Luftwaffe Tagjagdgeschwader Jagdgeschwader 51 "Mölders"
Jagdgeschwader 51 "Mölders"
Jagdgeschwader 51 MöldersDer Geschwaderstab JG 51 wurde im Herbst 1939 aufgestellt. Neben der bereits bestehenden I./JG 51 wurde aus der 2./JG 71 die II. Gruppe aufgebaut. Als III. Gruppe flog im Geschwaderverband die I./JG 20, die am 4.7.1940 in III./JG 51 umbenannt wurde.
Ende August 1940 wurde die I./JG 77 dem Geschwader zugeteilt, die anschließend die Bezeichnung IV./JG 51 erhielt. Nach mehreren Monaten Grenzüberwachung im Westen mit der I., II. und III. Gruppe nahm das Geschwader im Mai/Juni 1940 am Westfeldzug teil, wobei bis Juli die I. Gruppe zeitweilig bei anderen
Verbänden eingesetzt war und dem JG 51 zusätzlich fremde Gruppen unterstellt waren.
Im August versammelte sich das Geschwader auf Feldflugplätzen bei Calais und kämpfte dann in der Luftschlacht um England.
Ende 1940 erfolgte eine Auffrischung des gesamten Geschwaders in Deutschland. Im Februar 1941 konnten die alten Plätze am Kanal wieder bezogen werden. Anfang Juni 1941 wurden der Stab und drei Gruppen in den Raum um Siedlce (Polen) verlegt und traten von dort aus zum Angriff gegen Russland an, während die IV. Gruppe bis Anfang August im Südabschnitt der Ostfront eingesetzt wurde. Das Geschwader
folgte dem Vormarsch des Heeres über Bobruisk - Brjansk – Smolensk bis vor Moskau.

Nach dem Tode von Werner Mölders wurde dem Geschwader am 24. November 1941 das Ärmelband und der Traditionsname „Jagdgeschwader Mölders“ verliehen.
Mitte Dezember 1941 zwang das Scheitern des Angriffs auf Moskau zur Rückverlegung des Geschwaders auf Plätze um Juchnow. Das JG 51 blieb den ganzen Winter über in Russland im Einsatz. Ab November 1941 war die I. Gruppe im Kampfraum am Ilmensee eingesetzt, nahm an den Schlachten von Cholm und Demjansk teil
und kehrte im Juli 1942 in den Mittelabschnitt zurück.
Nach Umrüstung auf Fw 190 in Jesau ging sie Anfang September nach Ljubanim Nordabschnitt und Ende Oktober wieder in den Mittelabschnitt nach Wjasma. In dieser Zeit kämpfte die II. Gruppe im Raum
Brjansk-Orel und mit Teilen bei Rshew; im Oktober 1942 wurde sie wie die anderen Gruppen ebenfalls in Jesau umgerüstet. Kampfraum der III. Gruppe war 1942 der Abschnitt Smolensk - Rshew. Die IV. Gruppe war abwechselnd von Cholm im Norden bis in den Raum Orscha im Mittelabschnitt eingesetzt.

Von Juli 1942 bis April 1944 flogen zeitlich nacheinander die zweite bis fünfte spanische Feldflugstaffel als 15./JG 51 im Geschwaderverband an der Ostfront. Von Juli 1942 bis Juni 1943 war dem Geschwader eine Panzerjägerstaffel mit Hs 129 zugeteilt. Im November 1942 wurde die 6. Staffel umbenannt in Geschwader-Stabsstaffel. Eine neue 6. Staffel entstand aus der 3./JG 1. Bis Kriegsende kämpfte das JG 51 mit der I., III. und IV. Gruppe an der Ostfront; hervorzuheben ist die Teilnahme an der letzten großen Offensive „Zitadelle“ im Juli 1943.
Dagegen wurde die II. Gruppe ab November 1942, wieder mit Me 109 ausgerüstet, im Mittelmeerraum eingesetzt. Tunesien, Sizilien, Süditalien, Jugoslawien, Ungarn und zum Schluß der Raum um Wien markieren
den Weg dieser Gruppe. Ab Oktober 1943 wurden die I., III. und IV. Gruppe wieder auf Me 109 umgerüstet. Im Mai 1944 gab das Geschwader die 2.,7. Und 12. Staffel an die Reichsluftverteidigung ab, ohne zunächst dafür
Ersatz zu bekommen. Von diesem Zeitpunkt an verlegte das Geschwader mit den im Osten eingesetzten Gruppen, den Heeresbewegungen folgend, über Lemberg und Warschau bis Danzig und Ostpreußen (Januar 1945).
Im April 1945 wurde in der abgeschnürten Weichselniederung die I. Gruppe aufgelöst und mit der III. Gruppe vereinigt. Die wenigen noch flugklaren Maschinen wurden nach Westen geflogen, die restlichen Flugzeugführer und das Bodenpersonal auf Schiffe verladen. Nur ein Teil gelangte bis Schleswig-Holstein, während die übrigen auf Bornholm in russische Gefangenschaft gerieten.
Bis zum Kriegsende blieben die IV. Gruppe und die Stabsstaffel im fliegerischen Einsatz. Bei der Kapitulation
der deutschen Wehrmacht lagen sie in Flensburg.
Das Geschwader erzielte insgesamt rund 8900 Abschüsse. Die eigenen Totalverluste betrugen mehr als 600 Mann fliegendes und mehr als 150 Mann Bodenpersonal.

Kommandeure (Geschwaderkommodore)

Oberstleutnant Theo Osterkamp, 19. September 1939 - 23. Juli 1940
Oberstleutnant Werner Mölders, 27. Juli 1940 - 19. Juli 1941
Oberstleutnant Friedrich Beckh, 19. Juli 1941 - 10. April 1941
Major Günther Lützow (in Vertretung), September 1941 - 8. November 1941
Oberstleutnant Karl-Gottfried Nordmann, 10. April 1942 - 30. März 1944
Major Fritz Losigkeit, 1. April 1944 - 31. März 1945
Major Heinz Lange, 12. April 1945 - 28. April 1945

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Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 01. April 2010 um 08:43 Uhr
 

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