|

Die Geschichte des Jagdtiger begann am 21. Februar 1943, als geplant wurde ein Sturmgeschütz mit einer 128mm Kanone zu bestücken. Dieses Sturmgeschütz sollte, wie seinerzeit die Sturmgeschütze III + IV, effektiv die Infanterie unterstützen und feindliche gepanzerte Ziele in einer Entfernung von bis zu 3 km erfolgreich bekämpfen. Wie im späteren Kriegsverlauf üblich, war die schwere Panzerung wichtiger als die Geschwindigkeit des Fahrzeugs. Wegen den an der Ostfront gesammelten Erfahrungen war es wichtig das das Fahrzeug eine gute Geländefähigkeit besas. Der Jagdtiger sollte mit einer 12,8-cm Pak 44 L/55 bestückt werden, die ebenfalls für den Panzer "Maus" vorgesehen war. Die Größe der Waffe erforderte jedoch einen befestigten Oberbau am Turm und es wurde ein verlängertes (40-cm-)-Tiger II (Königstiger)Fahrgestell vorgeschlagen und genehmigt. Insgesamt wurden nur 88 Jagdtiger in den Nibelungenwerken in Österreich hergestellt, wobei 4 davon mit der 8,8cm Pak 43 L/71 ausgerüstet waren. Der Grund für diese Bewaffnung war der Mangel an 128mm Kanonengestellen und nicht wie in vielen Büchern angenommen wird der Mangel an den Kanonenrohren. Obwohl die 8,8cm Pak eine höhere Durchschlagskraft und schnellere Feuerrate besaß, beharrte Hitler auf die Bestückung von 128mm Kanonen. Ab dem Februar 1945 wurden auf einigen Modellen eine MG-42 am Turm zur Flugzeugbekämpfung angebracht, allerdings ist zu bezweifeln das diese jemals für ihren vorhergesehen Zweck wirklich genutzt wurden, denn niemand würde in einer selbstmörderischen Aktion mit einem MG-42 auf alliierte Flieger des Types "Typhoon" oder "Mosquito" schießen. Produktionsverlauf | 1944 | | Januar | - | Februar | 2 | März | - | April | - | Mai | - | Juni | - | Juli | 3 | August | 3 | September | 8 | Oktober | 9 | November | 6 | Dezember | 20 | Gesamt | 51 | | 1945 | | Januar | 10 | Februar | 13 | | März | 3 | April | 7 | Mai | 4 | Gesamt | 37 | | Insgesamt | 88 | Der Jagdtiger im Einsatz bei der s.Pz.Jäg.Abt.653Die erste Einheit der die Jagdtiger zugeteilt wurde war die schwere Panzerjäger-Abteilung 653 (s.Pz.Jäg.Abt.653), als Ersatz für den "Elefant". Das erste Fahrzeug kam im September 1944 bei der 2. Kompanie an, da diese einige Verluste des "Elefant" zu verzeichnen hatten. Einige Panzerbesatzungen der 1. Kompanie wurden nach Fallingborstel versetzt um dort mit weiteren Jagdtigern zu üben. Im Oktober wurde die s.Pz.Jäg.Abt.653 der 17. Armee in Polen zugeteilt wo die 3. Kompanie ebenfalls mit Jagdtigern ausgestattet wurde. Die Jagdtigerproduktion verlief äuserst schleppend, die Einheit hatte gerade einmal 16 Jagdtiger zur Verfügung, 6 weitere kamen im Novermber hinzu. Im Dezember sollten die Jagdtiger an der Ardennen-Offensive teilnehmen, dafür wurden sie auf Züge verladen und 2 von drei Zügen luden die Jagdtiger 50km hinter der Front als Teil der 6. SS-Armee ab. Einige Jagdtiger nahmen an der Operation "Nordwind" als Teil der 17. SS-Panzer-Grenadier-Divison teil. Es gibt allerdings keinerlei Beweise das die Jagdtiger jemals an der Front ankamen, weder Fotographien noch Zeugenaussagen können den Einsatz bestätigen, dazu war in jener Zeit in den Monaten Dezember und Januar die logistische Situation der Wehmacht mehr als miserabel. Als im Januar 1945 die Operation "Nordwind" beginnt, befindet sich die s.Pz.Jäg.Abt.653 noch in den Waggons der Transportzüge. Zusammen mit der 17.SS-Panzer-Grenadier-Division greifen sie später die Maginot-Linie an. Am 9. Januar 1945 wurde der erste Jagdtiger von einer "Bazooka" zerstört und die anderen Fahrzeuge hatten mehr mit Ausfällen als mit dem Feind zu kämpfen. Einige Jagdtiger, mehr oder weniger intakt, wurden von den amerikanischen Truppen erbeutet, der Großteil wurde jedoch von den Besatzungen zerstört. Anfang Februar besas die s.Pz.Jäg.Abt.653 insgesamt 41 Jagdtiger wovon 19 reparaturbedürftig waren. Die Einheit wurde am 18. Februar in den Wald bei Hagenau befehligt um dort als indirekte Artillerie zu fungieren. Ende Februar befanden sich die meisten Jagdtiger, auf den Feind wartend, in verstecken Stellungen. Anfang März war die Einheit mit reparierten und instandgesetzten Jagdtigern ausgerüstet worden und am 11. März erreichte die Einheit ihre volle Stärke zurück. In der Nacht vom 15. auf den 16. März war die s.Pz.Jäg.Abt.653 in heftigste Kämpfe verwickelt: da die Alliierten am 15. März die Stellungen der s.Pz.Jäg.Abt.653 bombadiert hatten startete sie nun einen Gegenangriff auf die Alliierten. Die Fronten waren so verhärtet das keiner, weder die Deutschen noch die Alliierten, eine Möglichkeit zum ausbrechen hatte und beide Seiten mussten schwerste Verluste hinnehmen. Die Jagdtiger richteten schwere Schäden bei den allierten Panzern an, jedoch gelang es der alliierten Artillerie 21 Jagdtiger abschleppreif zu schießen. Im gleichen Monat bewies die Kanone des Jagdtigers das sie alliierte Panzer, die 4000m entfernt waren, erfolgreich treffen konnte. Eine Panzerkolonne die aus Sherman-Panzern bestand geriet unter schweren Beschuss und wurde fast komplett zerstört, als die alliierte Luftunterstützung eintraf musste sich die s.Pz.Jäg.Abt.653 jedoch zurück ziehen und dabei wurden 5 Jagdtiger beschädigt, wovon 4 zerstört wurden. Um die s.Pz.Jäg.Abt.653 vor weiteren Verlusten zu schützen wurde sie von der Front abgezogen. Inzwischen wurden mehrere Jagdtiger von Infanterie oder Artillerie zerstört, ein Jagdtiger wurde von 3 Sherman-Panzern zerstört. In Neustadt schafften es tatsächlich 3 (!) Jagdtiger 25 M10-Panzer und Shermans auszuschalten und obwohl die Jagdtiger mehrere Treffer hinnehmen mussten, waren sie noch im Stand sich erfolgreich zurückzuziehen. Für diesen Einsatz bekam Leutnant Hans Knippenberg am 28. Märe 1945 das Eiserne Kreuz 1.Klasse. Anfang April blieben nur noch 24 Jagdtiger übrig und nach den ersten neun Tagen im April sank die Zahl auf 17. Am 26. April war nur noch 1 Jagdtiger voll Einsatzbereit während 14 auf ihre Reparatur warteten. Im Mai zieht sich die s.Pz.Jäg.Abt.653 nach Österreich zu den Nibelungenwerken zurück, wobei sie weitere 10 Jagdtiger verliert. Dort angekommen werden die letzten Jagdtiger, die sich noch auf den Laufbädern der Nibelungenwerke befinden, durch Luftangriffe vernichtet (dies waren die oben genannten Jagdtiger mit einer 8,8cm Pak). Die Einheit setzte ihren Rückzug fort und kämpfte noch bis zum 7. Mai 1945, wo sie dann kapitulierte. Auser dem Jagdtiger war die s.Pz.Jäg.Abt.653 noch mit Bergepanthern und Sd.Kfz.9, Flakpanzer IV (von denen einige "Wirbelwind", 3,7 cm Flakpanzer IV und Sd.Kfz.7/1 waren), Halbkettenfahrzeugen und Lastwagen ausgestattet.
Der Jagdtiger im Einsatz bei der s.Pz.Jäg.Abt.512 Die zweite Einheit die ebenfalls Jagdtiger erhielt war die s.Pz.Jäg.Abt.512, diese erhielt allerdings weitaus weniger Jagdtiger als die s.Pz.Jäg.Abt.653. Die Geschichte der s.Pz.Jäg.Abt.512 beginnt im Januar 1945, wobei die Einheit fühstens im Februar die ersten Jagdtiger erhielt. Dies lag an den zeitraubenden Qualitätskontrollen und späteren technischen Schwierigkeiten des Jagdtigers. Offiziell wurden dieser Einheit am 30. Januar 5 Jagdtiger übergeben, insgesamt sollten es 33 Jagdtiger werden. Dieses Ziel wurde jedoch nie erreicht und als Ersatz bekam die Einheit einige Panzer IV Ausf. H und Sturmgeschütze III. Weitere 6 Jagdtiger kamen am im Februar bei der Einheit an, womit die 2. Kompanie der s.Pz.Jäg.Abt.512 bis Mitte März ihre Besatzungen ausbildete. Viele Besatzungsmitglieder waren ursprüngliche Tiger I + II Besatzungen, weshalb der Jagdtiger aufgrund seines starren Turmes und mangelnder Flexibilität nicht sonderlich beliebt war. Beim Versuch den Rhein zu erreichen um dort eine Verteidigungslücke zu schließen, hatte die Einheit so viele technische Probleme das sie ihr Ziel nicht erreichen konnte. Obwohl die s.Pz.Jäg.Abt.512 durchaus Potenzial hatte erfolgreiche Kämpfe zu führen, nutzte sie dieses nicht. Einmal verlor sie 2 Jagdtiger aufgrund von Panikattacken der Besatzungen. Die 1. Kompanie der s.Pz.Jäg.Abt.512 hatte ebenso wenig Erfolge zu verbuchen: als sie 2 Shermans zerstörte verlor sie dabei 4 Jagdtiger wegen mechanischen Problemen. Nach diesem Missgeschick erhielt die Einheit vier Sturmgeschütze III und vier Pz.Kpfw. IV. Nach mehreren kleinen Kämpfen wurde die Einheit nach Unna befehligt um dort Generalfeldmarschall Model zu unterstützen. Die 3. Kompanie der s.Pz.Jäg.Abt.512 war in Kämpfe bei Paderborn verwickelt und obwohl die Einheit es schaffte mit einigen Tiger-Panzern und Königstiger die Alliierten aufzuhalten, wurde sie recht schnell vernichtet Während des Aprils war die s.Pz.Jäg.Abt.512 in mehrere Kämpfe verwickelt, hervorzuheben ist dabei der 9. April, an dem es die 1. Kompanie schaffte eine eingegrabene und in einer befestigten Stellung befindliche alliierte Sherman- und Lastwagenkolonne aufzureiben: 4 Jagdtiger, 4 Sturmgeschütz III und 3 Pz.Kpfw. IV eröffneten zur gleichen Zeit das Feuer - dabei zerstörten sie 11 Shermans und 30 Lastwagen. Einige Sherman sollen dabei sogar aus einer größeren Entfernung als 4000m von Jagdtigern getroffen worden sein. Die 1. Kompanie verlor dabei nur 1 Jagdtiger durch einen alliierten Luftangriff. George Forty schreibt ins einem Buch "German Tanks of World War II" allerdings, dass die 1. Kompanie nur 5 Shermans zerstört hatte bvor sie sich kampflos in Iserloh ergab. Der Jagdtiger im Einsatz bei anderen Einheiten Es ist heute äuserst schwer nachzuvollziehen welche Einheiten Jagdtiger zugeteilt bekamen, es gibt kaum Belege dafür wo sich die Jagdtiger während des Kriegs befanden. Einiges deudet darauf hin das die s.Pz.Abt.510 ( 2 Jagdtiger) und die berühmte s.SS.Pz.Abt.501 (unter der 1.SS-Panzer-Division Leibstandarte Adolf Hitler) im besitz von Jagdtigern waren.
Fazit Der Jagdtiger war ohne jeden Zweifel eine äuserst beeindruckende Entwicklung und sorgte für so manchen Schock bei den Alliierten. Allerdings war er eine Verschwendung von wertvollen Rohstoffen (besonders Stahl) und Arbeitskräften, die man besser für die Produktion von Jagdpanthern oder Tiger II eingesetzt hätte. Die geringe Anzahl von Einsatzbereiten Jagdtigern war ausschlaggebend dafür, dass der Jagdtiger keinen entscheidenden Einfluss mehr auf den weiteren Kriegsverlauf hatte. Viele Jagdtiger wurden von den Besatzungen nach diveresen technischen Problemen zerstört. Hitler glaubte zwar an eine "Wunderwaffe", doch das Vertrauen der Besatzungen konnte der Jagdtiger nich ganz gewinnen. Die letzten Jagdtiger jener Tage befinden sich heute in Bovington, England, Aberdeen, USA und in Kubinka/Russland im dortigen Panzermuseum. Technische Daten Hersteller | Nibelungenwerke | Baujahr | 1944 - 1945 | | Leistung | | Motor | Maybach "HL 230 P30" | Leistung | 600/700 PS | Geschwindigkeit | Strasse 41,5 / Gelände 14,5 (km/h) | Hubraum | 23.095 ccm | Drehzahl | normal/maximal: 2.600/3.000 (U/min) | | Maße | | Länge | 10,5 m | Breite | 3,6 m | Höhe | 2,9 m | Gefechtsgewicht | 75,2 t | Geschützgewicht | 7 t | Bodendruck | 1,06 (kg/cm²) | Kraftstoffvorrat | 860 Liter in sechs Tanks | Kraftstoffverbauch | Straße 800/Gelände 1.100 (l/100km) | Fahrbereich | Straße 170/Gelände 120 (km) | Besatzung | 6 | Panzerung | Wanne | 15 cm | Fahrerfront | 10 cm | Bug | 8 cm | Seite oben | 8 cm | Seite unten | 8 cm | Heck | 8 cm | Decke | 4 cm | Turm | | Front | 25 cm | Seite | 8 cm | Heck | 8 cm | Decke | 4,5 cm | Bewaffnung | Hauptbewaffnung | 1x 12,8 cm Pak 44 L/55 (40 Schuss) | Nebenbewaffnung | 1x 7,92 mm MG 34 (1.500 Schuss) |
 |