote in acht Monaten fertig gestellt. Diese als Typ VII A bezeichneten Boote erhielten die Nummern U 27 bis 32 und U 33 bis 36. Sie erreichten eine Überwassergeschwindigkeit von 16,5 und unter Wasser 8 Knoten. Die Tauchtiefe betrug 100, max. 200 m. Die Besatzung bestand aus 44 Mann. Anfang 1936 verfügte die Kriegsamrine nun über die kleinen Küsten-U-Boote (250t), den großen Typ I A (750t) und den neuen Typ VII. Chef der jetzt schnell wachsenden U-Boot-Flotte wurde Kapitän zur See Karl Dönitz, der Führer der U-Boote (FdU). Dönitz war ein erfahrener U-Boot-Mann, der erst Wachoffizier, dann Kommandant auf U-Booten 1914-18 gewesen war. Am 4. Oktober 1918 wurde sein Boot UB 68 im Ionischen Meer vernichtet, er selbst englischer Kriegsgefangener. UB 68 war auch ein UB III-Boot gewesen, so verwundert es nicht, dass der neue FdU erklärte, nur der Typ VII komme für den Weiterbau in Frage. Die Typen II A und II B waren nur für den Küstendienst geeignet, den großen Typ I A lehnte er wegen technischer Schwierigkeiten ab. Beim Typ VII dauerte die Tauchzeit 30 Sekunden. Auserdem zeigte er sich in den Erprobungen als zuverlässige und sichere Waffe mit einer im Verhältnis zur Größe erstaunlich hohen Kampfwert. Das einzige, was Dönitz beanstandate, war die geringe Reichweite von 6.200 Seemeilen bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 10 Knoten. So kam es zur Entwicklung des Typs VII B, von dem noch 1938 U 45, 46 und 51 fetig gestellt wurden. Bei diesem Typ war die Reichweite auf 6.500 Seemeilen bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 12 Knoten erhöht worden. Die Höchstgeschwindigkeit betrug 17,2 über und 8 unter Wasser. Von den VII A-Booten gingen bereits 1939 drei Boote verloren, von den VII B nur eins, 1940 drei VII A, sieben VII B, 1941 kein VII A, aber fünf VII B (unter diesen befand sich Priens U 47, das am 8. März 1941 von dem britischen Zerstörer "Wolverine" im Nord-Atlantik südlich Island versenkt wurde). 1942 ging kein VII A-Boot verloren (da vermutlich alle nur in Schulbetrieb), VII B zwei Boote. 1943 ging das VII A_Boot U 34 bei Memel durch Kollision mit dem Tender "Lech" verloren, wurde aber später gehoben und erst ein jahr später auser Dienst gestellt. Am 17. September 1939 entdeckte der Kommandant von U 29 (VII A), Kapitänleutnat Schuhart am Westausgang des Ärmelkanals den britischen Flugzeugträger "Courageous" (22.500t). Nach zweistündiger Jagd gelang es ihm, den Träger um 19:50 Uhr mit zwei Torpedos zu versenken. Es war das erste britische Kriegsschiff, dass im Zweiten Weltkrieg vernichtet wurde. Das Boot wurde am 4. Mai 1945 in der Flensburger Förde selbst versenkt. VII BVon den VII B-Booten waren U 45 bis U 55 und U 99 bis U 102 bei der Germaniawerft in Kiel gebaut worden. U 73 bis U 76 beim Bremer Vulcan in Vegesack und U 83 bis U87 bei der Flender-Werft in Lübeck.Die VII B-Boote erwiesen sich als leistungsfähige Konstruktionen. An der ersten Geleitzugschlacht des Zweiten Weltkrieges waren U 46, 47, 48, 99, 100 und 101 neben den Typen IX-Booten U 38 und U 123 beteiligt. Diese fand in der zeit vom 17. bis 20. Oktober 1940 vor dem Nordkanal statt und richtete sich gegen die britischen Geleitzüge SC-7 und HX-79. Bereits in der ersten Nacht schossen sechs Boote aus dem SC-7 Schiffe mit 77.780 BRT heraus. Danach wurden aus dem HX-79 weitere 12 Schiffe mit 85.069 BRT versenkt. Der Gesamterfolg betrug 31 Schiffe mit 152.849 BRT. Das an diesem Unternehmen beteiligte U 48 ist im übrigen das erfoglreichste Unterseebot des Zweiten Weltkrieges aller beteiligten Mächte gewesen. Das Boot wurde am 22. April 1939 bei der 7. U-Flotille in Dienst gestellt und vernichtete unter den drei Kommandanten herbert Schultze, Korvettenkapitän Rösing und Kapitänleutnant Bleichrodt, alle mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet, auf 12 Feindfahrten von September 1939 bis Juni 1941 51 Handelsschiffe mit 310.007 BRT, ein Geleitzugfahrzeug und beschädigte vier weitere Schiffe mit 29.376 BRT. Der Wachoffizier aller drei Kommandanten, Oberleutnant zur See Reinhardt Suhren, später selbst Kommandant von U 564 (Typ VII C) erhielt bereits am 3. November 1940, also noch als Wachoffizier, das Ritterkreuz. Ab August 1941 war U 48 nur noch im Schul- und Ausbildungsbetrieb und wurde in Neustadt/Holstein am 3. Mai 1945 selbst versenkt. Torpedobewaffnung blieb die gleiche wie bei VII A, Oberdeckbewaffnung wurde mehrmals verstärkt. Die 8,8 cm Kanone wurde beibehalten, statt des MG kam aber eine 3,7 cm und zwei 2 cm-Fla-Waffen. Von Typ VII B wurden insgesamt 24 Boote gebaut: U 45 - U 55, U 73 - U 76, U 83 - U 87 und U 99 - U 102. Von den VII B-Booten gingen 1943 U 73, 83, 84, 86 und 87 verloren. 1944 waren die U-Boote dieser beiden Typen nicht mehr im Frontdienst. Nur U 28 (VII A) ging durch Bedienungsfehler im Schulbetrieb verloren. Bis 1945 überlebten die VII A-Boote U 29 und U 30, sowie die VII B-Boote U 46, 48, 52 und 78. Sie wurden durch ihre Besatzung selbst versenkt. VII C1938 wurde der Typ VII B zum VII C umkonstruiert. Von diesem meistgebauten deutschen U-Boot-Typ und dem Nachfolgetyp VII C/41 sind insgesamt 659 Einheiten gebaut worden. War beim Typ VII B die Reichweitenvergößerung Anlass für die Umkonstruktion gewesen, so war es beim Typ VII C der geplante Einbau eines sog. S-Geräts, eines aktiven Schallortungsgerätes. Zu diesem Zewck musste die zentrale des Bootes vor und hinter dem Sehror verlängert werden, wodurch das ganze Boot um 0,60 m länger wurde.Auserdem ergaben sich verschiedene Verbesserungen der Schmierstoffanlage, der Elektroanlage und der Taucheigenschaften. besatzung und Bewaffnung blieben gleich, nur die Fla-Waffen mussten erneut verstärkt werden. Die Wasserverdrängung betrug über Wasser 769, unter Wasser 871 t. Die Boote hatten eine Länge von 67,10 m und einen Durchmesser von 6,2/4,7 m. Die Motorenleistung über Wasser betrug 2.800 PS, unter Wasser 750 PS. Die Tauchtiefe war normal 150 m , max. 280 m. Der Teibstoffvorrat betrug 144 t. Geschwindigkeit über Wasser 17, unter Wasser 7,6 Knoten. Die Reichweite betrug 6.100 - 6.500 Seemeilen bei einer Durchschnissgeschwindigkeit von 12, 8 Knoten. Im September 1943 wurden als erste Boote U 235, 236 und 237 mit Schnorcheln ausgerüstet, der den Booten die Möglichkeit gab, auch bei Antrieb mit Dieselmotoren unter der Oberfläche zu bleiben. Die letzten VII C-Boote erhielten einen verstärkten Druckkörper, um eine größere Tauchtiefe zu erreichen. Diese Idee lag schon bei Kriegsausbruch vor. Man ging aber an die konstruktive Durchführung erst 1941, daher wurden diese Boote als VII C/42 bezeichnet. Man konnte durch eine Verstärkung der Druckkörperhaut die normale Tauchtiefe auf 120 m erhöhen und die gefechtstauchtiefe von 165 auf 200 m. Das VII C-Boot U995 erreichte ohne irgendwelche Schäden zu erleiden eine Tiefe von 240 m. Aus dem Typ VII C enstanden: VII F U 213 bis 218: wahlweise als Torpedo- oder Minenträger verwendbar (14 Torpedos + 15 Minen oder 39 Minen) VII F U 1059 bis 1062: Torpedoträger (39 Torpedos) Wie groß der Anteil der VII C-Boote an der Bekämpfung der gegnerischen Schifffahrt war, mag aus folgendem zu ersehen sein: In der zeit vom 16. bis 20 März 1940 fand die größte Geleitzugschlacht des Zweiten Weltkrieges anlässlich der Bekämpfung der beiden britischen Geleitzüge SC-122 und HX-229 statt. An dieser waren von deutscher Seite 42 U-Boote beteiligt, die in den 3 Gruppen "Dränger", "Raubgraf" und "Stürmer" zusammengefasst waren. Folgende Boote waren dabei erfolgreich: U 91 (Wackerling), U 221 (Trojer), U 228 (Christophersen), U 305 (Bahr), U 333 (Schwaff), U 338 (Kinzel), U 384 (von Rosenberg), U 435 (Strehlow), U 441 (K. Hartmann), U 523 (Pietsch), U 527 (Uhlig), U 600 (Zurmühlen), U 603 (Bertelsmann), U 608 (Struckmeier), U 631 (Krüger), U 663 (Schmidt), U 665 (Haupt), U 666 (Engel), U 758 (Manseck). Diese Boote versenkten insgesamt 21 Schiffe mit 140.942 BRT. Von diesen Booten sind nur U 523 und U 527 Boote des Typs IX C 40 gewesen, alle anderen gehörten zum Typ VII C.{mospagebreak title=Technische Daten} BTR=Bug-Torpedo-Rohr, HTR= Heck-Torpedo-Rohr, T= mitgeführte Torpedos
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