Zeichen der von Adolf Galland aufgestellten Platzschutzstaffel.
Im Januar 1945 wurde dieser Verband in Brandenburg-Briest aufgestellt und mit dem Düsenjäger Me 262 ausgerüstet. Seine rund 60 Flugzeugführer kamen aus den verschiedensten Einheiten und waren meist hoch dekorierte erfolgreiche Jagdflieger. Zum Kommandeur des Jagdverband 44 wurde der frühere General der Jagdflieger Adolf Galland, der zuvor wegen seiner Kritik an der Führung und Taktik der Luftwaffe von Hermann Göring seines Amtes enthoben wurde. Man versprach sich von einem Frontkommando Gallands dessen Tod. Der Jagdverband 44 trug unter anderem den Spitznamen "Der Galland-Zirkus" oder auch "Expertenverband". Der JV 44 operierte vollkommen selbstständig und war keinem anderen Verband unterstellt.
Galland sammelte hocherfahrene Piloten für seinen Verband, u.a. auch aus seinem früheren Stab. Der Verband wurde zum Sammelbecken für sämtliche Flieger-Asse der deutschen Luftwaffe. Alleine die Top 5-Piloten des Verbandes kamen zusammen auf mehr als 1.000 Luftsiege. Insgesamt fanden sich rund 50 Piloten, denen 25 Me 262 zur Verfügung standen, von denen allerdings nie mehr als 6 Maschinen gleichzeitig einsatzbereit waren. Die ersten erhaltenen Jäger waren 13 Me 262 A-1 und eine Me 262 B-1.
Ende März 1945 wurde nach München-Riem verlegt und von dort der Einsatz aufgenommen. Operiert wurde in den Räumen Stuttgart, Ulm, München und Teilen Österreichs (Innsbruck und Salzburg). Am 18. April waren die ersten 6 Me 262 A-1 einsatzbereit. Am 26. April gelang es 5 B-26 Marauder und eine P-47 abzuschießen. Eine Me 262 ging dabei verloren, da der Pilot aufgrund eines Schadens aus der Maschine abspringen musste. Adolf Galland schoss einen mittelschweren Bomber ab, wurde bei einem Angriff auf einen weiteren B-26 allerdings verwundet.
Galland stellte seine eigene Schutzstaffel (Platzschutzstaffel) auf, welche zum Schutze des Flugfeldes eingesetzt wurde. Die sog. "Würger-Staffel" war mit Fw 190 D-9 oder D-11 ausgerüstet, welche am unteren Rumpf hellrot mit weißen Streifen bemalt waren, um sie so von den alliierten Flugzeugen besser unterscheiden zu können. Nach dem Krieg wurde die Staffel wegen ihres Anstrichs auch "Papageienstaffel" genannt.
Aufgrund der vorstossenen alliierten Bodentruppen musste der Jagdverband 44 immer wieder kruzfristig verlegen. Stationen waren u.a. München-Riem, Salzburg-Maxglan, Ainring und Innsbruck. Das Kriegsende erlebte der Verband im Raum Salzburg, wohin Anfang Mai 1945 ausgewichen worden war. Nur eine Me 262 viel den Alliierten in die Hände, da die anderen Maschinen vorzeitig gesprengt wurden.
Ende April und im Mai gelangen rund 47 Abschüsse. Davon schoss Oberstleutnant Heinz Bär alleine 16 alliierte Maschinen ab, gefolgt von Hauptmann Georg-Peter Eder mit 12 Abschüssen und Adolf Galland selbst mit 7 Abschüssen, bevor er dann am 26. April 1945 verwundet wurde. Das Kommando über den Jagdverband 44 übernahm zwischenzeitlich Oberstleutnant Heinz Bär.
Piloten des Jagdverband 44
Adolf Galland Er flog eine Me 262 A-1a.
Platzschutzstaffel - "Würgerstaffel"
4 von 5 Piloten der Platzschutzstaffel des JV 44, von links nach rechts: Karl-Heinz Hoffmann, Klaus Faber, Heinz Sachsenberg und Waldemar Wübke.
Heinz "Heino"/"Wimmersaal" Sachsenberg (Führer der Platzschutzstaffel) Er flog eine Fw 190 D-9 "Rote 1" an der er die Aufschrift "Verkaaft's mei Gwand - I Foar in Himmel" angebracht hatte. Sachenberg war Ritterkreuzträger und stammte aus der 6./JG 52. In knapp 500 Einsätzen erzielte er 104 Luftsiege. Er war Führer der Platzschutzstaffel obwohl er nur im Rang eines Leutnants stand. Die Piloten unter seinem Kommando wurden auch "Sachsenberg-Schwarm" genannt. Waldemar Wübke Er flog eine Fw 190 D-9 "Rote 3" mit der Aufschrift "Im Auftrage der Reichbahn". Klaus Faber Er flog eine Fw 190 D-9 "Rote 13". Seine Aufschrit lautete "Rein muss er - und wenn wir beide weinen". Er flog für das JG 27 in Nordafrika, im JG 5 und JG 6. Karl-Heinz Hoffmann Er flog eine Fw 190 D-11 "Rote 4". Seine Aufschrift lautete "Der nächste Herr, die selbe Dame". Bodo Dirschauer
Oberst Johannes Steinhoff Vormals Kommodore des JG 7. Er war der erste "Rekrut" für den JV 44 und warb an der Seite Gallands weitere Rekruten für den JV 44. Am 18. April 1945 wollte Steinhoff mit seiner Me 262 einen Verband B-17 Bomber im Anflug auf Regensburg abfangen, als er kurz nach dem Start abstürzte und schwerste Verbrennungen erlitt. Leutnant Gottfried Fährmann Fährmann war Steinhoffs früherer Adjutant und Flügelmann innerhalb des JG 77. Major Erich Hohagen Hohagen war einer der erfahrendsten Kommandeure der Jagdwaffe. Er flog während des Krieges mehr als 1.000 Flugstunden in über 60 verschiedenen Flgzeugtypen und hatte rund 500 Kampfeinsätze. Er war eienr der ersten Piloten das JV 44 und wurde dort zum Technischen Offizier. Heinz Bär Mit 16 Abschüssen war Bär der erfolgreichste Jäger mit einer Me 262. Gerhard Barkhorn Mit 301 bestätigten Abschüssen und 1.104 Feindflügen ist er der zweiterfolgreichste Jagdflieger der Militärluftfahrt. Walter Krupinski Er wechselte am 26. März 1945 zum JV 44 und erzielte mit der Me 262 zwei Luftsiege. Hans-Ekkehard Bob Wilhelm Herget Herget war Nachtjäger-Ass und kam im April 1945 zum JV 44. Ihm gelang ein Abschuss mit der Me 262. Oberfeldwebel Josef "Jupp" Dobnig Der 26-jährige Dobing kam geimsam mit seinem Freund Schwaneberg vom JG 103 und war dort Ausbilder. Er und Schwaneberg wurden Anfang März 1945 zum JV 44 gerufen. Sie entgingen so dem Einsatz als Infanterist. Oberfeldwebel Siegfried "Sigi" Schwaneberg Schwaneberg war ebenfalls Ausbilder beim JG 103. Kurt Bell Leutnant Blomert Blomert war Ju 88 Pilot und kam von der .Fluglehrerschule der Luftwaffe. Heinrich Brücker Arnold Döring Diethelm von Eichel-Streiber Eichel-Streiber war bereits an der Me 262 ausgebildet als er zum JV 44 kam. Zu einem Einsatz innerhalb des JV 44 mit einer Me 262 kam es allerdings nicht mehr. Hptm. Esser Gerhard Frisch Fhj.Ofw. Fröhlich Lt. Fuhrmann Hans Grünberg Grünberg flog rund 550 Einsätze und hatte 82 Luftseige zu verzeichnen. Den letzten Abschuss gab es am 19. April 1945 nahe Prag, als er mit seiner Me 262 einen B-17 Bomber abschoss. Insgesamt schoss er mit einer Me 262 fünf "Viermot" ab. Werner Gutowski (JV 44 Adjutant) Ofw. Haase Alfred Heckmann Heckmann war Staffelkapitän der 5./JG 26 und kam am 14. April 1945 zum JV 44. Erich Hondt Herbert Kaiser Feldwebel Otto Kammerdiener Kam am 11. März 1945 von der Fluglehrerschule der Luftwaffe, wo er Ausbilder war. Ihm gelangen 2 Abschüsse mit der Me 262. Hugo Kessler Georg Kiefner Hptm. Kirchays Ofw. Klante Oberfeldwebel Leopold Knier Knier kam vom JG 101 und flog Eskortschutz für Bomber. Er wurde 1942 getroffen und musste hinter den russischen Linien Notlanden. Nach seiner Gefangennahme machten im die Sowjets ihm das Angebot ihn frei zulassen, wenn er eine Bf 109 nach Murmasnk fliegen würde. Er würde zusätzlich eine große Menge Geld erhalten. Acht Tage später kam Knier zurück zu seiner Einheit, von wo aus er weiter gegen die Rote Armee kämpfte. Er meldete sich im März 1945 zum JV 44. Unteroffizier Franz Köster Ihm gelangen mit der Me 262 7 Luftsiege. Günther Lützow Ihm gelangen zwei Abschüsse mit der Me 262, doch weder sein Körper noch sein Flugzeug wurden nach einem Abstürz gefunden. Hptm. Montanus Johann-Karl "Jonny" Müller Unteroffizier Müller war erfahrener Jagdbomberpilot und trat am 3. März 1945 dem JV 44 bei. Ihm gelangen 3 Luftsiege mit der Me 262. Oberfeldwebel Klaus Neumann Ihm wurde das Ritterkreuz am 9. Dezember 1944 für seinen 19. "Viermot"-Abschuss offiziell von Hitler übergeben. Er wurde direkt von Galland und Steinhoff für den JV 44 geworben. Ihm gelangen 5 Abschüsse mit der Me 262. Oberfeldwebel Rudolf Nielinger Nielinger kam vom JG 103 und war Afrika und Russland-Veteran. Er traf am 11. März 1945 in einer Fw 190 in Brandenburg-Briest beim JV 44 ein. Ernst Pfeiffer Uffz. Pöhling Ofw. Reckers Oblt. Richter Werner Roell Lt. Roth Unteroffizier Eduard Schallmoser Schallmoser erhielt am 2. März 1945 seinen Marschbefehl zum JV 44, wo er einen Tag später eintraf. Er war bereits an der Me 262 ausgebildet, allerdings einer der unerfahrensten Piloten innerhalb des JV 44. Min. zwei seiner "Abschüsse" gelangen ihm durch Rammen, bzw. Streifen des feindlichen Flugzeugs. Karl Heinz Schnell Karl Hermann Schrader Leo Schuhmacher Lt. Seufert Hptm. Sprotte Franz Steiner Franz Stigler Stigler flog 480 Einsätze für das II./JG 27 und war bereits eine Me 262 geflogen. Als er hörte das Adolf Galland einen Düsenjägerverband aufstellte, meldete er sich per Telefon bei Galland und bat um seine Aufnahme im JV 44. Galland antwortete "Sicher, bringen sie aber einen Düsenjäger mit.". In Leipheim versuchte Stigler dann tatsächlich eine Me 262 zu bekommen, doch dort kannte man den JV 44 nicht und so bekam Stigler auch keinen Jet. Anscheinend hat er unerlaubterweise eine Me 262 genommen und ist direkt nach Briest geflogen. Stigler wurde Technischer Offizier im JV 44. Lt. Strate Fw. Trenke Hptm. Vollmer Oblt. Walter Obfhr. Weindl
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Zuletzt aktualisiert am Montag, den 02. August 2010 um 10:14 Uhr |