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| Jagdgeschwader 1 "Oesau" |
Bei Kriegsausbruch bestand vom Jagdgeschwader 1 nur der Geschwaderstab in Jever, welcher bereits im Mai 1939 aufgestellt wurde. Ihm wurden in regem Wechsel Verbände anderer Geschwader unterstellt. Als sogenanntes "Jagdgeschwader Schumacher“ hatte es die Aufgabe, Einflüge der RAF in die Deutsche Bucht abzuwehren. Bekanntestes Ereignis dieser Periode war die Luftschlacht über Wilhelmshaven am 18. Dezember 1939. Unterstellte Einheiten nahmen im April 1940 an der Besetzung von Dänemark und Norwegen teil, ebenso an der ersten Phase des Frankreichfeldzuges im Raum Nordholland. Ende 1940 zeichnete sich die Aufstellung der I. Gruppe im holländischen Raum durch Zusammenfassung selbständiger Staffeln, wie Jasta Holland und Jasta Münster-Loddenheide, ab: Einsatzraum Norddeutsche Bucht. Im September 1941 kehrte die I./JG 3 aus Russland zurück und übernahm als II./JG 1 die Luftverteidigung Nordhollands, als einer der ersten Jagdverbände mit der neuen Fw 190 ausgerüstet. Aus verschiedenen Ergänzungsstaffeln wurde zur Jahreswende 1941/42 in Dänemark die III./JG 1 gebildet. Im Frühjahr 1942 entstand die IV. Gruppe. Das Jahr 1942 sieht das nunmehr voll aufgestellte Geschwader im Einsatz mit Schwerpunkten Holland – Norddeutschland - Dänemark, mit kurzfristigen Sondereinsätzen im südnorwegischen Raum. Die 11. Gruppe sicherte den Durchbruch der deutschen Schlachtschiffe durch den Kanal im Februar 1942 von der Schelde-Mündung aus. Im April 1943 erfolgte eine Umorganisation. Die I. und III. Gruppe wurden an das neu aufgestellte JG 11 abgegeben, die IV. Gruppe in I. Gruppe umbenannt. Zu gleicher Zeit wurde in Holland eine neue III. Gruppe aufgestellt. Im Rahmen der Reichsverteidigung trug das Geschwader mit seinen drei Gruppen die Hauptlast der Reichsverteidigung gegen die Tageseinflüge der amerikanischen Luftwaffe im norddeutschen Raum und erlitt dabei schwerste Verluste. Im Frühjahr 1944 wurden Stab, I. und II. Gruppe im westfälischen Raum konzentriert, die III. Gruppe blieb in Holland als Höhenjagdverband. Nach dem Tode seines Kommodores wurde dem Geschwader im Mai 1944 der Name „Oesau“ verliehen. Mit dem Beginn der Invasion verlegte das gesamte Geschwader, verstärkt durch 7./JG 51 und 9./JG 77, die später im Geschwader aufgingen, in den Raum Le Mans und verblieb dort bis in den August 1944. Völlig aufgerieben kehrte das Geschwader zur Auffrischung auf die Plätze Husum, Reinsehlen und Wiesbaden zurück. Erst ab November 1944 griff das Geschwader wieder in die Reichsverteidigung ein. Einsatzplätze waren Ende 1944 Twente, Lengerich und Rheine. Teilnahme an der Ardennenoffensive und am Neujahrseinsatz 1945: Ziel des Geschwaders war Gent. Der drohende Zusammenbruch der Ostfront machte eine Verlegung in den ost-westpreußischen Raum notwendig. Über Pommern zog sich das Geschwader bis Anfang 1945 nach Warnemünde und Husum zurück. Die III. Gruppe wurde Ende April 1945 aufgelöst, die I. und II. Gruppe rüsteten auf den „Volksjäger“ He 162 um und bildeten zusammen die I./Einsatzgruppe JG 1. Aus Teilen der II/.1KG 30 formierte sich eine neue II. Gruppe. Die Kapitulation erlebte das Geschwader in Schleswig-Holstein, ohne dass es mit seinen neuen Maschinen noch einmal zum Einsatz gekommen wäre. Insgesamt gehen über 700 Abschüsse feindlicher Maschinen auf das Konto des Jagdgeschader 1. Kommandeure (Geschwaderkommodore)
Oberleutnant Carl Schumacher, 30. November 1939 - 5. Januar 1942 |
| Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 30. März 2010 um 18:24 Uhr |