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| Nachtjagdgeschwader 1 |
Das NJG 1 wurde am 26. 6. 1940 aufgestellt. Der Stab des Geschwaders lag von Anfang an in Arnheim und in Deelen, unterstellt der 3. Jagddivision. Als I. Gruppe des Geschwaders wurde etwa um die gleiche Zeit die I./ZG 1 (ohne 1. Staffel) in I./NJG 1 umbenannt. Der erste Standort war Mönchengladbach, die ersten Nachtjagdeinsätze wurden von Gütersloh aus geflogen. Hier konnte auch der erste Nachtjagdabschuß der "geführten" Nachtjagd gemeldet werden. Im August 1940 schulte die I./ZG 76 auf Nachtjagd um und wurde in II./NJG 1 umbenannt. Erster Einsatzplatz war Deelen. In dieser Gruppe ging die 3. Staffell/NJG 1 auf, für die die 1./ZG 76 nach Gütersloh kam. Schon vorher, am 1. 7. 1940 war die III./NJG 1 aus der ehemaligen IV./JG 2 aufgestellt worden. Diese Gruppe erzielte in der Nacht vom 8. zum 9. 7. 1940 den ersten Nachtjagdabschuss der deutschen Luftwaffe in der "hellen" Nachtjagd. Nachdem die Nachtjagd weiter ausgebaut worden war, erhielten die Gruppen feste Standorte. Die I./NJG 1 kam im März 1941 nach Venlo. Die II. Gruppe ging im Mai 1941 nach Schleswig und dann nach Stade. Die III. Gruppe verlegte Ende 1940 nach Rheine. Die 1. Gruppe erzielte von Venlo und Gilze-Rijn aus Erfolge, die II. Gruppe wurde in St. Trond zur besonderen Bedrohung der englischen Nachtbomber (Teile dieser Gruppe operierten von Leeuwarden und Bergen aus). Die III. Gruppe hatte Twente als Standort. Am 1. 10.1942 wurde die umbenannte II./NJG 2 als IV./NJG 1 in Leeuwarden dem Geschwader eingegliedert. Als besondere Einsätze ragten die Teilnahme am Kanaldurchbruch der deutschen Schlachtschiffe im Februar 1942 und die verlustreichen Tagesinsätze gegen die viermotorigen US-Bomber im ersten Halbjahr 1943 heraus. Im Herbst 1943 wurde das NJG 1 kurzfristig ins Reich verlegt (Quakenbrück, Langendiebach). Im Frühjahr 1944 lagen die I. Gruppe in Venlo, die 11. in St. Dizier, die III. in Laon-Athies und die IV. in St. Trond. Hinzugekommen war inzwischen die Luftbeobachterstaffel 3 in Deelen. Im Mai erfolgte eine weitere Umgruppierung, da die II. Gruppe nach Deelen und die III. Gruppe nach Leeuwarden und Twente verlegten. Im September 1944 mußte das Geschwader seine Plätze im holländisch-belgischen Raum räumen. Der Geschwaderstab verlegte nach Dortmund, die I. Gruppe nach Münster-Handorf, die II. Gruppe nach Düsseldorf und Paderborn, die III. Gruppe erst nach Fritzlar, dann nach Werl und Krefeld, während die IV. Gruppe in Dortmund Horst bezog. Aus der bewegten Geschichte des Geschwaders, aus dem fast alle berühmten Nachtjagdflieger hervorgegangen sind, sollen noch die Einsätze in der Mosquito-Jagd und die Nachtschlachteinsätze gegen Ende des Krieges herausgestellt werden. Mit der Verschlechterung der Kriegslage und den unablässigen Bombenangriffen auf die Flugplätze musste das Geschwader im Frühjahr 1945 erneut zurück verlegt werden. Die I. Gruppe nach Westerland, die II. Gruppe nach Völkenrode, die III. nach Störmede und schließlich Neumünster. Alle Gruppen wurden auf eine erweiterte selbständige Staffel reduziert. Ende April 1945 versammelten sich die Reste des Geschwaders auf Plätzen um Husum, wo auch die Kapitulation erfolgte. Kommandeure (Geschwaderkommodore)
Oberst Wolfgang Falck, 26.06.1940 – 30.06.1943 |
| Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 30. März 2010 um 10:15 Uhr |