Luftwaffe Tagjagdgeschwader Jagdgeschwader 27
Jagdgeschwader 27
Jagdgeschwader 27Dieses Geschwader wurde erst zu Beginn des Krieges aufgestellt. Bei Kriegsausbruch bestand nur seine III. Gruppe, die aber damals noch  I./JG 1 hieß. Sie nahm am Polenfeldzug teil und verlegte noch im September 1939 nach Westen. Kurz darauf wurde der Geschwaderstab und die I. Gruppe aufgestellt, die II. Gruppe folgte im Januar 1940.
Zu Beginn des Frankreichfeldzugs lag das Geschwader am Niederrhein. Am Westfeldzug nahm das Geschwader mit wechselnden Unterstellungsverhältnissen teil, verlegte durch Nordfrankreich bis zum Kanal, während die II. Gruppe zunächst im Verband des JG 26 im belgischen Raum kämpfte. Nach kurzer Auffrischung kam das Geschwader wieder in den Westen und nahm von Plätzen im Raum Calais an der Luftschlacht um England teil.
Im Herbst 1940 wurde das Geschwader aus dem Kampf gezogen.
Geschwaderstab, II. und III. Gruppe wurden nach kurzer Auffrischung nach Rumänien in Marsch gesetzt. Von bulgarischen Plätzen aus beteiligte es sich am Balkanfeldzug und erreichte Ende April 1941 Eleusis bei Athen. Während Teile der III. Gruppe im Mai 1941 kurzfristig von Sizilien Einsätze gegen Malta flogen, versammelten sich Stab und die beiden Gruppen bis Anfang Juni im Raum Suwalki zum Aufmarsch gegen Russland. Die II. Gruppe wurde bereits am 1. Juli aus dem Russlandeinsatz gezogen und rüstete für den Feldzug in Afrika um. Geschwaderstab und III. Gruppe nahmen bis Oktober 1941 im Mittelabschnitt am Ostfeldzug teil.
Die I. Gruppe war nach kurzem Einsatz gegen Jugoslawien und Malta Anfang April 1941 in Nordafrika eingetroffen und machte den Vormarsch bis zur ägyptischen Grenze mit. Im September 1941 traf dort auch die II. Gruppe ein, der Geschwaderstab und die III. Gruppe folgten im Dezember 1941. Nordafrika blieb bis Ende 1942 Einsatzgebiet des Geschwaders, wobei die Einsatzplätze entsprechend der vor- und zurückflutenden Front wechselten.
Mit dem Zusammenbruch der Front begann ein neuer Abschnitt in der Geschichte des Geschwaders.

Der Geschwaderstab zog sich zunächst nach Wien zurück und lag ab März 1943 in Athen. Die I. Gruppe ging Anfang 1943 an den Kanal zurück. Die II. Gruppe sammelte nach kurzer Auffrischung auf Sizilien und nahm am Tunesienfeldzug teil, die III. Gruppe bezog Plätze auf Rhodos und kämpfte im April/Mai 1943 in Sizilien, wohin
auch der Geschwaderstab folgte. Die II. Gruppe blieb bis Ende Juni in Süditalien, die III. Gruppe kämpfte von Juli an über der Ägäis und nahm an der Eroberung von Leros teil. Im Mai 1943 war in Griechenland eine neue IV. Gruppe aufgestellt worden.
Gemeinsam mit der III. Gruppe kämpfte sie bis März 1944 auf dem Balkan. Die I. Gruppe kehrte Ende Juli 1943 aus Frankreich zurück und lag seit Mitte August auf Plätzen um Wien. Die II. Gruppe nahm ab August 1943 von verschiedenen Plätzen in Deutschland an der Reichsverteidigung teil.
Kurz vor der Invasion war das Geschwader wie folgt verteilt: Geschwaderstab, 1., II. und III. Gruppe Plätze
um Wien, IV. Gruppe in Steinamanger/Ungarn.
Mit Invasionsbeginn wurde das Geschwader, mit Ausnahme der II. Gruppe, an die Westfront verlegt und blieb dort bis gegen Ende August 1944. Bis Oktober sammelte sich das Geschwader im Gebiet nördlich Dresden,
Mitte November verlegte es auf Plätze um Rheine/Westfalen. Von hier aus beteiligte es sich an der Ardennenoffensive und dem Neujahrseinsatz 1945 („Bodenplatte“).
Die vorrückende Front spaltete ab März 1945 das Geschwader. Die IV. Gruppe wurde aufgelöst, Geschwaderstab und II. Gruppe zogen sich nach Schleswig-Holstein zurück und gingen dort in Gefangenschaft.
Die I. und III. Gruppe wurden über Prag in den süddeutschen Raum verschlagen, wo sie Anfang Mai in der Nähe von Salzburg aufgelöst wurden.

Kommandeure (Geschwaderkommodore)

Oberstleutnant Max Ibel, 1. Oktober 1939
Major Bernhard Woldenga (i.V.), 11. Oktober 1940
Major Wolfgang Schellmann
, 22. Oktober 1940
Major Bernhard Woldenga, 21. Juni 1941
Oberstleutnant Eduard Neumann, 10. Juni 1942
Oberstleutnant Gustav Rödel, 22. April 1943
Major Ludwig Franzisket, 30. Dezember 1944

Ritterkreuzträger des Jagdgeschwader 27

Bendert, Karl-Heinz
Börngen, Ernst
Düllberg, Ernst
Ettel, Wolf-Udo
Franzisket, Ludwig
Graf von Kageneck, Erbo
Gromotka, Fritz
Homuth, Gerhard
Ibel, Max
Kientsch, Willy
Körner, Friedrich
Lippert, Wolfgang
Marseille, Hans-Joachim
Redlich, Karl-Wolfgang
Reinert, Ernst-Wilhelm
Remmer, Hans
Rödel, Gustav-Siegfried
Schlichting, Joachim
Schröer, Werner
Schulz, Otto
Stahlschmidt, Hans-Arnold
Steinhausen, Günter
Werfft, Dr. chem. Peter

Luftwaffe Asse innerhalb des Jagdgeschwader 27

Wilhelm Balthasar: 23 Abschüsse mit JG 27, 44 insgesamt
Karl-Heinz Bendert: 36 Abschüsse, 54 insgesamt
Emil Clade: 27 Abschüsse
Ludwig Franzisket: 43 Abschüsse mit  JG 27, 1939-45
Adolf Galland: 14 Abschüsse mit JG 27, 104 insgesamt
Fritz Gromotka: 27 Abschüsse mit JG 27
Gerhard Homuth: 46 Abschüsse in Africa, 61 mit JG 27, 63 insgesamt
Max Ibel: 3 Abschüsse mit JG 27
Erbo Graf von Kageneck: 65 Abschüsse mit JG27 (48 in Russland)
Willi Kientsch: 41 Abschüsse mit JG 27, 52 insgesamt
Friedrich Körner: 36 Abschüsse in Afrika
Hans-Joachim Marseille: 151 Abschüsse mit JG27 in Afrika, 158 insgesamt
Gustav Rödel: 57 Abschüsse mit JG 27, 98 insgesamt
Otto Schulz: 42 Abschüsse in Afrika, 51 insgesamt
Werner Schröer: 61 Abschüsse in Afrika, 114 insgesamt
Rudolf Sinner: 32 Abschüsse in Afrika, 39 insgesamt
Hans-Arnold Stahlschmidt: 59 Abschüsse Afrika
Peter Werfft: 26 Abschüsse

Abschüsse und Verluste des Jagdgeschwader 27

Einheit Luftsiege Verluste
Stab JG 27
82 12
I./JG 27
989 180
II./JG 27 962 234
IIII./JG 27 851 173
IV./JG 27 258 123
Gesamt 3142 725

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Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 01. April 2010 um 08:34 Uhr
 

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