Luftwaffe Fallschirmtruppe 2. Fallschirmjäger-Division
2. Fallschirmjäger-Division

Wurde im Februar 1943 in Vannes/Bretagne (West-Frankreich) aus dem bisherigen Fallschirm-Jäger-Regiment 2 und dem II./Fallschirm-Artillerie-Regiment 1 gebildet und unterstand der 7. Armee.
Die zwei neuen Regimenter Fallschirm-Jäger-Regiment 6 und 7 wurden aus diversen anderen Einheiten gebildet, unter anderem aus dem Luftwaffen-Feld-Bataillon 100, IV./Luftlande-Sturm-Regiment 1 und dem Lehr-Bataillon/XI. Fliegerkorps.
Ende Mai 1943 kam die Division nach Ales und Nimes und wurde gemeinsam mit der 1.Fallschirm-Jäger-Division dem XI. Fliegerkorps der Heeresgruppe D als strategische Reserve zugeteilt.
Einen Monat später wurde die Division nach Italien befohlen und war dort als Küstenschutz zwischen der Tibermündung und Tarquinia eingesetzt.

Die Eroberung Roms

2. Fallschirm-Jäger-Division in Rom
2. Fallschirm-Jäger-Division in Rom
Nach der Aufgabe Italiens gegenüber den Alliierten startet am Nachtmittag des 8. September das Unternehmen "Achse". Aufgabe der Division war die Einnahme der Hauptstadt Rom. Die Division hatte zu deisem Zeitpunkt eine Sollstärke von rund 80% (ca. 14.000 Mann) und stand zwei italienischen Küsten- und vier Infanteriedivisionen gegenüber. Die Stadt selbst wurde von zwei gepanzerten Verbänden und einigen Infanterieeinheiten verteidigt.
Die Division befand sich an der südlichen Küstenstrasse von Rom, während sich die 3. Panzergrenadier-Division im Norden von Rom befand. Wenige Stunden nach dem Bekanntwerden der italienischen Aufgabe entwaffnete die Divison zwei italienische Küstendivisionen und besetzte die Küstenlinie vor Rom.

Am nächsten Morgen sprang das II./FJR 6 beo Montertondo östlich von Rom ab. Bei den folgenden Kämpfen konnten rund 2.500 Gefangene gemacht werden, während man auf eigener Seite 33 Tote und 88 Verwundete zu verzeichnen hatte.
In der Zwischenzeit bewegte sich der Großteil der 2. Fallschirm-Jäger-Divison in Richtung Stadtzentrum von Rom. Dort kam es am Südtor zu heftigen Kämpfen, doch bis zum Morgen des 10. September hatten die Fallschirmjäger das Stadtzentrum erreicht. Am Nachmittag stimmten die italiener einem Waffenstillstand zu, der auch die Entwaffnung der italienischen Soldaten vorsah. Insgesamt kamen bei der Einnahme von Rom 109 Fallschirmjäger ums Leben und 510 wurden verwundet.

Drei Tage später nahm die I. Kompanie des Fallschirm-Jäger-Regiment 7 an der Rettung Mussolinis in Gran Sasso d'Italia teil.
Die nächsten zwei Monate blieb die Division in der Nähe von Rom stationiert. Teile der Division nahmen an weiteren Kämpfen in Italien teil. So kämpfte II./Fallschirm-Jäger-Regiment 7 am 17. September 1943 auf Elba und  I./Fallschirm-Jäger-Regiment 7 bei Leros. Der Rest der Division wurde unter dem Oberbefehlshaber Süd als Reserve gehalten.

Ende November 1943 wurde die Division nach Shitomir in Russland transportiert. Dort stand sie unter dem Kommando des XXXXII. AK/Pz.AOK 4. Aus Teilen der Division ( I./FJR.2, II./FJR.6 und I./FJR.7) die in Italien zurück blieben, wurde die 4. Fallschirm-Jäger-Division gebildet. Die Division traf mit lediglich zwei Regimentern in Russland ein.

Einsatz in der Ukraine

30.11-01.12: FJR 2 im Einsatz mit der 1. SS-Panzer-Division nahe Shitomir
02.12-15.12: Abwehr eines russischen Gegenangriffs nahe Radomsyl
15.12.: Flug von Shitomir nach Kivovgrad um einen russischen Durchbruch abzuriegeln
16.12-17.12: Gegenangriffe mit der 11. Panzer-Division bei Klinzy
18.12-23.12: Kämpfe in den Hügeln von Kirovgrad. Rückzug. Novgorodka wird vom FJR 7 aufgegeben
05.44: FJR 2 und I./FJR 5 werden von russischer Großoffensive bei Kivograd schwer getroffen
08.44: Rückzug unter schweren Verlusten. Bspw. II./FJR 5 nur noch bei rund 30% Sollstärke
Februar/März: Bug Sektor. Ende März Großoffensive mit rund 10.000 Gefangenen.

Normandie

Im Mai 1944 traf die völlig erschöpfte Division in Köln-Wahn ein. Dort sollte sie Aufgefrischt und neu aufgestellt werden. Nach weniger als einen Monat wurde die Division mit dem FJR 2 und FJR 7 abermals verlegt, diesmal in die Normandie und unterstand dort dem LXXIV. Korps, wo sich auch bereits das neu aufgestellte FJR 6 befand. Der Weg dorthin war von ständigen Luftangriffen begleitet und durch Partisanen behindert worden, als die Division dann am 19./20. Juni an ihrem Ziel eintraf.
Im juli wurde die Division im Raum Quimper - Landereau als reserve gehalten.

Zu dieser Zeit hatten die Alliierten ihre Brückenköpfe bereits gefestigt und brachen aus ihren Stellungen aus. Die 2. FJD erhielt den Befehl sich im Raum Brest zu postieren. Einsatzbereit waren lediglich jeweils  ein Bataillon der FJR 2 und 7. Teile der Division wurden ständig genutzt um angeschlagene Divisionen zu verstärken. Einer dieser Teile wurde von Panzern des 8. US-Korps eingekesselt, konnte aber ausbrechen uns sich in die Küstenstadt St. Malo zurückziehen udn dort bis 5. August verteidigen.

Der Hauptteil der Division befand sich in Brest. Der nachschub der Division brach durch die ständigen Luftangriffe der Alliierten zusammen. Nach schweren Verlusten musste die Division in Richtung Küste ziehen und auf ihrem Weg sowohl amerikanische Truppen als auch Partisanen bekämpfen.
Mitte August war Brest vollständig von amerikaniscehn Truppen eingeschlossen. Teile der Division die sich auserhalb der Stadt befanden konnten sich der Einkesselung entziehen. Dem I. Bataillon des FJR 2 gelang es den Belagerungsring zu durchbrechen und zu entkommen. Die eingeschlossenen Teile waren konstanten Luftangriffen udn schwerem Artilleriefeuer ausgesetzt.

Brest wurde zur Festung ausgerufen und General Ramcke zum Festungskommandeur ernannt. Am 20. September 1944 musste die Stadt schließlich aufgegeben werden. Ramcke erhielt als einzigster Fallschirmjäger das Ritterkreuz mi Eichenlaub, Schwertern und Diamanten. Er begab sich in Gefangenschaft.
Nach den erfolgreichen Jahren an der Ostfront und Fallschirmeinsätzen endete hier der Krieg für die 2. FJD.

Der Befehl zur Neubildung der Division erging am 24. September 1944 und war bis 1. November 1944 umgesetzt. Alle Reste der ehemaligen Division wurden in Amersfoort (Holland) vereint. Anfang Dezember 1944 war die neue Division mit den Regimentern Fallschirm-Jäger-Regiment 2, Fallschirm-Jäger-Regiment 7 und Fallschirm-Jäger-Regiment 23 einsatzbereit

An der Rheinfront

Nach schweren Verlusten in der Bretagne wurde die Division von der Westfront abgezogen und zur Auffrischung und Reorganisation am 20. Dezember 1944 in den Sektor Rhein-Waal, südwestlich von Arnheim, verlegt. Hier blieb die Division bis 2. März 1945.

Am 2. März 1945 wurde die Divison über Wesel-Moers in den Ostteil von Krefeld verlegt. Bei ihrer Ankunft wurden die Einheiten umgehend in die dortigen Kämpfe verwickelt. Die Division war zu diesem Zeitpunkt stark geschwächt da sie ihr Fallschirm-Jäger-Regiment 2, das Fallschirm-Jäger-Regiment 7 und ihre Flak-Abteilung zuvor anderen Einheiten zugeteilt hatte. Das Artillerie-Regiment, Teile der Panzerjäger-Abteilung, die Nachrichten-Abteilung, die Pionier-Abteilung, das medizinische Personal und die gesamte Versorgungseinheit blieben im Gebiet bei Arnheim. Dennoch erhielt dieser Rest der Division den Auftrag den Feind südwestlich von Krefeld nahe der Bahnstrecke Uerdingen-Düsseldorf aufzuhalten. Hier zu sollte sie an beiden Ufern des Rheins vorrücke. Der Schwerpunkt wurde auf das linke Rheinufer gelegt.
Am 4. März stießen feindliche Panzer vor der Front der 3. Fallschirm-Jäger-Division in den benachbarten Sektor der Panzer-Lehr-Division vor und erreichten den Süden und Osten von Krefeld. Am nächsten Tag erhielt die Division dann den Befehl mit ihrem rechten Flügel Position in Stratum zu beziehen, mit dem linke Flügel am Rhein. Noch am gleichen Tag nahm der Druck der Alliierten zu, besonders am rechten Flügel der Division. Es kam zu schweren Kämpfen und die Alliierten versuchten mit ihren Panzern durchzubrechen. Zwar konnten die Angriffe zurückgeschlagen werden, doch im Sektor der benachbarten Panzer-Lehr-Division gelang den feindlichen Panzern abermals der Durchbruch. Diesmal gelang es ihnen bis kurz vor Uerdingen vorzustoßen.

Aufrund technischer Probleme konnte die Rheinbrücke nahe Uerdingen nicht vollständig gesprengt werden und so erhielt die Division den Befehl einen Brückenkopf nahe Uerdingen zu errichten und diese Position zuhalten - auch im Falle einer Einkreisung durch den Feind - bis diese vollständig gesprengt wurde. Trotz Munitionsmangel und fehlender Pak gelang es diesen Brückenkopf für 2 Tage zu halten, bis die Brücke dann endlich vollständig zerstört war.
Alle Einheiten der Division die an diesen Kämpfen teilgenommen hatten zogen danach nordwärts und überquerten am 8. oder 9. März den Rhein bei Homberg. Die 3. Fallschirm-Jäger-Division war die letzte deutsche Einheit in diesem Sektor.

Sein Ende fand die Division im Ruhr-Kessel im April 1945.

 

Gliederung


Divisionsstab
Fallschirm-Jäger-Regiment 2

   I./FJR 2, II./FJR 2, III./FJR 2
Fallschirm-Jäger-Regiment 6
   I./FJR 6, II./FJR 6, III./FJR 6
Fallschirm-Jäger-Regiment 7
   I./FJR 7, II./FJR 7, III./FJR 7
Fallschirm-Artillerie-Regiment 2
   1 Abteilung
Fallschirm-Panzerjäger-Abteilung 2
  
6 Kompanien
Fallschirm-Pionier-Bataillon 2

   4 Kompanien
Luftnachrichten-Abteilung der Fallschirm-Jäger-Division 2
   2 Kompanien
Versorgungseinheiten

später kamen noch folgende  Einheiten hinzu:
Fallschirm-MG-Bataillon 2
  
3 Kompanien
Fallschirm-Flak-Abteilung 2
  
5 Kompanien
Fallschirm-Granatwerfer-Bataillon 2
(Mai 1944)

Kommandeure

Gen. Bernhard Ramcke
ObLt. Meder-Eggebert
GenMaj. Walter Barenthin
GenLt. Gustav Wilke
GenMaj. Hans Kroh
Gen. Bernhard Ramcke
GenMaj. Hans Kroh
GenLt. Walter Lackner

Quellen:
NARA FMS B189: Walter Lackner

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Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 26. Februar 2011 um 04:32 Uhr
 

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