Sanitätsflugbreitschaften
Während der Großteil der Verwundeten oder Kranken hinter den Frontlinien versorgt wurde, war es äußerst wichtig die Schwerverwundeten so bald wie möglich zu einer medizinischen Einrichtung zu bringen. Die ersten Tests mit Sanitätsflugzeugen gab es Ende 1937, als einige Junkers Ju 52/3m innerhalb des KG 253 bei Gotha eingesetzt wurden.
Mit dem Kriegsstärkenachweis (KstN) 5393 (L) vom 1. November 1938 wurden als Personal für Flugbereitschaften festgelegt: 1 Offizier, 13 Unteroffiziere, 2 Mann, 3 Junkers Ju 52/3m.
Eine neue Einheit wurde Anfang 1939 in Stendal gebildet, welche dann zur Sanitätsflugbereitschaft 7 wurde. Ende August 1939 folgte eine Einheit die im Polenfeldzug eingesetzt wurde und später zur Sanitätsflugbereitschaft 11 wurde.
Die nächste Sanitätsflugbereitschaft wurde Anfang 1940 innerhalb des X. Fliegerkorps gebildet um die Invasionen in Dänemark und Norwegen zu unterstützen. Nach der Besetzung Norwegens wurde die Anzahl der Ju 52 Flugzeuge auf 5 oder 6 erhöht.
Der Großteil der Sanitätsflugbereitschaften wurde dann am 8. März 1941 in Vorbereitung für  die Operation Barbarossa gebildet. Später wurden noch 3 weitere Sanitätsflugbereitschaften gebildet, wodurch die Anzahl nun auf 11 Sanitätsflugbereitschaften stieg.

Nach der Erfahrungen die im Afrikafeldzug gesammelt wurden, wurde nun jede Sanitätsflugbereitschaft mit 4 Fieseler Fi 156 "Storch" ausgestattet um so Verwundete direkt hinter der Frontlinie zu evakuieren.
Zwischen 1943-44 befand sich in jeder Sanitätsflugbereitschaft eine Abteilung am Boden. Dieser Krankenkraftwagenzug war mit 12 Krankenwagen ausgestattet und brachte die personelle Stärke einer Sanitätsflugbereitschaft auf 130. Theoretisch war eine Sanitätsflugbereitschaft einem Fliegerkorps zugeteilt, doch in der Praxis stand es oftmals unter einer Luftflotte oder sogar einer Fliegerdivision.

Sanitätsflugbreitschaft 1
Diese wurde am 8. März 1941 in Königsberg gebildet und mit drei Ju 52 ausgestattet. Noch im gleichen Jahr wurden die Maschinen auf eine Anzahl von 5-6 aufgestockt und es kamen einige Fieseler "Storch". Im August erfolgt die Verlegung nach Ostrov im nördlichen Russland. Einen MOnat später ging es für die Einheit nach Riga-Spilve wo sie bis zu ihrer Auflösung im Oktober 1944 blieb.

Sanitätsflugbreitschaft 2

Diese wurde im März 1940 in Posen/Polen als Sanitätsflugbereitschaft/X. Fliegerkorps gebildet und war bis Dezember 1940 in Norwegen im Einsatz, als es dann über Sizilien im Mai 1941 nach Athen/Griechenland ging. In Athen wurde die Einheit dann am 7. Juli 1941 in Sanitätsflugbreitschaft 2 umbenannt. Sie unterstützte das Afrikakorps in Nordafrika als es Ende 1942 dann wieder nach Sizilien ging. Einige Monate war die Einheit bei trapani stationiert und wurde dann im Januar 1943 nach Castell Vetrano versetzt. Im Oktober 1943 ging es weiter nach Frosinone und letztendlich an die Ostfront wo sie dem Kommando der Luftflotte 6 unterstellt wurde. Heir blieb sie bis zu ihrer Auflösung am 8. Mai 1945.

Sanitätsflugbreitschaft 3
Diese wurde am 8. März 1941 in Berlin-Staaken gebildet und wurde ausschließlich an der Ostfront eingesetzt. Unter dem Kommando der Luftflotte 2 war sie im August 1941 in Backe-Nowe stationiert und kam im januar 1942 dann nach Gorodishche. Im April 1942 stand sie unter dem Kommando der Luftflotte 4 und wurde nach Smolensk verlegt. Im Juni ging es dann zurück nach Gorodishche.
Im September und November 1942 befand sich die Einheit in Tusov als es im Dezember dann weiter nach Kirovograd ging. Weitere Stationen 1943 waren dann Anapa (März), Borisovka (Mai, Poltava (August) und Kiew-West (September).
Die Einheit zog sich mit dem Groß der deutschen Truppen zurück und wurde dann am 23. Oktober 1944 aufgelöst.

Sanitätsflugbreitschaft 4
Am 8. März 1941 in Dresden gebildet wurde die Einheit im juli nach Warschau verlegt von wo aus es im September weiter nach Orscha ging. Am 1. September 1942 befand sich die Einheit in Smolensk, wo sie die Sanitätsflugbereitschaft 11 in sich aufnahm. Dort blieb sie bis Februar 1944 als sie dann nach Borisov verlegt wurde wo sie bis zum 10. Juni 1944 blieb.
Als die Einehit nach Frankreich zurückgezogen wurde, wurde sie am 17. September 1944 in baden-baden aufgelöst.

Sanitätsflugbreitschaft 5
Diese Einheit wurde im Frühjahr 1943 in Münster gebildet. Außer Dokumente über einen Unfall im November 1943 in Ungarn und die Auflösung der Einheit am 17. September 1944 gibt es leider keine Aufzeichnungen über diese Einheit.

Sanitätsflugbreitschaft 6
Diese wurde am 8. März 1941 in Münster-Lodderheide gebildet und war der Luftflotte 2 an der Ostfront unterstellt. Im Januar 1942 wurde die Einheit gemeinsam mit der Luftflotte nach Catania/Sizilien verlegt. Von Catania aus wurde die Einheit im Februar 1943 nach Naples/Italien verlegt. Im September 1943 befand sich die Einheit in Vicenca und wurde dort mit italienischen SM-81 und SM-82 (dreimotorige Transportflugzeuge) ausgestattet.
Im April 1944gab die Einheit die italienischen Maschinen an die neu gebildete Sanitätsflugbereitschaft z.B.V. ab und kehrte zurück nach Deutschland wo sie mit Junkers Ju 352 ausgestattet und in "Großraumsanitätsflugbereitschaft" umbenannt wurde. Als die Maschinenn dann an die 15./TG 4 übergeben wurden, wurde die Einheit am 23. Oktober 1944 aufgelöst.

Sanitätsflugbreitschaft 7

Diese Einheit wurde unter anderem Namen Anfang 1939 in Stendal gebildet und flog in Polen udn Norwegen. Später ging es nach Griechnland wo die Einheit zwischen April 1941 und September 1944 in Kalamaki, nahe Athen, stationiert war. Hier erhielt sie auch ihre Bezeichnung Sanitätsflugbreitschaft 7. Als sich die deutschen Truppen aus Griechenland und dem Balkan zurückzogen ging die Einheit nach Ungarn wo sie im Oktober 1944 aufgelöst wurde.

Sanitätsflugbreitschaft 8
In Vorbereitung auf die Operation Barbarossa wurde diese Einheit im März 1941 gebildet. Am 21 April erreichte die Einheit Breslau-Gandau in Schlesien um die Bildung abzuschließen. Am 11. juli begab sich die Einheit nach Dardufoss in Norwegen und operierte im Norden Finnlands unter der Luftflotte 5. Von September 1941 bis September 1944 war die Einheit in Kemi am Bottnischen Meerbusen stationiert. Nach dem Waffenstillstand zwischen Finnland und Russland verlegte die Einheit von Kemi nach Bodö im Norden Norwegens, wo sie schließlich am 13. April 1945 aufgelöst wurde. Die letzten Männer dieser Einheit ergaben sich am 8. Mai 1945.
Während ihrer Zeit in Finnland und Norwegen flog die Sanitätsflugbreitschaft 8 hunderte medizinische und evakuierungs-Einsätz entlang der Front südlich von Murmansk für die 20. Gebirgs-Armee, Luftwaffenpersonal und finnische Truppen.
zum Einsatz kamen Ju 52 und Fi 156.

Sanitätsflugbreitschaft 11

Diese Einheit war eine der ersten Sanitätsflugbereitschaften und wurde im August 1939 gebildet, Sie flog in Polen und war dann in Staaken stationiert. Während des kalten Winters 1939/40 flog die Einheit Versorgungsflüge für die Norderney und andere isolierte Nordsee-Inseln. Ab April 1940 stand die Einehit unter dem Kommando der Luftflotte 3 und flog in Frankreich, wo sie offiziell die Bezeichnung Sanitätsflugbreitschaft 11 erhielt.
Im Dezember 1941 wurde die Einheit dann in den Osten verlegt und kam unter das Kommando des V. Fliegerkorps, welches in Smolensk stationert war. Im April erfolgte die Übergabe an das Luftwaffenkommando Ost wo die Einheit dann am 1. Juli 1942 in Sanitätsflugbreitschaft 4 umbenannt wurde.
Eine neue Sanitätsflugbreitschaft 11 wurde im Januar 1943 in Le Bourget/Frankreich gebildet und dann an die Krim vrelegt wo sie der Luftflotte 4 unterstand. Im Jahr 1944 kehrte die Einheit über Basen in Ungarn und der Tschechoslowakei nach Fürth zurück wo sie am 23. April 1945 aufgelöst wurde.

Sanitätsflugbreitschaft 17
Diese wurde am 3. März 1941 in Wien-Aspern gebildet. Am 12. März 1942 verlegte sie nach Nikolayev in Russland. Von dort aus ging es im Oktober weiter nach Maikop und im Ferbuar 1943 nach Zaporozhye. Teilweise befand sich die Einheit auch noch in Voroshilovsk. Am 17. September 1944 kehrte die Einheit zurück nach Wien-Asoern wo sie dann aufgelöst wurde.


Sanitätsflugbreitschaft z.B.V.
Diese wurde im April 1944 gebildet, nach dem die Sanitätsflugbereitschaft 6 ihre italienischen Maschinen vom Typ SM-81 und SM-82 abgab. Sie operierte im Norden Italiens und wurde am 17. September 1944 aufgelöst.

Sanitätsstaffel Wismar & Sanitätsstaffel Smolensk

Dies waren inoffizielle Bezeichnungen für Einheiten die in den jeweiligen Orten stationiert waren. So befand sich die Sanitätsflugbereitschaft 2 in Wismar und die Sanitätsflugbereitschaften 4 und 11 in Smolensk.

Sanitätsversuchsstelle Jüterbog
Diese war mit Heinkel He 111, He 70 und Junkers Ju 87 A ausgestattet. Hier wurden Tests bezüglich der Auswirkungen von extremen Flugauswirkungen (Sturzflug, Sauerstoffmangel etc.) durchgeführt.
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Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 31. August 2010 um 17:16 Uhr
 

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