Panzer Beutepanzer Russische Beutepanzer
Russische Beutepanzer
Im folgendem werden nur erbeutete russische Kampfpanzer behandelt, die nach z.T. kleinen Umbauten und dem Anbringen deutscher Hoheitsabzeichen auf deutscher Seite zum Einsatz gelangten. Die technischen Daten können sie bald in den entsprechenden Artikeln zu den jeweiligen Panzern einsehen.
Zur Erfassung und vordringlichen Verwendung von Beutepanzern wurden Panzer-Beutestäbe eingesetzt, die die Gesamterfassung von besonders benötigten Panzern leiten und beaufsichtigen sollten. Für diese Stäbe wurde im juli 1941 befohlen, dass die russischen Panzer in der Reihenfolge T-35, T-28, BT und T-26 zu bergen sind. Vom KW-1 oder gar T-34 wusste man auf deutscher Seite damals noch nichts.

SS-Panzerwerk BeutepanzerWie schon zuvor die polnischen, holländischen, belgischen, englischen und vor allem französischen Panzer, wollte man auch die im Russlandfeldzug zu erwartende Beute für die Wehrmacht nutzbar machen.
Hierbei traten jedoch gleich am Anfang große Schwierigkeiten auf, da ein großer Teil der Panzer durch Kampfhandlungen so stark zerstört war, dass er nur noch verschrottet werden konnte. Bei sehr vielen äußerlich unbeschädigten Panzern fehlten lebensnotwendige Teile, die entweder die Russen selbst zerstört oder entfernt hatten, oder die von der eigenen Truppe als Ersatz mitgenommen worden waren.
Viele der Panzer, deren Instandsetzung der Wehrmacht anfangs als lohnend erschienen war, darunter auch der T-28 und T-35, hatten Gewichte bis zu 52 t und waren mit den deutschen Bergevorrichtungen kaum zu bewegen.
Der Hauptgrund für die Unmöglichkeit, größere Mengen an russischen Panzern für die Wehrmacht verwendbar zu machen, lag jedoch darin, dass die eigenen Instandsetzungsdienste nicht einmal ausreichten, die ausgefallenen deutschen Kampfpanzer in der erforderlichen kurzen Zeit zu bergen, instand zusetzen und der Truppe wieder zuzuführen oder für längere Instandsetzung in die abzuschieben.
So gelang es bis Ende Oktober 1941, nur rund 100 russische Panzer zur Instandsetzung zu bringen. Die Masse der in den weiten Räumen herumliegenden Russenpanzer, die von der Wehrmacht auf 10.000 Stück geschätzt wurde, blieb den Winter 1941742 über liegen und war danach auch nur noch als Schrott zu verwenden.

Bis zur Jahreswende 1941/42 gelangten nur wenige BT und T-26 sowie einzelne T-60-Kampfwagen aus der Instandsetzung zur Aufstellung von Beute_Panzerkampfwagen-Zügen.
Alles, was fahrbereit war, besonders die KW-1 und T-34, war zumeist auch schon von der kämpfenden Truppe mitgenommen und eingegliedert worden. Besonders die T-34 und KW-1 waren eine gesuchte Beute, da sie die deutsche Panzerabwehr gegen die russischen T-34 und KW-1 verstärkten.
Erst ab Mitte 1942 gelangten einzelne KW-1 und T-34 aus der Instandsetzung in den Zulauf zu deutschen Beute-Panzer-Einheiten. Die meist russischen Panzer wurden im Panzer-Instandsetzungswerk in Riga überholt und den deutschen Einheiten zugeführt. Ab 1942 kamen einzelne T-34 auch aus dem Daimler-Bern Werk in Berlin Marienfelde und von der Firma Wumag in Görlitz.

Das SS-Panzerkorps beschlagnahmte nach der Wiedereinnahme von Charkow im Frühjar 1943 das dortige Traktorenwerk (Panzerwerk) und nahm dort die Produktion von T-34 auf.
Mit diesen T-34 wurde die SS-Panzerjäger-Abteilung 2 der Division "Das Reich" ausgerüstet.
Alles in allem gesehen blieb die Zahl der wiederverwendeten russischen Panzer gemessen an der riesigen Beute gering. So waren nach der offiziell geführten "Beute-Panzer-Lage" im Mai 1943 63 russische Panzer (davon 50 T-34) und im Dezember 1944 53 russische Panzer (davon 49 T-34) als Kampf- bzw. Jagdpanzer bei Wehrmacht und Waffen-SS im Einsatz.
Die Meldungen der "Beute-Panzer-Lage" waren jedoch nie vollständig, da einige Truppenteile aufgrund von Kampfhandlungen nicht dazu kamen, die Meldungen abzugeben und andere sich einen Schwarzbestand an Panzern hielten. Mehr als 300 erbeutete russische Kampfpanzer werden jedoch nur selten zur selben Zeit auf deutscher Seite im Einsatz gewesen sein.

Beutepanzer T-26Leichte russische Panzer
Unter der gewaltigen Panzerbeute der ersten Kriegsmonate des Russlandfeldzuges fanden sich auch sehr viele leichte Kampfpanzer der Typen BT und T-26. Die Tatschae, dass der weitaus größte Teil dieser Panzer ohne Beschädigung durch Feindeinwirkung erbeutet wurde, wies darauf hin, dass Konstruktion und Fertigung dieser Panzer fehlerhaft sein mussten.
Beim Einsatz durch deutsche Truppen fielen die T-26 hauptsächlich wegen Kupplungsschäden, gerissenen Lennkgetrieben und festgefahrenen Lagern, die BT wegen zu schwacher Schaltgetriebe und Fehlern an der elektrischen Anlage aus.
Ab 1942 tauchten auch einige T-60 und ab 1943 T-70 als Beutepanzer bei deutschen Truppenteilen auf. T-60 und das Nachfolgemodell T-70 wurden nach Abnahme der Türme als Zugmittel für Pak und Artillerie eingesetzt.

Mittlere russische Kampfpanzer
Beutepanzer T-34Die 1941 überraschend auftauchenden T-34 waren dagegen begehrte Beuteobjekte und wurden meist gleich von der sie erbeutenden Truppe vereinnahmt.
Die Panzerverbände setzten sie teilweise als Kampfpanzer ein, meist wurden sie jedoch auch hier wie bei der Infanterie den Panzerjäger-Verbänden zugeteilt, zumal sich beim Einsatz als Jagdpanzer weniger Schwierigkeiten mit der Freund/Feind-Erkennung ergaben.
Die Truppe versah zwar die Panzer mit überdimensionalen Balken- und Hakenkreuzen, was aber oft genug auch nicht verhindern konnte, dass die Panzer aufgrund der Silhouette als Feind angesprochen und abgeschossen wurden. Versuchsweise versah man erbeutete T-34 mit Holzaufbauten, um sie der Silhouette deutscher Panzer anzugleichen.
Als 1941 die ersten T-34 auftauchten und man deutscher seits nichts gleichwertiges entgegenzusetzen hatte, wurden Überlegungen angestellt, den T-34 einfach nachzubauen. Hierzu kam es nicht, jedoch wurde die Konstruktion des Panthers stark durch den T-34 geprägt.

Schwere russische Kampfpanzer
Beutepanzer KW-IIWie schon beim T-28, so ist auch vom T-35, ebenfalls ein mehr türmiges Panzerungetüm, nichts von einer Wiederverwendung bekannt.
Die schweren Kampfpanzer KW-1 waren dagegen genauso beliebte Beutestücke wie die T-34. Auch se wurden von der erbeutenden Truppe gleich vereinnahmt und eingegliedert.
Als man im Mai 1942 für die Landung auf Malta eine Kompanie mit schweren russischen Beutepanzern aufstellen wollte, gelang dies nur unter großen Schwierigkeiten, da die meisten schweren Panzer zerstört und die fahrbereiten bereits in die Truppe eingegliedert waren.

Als 1944 die schweren "Josef Stalin" an der Front auftauchten, war es wegen der nur noch gegebenen Rückzüge mit dem Beute machen beider Wehrmacht vorbei, und man hatte große Schwierigkeiten, überhaupt ein Exemplar für das Heereswaffenamt zu bekommen, das verständlicherweise an einer Untersuchung dieser Panzer interessiert war.
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