Luftwaffe Tagjagdgeschwader Jagdgeschwader 77 "Herz As"
Jagdgeschwader 77 "Herz As"
Jagdgeschwader 77 Herz AsAls der Geschwaderstab kurz nach Kriegsausbruch aufgestellt worden war, bestanden bereits die I. und II. Gruppe. Die I./JG 77 nahm von Schlesien aus am Polenfeldzug teil, ging dann an die Westgrenze, beteiligte sich am Westfeldzug und der Luftschlacht um England, immer anderen Geschwadern unterstellt, und wurde im Februar 1941 in IV./JG 51 umbenannt. Die Il./JG 77 wechselte bis Mai 1940 zwischen Küstenschutzaufgaben und Bereitschaft an der Westfront. Zwei andere Gruppen wurden später dem JG 77 angegliedert:
Die I./LG 2 kämpfte zunächst in Polen, flog dann Küstenschutz und Grenzüberwachung, mit einer Sonderstaffel im April 1940 auch in Dänemark. Die ursprünglich als Flugzeugträgergruppe aufgestellte II./JG 186 (T) nahm zunächst am Einsatz gegen die Westerplatte teil und wurde dann im Küstenschutz eingesetzt.

Die Besetzung Norwegens führte die II./JG 77 von April bis Anfang November 1940 bis weit in den Norden nach Stavanger und Trondheim. Im Juni/Juli lag auch die Il./JG 186 in Norwegen und wurde dort in III./JG 77 umbenannt.
Am Frankreichfeldzug nahmen der Geschwaderstab, die I. Gruppe, die II./]G 186 und die I./LG 2 teil. Dann zum Einsatz nach Döberitz (Sonderjagdschutz Berlin), die I./LG 2 blieb im Westen und machte die Luftschlacht um England mit. Im November 1940 versammelte sich das Geschwader mit Stab, Il. und III. Gruppe und I./LG 2 am Kanal (Raum Brest und Calais). Im April 1941 folgten die Verlegung auf den Balkan, Eroberung Griechenlands und Kreta-Unternehmen, ]abo-Einsätze gegen die britische Flotte.
Die im Februar 1941 in Norwegen aufgestellte I./JG 77 blieb selbständig und bildete den Kern des späteren JG 5.
Den Russlandfeldzug  trat das Geschwader von Rumänien aus an. Die I./LG 2 flog bis Ende Juli mit dem JG 3 im Raum Kiew und lag dann bis November in Mamaia fest, während die anderen Gruppen durch Bessarabien vorverlegten. Odessa, Mariupol, Tschaplinka, Rostow und Taganrogwaren die besonderen Kampfräume. Ab Anfang Dezember bis April 1942 frischte die II./JG 77 in Deutschland auf. I./LG 2 und III./JG 77 flogen von Stalino und Sarabus Einsätze gegen Sewastopol und Kertsch. Im Januar 1942 wurde die I./LG 2 dann in I./JG 77 umbenannt.

Von April/Mai bis Ende Juni 1942 war das gesamte Geschwader auf der Krim im Einsatz (Oktoberfeld,
Bagerowo). Anfang  Juli verlegten die I. Gruppe in den Mittelmeerraum, die II. in den Raum Kursk, Geschwaderstab und III. Gruppe hingegen Anfang September 1942 an die Nordfront nach Krasnogwardeisk, vor Leningrad. Ab Mitte Oktober 1942 verließ das Geschwader Russland mit dem Ziel Nordafrika. Dort war Ende
Oktober 1942 bereits die I. Gruppe eingetroffen, die seit Juli im harten Einsatz gegen Malta verwickelt war. Von EI-Alamein bis Tunis begleitete das JG 77 den Rückzug des Afrika-Korps. Anfang Mai 1943 wurde Tunesien geräumt.
Es folgte der Einsatz in Sizilien und Süditalien. Die III./JG 77 lag zeitweilig auf Sardinien und Korsika,
im Oktober 1943 verlegte sie nach Mizil in Rumänien. Die anderen beiden Gruppen zogen sich unter schwersten Verlusten langsam nach Oberitalien zurück. Die II. Gruppe verlegte bei der Invasion Südfrankreichs Mitte August 1944 kurzfristig dorthin. Die I. Gruppe musste inzwischen Rumänien räumen und ging über Siebenbürgen Mitte August nach Wien zur Auffrischung.
Die I. Gruppe frischte in Oldenburg auf, Mitte September 1944 kam die II. Gruppe nach Werl, der Geschwaderstab lag im September/Oktober in Ungarn. Ab Oktober sammelte sich das Geschwader im Raum Berlin zur Reichsverteidigung und wurde dann ab Anfang November 1944 Gruppe für Gruppe in den Westeinsatz abgezogen, wo es an der Ardennenoffensive teilnahm und am 1. 1. 1945 Plätze um Antwerpen angriff.
Ab Mitte Januar 1945 kämpfte das Geschwader im Raum Oberschlesien Böhmen. Bei Kriegsende wurden die Flugzeuge vernichtet und im Landmarsch der Rückzug durch Böhmen angetreten. Es gelang, sich bis zu den Amerikanern durchzuschlagen. Diese übergaben aber wenige Tage später ihre Gefangenen an die Russen.
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Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 30. März 2010 um 18:06 Uhr
 

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