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| Nachtjagdgeschwader 100 |
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Das Nachtjagdgeschwader 100 bestand von vornherein nur aus selbständigen Gruppen ohne eigenen Geschwaderstab. Mit seinem Namen ist die Nachtjagd an der Ostfront verbunden. Die Anfänge dieser Ostnachtjagd reichen bis zur Jahreswende 1942/43 zurück, wo sich bei der Luftflotte 1, den Luftwaffenkommandos Don und Ost und bei der Luftflotte 6 einzelne Nachtjagdschwärme im Einsatz befanden, so zum Beispiel die 10.(NJ)/ZG 1. Die I./NJG 100 entwickelte sich aus der IV./NJG 5, die etwa Ende 1942 in Leipheim und Lechfeld entstand, Einsatzkommandos nach Holland und Frankreich stellte und am 9.7. 1943 den Verlegebefehl an die Ostfront erhielt. Dort wurde sie als sogenannte "Eisenbahnnachtjagd" zu einem gefürchteten Begriff. Jede der drei Staffeln war in drei Schwärme aufgeteilt, jeder Schwarm besaß einen Eisenbahnwohnzug, dem ein Funkmeßzug beigegeben war. Diese Eisenbahnnachtjagd wurde erst im April 1944 aufgegeben. Die Schwärme waren über den ganzen russischen Raum verteilt. Es ist deshalb schwierig, ihren Einsatzweg nachzuzeichnen. So lagen im August 1943 Gruppenstab und die 1. Staffel in Brjansk, die 3. Staffel in Schatalowka im Bereich der Luftflotte 6, während die 2. Staffel zur Luftflotte 4 gehörte und in Stalino, später in Dnjepropetrowsk lag. Ende November 1943 waren Stab, 1. und 3. Staffel im Raum Orscha, Bobruisk und Star-Bychow verteilt, dann folgten 1944 Baranowitsche, Warschau, um nur einige Einsatzorte zu nennen. Im Juli 1944 war die Gruppe im südlichen Ostpreußen eingesetzt. Die 3. Staffel wurde mittlerweile in 2. Staffel umbenannt; Gruppenstab und seine bei den Staffeln verlegten Ende September 1944 endgültig in den ostpreußischen Raum. Ober Gerdauen, Prowehren und Powunden ging es nach Danzig, im Februar 1945 nach Vietzkerstrand, im März nach Greifswald und Wittstock/Dosse. Ein Schwarm war in Berlin-Staaken eingesetzt und flog von dort Schlachteinsätze. Die Gruppe war inzwischen dem NJG 5 unterstellt worden, ging Ende April nach Lübeck-Blankensee und sprengte am 2.5.1945 ihre Flugzeuge. Die 2. Staffel hatte im Oktober 1943 nach Kirowograd verlegt. Im Dezember verlegte sie mit ihren drei Schwärmen nach Rumänien, mit Standorten auf den Plätzen Bukarest, Focsani, Zilistea, Buzau, Otopeni und Telisch (Bulgarien). Hier erfolgte die Umbenennung in 4./NJG 100. Etwa Anfang Juli 1944 wurde der Gruppenstab II./NJG 100 mit drei Staffeln aufgestellt. In die 5. Staffel wurden die Reste der l./NJG 200 aufgenommen, die 6. Staffel bildete die ehemalige 4./NJG 200. Nach dem Zusammenbruch in Rumänien zog sich die Gruppe nach Udetfeld zurück. Einsatzaufgabe war u. a. "Himmelbett-" und Fernnachtjagd "Möwe-Ost". Im Januar 1945 lag die Gruppe auf den schlesischen Plätzen Stubendorf und Großenborn. Über Malatzki (Slowakei) ging es nach Wiener-Neustadt und Nowy Dvor. Im März 1945 kam der größte Teil der Gruppe in den Erdeinsatz. Der Rest des fliegenden Verbandes verlegte nach Prag-Rusin und Ostern 1945 nach Scyring. Der letzte Einsatzplatz war Raffelding bei Linz. Am 2. 5. 1945 flogen die letzten 15 Ju 88 nach Prag. Dort wurden die Maschinen gesprengt, die Besatzungen nahmen an den Straßenkämpfen teil und gerieten in russische Gefangenschaft. Die zum Erdeinsatz abgestellten Teile der Gruppe kämpften am Neusiedler See und kamen schließlich bei Steyr in amerikanische Gefangenschaft. Kommentare (0)
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