Bleiben sie aktuell. Jetzt unseren Newsletter abonnieren!
| Jagdgeschwader 54 "Grünherz" |
Der Geschwaderstab JG 54 wurde im Februar 1940 aufgestellt. Um diese Zeit bestand nur die I.IJG 54 (vormals I./JG 70). Die anderen Gruppen, die erst im Juli 1940 zum JG 54 zusammengeschlossen wurden, hießen damals noch I./JG 76 und I./JG 21 und hatten von Schlesien und Ostpreußen aus am Polenfeldzug teilgenommen. Alledrei Gruppen nahmen mit wechselnden Unterstellungsverhältnissen am Schutz der Westgrenze und am Frankreichfeldzug teil, der sie von Plätzen am Ober-, Mittel- und Unterrhein bis nach Rouen und Orleans führte. Danach verlegten Geschwaderstab und alle Gruppen nach Holland. Teilnahme des Geschwaders an der Luftschlacht um England von Plätzen um Calais. Die I./JG 54 verlegte bereits Ende September 1940 nach Jever, die III. Gruppe einige Wochen später nach Holland. Nach kurzer Ruhezeit Anfang 1941 war neuer Einsatzort Le Mans mit Kommandos in Cherbourg (ohne I. Gruppe). Im März 1941 Verlegung nach Graz und Teilnahme am Balkanfeldzug. Zu Beginn des Russlandfeldzuges wurde das Geschwader auf ostpreußischen Plätzen versammelt Zum Vorstoß im Nordabschnitt über Dünaburg bis dicht vor Leningrad. Auf den Einsatzplätzen Siverskaja, Krasnogwardeisk und Gatschina lag für lange Zeit das JG 54. Die II. Gruppe gelangte bis November 1941 über Staraja-Rusa, Dugino nach Kalinin, verbrachte den Winter in Jesau zur Ruhe und verlegte Anfang Februar 1942 nach Siverskaja. Im Jahre 1942 wurde das Geschwader von Brennpunkt zu Brennpunkt gerufen. Zu erwähnen sind die Nachtjagdeinsätze im Raum Leningrad im Sommer 1942. Die I. Gruppe kämpfte zeitweilig von Rjelbitzy am Ilmensee, Wjasma und Viipuri am Ladogasee aus und schickte Kommandos nach Südfinnland. Die II. Gruppe half im August 1942 im Mittelabschnitt aus, die III. Gruppe war über dem Kessel von Demjansk im Einsatz, am Ilmensee und vor Leningrad. Im Dezember verlegte sie nach Smolensk. Die geplante Verlegung des JG 54 in den Westen im Austausch mit JG 26 wurde nur zum Teil durchgeführt und teilte das Geschwader. Im Februar 1943 trafen im Raum Lille die III. Gruppe und die 4. Staffel ein, während vom JG 26 die 10. (Jabo)Staffel als 10./JG 54 übernommen wurde. Sie ging aber schon im April im SKG 10 auf, die 4. Staffel kam später zur neuen IV. Gruppe. Die III. Gruppe wurde ab März 1943 von Oldenburg, Holland, Schwerin u.a. Plätzen aus in der Reichsverteidigung eingesetzt. Von den in Russland verbliebenen Gruppen rüstete die I. Gruppe im Januar 1943 auf Fw 190 um. Ihr Einsatz führte sie über Rjelbitzy, Orel, PoItawa und Witebsk nach Orscha. Auch die II. Gruppe nahm im Juli an der letzten deutschen Ostoffensive im Raum Orell-Kursk teil und zog sich bis Februar 1944 über Kiew, Shitomir und Winniza bis Uman zurück. Erst im März traf sie wieder im Norden der Ostfront ein. Dort war seit September 1943 die im Juli neuaufgestellte IV. Gruppe im Einsatz; Idriza und Dno waren Einsatzschwerpunkte. Im Jahr 1944 folgte Verlegung um Verlegung. Die I. Gruppe, im Januar noch in Polozk und Orscha, erreichte im Februar den Kampfraum Kurland. Im Juni 1944 musste sie ihre 2. Staffel an die III. Gruppe im Westen abgeben. Die II. Gruppe flog im Frühjahr von Petseri und Idriza aus, im Juni lag sie kurze Zeit in Südfinnland, im Juli kam sie ebenfalls nach Kurland. Hier fochten die Ostgruppen des JG 54 ihren letzten Kampf während der großen Kurlandschlachten. Wesenberg, Dorpat, Riga, Frauenburg, Libau und Dünaburg waren die wichtigsten Einsatzorte. In den letzten Kriegstagen gelang es ihnen, sich nach Schleswig-Holstein abzusetzen. Die III. Gruppe wurde im Juni 1944 an der Invasionsfront und ab September im oldenburgischen Raum eingesetzt. Im Verband des JG 26 nahm sie am Neujahrseinsatz 1945 teil und wurde Ende Februar in IV./JG 26 umbenannt. Die IV. Gruppe verlegte Ende April 1944 nach Rumänien. Ende Mai wurde sie in Illesheim neu aufgestellt und im Juli wieder an die Ostfront geschickt (Lublin – Lemberg - Radom - Ostpreußen). Ab September Einsatz in der Reichsverteidigung. Die Schlacht bei Arnheim und die Ardennenoffensive waren letzte Höhepunkte. Im Februar 1945 wurde die Gruppe aufgelöst und bildete den Kern der II./JG 7. Dafür wurde die II./JG 76 in IV./JG 54 umbenannt, auch diese Gruppe bestand im Grunde nur noch auf dem Papier. Kommandeure (Geschwaderkommodore)
Major Martin Mettig, 1. Februar 1940 |
| Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 01. April 2010 um 08:51 Uhr |