Luftwaffe Nachtjagdgeschwader Nachtjagdgeschwader 6
Nachtjagdgeschwader 6
Nachtjagdgeschwader 6Der Geschwaderstab NJG 6 wurde am 15. 9. 1943 in Schleißheim aufgestellt. Die Geschichte der dazugehörigen Gruppen reicht indessen weiter zurück. Die I. Gruppe entstand aus der IV. NJG 4, die am 1. 1. 1943 in Mainz-Finthen aufgestellt wurde. Kern dieser Gruppe waren die 6. und 8. Staffel NJG 4. Am 1. 8. 1943 erfolgte die Umbenennung in I./NJG 6. Die II. Gruppe begann sich ab Juli 1943 zu formieren. Am 15. 9. 1943 wurden die einzelnen Staffeln in Neuburg (Donau) zur II./NJG 6 zusammengefaßt. Am 4.10. 1943 wurden beide Gruppen dem Geschwaderstab NJG 6 unterstellt.
Die III./NJG 6 stieß erst am 10.5. 1944 mit der Umbenennung der II./NJG 5 zum Geschwader. Unabhängig von diesen über dem Reich eingesetzten Gruppen war seit Juni 1943 die IV./NJG 6 in Rumänien von den Einsatzplätzen Otopeni und Zilistea im Einsatz.

Am 15.10.1943 wurde das Geschwader der 7. Jagddivision unterstellt. Einsatzplatz der I. Gruppe war bis zum März 1944 Mainz-Finthen. Die II. Gruppe flog ihre Einsätze von Schleißheim, Echterdingen u.nd Kitzingen aus. Herausragende Ereignisse waren u. a. der Tageinsatz beim Angriff auf Schweinfurt am 14.10. 1943 und die Abwehr britischer Nachtangriffe auf Berlin. In diese Zeit fällt die Aufstellung eines Nachtaufklärer-Schwarmes, der Anfang 1944 in eine Nacht- und Tag-Aufklärungsstaffel (Luftbeobachterstaffel 7) umgewandelt wurde. Im Januar 1944 wurden beide Gruppen auch zur Abwehr von Tagesangriffen in der Reichsverteidigung eingesetzt, diese Einsätze jedoch bald für Besatzungen mit mehr als 10 Nachtabschüssen gesperrt.
Im März 1944 verlegte die I./NJG 6 nach Illesheim. Schon ab April 1944 stieß die II./NJG 5 zum Geschwaderverband und wurde zunächst in Hagenau stationiert. Große Erfolge erzielte das Geschwader am 30.3.1944 mit 16 und am 27.4.1944 mit 14 Abschüssen.
Spitzenbesatzungen flogen im Mai/Juni 1944 von Wiener-Neustadt und Ghedi (Norditalien) aus Einsätze. Die III. Gruppe wurde ab 1.6.1944 nach Steinamanger in Ungarn verlegt, Hauptaufgabe sollte die Abwehr von Einflügen russischer und anglo-amerikanischer Stör- und Agentenflugzeuge sein.
Im Juni 1944 wurde die Schulstaffel NJG 6 aus der 5 ./NJG 6 aufgestellt, nachdem je eine Staffel aller Gruppen schon seit langem als Schulstaffel verwendet worden waren. Im Juli 1944 wurde die Luftbeobachterstaffel 7 wieder aufgelöst und dafür jeder Gruppe Führungsschwärme zugeteilt. Nach kurzer Einsatzphase in Holland verlegte die I. Gruppe im Juni 1944 nach Neubiberg bei München.
Weitere Einsatzplätze der I. Gruppe: Echterdingen, Hailfingen, Großsachsenheim, Schleißheim und Neubiberg. Die der II. Gruppe: Echterdingen, Mainz-Finthen, Schwäbisch-Hall und Ingolstadt.
Die III. Gruppe wurde im Oktober 1944 aus dem ungarisch-kroatischen Kampfraum nach Leipheim zurückgezogen und flog ihre
letzten Einsätze von Neubiberg und Bad Aibling aus.
Die IV. Gruppe kehrte Ende August 1944 aus Rumänien zurück und operierte nacheinander von Schleißheim, Gerolzhofen, Kitzingen, Ingolstadt, Neubiberg und Bad Aibling aus.

Ende 1944 wurde das Geschwader im Nachtschlachteinsatz an der Westfront eingesetzt. Am 21. 2. 1945 gelang dem Geschwader mit 21 Abschüssen ohne eigene Verluste noch einmal ein überragender Erfolg, dem die Erfolge am 23.2.1945 (14 Abschüsse), 14. 3.1945 (16 Abschüsse) und 16. 3. 1945 mit 20 Abschüssen nicht nachstanden.
Ende März 1945 zeichnete sich bereits das Ende des Geschwaders ab. Der Geschwaderstab und die vier Gruppenstäbe wurden aufgelöst, das Geschwader auf einen Gruppenstab mit vier Staffeln und die Stabsstaffel reduziert, diese wurde ebenfalls kurz darauf aufgelöst. Im April wurden hauptsächlich Schlachteinsätze geflogen, der letzte Abschuss in der Nachtjagd gelang am 16. 4.1945.
Ende April 1945 lösten sich die noch einsatzfähigen Teile des Geschwaders im Raum Schleißheim-Bad Aibling auf.

Kommandeure (Geschwaderkommodore)

Major Fritz Schaffer, 10. August 1943
Major Heinrich Wohlers, 9. Februar 1944
Major von Reeken, 16. März 1944
Major Heinrich Griese, 15. April 1944

Oberstleutnant Herbert Lütje, 13. September 1944
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Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 30. März 2010 um 11:49 Uhr
 

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