Luftwaffe Tagjagdgeschwader Jagdgeschwader 5 "Eismeer-Geschwader"
Jagdgeschwader 5 "Eismeer-Geschwader"
Jagdgeschwader 5 Eismeer GeschwaderDie Anfänge dieses Geschwaders reichen bis ins Frühjahr 1941 zurück. Um diese Zeit bestand in Stavanger (Norwegen) die I./JG 77, die mit Me 109 T ausgerüstet war. Mit den Vorbereitungen für den Russlandfeldzug kam es zu einer Umgliederung. Durch Teilung der I./JG 77 und Einbeziehung der selbständigen 14./JG 77 und 2./ZG 76 wurden die Jagdgruppen Stavanger und die Jagdgruppe z. b. V. Petsamo aufgestellt. Die Jagdgruppe Stavanger behielt als Einsatzraum die norwegische Westküste von Oslo bis nach Trondheim.
Im Januar 1942 wurde sie in 1./JG 5 umbenannt. Obwohl die Gruppe nur wenig Gelegenheit zu Luftkämpfen hatte, stellten die schlechten Wetterbedingungen, weite Flüge über See und die kleinen Einsatzplätze große Anforderungen. Im hohen Norden kämpfte die Jagdgruppe Petsamo bis zum Winter 1941/42 erfolgreich im nordnorwegischen und nordfinnischen Einsatzraum.

Im Mai 1942 wurde in Petsamo der Geschwaderstab JG 5 aufgestellt. Ihm unterstand zunächst die Zerstörerstaffel Kirkenes und die II. Gruppe (die ehemalige Jagdgruppe Petsamo). Als III. Gruppe kam die ehemalige IV./JG 1 hinzu, die im Januar 1942 aus Ergäzungsstaffeln in Brest aufgestellt worden war und bis April 1942 über Jever und Trondheim nach Pctsamo und Kirkenes verlegte. Den Schutz der Küste von Trondheim bis Narvik übernahm die im Sommer 1942 aufgestellte IV. Gruppe.
Im Jahr 1942 versuchte die Luftflotte 5 schwerpunktmäßig, den Nachschubverkehr für die Sowjets nach Murmansk abzuschnüren. Geschwaderstab, II. und III. Gruppe des JG 5 waren dabei als Begleitschutz für die Stuka-Verbände und mit Jabo-Angriffen auf Schiffsverkehr und die Murmansk-Bahn maßgeblich beteiligt. Im
Frühjahr 1943 wurde eine 14. Staffel (Jabo) mit Fw 190 aufgestellt.
Einsatzmäßig lag im Sommer 1943 der Schwerpunkt der Kämpfe auf den Operationen des KG 30 gegen die großen Eismeergeleitzüge der Amerikaner und in der Abwehr der russischen Luftangriffe gegen den eigenen Nachschub nach Petsamo.

Im November 1943 verlegte die II. Gruppe nach Russland. Einsatzgebiet war zunächst die Newel-Front, dann der Mittelabschnitt um Witebsk und schließlich im Frühjahr 1943 Lettland. Im März 1944 kehrte sie kurzfristig an die Eismeerfront zurück, ging aber bereits Mitte April wieder nach Lettland, von dort Ende Mai 1944 in die
Reichsverteidigung und schied damit aus dem Geschwaderverband aus. Sie beendete den Krieg als IV./JG 4.
Die erste Gruppe ging im November 1943 nach Rumänien und Bulgarien, verlegte aber bereits im Februar 1944 nach Deutschland zum Einsatz in der Reichsverteidigung. Sie machte die Kämpfe an der Invasionsfront mit, kehrte Mitte August 1944 wieder ins Reich zurück und wurde im Oktober 1944 in III./JG 6 umbenannt. Die 14. Jabo-Staffel war bereits im April 1944 nach Italien abgezogen worden und ging im SG 4 auf.
Das JG 5 war damit auf den Geschwaderstab, die alte Zerstörerstaffel Kirkenes (10. bzw. 13./JG 5) und die III. Gruppe im Raum Petsamo sowie die IV. Gruppe in Nordnorwegen zusammengeschrumpft.
Im Juni 1944 gab das Geschwader auch noch die 9. Staffel an die Reichsverteidigung ab. Dafür wurde eine neue Staffel aufgestellt, die sogenannte “Eismeerstaffel“. Ende August 1944 kam die IV. Gruppe zur Unterstützung in den hohen Norden. Mit dem Abfall Finnlands mussten Nordfinnland und Nordnorwegen Schritt für Schritt geräumt werden. Im November 1944 verlegte die IV. Gruppe nach Stavanger, die III. Gruppe nach Bardufoss.
Die Versenkung des Schlachtschiffes „Tirpitz“ durch britische Bomber vor Tromsö war durch unglückliche Umstände nicht zu verhindern. Anfang des Jahres 1945 war gekennzeichnet durch lebhafte organisatorische Veränderungen.
Durch Teilung der bestehenden Verbände und Einbeziehung von Teilen der IV./ZG 26 wurde eine neue II. Gruppe aufgestellt, so dass das Geschwader bei Kriegsende wieder aus drei Gruppen mit neun Staffeln bestand. Die Kapitulation erlebte das Geschwader im Raum Stavanger - Bergen.

Kommandeure (Geschwaderkommodore)

Oberstleutant Gotthardt Handrick, Mai 1942 - Juni 1943
Oberstleutant Günther Scholz, Juni 1943 - Mai 1944
Major Heinrich Ehrler, Mai 1944 - Februar 1945
Oberstleutant Günther Scholz, Februar 1945 - Mai 1945
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Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 30. März 2010 um 18:32 Uhr
 

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